Wollte mich mal wieder melden

13 Juni, 2012 (16:09) | | tage-bau | Kommentieren

Angelika Zöllner

das kinderkarussell

es war ein märcheneinmaleins
das drehte sich in funkelträumen
es wohnt in einem kinderherz
das mag nichts glückliches versäumen

ein königlicher hoch zu ross
reist durch das lebensab und -auf
er liebt den ganzen menschentross
und freiheit weht ihm um den knauf

es schwingt und dudelt musiziert
trali trala und simsala
kommt quietschfidel hereinspaziert
mit glockenklang und trumbara

und Cinderella holt das kleid
aus sonnenduft und sternenband
schmückt sich so manches kinderleid
mit ihrem märchenträumeland

ob sie die glaspantoffel sucht
welch zwergenlist hat sie versteckt
die engel läuten wohlbekannt –
mit ihrem flügelschutz entdeckt

sie bald den herzensplatz zum leben
und springt auf ihre füße eben… .

(Assisi, Italien – an der Kirche Santa Maria degli Angeli)

Beitrag vom 13 Juni, 2012 (16:09) | Autor: Angelika Zoellner | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Chicken Soup. Notes from Bottom

12 September, 2009 (19:24) | | suppenküche | Kommentieren

You can say the Jesus Prayer from now till doomsday, but if you don’t realize that the only thing that counts in the religious life is detachment, I don’t see how you’ll ever even move an inch.

When speaking of detachment, desirelessness. or the „cessation from all hankerings“, there we are, right in the middle: The very first book that once sparked me for spirituality, is Salinger’s novel about Franny and Zooey, the two youngest members of a jewish-irish family from New York city. The following synopsis, which includes two quotes, might tell you of what is figured to religion in this modern „Zen tale“.

Franny is an undergraduate and actress, who is depicted reading the book: The Way of a Pilgrim, which contributes to an emotional breakdown. Zooey, her brother, five years older than Franny, is an actor too.
He visits Franny’s in her room and they talk about her dreams, the religion seminar professor that hates her, and acting. Franny shows him the pilgrim book, which tells how a Russian wanderer learns to take the prayer to a point where it becomes unconscious, almost like a heartbeat, ultimately leading to spiritual enlightenment.

But Zooey totally questions that reciting of a prayer and leaves the room.
… if it’s the religious life you want, you ought to know right now that you’re missing out on every single goddam religious action that’s going on around this house. You don’t even have sense enough to drink when somebody brings you a cup of consecrated chicken soup– […] Even if you went out and searched the whole world for a master –some guru, some holy man–to tell you how to say your Jesus Prayer properly, what good would it do you?

A little later Zooey calls Franny by phone, they continue to talk, and remembering the Fat Lady in their audiences, he shares with Franny some words of wisdom that their eldest brother, Seymour, once gave him:

The only thing you can do now, the only religious thing you can do, is act. […] I don’t care where an actor acts. It can be in summer stock, it can be over a radio, it can be over television, it can be in a goddam Broadway theatre, complete with the most fashionable, most well-fed, most sunburned-looking audience you can imagine. But I’ll tell you a terrible secret– Are you listening to me? There isn’t anyone out there who isn’t Seymour’s Fat Lady. That includes your Professor Tupper, buddy. And all his goddam cousins by the dozens. There isn’t anyone anywhere that isn’t Seymour’s Fat Lady. Don’t you know that? Don’t you know that goddam secret yet? And don’t you know–listen to me, now–don’t you know who that Fat Lady really is? . . . Ah, buddy. Ah, buddy. It’s Christ Himself. Christ Himself, buddy.

(C) Kathrin Drescher, (aus: „Notes from Bottom“ vom 22.12.2008)

Beitrag vom 12 September, 2009 (19:24) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kleinigkeiten

12 Dezember, 2008 (11:12) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ein neues Leben,
– – von mir entdeckt – –
wie viel Befriedigung im Ding
und ich ging vorsichtig heran,
in einer solchen Sache steckt.
Ganz nebenbei
und gänzlich frei von Unzulänglichem,
dessen Tenor ehe nicht verstanden wird,
weil keiner mehr
dem Kleinen mehr
Bedeutung schenkt,
weil all die Energie sich lenkt
auf Großes,
wunder,
bunter,
… aber gut, ich schweife ab.
Heut geht’s mir klüger.
Knurrt mir der Magen nicht,
so bin ich satt.
Statt mich zu mästen mit den Resten derer,
die mir eh nur auf die Pelle rücken wollen,
leg ich mich glatt hin
und bin zufrieden,
mit dem Blick auf ein Stück „Leben“.
Eben das,
was ich gerade hab entdeckt,
wie viel Befriedigung im Ding
und ich ging vorsichtig heran,
in einer solchen Sache steckt.

Beitrag vom 12 Dezember, 2008 (11:12) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Finsterfenster

21 Juni, 2007 (21:44) | | lesung kreuzberg, zahlenfolge.n@tur.net | 3 Kommentare

Am Abend seh ich aus dem Fenster finster
Und reiche mir zum Dank die rechte Hand.
Die Nacht kommt bald und bleibt sich unbekannt.
Das Würmchen grünlich glüht im gelben Ginster.

Das Leben bringt sich leicht um den Verstand,
Der Tod steht stets dabei: Sieh her, da grinst er!
Und ich verwickle mich in dem Gespinster
Der Seelenfäden, denke allerhand.

Am Abend seh ich finster aus dem Fenster
Und schreibe Falsches wahr mit linker Hand.
Die Geister, die ich rief, sind nur Gespenster,

Sie bringen mich bis an den letzten Rand.
Den Horizont seh rot ich sich versonnen,
Als wär das Gold zu Glanzdoublé geronnen.

Beitrag vom 21 Juni, 2007 (21:44) | Autor: adminxx1 | Rubrik: lesung kreuzberg, zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | (3) Kommentare


Der Mond

16 Januar, 2007 (11:20) | | netz@uge.nblick | 3 Kommentare

Der Mond hängt einfach still herum.
Es scheint der Himmel voller Sterne.
Das Ich steht einfach staunend stumm:
Das Dunkel greift sich seine Ferne.

Am Rand des Lichtes der Laterne
Zieht sich der Schatten bis ins Grau.
Am Rande Stehn will keiner gerne:
Träf man die Mitte nur genau!

Am Saum der Wolken dunkles Blau,
Das überstrahlt der weiße Mond.
Die Winterwinde streicheln rau:
Nicht nur der Mond scheint unbewohnt.

Kein Leben blieb jemals verschont.
Es kommt wie Sterne endlich um.
Das Gute bleibt oft unbelohnt:
Drum fühlt mein Ich sich heute dumm.

Beitrag vom 16 Januar, 2007 (11:20) | Autor: adminxx1 | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | (3) Kommentare


Kein Held

5 November, 2006 (21:28) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Was gehen wir so still durchs Tal der Toten:
Grabsteine säumen Wege, Bäume auch.
Das Innehalten wirkt als guter Brauch,
Wie Ruhe und Benehmen sind geboten.

Die Amsel raschelt unter einem Strauch.
Die Blätter knistern unter Hundepfoten.
Der Totengräber flüstert böse Zoten.
Der Priester hält vor Lachen seinen Bauch.

Das Leben wittert überall sein Ende.
Die Augen gleiten angstvoll übers Feld.
Herbstregen zwingt rasch in die Unterstände.

Die Toten brauchen nichts mehr, auch kein Geld.
Die letzte Erde werfen klamme Hände.
Am Friedhofskreuz ist selbst ein Held kein Held.

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Beitrag vom 5 November, 2006 (21:28) | Autor: adminxx1 | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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