Gedankenfetzen 3

11 Dezember, 2008 (00:55) | | tage-bau | Kommentieren

Wenn Gott die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat – was muss das für ein Gott sein!

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Zählt die Qualifikation mehr als das Können, spricht das nicht für die Qualität.

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Nicht Gott ist tot, sondern die Vorstellung von ihm, weil nur sterben kann, was gelebt hat.

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Liebe: ich, in Eisenspäne zerbröselt, begegne einem Magneten.

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Die meisten halten das Denken für eine Art Rechnen mit dem Taschenrechner und kommen nicht auf den Gedanken, mal was im eigenen Kopf auszurechnen.

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Wie ich auf die Lösung komme, ist egal – wenn sie nur stimmt.

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Wer meint, man komme mit der richtigen Methode zwangsläufig zum richtigen Ergebnis, geht von falschen Voraussetzungen aus.

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Wenn das Unglück hereinbricht, betäubt einen schon die zerstörerische Urgewalt – wirklich arg ist der Moment der Erkenntnis vor seinem Ausbruch: das ist mit Blutschwitzen gemeint.

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Ein Paradox erscheint den Einfachgestrickten als Lüge: sie können sich nicht vorstellen, dass etwas zugleich auch sein Gegenteil sein kann.

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Viele verwechseln Leichtigkeit mit Leichtsinnigkeit – dabei ist Leichtigkeit das Schwerste.

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Unvorstellbar, welche Voraussetzungen für einen Gedanken nötig sind.

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Jeder Fensterputzer benötigt eine mehrjährige Ausbildung, aber Politiker wechseln flugs in die komplexesten Ressorts.

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Bevor Politiker anderen Befähigungsnachweise abverlangen, sollten sie sich selbst erst mal qualifizieren.

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Was sich ein Dummer in den Kopf setzt, kriegen alle Klugen nicht mehr heraus.

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Charakterstärke ist oft nichts weiter als Geistesschwäche.

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Ein Arschloch ist nie allein – er hat noch eins.

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Arschkriecher müssen schon von Natur aus schleimig sein – sonst kämen sie ja nirgends hinein.

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Fäkalsprache – verbale Analphase.

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Wenn man einem nicht direkt eine reinhauen kann, jubelt man ihm indirekt Tiefschläge unter: Schmähungen und Lügen sind ideale Knüppel dafür.

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Wenn Grundsätze zu Sprengsätzen werden.

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Kein Argument kommt gegen eine Meinung an – nur eine andere Meinung.

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Wichte, die einen großen Gegner scheuen, zielen aus dem Hinterhalt auf seine Beine, und kommt er zu Fall, spielen sie sich als David auf, der Goliath gefällt hat.

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Ich lass mir kein X für ein U vormachen, aber auch kein U für ein X.

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Schicksalsmächte? Ach was: Dummheiten!

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Am besten kann ich mich durch meine eigene Intoleranz in andere hineinversetzen: darin ähneln wir uns am meisten.

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Auf eine Provokation nicht zu reagieren, ist so, als hätte ich dem anderen die Pointe verdorben.

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Nicht der Geschlechtstrieb ist schlimm, sondern das, was daraus gemacht wird.

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In allem steckt eine Wahrheit – besonders in der Lüge.

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Erinnerung: Müllkippe der Vergangenheit.

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Verdreht: Christus, der Gegeißelte, wurde zur Identifikationsfigur einer Herrschaft, die die ganze Welt geißelte.

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Die einen wollen etwas auf den Punkt bringen und die anderen nur den wunden Punkt von etwas treffen.

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Ich selber bleibe meistens ruhig – nur mein Bleistift gerät oft in Rage.

Kasper Grimm AutorenBio:

Beitrag vom: 11 Dezember, 2008 (00:55) | Autor: Kasper Grimm | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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