November Rose

22 November, 2008 (20:13) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Der Schnee, gefallen, liegt so müd am Boden.
Der Himmel sieht ganz blass aus und versaut.
Und draußen ist nur der, dem vor nichts graut.
Die Küche riecht nach Zimt und Renekloden.

An Brücken in die Hoffnung wird gebaut.
Zu jammern ist jetzt prinzipiell verboten.
Es gilt die Seelentiefen auszuloten,
Und niemand hat gern nur in sich geschaut.

Die Bäume, Büsche, strecken sich zur Decke,
Dort ballen sich schon Wolken ziemlich schwer.
Die Zeit verwandelt sich in eine Schnecke.

Dort, wo die Geigen hingen, hängt nichts mehr:
Die Rose will, dass man sie schnell verstecke;
Sie friert, ihr Blütenherz ist kalt und leer.

Beitrag vom 22 November, 2008 (20:13) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Novembernacht

30 November, 2007 (18:48) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Eine Nacht im November,
kalt und diesig.
Wir gingen am Ufer des Flusses entlang.
Wir wärmten einander
und fanden diese kalte, diesig verhangene Novembernacht schrecklich.
Schrecklich schön.
Die Ruhe war zum Greifen und spürbar nah.
Es war düster und das Wasser bewegte sich gespenstisch,
reflektierte hier und da etwas Licht.
Nicht vom Mond,
es gab nämlich keinen, glaub ich zu wissen.
Jedoch,
ich habe schon früher Fehler gemacht.
Im Erinnern
bin ich manchmal schwach.
Und will man dem Kalender glauben,
dann stand der Himmel voll von Mond.
Obwohl ich schwören könnte,
bei allem was mir lieb und teuer,
dass es in jener Nacht nichts gab, was Luna war.

Manchmal.
Ich
– das Knacken und Knistern unter meinen Füßen –
spüre noch immer die ängstliche Erwartung,
starr vor Schreck,
bevor das Eis brach.
Wir standen dicht zusammen.
Dein Anorak
so schick und dick, mit einer Kordel hübsch verschnürt,
so eng beieinander,
jeweils vom Anderen berührt.
Wie war uns beiden warm,
so innig Arm in Arm,
in dieser kalten Novembernacht,
die noch viel kälter werden sollte,
da die Wellen nicht mehr trugen
und das Eis am Rande des Flusses brach.
Und ach,
was dachte ich darüber nach,
wie es dazu kam,
dass wir vom echten Weg gekommen
und einen solchen Kurs genommen hatten.
Konnte jedoch bei bestem Willen nicht erklären,
wie es zu diesem schweren Irrtum kam.
Erst war es nur ein Schreck gewesen.
Unter uns der Boden weg.
Das Wasser stach nicht gleich gemein,
es ließ uns erst einmal herein
und untertauchen.
Mehr verletzte mich das Eis,
welches scharfe Kanten hatte und tiefe Furchen riss.
Gott Glück bliebst du in einer Rinne stecken
und hieltst uns beide fest.
Durch heftiges Strampeln wurde die Situation auch nicht besser,
aber besser noch,
als sich dem ergeben.
Denn stillzuhalten,
wäre dem Leben entgegen gewesen.
Und wer weiß das schon.
Vielleicht war eine der wirren Bewegungen die, die uns rettete?
Ähnlich einem Tick,
der unbewusst doch kontrolliert Patienten schüttelt,
ohne sie ernsthaft zu verletzen.
Wie schnell ein Mensch im kalten Wasser auskühlt,
ging mir durch den Kopf.
Wie es die Wärme ins Innere zieht,
aus den Füßen,
aus den Händen heraus,
nur noch Kopf und Brust sind warm,
bis hin das Herz immer langsamer schlägt
und sich schon bald darauf zur Ruhe legt.
Aber in Wirklichkeit,
so fand ich das,
hatten wir genügend Zeit.
Mit Leichtigkeit
entkamen wir und was mir noch zu sagen bleibt.
Herr, ich danke dir.

Beitrag vom 30 November, 2007 (18:48) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


November Rose

18 November, 2007 (19:18) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Ich sitze hier, erkenne: Meine Rose,
Am dünnen Zweig im Kalten, das bist Du.
Im Innern Dich betrachtend, immerzu
Dies Lächeln um die Lippen, Haare lose:

Ich sitze hier und schmunzele im Nu.
Wenn ich Dich in Gedanken zärtlich kose,
Mit Dir um Baum und Strauch wie Kinder tose,
Ist in der Wildheit Alles wie in Ruh.

Ich sitze, sehe Dich in diesem Bild,
Als wärst Du nah und nicht in einer Ferne.
Es ist die Rose, die die Sehnsucht stillt

Und macht. Sie duftet, und sie sticht mich gerne:
Die Träne wie das Herzblut leise quillt,
Als ich die Liebe durch mein Staunen lerne.

Beitrag vom 18 November, 2007 (19:18) | Autor: Walther | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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