Die Finger

19 November, 2006 (00:43) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Die Finger klickend über Tasten eilen
Und schreiben müde sich an diesem Tag.
Sie wissen nicht, was morgen kommen mag,
Sie wissen nur, sie werden nicht verweilen.

Die Lettern reihen sich wie Schlag auf Schlag
Und bilden schließlich ihre vierzehn Zeilen,
Indem sies Blatt in weiß und schwarz aufteilen,
In diese Form, die schon in ihnen lag.

Sie fließen aus der Hand in die Datei,
Als gelte es, sich selber neu zu schaffen;
Dort bilden sie die Verse nebenbei

Und lassen auch drei Streifenlücken klaffen:
Sie machen Platz für die Gedanken frei,
Die die vier Strophen textlich logisch raffen.

Beitrag vom 19 November, 2006 (00:43) | Autor: adminxx1 | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Zeilenfresser

10 November, 2006 (09:25) | | goldener schnitt | Kommentieren

Es fragt sich selbst die Welt nach ihrem Grund,
Wenn Greife schreiend durch die Winde jagen.
Es fragt sich der die Frage aller Fragen,
Der Verse reimt so schwer zu später Stund.

Ins Wort gegossen scheinen schön die Klagen,
Es laufen Metrum, Sprache, Endung rund.
Dem Leser wird das Klagen bald zu bunt:
Der Text will nicht den Durchschnitt überragen.

Doch spät am Abend reimt sich einfach besser,
Wenn man die Trauer und den Schmerz besingt.
Die Analyse schneidet scharf wie Messer,

Der harte Tonfall wie gehämmert klingt.
Der Rest, er dient doch nur als Zeilenfresser,
Der diesen Vers zum letzten Reim bezwingt.

Beitrag vom 10 November, 2006 (09:25) | Autor: adminxx1 | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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