Kleinigkeiten

12 Dezember, 2008 (11:12) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ein neues Leben,
– – von mir entdeckt – –
wie viel Befriedigung im Ding
und ich ging vorsichtig heran,
in einer solchen Sache steckt.
Ganz nebenbei
und gänzlich frei von Unzulänglichem,
dessen Tenor ehe nicht verstanden wird,
weil keiner mehr
dem Kleinen mehr
Bedeutung schenkt,
weil all die Energie sich lenkt
auf Großes,
wunder,
bunter,
… aber gut, ich schweife ab.
Heut geht’s mir klüger.
Knurrt mir der Magen nicht,
so bin ich satt.
Statt mich zu mästen mit den Resten derer,
die mir eh nur auf die Pelle rücken wollen,
leg ich mich glatt hin
und bin zufrieden,
mit dem Blick auf ein Stück „Leben“.
Eben das,
was ich gerade hab entdeckt,
wie viel Befriedigung im Ding
und ich ging vorsichtig heran,
in einer solchen Sache steckt.

Beitrag vom 12 Dezember, 2008 (11:12) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Zwiebelfleisch

23 November, 2007 (19:39) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Manchmal spielt das Leben einem gleich der Kulinarisch-Fantasia.
Du stehst in der Küche.
In der Küche am Herd,
vor dem Herd.
In der Hand eine Pfanne,
in der Pfanne ein Steak.
Auf dem Herd.
Die Pfanne,
die Pfanne mit dem Steak.
Es brät.
Außen mit dunkler Kruste, innen so
Jo-Jo
blutig und roh.
In der Hand,
in der eben noch die Pfanne ihren Halt fand,
hältst du jetzt ein Messer,
ein stumpfes Messer.
Viel besser wäre ein scharfes Schwert.
Viel wert.
Doch es zu schärfen, fand sich kein Reim.
Welch Hohn.
In deinem Kopf klopft schon und wieder dumpf ein Ton.
Die strunkfeste Schale fällt.
Die fahle, stechend stinkende Haut bellt/pellt sich ab
und raubt dir den Atem,
treibt dir das Salz aus den Augen.
Musst!,
was du siehst, schon glauben.
Du bist verwaschenes Blau in einem tristen Küchengrau,
mit einer Sonne aus milchigem Neonlicht,
die genau genommen nicht einmal aus Neon sticht.
Wird allzu hell sauer.
So kalt ist dir.
So fühlst du dich.
Und auf dem Herd.
Auf dem Herd in der Pfanne.
Volle Panne/Kanne.
Die Schwarte schwitzt, während du, auf deinem Küchenstuhl,
cool,
denn dir ist immer noch kalt,
auf den Würfelwurf wartest.
Damit die Hitze das Brennen löscht.
»Ich 3x 6 und 19 er.«
Lösung zischt! Dunst steigt auf.
Es riecht, Geruch im Raum,
wie süße Schärfe, die süße Schärfe.
Den Brodem nimmst du gern in Kauf und kurz darauf
liegt vor dir nieder ein Medium mit herzhaft rosa Teint im Schnitt.
Diesen mit Geschick vollführt,
was besser mit einem stumpfen Messer nicht geht,
tritt Nässe auf den warmen Teller.
Dein Puls erhöht sich und dein Herz holpert schneller.
All die Tränen ungeheuer,
gezähmte wilde Wurzel,
teuer.
Verlangen in dir gärt.
Der erste Bissen isst was wert.
Füllt den Mund und schmeckt und schmeckt.
Steckt eben Liebe drin.
Und immun spürst du dich wärmer,
voller Glut und einfach gut.
Die Flut ebbt ab und jeder Schluck in dir pulsiert.
Dir friert nicht mehr.
So ist das ‘L’eben.
Außen kross und innen roh.
So sehr verletzlich schön.
Und sieben Häute zart vom Feinsten,
bringen dich zum Weinen ohne Not.
Mit Salz und Butter.
Ein klitzekleiner Tod.
Und mit den Tränen kochst du Soßenfond.

Beitrag vom 23 November, 2007 (19:39) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Tulpentraum

29 September, 2007 (23:02) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Junges Leben,
von wegen zahm.
Ich nahm mich wieder einer Zwiebel an.
Auf allen Vieren tat ich sie,
flach auf dem Boden liegend,
frierend und staunend
studieren.
Ich sah ihr zu und war im Nu ein Teil von ihr.
Die Ruhe wuchs in mir
und wir verschmolzen sonderbar scharf.
Wobei ich doch betonen darf,
dass jenes Spiel
mir nur gefiel, weil es Erinnerungen weckte.
Ohne die wäre ich nie auf die Idee gekommen und hätte nie,
selbst nicht im Traum,
mich einer Zwiebel angenommen.
Auch wenn sie mir erbarmungslos die Tränen trieb,
so lieb wart ich noch nie vorher zum Weinen gebracht worden.
Mal ordentlich heulen,
dass alles verschwimmt und seinen Kurs
auf weite Ferne nimmt.
Gerne wäre ich wie sie, die 7 Häute hat und in sich ruht.
Sie tut ja gut daran,
ihre Kräfte zu sammeln und einmal im Jahr sich prachtvoll zu zeigen.
Anders als wir,
die allzu oft zur Verschwendung neigen und streiten
über Ärmlichkeiten, bringen einander um.
Grün ist die Farbe der Hoffnung,
sprichwörtlich: Warum?
Die Zwiebel auf dem Boden hatte ich in einem Blumentopf
und sie aus selbigem zu Studienzwecken gezogen.
Ihre Wurzeln wusch ich mit Sorgfalt.
Ich zog mir das letzte Hemd
und ihr die oberste Schale aus.
Gut ein paar Stunden lag ich so mit ihr allein
in einem leeren Raum.
Wie groß doch kleine Dinge werden,
liegt man ihnen zu eben.
Wie viel wir doch gemeinsam haben,
wo wir so verschieden leben,
ging mir in Gedanken um.
Zum wievielten Male vergessen,
zu viel und mit Blähungen im Bauch am Tisch gesessen?
Zum wievielten Male vermessen geprasst,
bis keine der Hosen mehr passt?
Wir schlemmen und leben im Überfluss
und nennen und kennen ihn nicht,
den Verdruss.
Einzig uns wichtig ist nur der Genuss.
Von heute auf Morgen ist damit Schluss.
Je mehr Energie gewechselt wird,
je schneller bewegt sich die Zeit.
Wer länger bleiben will auf Erden,
der befreit sich dieser Lust
und wird der Zwiebel ähnlich werden,
die mit ihren Kräften geizt,
bis sie prachtvoll reizt.
Fast schlief ich ein,
fast lief ich ganz allein und schien es auch zu sein.
Bis mir ihr Atem wieder in die Glieder kroch,
es wunderbar nach Tulpen roch
und mir der kalte Boden,
auf dem ich lag,
viel härter schien,
als er gewesen sein mag.
Es war ein schöner Traum,
ganz anders, als der leere Raum es peripher versprach.
Ich danke „wem auch immer“,
dass ich nicht allein gewesen,
während dieser Zeit im Zimmer,
da ich auf dem Boden,
gegenüber wieder einer Zwiebel lag.

Beitrag vom 29 September, 2007 (23:02) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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