Geliebt!

1 März, 2013 (13:20) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Er kannte K. gar nicht.
Die Frau war nicht wahr, nicht von dieser Welt.
Klar gefällt das einem Mann,
er kann gar nicht anders, an nichts anderes denken.
Blaue Augen und braunes Haar
und starr vor staunender Erwartung,
wenn sie wunderbar ihren Blick auf ihn richtet.
Sie baute Luftschlösser
bloß durch eine Geste
und die war nicht einmal echt gewesen.
Nur eine Frage der Interpretation,
die schon durch die wage Vermutung einer möglichen,
wenn auch gottgehauchten,
Zukunft das Hirn und Herz
in ihrem schmelzenden Schmerz berührte.

Er schrieb K. gar nicht.
Die Frau schrieb ihm wahr, nicht von dieser Welt.
Klar gefällt das einem Mann,
er kann gar nicht anders, an nichts anderes denken.
Blaue Augen und braunes Haar
und starr vor staunender Erwartung,
wenn sie wunderbar ihren Blick auf ihn richtet.
Sie baute Luftschlösser
bloß durch eine Geste
und die war nicht einmal echt gewesen.
Nur eine Frage der Interpretation,
die schon durch die wage Vermutung einer möglichen,
wenn auch gottgehauchten,
Zukunft das Hirn und Herz
in ihrem schmelzenden Schmerz berührte.

Sie schrieb Karten,
ohne Inhalt,
zu feierlichen Anlässen
und „vielseitige“ Briefe von Hand mit roter Tinte.
Und immer das Versprechen, sie sähen sich wieder
und bestimmt,
aber dafür hatte es wohl wahr nie gereicht.
Wollte sie ihn schützen?
Als er in ihre Straße ziehen wollte, sollte sie ihm abraten.
So ernst hatte er sie zuvor noch nie gesehen.
»Wohnen? Kannst du doch nicht hier!«
Was das rechte Milieu mit jemandem wie ihm machen würde,
wusste sie genau,
als Frau, nicht wahr von dieser Welt.
Ihre Liebe schütze
sein „linkspunkpochendes“ Herz.

Und ist das alles auch schon lange her,
er erhielt noch eine Weile inhaltslose Karten,
in denen bloß ihre Initialen standen,
gibt es noch heute Momente,
in denen er ihr so sehr dankbar ist
und sich stolz und traurig fühlt,
einer solchen Liebe begegnet zu sein,
dass sein Wesen nun sucht nach wirklich Wichtigem im Leben.
Denn er hatte gesehen,
was möglich war
und er schüttelt gedanklich oft den Kopf über das,
was ihm als billiger Ersatz
tagtäglich geboten wird.
Aber er lächelt innerlich
und ist mitfühlend
und froh,
so gesegnet zu sein.

Beitrag vom 1 März, 2013 (13:20) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Vorbei

4 März, 2012 (11:44) | | tage-bau | Kommentieren

Vorbei – Ausszug aus dem Buch „Drachenseele“

In seinem Kopf hämmerte ein pochender Schmerz, genau hinter der Stirn. Ein ungewohnter Geruch stieg ihm in die Nase. Marcus bewegte seine Finger, seine Hand. Seine Glieder fühlten sich steif an. Kein Wunder, so kalt wie ihm war. Deckte man ihn nicht mehr zu? Ihm fiel auf, wie deutlich seine Gedanken heute waren. Er blinzelte, grelles Licht schmerzte in seinen Augen, verschlimmerte seinen Kopfschmerz. Hoffentlich kam das Licht nicht von einer OP-Lampe. Kopfschmerzen? Verdammt! Jetzt musste er der Wahrheit ins Auge blicken. Erneut schlug er die Lider auf. Die Helligkeit blendete ihn anfangs sehr. Einige Momente benötigte er, bis er Konturen einer Tür mit Spiegelfliesen darauf erfasste. Da er auf dem Bauch lag, hob er seinen Kopf, um sich ein besseres Bild verschaffen zu können. Der Anblick erinnerte ihn an seine Badezimmertür, in der sich die Sonne spiegelte. Aber das war unmöglich.
Aber nein!
Er befand sich in seiner Wohnung, in der es immer noch nach Farbe roch. Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Hatte er das alles nur geträumt oder träumte er in diesem Atemzug? Wie versteinert verharrte er einen Moment, bis er sich aufrichtete. Dabei spürte er viele kleine Stiche in seinem Bauch, in seiner Brust, ja eigentlich am ganzen Körper. Wie er langsam an sich herunter schaute, durchfuhr ihn ein Ruck. Er lag mitten in einem breit verteilten Haufen Glasscherben. Manche Scherben steckten noch in seiner Haut. Er war nackt! Kein Krankenhaushemdchen, keine Unterhose. Er schwenkte seinen Blick auf das Wohnzimmerfenster hinter sich. Die Scheibe war zerbrochen. Für den Augenblick hielt er den Atem an. Es sah beinah so aus, als sei er durch die Scheibe gekommen und lag nun auf den Scherben. Eine merkwürdige Vorstellung, ohne Bekleidung Fensterscheiben zu durchbrechen. In Wirklichkeit lag er bestimmt noch immer bei Dr. Schneider und diese Situation gehörte zu einer Halluzination.
Nein!
Seine Gedanken, seine Empfindungen waren zu klar, zu deutlich. Angestrengt begann er nachzudenken, wie er nach Hause, in seine Wohnung gelangt sein könnte.
Ihm fiel es nicht ein. Claras Besuch, daran erinnerte er sich noch, an seinen Versuch zu sprechen. Nachdenklich griff er sich an seinen Brummschädel. Beim besten Willen fand er keine Erklärung für diese Situation. Der erneute Blick zum kaputten Fenster, dann wieder an sich herunter, brachte ihn auf keine vernünftige Idee. Sollte er wirklich nackt von der Straße in den ersten Stock durch die Fensterscheibe gesprungen sein?
Das war Unsinn!
Sein Verstand funktionierte nicht, oder doch? Unter Drogen soll man ja die merkwürdigsten Dinge tun. Marcus beschloss seinen wachen Zustand zu genießen und begann sich von den Glassplittern zu befreien. Manche Schnitte bluteten nicht, andere umso mehr. Pflaster oder Verbandsmaterial besaß er nicht. Aber so gespickt, wie er aussah, sollte er ohnehin nicht auf die Straße gehen. Im Badezimmer blickte er lange in den Spiegel. An der linken Schläfe, sogar auf dem rechten Wangenknochen klaffte die Haut ein Stück auseinander, das Blut rann in einem Rinnsal herunter. Hundert Fragen fielen wie ein Vorhang auf ihn herab, welcher Tag heute war, ob Clara noch im Krankenhaus war, vor allem aber, was mit ihm passierte. Über Tumore und hochgradig ansteckende Erreger dachte er besser nicht nach. Doch auch dafür musste er eine Lösung finden. Plötzlich steckte jemand von draußen den Schlüssel in die Wohnungstür. Marcus schnappte sich schnell ein Handtuch, um es um die Hüfte zu schlingen, da er keine andere Bekleidungsmöglichkeit griffbereit hatte. Es konnte ja eigentlich nur Clara sein.
„Ach du heiliger Strohsack!“, rief Nicole beim Hereinkommen. Sie ging auf die Glasscherben im Wohnzimmer zu. Wie sie auf das zerbrochene Fenster schaute, schüttelte sie den Kopf. Dann entdeckte sie Blutsspuren und folgte ihnen mit ihrem Blick, bis sie Marcus im Badezimmer stehen sah. Wie durch einen starken Stromschlag verursacht, zuckte sie zusammen, dabei atmete sie geräuschvoll ein, sogar ihr Unterkiefer fiel mit jedem Atemzug weiter nach unten. Eine gefühlte Ewigkeit verging, in denen die beiden sich bewegungslos anstarrten. Marcus wusste nicht, was sich zugetragen hatte und wie er das Nicole oder überhaupt jemandem erklären sollte. Clara! Warum war sie nicht hier? Diese Situation war zu blöd, er musste sie beenden.
„Wieso hast du meinen Wohnungsschlüssel?“
Langsam machte Nicole ihren Mund zu, schien Marcus Gesicht zu studieren, als würde sie darin etwas suchen.
„Wenn du schon mal hier bist, wärest du so nett, mir zu helfen? Ich besitze nicht mal ein Pflaster und ich könnte ein paar davon gebrauchen.“ Er schaute kurz an sich herunter, sah dann Nicole wieder an. „Und bevor du von mir wissen willst, was passiert ist – ich weiß es nicht. Ehrlich, ich habe keine Ahnung.“
„Marcus?“, flüsterte sie und es klang nach einer Frage. Jetzt kam sie auf ihn zu, langsam. Vorsichtig berührten ihre Finger seine Schulter und fuhren über seine Brust. Sie blinzelte dabei. Ihr Blick heftete sich in sein Gesicht. „Ich … ich verstehe nicht.“
„Dann sind wir schon zwei.“ Marcus bemerkte, wie auffallend verstört sie wirkte, beinah, als habe sie einen Geist gesehen.
„Ich war im Krankenhaus und …“, doch Marcus wurde unterbrochen.
„Ich weiß, ich war doch dort, hab dich sogar besucht.“
Na großartig und er hatte mal wieder nichts mitbekommen, schlimmer noch, unter diesen Medikamenten war er bestimmt ein abstoßender Anblick für sie gewesen. „Du … du hast mich besucht, aber warum?“ Clara, sie hatte es ihr erzählt.
„Ich stand auf der Personenliste, mit denen du Kontakt hattest. Du hast die Namen doch selbst aufgeschrieben.“
Natürlich, die Liste! Nicole musste sich ebenfalls untersuchen lassen.
„Wie lange ist das her?“ Marcus rieb sich die Stirn, sein Zeitgefühl war etwas durcheinander geraten.
„Das war Freitagabend. Ich war mit Clara zusammen zur Beobachtung. Ab Sonntag durfte ich dich dann besuchen. Es wäre wohl falscher Alarm gewesen.“
„Und welchen Tag haben wir heute?“ Diese Frage klang ziemlich blöd.
„Mittwoch?“ Sie schüttelte erneut den Kopf. „Ich verstehe nicht warum du hier bist? Clara hat gesagt du … “
Oh nein! Nur nicht das Thema wieder. „Weißt du, die haben mich mit Psychopharmaka vollgestopft. Das ist so was von Scheiße! Man ist so dermaßen zugenebelt, man bekommt überhaupt nichts mit.“ Er wischte sich das Blut von der Stirn, was gerade im Begriff war sein Augenlid zu erreichen.
Nicole schien sich gefasst zu haben, denn sie ergriff sein Handgelenk. „Komm mit rüber. Ich versorge das.“

Als angehende Tierärztin verfügte Nicole über ein breites Sortiment an Verbandsmaterial und Wundsalben. Während sie sorgfältig die größeren Schnittwunden versorgte, erzählte Marcus von seinem ersten Krankenhausbesuch, von seiner Entscheidung keine Therapie durchführen zu lassen. Einzelheiten, sowie seinen Verdacht gegen Dr. Schneider ließ er weg. Nicole hörte zu, sah hin und wieder in sein Gesicht, sagte aber nichts. Erst als sie am Handtuch ankam und es runter ziehen wollte, hielt Marcus ihre Hände fest.
„Sei nicht albern, ich habe einen Bruder. Es sieht nicht danach aus, als würden die Glassplitter einen Teil deines Körpers ausgelassen haben.“ Sie lächelte kurz. Marcus genierte sich. In ihren Händen könnte etwas passieren, was er nicht mehr zu kontrollieren vermochte.
„Ich werde vorsichtig sein, versprochen. Es muss dir wirklich nicht unangenehm sein, egal was passiert.“ Ihre Augen erschienen Marcus in diesem Augenblick so warm und herzlich. Auch bildeten sich diese Grübchen in ihren Mundwinkeln, dass er ihr unmöglich widersprechen konnte. „Runter mit dem Handtuch!“
Marcus ließ sie gewähren. Sie breitete das Handtuch auseinander. Dann grinste sie. „Dachte ich’s mir doch. Der Schnitt an der Leiste ist nicht lang, aber tief.“ Danach nahm sie sich sein Glied vor. Sehr vorsichtig verarztete sie die Verletzung nahe bei der Eichel. Ein merkwürdiges Gefühl war das. Einerseits das Brennen des Desinfektionsmittels, anderseits regten sich hunderttausend Nervenenden in seinem Körper.
„Und du hast wirklich keine Ahnung, wie das passiert ist? Ich meine, wie bist du mit dem Einbrecher fertig geworden?!“ Nicole sah ihm kurz ins Gesicht. Marcus schüttelte den Kopf. Die Idee mit einem Einbrecher war ihm noch gar nicht gekommen.

Beitrag vom 4 März, 2012 (11:44) | Autor: Angela Planert | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis (3)

30 Januar, 2011 (15:21) | | terrere est humanum? | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 30 Januar, 2011 (15:21) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Geschützt: Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis (1)

25 Januar, 2011 (20:52) | | terrere est humanum? | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 25 Januar, 2011 (20:52) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Ich denk an Dich

18 Februar, 2010 (09:15) | | herz & lenden | 6 Kommentare

Schon lange bist du fort und noch
immer frag ich mich warum?

Gegangen bist du, ohne dich zu verabschieden.
hast einen Weg gewählt, den ich nicht begreifen kann.

Immer wieder bist du da, in meinen Gedanken,
lässt mich nicht los, lässt mich nicht gehen.

In meinem Herzen, solange es schlägt
wird dieser Platz der Deine sein.

Ich denk an Dich.

Beitrag vom 18 Februar, 2010 (09:15) | Autor: Angela Planert | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (6) Kommentare


November Rose

18 November, 2007 (19:18) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Ich sitze hier, erkenne: Meine Rose,
Am dünnen Zweig im Kalten, das bist Du.
Im Innern Dich betrachtend, immerzu
Dies Lächeln um die Lippen, Haare lose:

Ich sitze hier und schmunzele im Nu.
Wenn ich Dich in Gedanken zärtlich kose,
Mit Dir um Baum und Strauch wie Kinder tose,
Ist in der Wildheit Alles wie in Ruh.

Ich sitze, sehe Dich in diesem Bild,
Als wärst Du nah und nicht in einer Ferne.
Es ist die Rose, die die Sehnsucht stillt

Und macht. Sie duftet, und sie sticht mich gerne:
Die Träne wie das Herzblut leise quillt,
Als ich die Liebe durch mein Staunen lerne.

Beitrag vom 18 November, 2007 (19:18) | Autor: Walther | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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