Chicken Soup. Notes from Bottom

12 September, 2009 (19:24) | | suppenküche | Kommentieren

You can say the Jesus Prayer from now till doomsday, but if you don’t realize that the only thing that counts in the religious life is detachment, I don’t see how you’ll ever even move an inch.

When speaking of detachment, desirelessness. or the „cessation from all hankerings“, there we are, right in the middle: The very first book that once sparked me for spirituality, is Salinger’s novel about Franny and Zooey, the two youngest members of a jewish-irish family from New York city. The following synopsis, which includes two quotes, might tell you of what is figured to religion in this modern „Zen tale“.

Franny is an undergraduate and actress, who is depicted reading the book: The Way of a Pilgrim, which contributes to an emotional breakdown. Zooey, her brother, five years older than Franny, is an actor too.
He visits Franny’s in her room and they talk about her dreams, the religion seminar professor that hates her, and acting. Franny shows him the pilgrim book, which tells how a Russian wanderer learns to take the prayer to a point where it becomes unconscious, almost like a heartbeat, ultimately leading to spiritual enlightenment.

But Zooey totally questions that reciting of a prayer and leaves the room.
… if it’s the religious life you want, you ought to know right now that you’re missing out on every single goddam religious action that’s going on around this house. You don’t even have sense enough to drink when somebody brings you a cup of consecrated chicken soup– […] Even if you went out and searched the whole world for a master –some guru, some holy man–to tell you how to say your Jesus Prayer properly, what good would it do you?

A little later Zooey calls Franny by phone, they continue to talk, and remembering the Fat Lady in their audiences, he shares with Franny some words of wisdom that their eldest brother, Seymour, once gave him:

The only thing you can do now, the only religious thing you can do, is act. […] I don’t care where an actor acts. It can be in summer stock, it can be over a radio, it can be over television, it can be in a goddam Broadway theatre, complete with the most fashionable, most well-fed, most sunburned-looking audience you can imagine. But I’ll tell you a terrible secret– Are you listening to me? There isn’t anyone out there who isn’t Seymour’s Fat Lady. That includes your Professor Tupper, buddy. And all his goddam cousins by the dozens. There isn’t anyone anywhere that isn’t Seymour’s Fat Lady. Don’t you know that? Don’t you know that goddam secret yet? And don’t you know–listen to me, now–don’t you know who that Fat Lady really is? . . . Ah, buddy. Ah, buddy. It’s Christ Himself. Christ Himself, buddy.

(C) Kathrin Drescher, (aus: „Notes from Bottom“ vom 22.12.2008)

Beitrag vom 12 September, 2009 (19:24) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Flirt without words“ – Die Weltsprache des Flirtens

30 August, 2008 (12:34) | | herz & lenden | Kommentieren

Sonne scheint. August. Friedliches Marktgewühl in Ulm. Und doch trügt diese oberflächliche Idylle. Wie viele Singles sind hier wohl unterwegs? Gefrustet mit „Was mach ich nur am Wochenende?“ – Selbstgesprächen.
Ich konnte es nicht mehr hören. Vor drei Tagen hat er (einer von vielen) in der Fußgängerzone diese Frau gesehen. Sie muss Seen statt Augen gehabt haben. In einem davon ist sein Bewusstsein ertrunken. Er spricht nur von ihr. Es geht mir auf den Senkel. Wiedersehen mit ihr Fehlanzeige. Verpasste Gelegenheit. Nur ein Nein von ihr kann ihn heilen und meine Gelassenheit wiederherstellen. Unwahrscheinlich. Es muss etwas her, damit so etwas nicht mehr passiert. Ich dulde nur noch glückliche Menschen in meiner Umgebung, sage ich mir. Zumindest solche, die sich nicht selbst unglücklich machen.

Es muss doch so etwas wie eine Weltsprache des Flirts geben. Sprachübergreifend, Ländergrenzen kappend. So ewas wie „Erkenntnis jetzt“ ohne Grübeleien. Will sie mich: gut. Will sie mich nicht: gut für die Nächste. Make love – not too many words. Und schon fühle ich mich der Lösung ein Stück näher.

Was tat man im Neandertal? Schrie da Papi nicht: „Stell schon mal die Astgabel auf“ (übersetzt auf heutige Verhältnisse: „Wirf den Grill an“), wenn er Beute (Schweinekotletts) nach Hause brachte? Nein! Kardinalfehler. Zu viele Raubtiere in der Gegend. Es musste leise zugehen. Sozusagen die kurbelnde Bewegung mit der rechten Hand (gleich wird gegrillt), sobald man in Sichtweite kam. Zeichensprache. Das ist es. Die Nachbarschaft (in unserem Fall: mögliche Konkurrenten) muss ja nicht alles mitbekommen.

Zeichensprache klingt gut. Einfach und schnell erlernbar muss es sein. Wichtigste Grundbegriffe für den Weg vom ersten Augenkontakt bis ins Hotel oder das nächste Cafe lernbar in zwei Minuten.

Was sind denn nun die wichtigsten Kurzmitteilungen zwischen Mann und Frau?
Interesse bekunden! Ich stelle es mir bildhaft vor. Du. Fußgängerzone anywhere in the world. Die angenommene Traumfrau und Mutter deiner zukünftigen Kinder kommt auf dich zu. Du bist wie vom Blitz getroffen. Unfähig zu jeder sprachlichen, kommunikativen Handlung. Und da! Rechtzeitig zum kurzen Augenkontakt zupfst du mit der rechten Hand am (eigenen natürlich) Kleidungsstück in Höhe des Bauchnabels. Wird sie auch Interesse haben wird sie das Gleiche tun. Falls nicht: Beide Falter flattern zur nächsten Blume, äh Gelegenheit.

Der Rest ist Geschichte:

Zu mir! – Rechte Hand zur Faust ballen.
Zögere noch! – Sich am Kopf kratzen.
Trau Dich! – Arme verschränken.
Gehen wir einen Kaffee trinken! – Mit der Zunge die Lippen befeuchten.
O.k. – Sich kurz ans Kinn fassen.
Ins Hotel! – Nach oben schauen.
Ins Auto! – Nach unten schauen.
Nein! – Ein strahlendes Lächeln. (Dank dafür, dass du Interesse bekundet hast, ist ja immerhin so etwas wie ein Kompliment für die Frau)

P.S. Die Gestik für Fortgeschrittene gibt es natürlich wie immer nur bei mir per Email und gegen Schutzgebühr (1 Euro)

Beitrag vom 30 August, 2008 (12:34) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kein Reim

29 August, 2008 (13:04) | | tage-bau, terrere est humanum? | Kommentieren

Ich weiß nicht,
Was soll das
Bedeuten:

Mir ist
Mein Reim abhanden gekommen
Und zwar gänzlich

Den aufs Leben
Mein ich
Nicht den
Der am Ende
Von Zeilen diese schließt
Und zu Versen macht

Einen Vers drauf machen
Würd ich mir gern
Auch ohne Reim

Doch die Worte stehn
Im Weg und
Die Wörter wolln
Nicht fließen
Übers Geröll des letzten
Hagelsturms

Dafür ziehn die Nächte
Sich wie Kaugummi
Und die Tage stürzen sich
Ins Unglück

Ich steh dabei
Als Rumpf
Kopf-
Los vis-a-vis
Sing falsch dazu:

Ich weiß nicht was
Soll
Das be-
Deuten

Beitrag vom 29 August, 2008 (13:04) | Autor: Walther | Rubrik: tage-bau, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


An die Machthaber dieser Spiele

25 August, 2008 (20:59) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Verwandeln will ich alle tiefen Narben,
Von denen, die zu früh gegangen sind;
Von denen, die im Schmerz gefangen sind;
Gefallen sind in dieser Kriege Garben;

Die an dem Galgenbaum gehangen sind;
Die kämpften für gerechte, gute Farben;
Für die, die Feuertode brennend starben;
Die in den Kerkern schon vergangen sind.

Verhandeln will ich gegen die Kanaillen,
Die, strassbetresst, mit goldenen Medaillen,
Vermeinen, dass die dumme Menschheit schweigt;

Ich sende ihnen freundlichst meine Furien;
Ich schicke ihnen Bosheit und Injurien;
Ich baue gern den Pranger, der sie zeigt.

Beitrag vom 25 August, 2008 (20:59) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Recht gehabt

12 August, 2008 (21:26) | | tage-bau, terrere est humanum? | Kommentieren

Es presst sich schmerzhaft ein Gedanke frei
Und an die Luft so wie mit letzten Wehen;
Es will die blanke Angst nicht schnell vergehen;
Und alles quirlt sich auf zu einem Brei,

Der ihn umgibt: Es ist nicht zu verstehen,
Und wär es das, es wäre Einerlei,
Es ist zu Ende, Schluss, aus und vorbei.
Und er muss trauernd seiner Wege gehen,

Hinaus ins Unbekannte. Einsamkeit:
Sie ist des Zornes und des Wütens Währung,
Ein Preis, den der zu zahlen ist bereit,

Wenn er erzwingt die allerletzte Klärung,
Wo keine Wahrheit ist und nichts als Streit:
Nur die Erinnerung bleibt ihm als Zehrung.

Beitrag vom 12 August, 2008 (21:26) | Autor: Walther | Rubrik: tage-bau, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Zeilenfresser

10 November, 2006 (09:25) | | goldener schnitt | Kommentieren

Es fragt sich selbst die Welt nach ihrem Grund,
Wenn Greife schreiend durch die Winde jagen.
Es fragt sich der die Frage aller Fragen,
Der Verse reimt so schwer zu später Stund.

Ins Wort gegossen scheinen schön die Klagen,
Es laufen Metrum, Sprache, Endung rund.
Dem Leser wird das Klagen bald zu bunt:
Der Text will nicht den Durchschnitt überragen.

Doch spät am Abend reimt sich einfach besser,
Wenn man die Trauer und den Schmerz besingt.
Die Analyse schneidet scharf wie Messer,

Der harte Tonfall wie gehämmert klingt.
Der Rest, er dient doch nur als Zeilenfresser,
Der diesen Vers zum letzten Reim bezwingt.

Beitrag vom 10 November, 2006 (09:25) | Autor: adminxx1 | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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