Zündeldürre

4 Dezember, 2009 (11:07) | | suppenküche | Kommentieren

ZündeldürreWer Feuer machen will, darf nichts übereilen. Die Jungen gehen ganz behutsam zu Werke. Auf das dünne Reisig legen sie ein paar verdorrte Zweige. Darauf kommen etwas kräftigere trockene Äste. Ganz obendrauf packen sie armdicke Scheite kreuzweise übereinander. Zudem stellen sie fest, woher der Wind weht, und schichten das Holz so auf, dass das trockene, zündeldürre Reisig an den Rand zu liegen kommt. Es muss an der dem Wind zugekehrten Seite liegen, da dort auch das Feuer entzündet wird. Dann schlägt die Flamme in das Holz hinein, und das Holz fängt Feuer. Nur bei Windstille ist das Reisig in die Mitte des Haufens zu packen.
Die Brennsteine werden aneinander geschlagen und die entstehenden Funken mit dem Zündschwamm aufgefangen. Es wird gepustet, bis sich die ersten Flämmchen entwickeln. Daran werden ein paar Holzspäne entzündet und an das Reisig gehalten. Das Reisig lodert sofort auf und brennt mit fröhlichem Knistern. Die Flammen lecken am Holz hoch. Da das Feuer so weit ist, ändern sie nichts mehr dran, sondern lassen es ruhig durchbrennen. Erst wenn alles schön brennt, haben sie vor, noch ein Balkenfeuer zu bauen.

Beitrag vom 4 Dezember, 2009 (11:07) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Balkenfeuer

2 Dezember, 2009 (00:06) | | suppenküche | 1 Kommentar

BalkenfeuerUm ein Balkenfeuer für die Nacht hindurch anzulegen, brauchen die Jungen zwei Baumstämme. Je stärker, um so besser. Im tieferen Wald hätten sie längst einfach zwei dicke Bäume herangerollt, aber hier in der Nähe ihrer Siedlung liegen kaum Bäume herum. Doch sie haben bereits auf dem Heimweg vom Angeln geeignetes Holz ganz in der Nähe vom Lager gesehen. Die Jungen ziehen los und holen es.
Zurückgekehrt, schieben sie die Klötze von beiden Seiten an den Holzstoß heran, so dass das Feuer in die Mitte kommt. Fangen die großen trockenen Stämme erst einmal Feuer, so brennen sie langsam mit ruhiger, gleichmäßiger Flamme bis zum Morgen weiter. Sind sie durchgebrannt, braucht die Jungen sie bloß von neuem ins Feuer zu schieben, und wieder brennen sie eine lange Zeit. –

©Text & Bild: Kathrin Drescher

Beitrag vom 2 Dezember, 2009 (00:06) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Hochstapler

25 Oktober, 2007 (17:30) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Holz, welch Quell der Wärme,
aus dem der Wald zu großem Teil besteht
und ohne das auf Erden Leben nicht,
wie wir es kennen,
geht,
ist schwer zu tragen.

An 3 aufeinanderfolgenden Tagen
gab es vom Morgen bis hin zum Abend Folgendes zu tun:
An drei aufeinanderfolgenden Holzhaufen ließ sich während dieser Zeit nicht ruhen.
Wie es oft schon eintrat.
Denn beruhigend waren die mächtigen Viertelstämme,
über Mannshöhe hochgeschichtet,
wohl anzusehen.
Sie vermittelten Frieden und Eintracht.
Ähnlich einem Waffenstillstand,
nachdem sie Kettensägen unterlegen waren
und von kräftigen Händen aus dem Wald hier hergebracht wurden,
würden sie nun,
wie zum Trotz und stillem Protest,
für alle Zeit auf diesem Platz hier liegen und sich nicht mehr,
nie mehr rühren.

Diese Absicht kam mir in den Sinn,
vermochte ich zu spüren, felsähnlich, an dem sich Wellen voll Gewalt entladen
und sich letztlich dennoch fügen.
Diese Drei galt es zu zwingen,
klein zu hacken und in den Schuppen zu bringen,
und zwar binnen drei Tagen.

Pausenlos, bloß dadurch unterbrochen,
dass sie für Sekundenteile einer Weile im dicken „Buch /-enstamm“ stecken blieb,
lief die Säge, kreisrund und ganze drei Mal wurde das Sägeblatt gewechselt.
Es fielen Millionen mal Millionen Späne an
und der Wind blies die kleinen Krieger wie Kamikazeflieger
uns unaufhaltsam in die Augen, sodass wir weinten.
Bald meinten wir,
die Idee von der Schutzbrille wäre doch ganz gut gewesen.

Stänker nich’ sonst schlenkre ich,
fast war sie am Kippen.
Mit einem Ruck durch die Senke,
ausgerechnet ging es bergauf,
karrte ich Karre um Karre hinauf.
Ich fasste Scheit um Scheit,
die scheinbar immer größer und schwerer gerieten,
an,
um sie dann in den Schuppen zu schmeißen.
Ich musste sie hoch stapeln,
damit sie Platz fanden.
Einige gingen verloren, sie musste ich später aufsammeln.
Im Geiste kreiste immerfort dieses Lied,
welches wir im Sommer zuvor immer bei geselliger Runde johlten.

»Lebt denn der alte Holzmichl noch,
Holzmichl noch,
Holzmichl noch?«

Und bei jeder Karre,
die die Schwelle zum Schuppen nahm,
kam wie
aus tiefster Erlösung die Antwort.

»Ja,
er lebt noch,
er lebt noch,
stirbt nicht.«

Beitrag vom 25 Oktober, 2007 (17:30) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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