Man sollte speien

15 November, 2016 (14:03) | | alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Kommentieren

Man sollte speien viel mehr sollt man kotzen
die lippen wund genetzt mit magen saft
denn sterben ist nicht ehrbar sagen haft
man möchte dabei viel mehr hirn schleim rotzen

Wenn in der stirne eine scharte klafft
& fliegen schwärme in den kugel fotzen
& augen sitzen die nur leblos glotzen
verrecken wäre nichts als sippen haft

Gespräche führn wir laufend in palästen
es klingen silber löffel teller tassen
die all die essens schätze mund fein fassen

Wenn an Aleppos telegraphen ästen
nur blut verschmierte graue fahnen hängen
& kinder hungernd sich durch gassen zwängen

Beitrag vom 15 November, 2016 (14:03) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis (4)

2 Februar, 2011 (10:01) | | terrere est humanum? | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 2 Februar, 2011 (10:01) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis

9 Januar, 2011 (02:58) | | terrere est humanum? | Kommentieren

– lektoriert von der Literatur-Agentur Axel Poldner, Berlin –

Die Gnade der Geburt

Ich lebe in der westlichen Welt und heute. Schon oft habe ich an die Gnade meiner Geburt gedacht. Was wäre, wenn ich in einem der Armenhäuser Afrikas geboren worden wäre? Was wäre, wenn ich nicht heute leben würde, sondern einige Jahrhunderte früher? Im dunklen Mittelalter etwa, als die Menschen unter der Pest litten? Oder in der Zukunft mit allen Auswirkungen des Handelns vorangegangener Generationen.
Was wäre, wennâ?¦ Solche Gedankenspiele erinnern mich immer wieder daran, dass ich in einer Zeit des Friedens leben darf und auch, dass alles, was heute selbstverständlich scheint, eine Errungenschaft ist, die wir den Generationen vor uns verdanken. Dass ich täglich genug zu essen habe und einen medizinischen Rundumschutz genieße. Dass ich des Nachts ohne Angst durch die Städte spazieren kann, wenn ich will. Dass ich Fehler machen darf und Zeit habe, daraus zu lernen, ohne dass es mich die Freiheit oder gar das Leben kostet.

Schmerz war ein guter Denkanstoß

Vor einigen Tagen habe ich abends eine Fernsehsendung gesehen. Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 1967. Ich war sofort interessiert. Wohl auch, weil ich in diesem Jahr geboren wurde. Es ging um den Sechstagekrieg zwischen Israel und einigen arabischen Staaten. Ich dachte nur: „Ach, so lange währt der Konflikt dort unten schon?“, und schmierte mir ein Butterbrot.
Einige Tage später schlug ich mir heftig das Knie an und schrie auf. Der eigene Schmerz tut immer am meisten weh. Dabei ging mir durch den Kopf: Was wäre, wenn ich Jahrzehnte diesen Schmerz tagtäglich erleiden müsste? Und wie viel Leid müssen Menschen wohl um sich und andere im Krieg ertragen?
Weitere zwei Tage später fiel mir plötzlich auf, dass zwischen Israel und den Palästinensern tatsächlich seit Jahrzehnten ein Konflikt schwelt, immer wieder ausbricht, von Waffenstillständen und Friedensverhandlungen vorübergehend beruhigt wird und erneut ausbricht.
Augenblicklich spürte ich eine heftige Abneigung, mich weiter mit diesem Thema auseinander zu setzen. Wie viele Staaten haben schon ihre Gesandten geschickt? Wie oft glaubte man an einen Erfolg und Frieden, nur um dann miterleben zu müssen, dass der Konflikt weiter eskalierte?
Und wer hat denn nun Recht? Wem soll Recht gegeben werden? Oder muss man abwarten, wer mit dem Recht des Stärkeren die Bedingungen diktiert?
Ich bin es leid, weiter in den Nachrichten von Selbstmordanschlägen und Raketen und dem damit verbundenen Leid zu hören.

Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Ich stelle mir vor, dass, solange es Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen und Religionen gibt, dieser Konfliktvirus immer und überall auf der Welt weitergetragen wird und damit jede Friedenszeit zur bloßen Übergangszeit zwischen Kriegen degradiert. Doch wer hat es in der Hand, zwischen den Israelis und den Palästinensern zu schlichten? Wohl nur sie selbst.
Zwei Eisblöcke veranschaulichen für mich das Verhältnis von Israelis zu Palästinensern. Beide glauben, nicht friedlich nebeneinander existieren zu können. So werden sie sich weiter aneinander reiben, bis sie schließlich zerbrechen. Starre Positionen bedeuten Konfrontation. Und Konfrontation bedeutet menschliches Leid. Also lasst uns das Eis schmelzen!
Auf beiden Seiten befinden sich Menschen, Kinder, Frauen und Männer. Also beschließe ich, jedem Familienteil zu schreiben. Insgesamt also sechs Briefe. Ich spreche ihre Sprache nicht. Aber die Sprache, in der ich schreibe, versteht jedes Kind und jede Mutter und jeder Vater. So beginne ich meinen ersten Brief an die Mütter der Israelis unter dem Titel:

Oh, Ihr Mütter der Israelis (1)

Oh, Ihr Mütter der Israelis. Was ist geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.
Ich denke an Euch wie ein Sohn an seine Mutter. Und ich weine und ich bin ich stolz auf Euch und ich bin voll der Sorge und voll der Hoffnung.
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Denkt Ihr ab und zu an Eure Mütter? Und fühlt manchmal, wie sie gefühlt haben müssen? Wie sie sich Gedanken um Euch gemacht haben, von klein auf, über Jahre und Jahrzehnte? Wie Eure Mütter über Euch gewacht haben, wie es nur liebende Mütter können? Und denkt Ihr manchmal daran, wie sie sich um Euch gesorgt haben müssen?
Egal, wie Mütter heißen, egal, welche Hautfarbe oder Religion sie haben oder welche Sprache sie sprechen. Alle Mütter wollen das Beste für Ihre Kinder! Was ist das Beste für Eure Kinder? Das herauszufinden war und ist Eure Aufgabe!
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Ich bin stolz auf Euch. Auf Euren Schultern lastet die ganze Vergangenheit , die Hoffnung und die ganze Zukunft Eures Volkes. Ihr brecht nicht unter dieser Last zusammen wie zuweilen der Ast eines Apfelbaumes unter seinen Früchten. Ihr gleicht vielmehr dem unverrückbaren Bergrücken, der viele Bäume trägt.
Oh, Ihr Mütter Israels, Ihr seid stark. Je mehr Euch das Schicksal auferlegt, je grösser die Last für Euch wird, umso kräftiger seid Ihr. Eure Kraft reicht für Euch, Eure Kinder und deren Kindeskinder bis weit in die Zukunft des Volkes Israel. Eure Männer schauen Euch an und schöpfen Hoffnung für Ihr Tagwerk. Eure Kinder lauschen Euren Worten und lernen täglich von Eurem Beispiel. Ihr seid die Vorbilder ganzer Generationen in Vergangenheit und Zukunft. Eure Töchter eifern Euch nach und warten und freuen sich auf Euer Lob. Eure Söhne versuchen, in Ihren zukünftigen Ehefrauen Eure Liebe und Güte zu entdecken. Wie jeder Mensch sich immer wieder dankbar der wärmenden und Leben spendenden Sonne zuwendet, so seid Ihr der Mittelpunkt Eurer Familien.

Oh, Ihr Mütter der Israelis (2)

Oh, Ihr Mütter Israels. Ich spreche zu Euch, so wie ein Durstiger in der Wüste um Wasser bittet. Ich spreche zu Euch, wie der Bettler am Wegesrand, der ohne eine kleine Gabe vielleicht verhungert, für Euer Mitleid aber ein Leben lang dankbar sein wird. Ich spreche zu Euch, wie Eure Kinder später zu Euch sprechen werden, wenn Ihr meine Worte nicht hört. Ich spreche zu Euch wie ein Sohn zu seiner Mutter.
Wisst Ihr, wie glückliche Kinder aufwachsen, die sich des Abends vor dem Einschlafen keine Sorgen um den nächsten Tag machen müssen? Wisst Ihr, wie glückliche Kinder aufwachsen, die keine Angst haben müssen vor den sorgenvollen Gesprächen der Eltern über Krieg und Hass? Glückliche Kinder, die unbesorgt im Freien spielen und die bei Kondensstreifen am Himmel an Urlaubsflüge denken und nicht an Raketen. Wisst Ihr, wie glückliche Kinder aufwachsen, die sich als Traumberuf für später Arzt oder Model aussuchen und nicht Kampfpilot oder Panzerfahrerin?
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Ich fühle mit Euch wie ein Sohn mit seiner Mutter. Ihr versucht immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Welch schweres Leid ist Eurem Volk über Jahrhunderte hindurch widerfahren. Oh, Ihr Mütter Israels. Eure Vorfahren wurden verfolgt, vertrieben, gedemütigt und ermordet. Es gibt nichts, womit diese Schuld zu tilgen oder zu vergessen wäre.

Oh, Ihr Mütter der Israelis (3)

Es gibt Dinge auf dieser Welt, die kann der Einzelne nicht oder nur schwer beeinflussen. Das Wetter gehört dazu, die Naturgewalten zeigen uns immer wieder, wie klein und abhängig wir sind von der Schöpfung und der Erde. Auf die Umstände, die wir leicht durch unser Verhalten steuern können, sollten wir deshalb umso mehr unsere Aufmerksamkeit richten.
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Schaut Euch die Pflanzen an, schaut Euch die Bäume an. Ist der Boden schlecht, so verdirbt die Ernte. Ist das Wasser schlecht, so verdorrt die Ernte.
Der Boden muss getränkt , muss vorbereitet und gepflügt werden. Oh, Ihr Mütter der Israelis. Ihr gebietet nicht über den Sturm oder den Wind oder die Sonne oder die Wassermassen. Doch düngt Ihr den Boden gut und gebt ihm zu trinken, so wird die Ernte wohl gelingen.

Oh, Ihr Mütter der Israelis. Wenn Ihr Eure Kinder nährt, was gebt Ihr Ihnen mit der Muttermilch? Wenn Eure Kinder Hunger haben, womit füllt Ihr Ihnen den Teller? Wenn Eure Kinder Durst haben, was gebt Ihr Ihnen außer Wasser? Essen und Trinken allein genügen keinem Kind, um aufzuwachsen. Es braucht Fürsorge und Liebe. Erwachsene tun oft so, als wären ihnen diese Dinge nicht mehr wichtig. Das ist falsch, aber keine unheilbare Krankheit.
Oh, Ihr Mütter Israels. Womit füttert Ihr Eure Kinder? Sind es die Tränen der Vergangenheit? Sind es die Sorgen der Gegenwart? Füttert Ihr Eure Kinder mit der Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden?
Oh, Ihr Mütter Israels. Ich rede von Dingen, die Ihr längst selber wisst. Füttert Ihr Eure Kinder mit dem Hass und der Angst, so wird diese Saat im Krieg aufgehen. Füttert Ihr Eure Kinder mit Liebe, Vergebung und Hoffnung, so wird diese Ernte in Frieden aufgehen. Ihr seid fest in Eurer Tradition, in Eurem Glauben, in Euren Familien und damit im Leben verwurzelt. Ihr trotzt allen Widrigkeiten wie der Kaktus in der Wüste der Hitze, der Sonne und den Sandstürmen. Doch anders als der Kaktus, anders als der unverrückbare Bergrücken, seid Ihr von der Schöpfung mit der Gabe der Vernunft, der Gabe der emotionalen Intelligenz ausgestattet.
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Denkt Ihr an die Zukunft Eurer Kinder, so denkt Ihr nicht an die Oase in der Wüste, die von Sandmassen bedroht wird. Denkt Ihr an die Zukunft Eurer Kinder, so seht Ihr sie glücklich in einem Land aufwachsen, dessen Grenzen nicht von Nachbarstaaten bedroht werden. Ein Land, das durch die Liebe seiner Bewohner getragen wird. Ein Land, das für seine Gastfreundschaft gerühmt wird und für seinen Friedenswillen. Ein Land, das sein Brot und sein Wasser mit den Hungernden und Durstigen teilt.

Oh, Ihr Mütter der Israelis (4)

Oh, Ihr Mütter der Israelis. Ich empfinde für Euch wie ich für meine Mutter empfinde. Meine Mutter war eine geduldige Frau. Sie konnte weinen und sie konnte lachen. Sie gab zuerst den Kindern zu essen und nahm dann den Rest. Sie hatte Pläne. Doch sie schenkte ihre Zukunft uns Kindern. Und als die Kinder aus dem Haus waren, als sie mir und meinen Geschwistern Ihre Liebe mitgegeben hatte wie die Bäuerin den Samen im Feld gleichmäßig verteilt, als sie ihre Pläne hätte verwirklichen können, da fällte sie das Leben so wie der Herbststurm manchen alten Baum.
Oh, Ihr Mütter Israels. Schaut auf Eure Kinder. Seht in diese Augen, die Euch vertrauen. So wie Eure Kinder, so vertrauen Euch viele Familien, die verstreut in der ganzen Welt leben. Ihr habt eine Aufgabe. Voller Vertrauen in Euch sehen jüdische Familien aus aller Welt auf Israel. So wie Ihr Euch nach freundlichen, liebenden, gehorsamen und fleißigen Kindern sehnt, so wünschen sich Eure Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt dauerhaften Frieden für Israel. Ihr seid der Schlüssel zum Leben Eurer Kinder, Ihr tragt den Schlüssel zum Frieden in Euch.
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Was soll ich Euch sagen? Ihr wisst um die Lösung aller Konflikte. Ein Streit ist nichts anderes als ein Satz nur mit dem einen Wort „Ich“, unvollendet. Ein Frieden, der mit Waffen erkämpft wurde, ist so viel wert wie ein Verwundeter für die Feldarbeit. Ein Frieden, der erkämpft wurde, sät Hass in die Herzen der Unterlegenen und kommt mit den bewaffneten Kindern der Unterlegenen zurück.
Oh, Ihr Mütter Israels. Mit Geburten kennt Ihr Euch aus. Krieg gebiert keinen dauerhaften Frieden für Eure Nachkommen. Ein Frieden, der auf dem Leid anderer aufbaut, ist so viel wert wie das Leben eines weinenden, zweijährigen Kindes neben seinen erschossenen Eltern.

Oh, Ihr Mütter der Israelis (5)

Oh, Ihr Mütter der Israelis, blickt in die Vergangenheit und schaut Euch in der Gegenwart um und seht in die Zukunft. Ihr seid die Wurzeln Eures Volkes. Ihr entscheidet, welche Pflanzen neben Euch wachsen dürfen. Ihr entscheidet, wer neben Euch wohnen darf. So wie die Bäume des Waldes die Sträucher nicht zu fürchten haben und sie neben sich in ihrem Schatten dulden. Die Mütter Israels dulden die Mütter der Palästinenser neben sich, wenn sie diese nicht zu fürchten haben.

Oh, Ihr Mütter Israels. Meine Gefühle sprechen zu Euch. Ich weiß wenig über Euch. Ich fühle, Ihr seid bereit für den Frieden. Wenn der Hass Menschen in den Selbstmord treibt, brennt der Hass in ihren Angehörigen weiter. Löscht dieses Feuer. Alle Toten haben Mütter. Hört in Euch hinein. Ihr wisst, was zu tun ist.
Oh, Ihr Mütter Israels. Schaut in die Welt. Die Tage der Kriege sind vorbei. Kein Volk möchte durch Angst und Leid gelähmt sein. Sollen weiter Angst und Sorgen Euch, Eure Kinder und deren Kinder leiten? Angst und Sorgen und Hass leiten auch jene, die sich für Eure Feinde halten. Nur der Hunger nach Frieden ist noch grösser als der Hunger nach Vergeltung.
Oh, Ihr Mütter Israels, Ihr wollt das Beste für Eure Kinder. Auch die Mütter der Palästinenser wollen das Beste für Ihre Kinder. So viele Mütter auf allen Seiten, die das Beste wollen. Wen kümmern da noch die dunklen Schatten der Vergangenheit, wenn die Sonne der Zukunft auf eine Welt des gemeinsamen Friedens scheinen kann?

Oh, Ihr Mütter der Israelis (6)

Oh, Ihr Mütter Israels. Ich denke an Euch, wenn ich durch die Städte der westlichen Welt spaziere und Kinder verschiedener Religionen, Hautfarben und Sprachen miteinander spielen, streiten und sich versöhnen sehe.
Oh, Ihr Mütter Israels. Kinder, die für den Krieg, die Gewalt und den Hass geboren werden, sind vergebens auf die Welt gekommen. Schaut Euch um im Heiligen Land. Ihr habt viel erreicht. Doch was hättet Ihr mit der unendlichen Kraft der Liebe und des Friedens erreichen können?
Oh, Ihr Mütter Israels, Ihr habt die Kraft für so viele Schicksalsschläge. Habt Ihr die Kraft für den Frieden? Es ist so leicht zu streiten. Habt Ihr auch die Kraft zur Versöhnung? Hass ist ein Gefühl, das Liebe werden muss, will es erwachsen werden. Habt Ihr den Willen, den Preis für den Frieden zu bezahlen? Der Preis für den Krieg wird mit dem Blut Eurer Kinder bezahlt. Der Frieden ist günstiger, er kostet ein paar gute Worte und ein freundliches Lächeln.
Oh, Ihr Mütter Israels, schaut Eure Kinder an. Schaut in Ihre großen Augen, die Eure Hilfe brauchen, die Euch und Eurem Handeln vertrauen. Schaut in diese Augen, die die Welt noch nicht begreifen.
Oh, Ihr Mütter Israels. Ihr habt es in der Hand, ob die Ernte des Hasses und des Krieges aufgeht. Ihr habt es in der Hand, ob die Saat der Liebe und Versöhnung und des dauerhaften Friedens für Eure Nachkommen aufgeht. So beginnt neu zu säen. Für Überschwemmungen und Stürme und Plagen könnt ihr nichts. Alles andere habt Ihr mit Eurem Glauben an Gott und das Gute in allen Menschen in Eurer Hand.

Oh, Ihr Mütter der Israelis (7)

Oh, Ihr Mütter Israels, beginnt neu zu säen. Lehrt Eure Kinder die Liebe und warnt sie vor dem Auge, das das Auge kostet, und den Zähnen, die mehr Zähne kosten. Sie kosten so viel mehr, als der Handschlag der Versöhnung und die Worte des Ausgleichs.
Lehrt Eure Kinder die Vergebung und warnt sie vor Hass und Vergeltung. Lehrt Eure Kinder die Vorsicht, aber nicht die lähmende Angst. Zeigt Euren Kindern die Völker der Erde, die friedlich zusammenleben, und zeigt Euren Kindern, wie das Böse auf der Welt an Boden verliert, wo Gewalt nicht wachsen kann, weil sie nicht gefüttert wird.
Und habt Ihr Eure Sache gut gemacht und sitzt Ihr im Alter glücklich lächelnd inmitten Eurer Kinder und Enkel und Urenkel, so denkt daran, dass die Sprache der Liebe und des Herzens Euch einst zu Eurem Mann geführt hat und nicht die hässlichen Worte des Hasses. Seht Euch dann Eure Kinder und Enkel und Urenkel an und Ihr werdet wissen, dass die Sprache des Herzens der rechte Weg ist.
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Ich fühle die große Kraft Eures Glaubens, der Euer Volk durch die Jahrtausende geführt hat. Die Religion ist für die Menschen da. Sie regelt das Zusammenleben. Zeigt der Welt, wie der Glaube Frieden schafft. Zeigt der Welt, wie der Glaube Waffen existieren lässt, aber ihren Gebrauch überflüssig macht. Liebe braucht den Krieg nicht zur Durchsetzung der Ziele der Menschen.

Oh, Ihr Mütter der Israelis (8)

Oh, Ihr Mütter der Israelis. Grenzen zwischen Menschen fallen überall auf der Welt. Es gibt andere Probleme als Konfrontation. Wollt Ihr Eure Kinder zu Ärzten ausbilden lassen, die Krankheiten bekämpfen? Oder wollt Ihr Eure Kinder zu Kampfpiloten ausbilden lassen, die Eltern töten, deren Häuser mit Bomben zerstören und nur barfüßige, weinende und hungernde Kinder zurücklassen? Zeigt der Welt, dass die Mütter der Israelis und die Mütter der Palästinenser gemeinsam für Ihre Kinder und für den Frieden einstehen.
Oh, Ihr Mütter der Israelis. Wo soll man den Frieden suchen und finden, wenn die Panzer auf allen Wegen ihre tiefen Spuren hinterlassen haben? Oh, Ihr Mütter Israels. Ich weiß die Antwort nicht. Lauscht in Eure Herzen hinein, wo die Liebe für Eure Männer und Eure Kinder und die Liebe für Eure Eltern wohnt.
Oh, Ihr Mütter Israels. Ich schreibe an Euch, weil ich keine Antwort habe, ich sehe den Weg nur bis zur nächsten Straßenecke. Ihr müsst alleine weitergehen.
Oh, Ihr Mütter Israels. Ich verneige mich vor Euch. Ich verneige mich vor Eurer Kraft, vor Eurem Glauben. Ich verneige mich vor Eurer Vergangenheit, ich verneige mich vor Euren Toten und dem Tränenmeer und der Verzweiflung und Kraft der Überlebenden. Ich verneige mich vor Eurer Zukunft und Eurer Weisheit.
Oh, Ihr Mütter Israels. Was ist geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

© 2011 Hans-Jürgen John

Hans ist Hans John (@rafaelofirst) auf Twitter und Hans.John.16 auf Facebook. Hans bloggt auf www.johntext.de und www.tage-bau.de .

Hans-Jürgen John wurde 1967 in Ulm geboren. Nach Stationen in Marseille, Tübingen und wiederholt in Ulm, lebt er jetzt zeitweise in der Schweiz. Auf seiner Homepage www.johntext.de – Literatur, die helfen möchte – lässt sich die Entwicklung vom blossen Geschichtenerzählen zu der Beschäftigung mit dem, was Menschen umtreibt, ihre Sorgen und Hoffnungen miterleben.
Beitrag vom 9 Januar, 2011 (02:58) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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