Ich denk an Dich

18 Februar, 2010 (09:15) | | herz & lenden | 6 Kommentare

Schon lange bist du fort und noch
immer frag ich mich warum?

Gegangen bist du, ohne dich zu verabschieden.
hast einen Weg gewählt, den ich nicht begreifen kann.

Immer wieder bist du da, in meinen Gedanken,
lässt mich nicht los, lässt mich nicht gehen.

In meinem Herzen, solange es schlägt
wird dieser Platz der Deine sein.

Ich denk an Dich.

Beitrag vom 18 Februar, 2010 (09:15) | Autor: Angela Planert | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (6) Kommentare


Chicken Soup. Notes from Bottom

12 September, 2009 (19:24) | | suppenküche | Kommentieren

You can say the Jesus Prayer from now till doomsday, but if you don’t realize that the only thing that counts in the religious life is detachment, I don’t see how you’ll ever even move an inch.

When speaking of detachment, desirelessness. or the „cessation from all hankerings“, there we are, right in the middle: The very first book that once sparked me for spirituality, is Salinger’s novel about Franny and Zooey, the two youngest members of a jewish-irish family from New York city. The following synopsis, which includes two quotes, might tell you of what is figured to religion in this modern „Zen tale“.

Franny is an undergraduate and actress, who is depicted reading the book: The Way of a Pilgrim, which contributes to an emotional breakdown. Zooey, her brother, five years older than Franny, is an actor too.
He visits Franny’s in her room and they talk about her dreams, the religion seminar professor that hates her, and acting. Franny shows him the pilgrim book, which tells how a Russian wanderer learns to take the prayer to a point where it becomes unconscious, almost like a heartbeat, ultimately leading to spiritual enlightenment.

But Zooey totally questions that reciting of a prayer and leaves the room.
… if it’s the religious life you want, you ought to know right now that you’re missing out on every single goddam religious action that’s going on around this house. You don’t even have sense enough to drink when somebody brings you a cup of consecrated chicken soup– […] Even if you went out and searched the whole world for a master –some guru, some holy man–to tell you how to say your Jesus Prayer properly, what good would it do you?

A little later Zooey calls Franny by phone, they continue to talk, and remembering the Fat Lady in their audiences, he shares with Franny some words of wisdom that their eldest brother, Seymour, once gave him:

The only thing you can do now, the only religious thing you can do, is act. […] I don’t care where an actor acts. It can be in summer stock, it can be over a radio, it can be over television, it can be in a goddam Broadway theatre, complete with the most fashionable, most well-fed, most sunburned-looking audience you can imagine. But I’ll tell you a terrible secret– Are you listening to me? There isn’t anyone out there who isn’t Seymour’s Fat Lady. That includes your Professor Tupper, buddy. And all his goddam cousins by the dozens. There isn’t anyone anywhere that isn’t Seymour’s Fat Lady. Don’t you know that? Don’t you know that goddam secret yet? And don’t you know–listen to me, now–don’t you know who that Fat Lady really is? . . . Ah, buddy. Ah, buddy. It’s Christ Himself. Christ Himself, buddy.

(C) Kathrin Drescher, (aus: „Notes from Bottom“ vom 22.12.2008)

Beitrag vom 12 September, 2009 (19:24) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


standHaft

7 September, 2008 (22:04) | | herz & lenden | Kommentieren

ein leichtes purpur
wirft sie
aus offenen armen

scheinbar
ins neugeborensein
zurück
geschliffen wirkt
mancher schatten
hinter dem altar
kriecht obdach
suchend
eine romanze

ans licht der nacht
und staunen
grünt
wider bedenken

leicht sinnlicher
denn je
ins fundament
ihrer bodenStändigkeit

Beitrag vom 7 September, 2008 (22:04) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Lampion

2 September, 2008 (14:23) | | herz & lenden, tage-bau | Kommentieren

Im Himmelblau – hoch! – hängt ein Lampion:
Der wird in Kürze einfach ausgeblasen.
Ein Schmetterling – schön! – gaukelt übern Rasen.
Die Sommersonne stiehlt sich still davon.

Wir sitzen, Füße baumelnd, auf den Nasen
Die Sonnenbrillen. Schatten fließen schon.
Der Herbst schleicht an, die Passion
– Gefühle, die wir in den Augen lasen! –

Sie ist es, die erkaltet. Wie ich schaue,
Da steht er – Mensch!- der große Luftballon,
Auf den ich unsre ganze Hoffnung baue.

Er soll ihn putzen, diesen Lampion,
Dem ich die Sommerliebe anvertraue:
Hell leuchtet er, doch färbt sich rot sein Ton.

Beitrag vom 2 September, 2008 (14:23) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


TotenTuch

30 August, 2008 (09:45) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Ich will die Wahrheit wissen. Die Wahrheit über das, was passiert ist in jener Nacht, als der Vater starb; Kind war ich damals und hatte eine Ahnung, eine unheilvolle Ahnung: Dass da etwas Schreckliches geschehen war, im Schlafzimmer der Eltern. Die seltsamen Blicke, die Du getauscht hast, Mutter, mit unserem Hausarzt. Die wenigen Worte, die Du gewechselt hast mit ihm, nachdem sie den toten Vater aus der Wohnung getragen hatten; und etwas Unausgesprochenes lag in der Luft wie ein Unheil und ich hatte keine Worte, mit denen ich danach greifen konnte. Jahre später, auf einer Feier, als Du reichlich betrunken warst, Mutter, hast Du mir eine Andeutung gemacht, eine Andeutung nur, und ich hatte nicht den Mut, Dich nach dem Konkreten zu fragen. Angst hatte ich, vor dieser Wahrheit.
Jetzt habe ich Angst, Mutter, dass ich bis ans Ende leben muss mit meiner Ungewissheit: Denn krank bist Du, sehr krank: Dein Herz- so wie das Herz meines Vaters damals krank war, bevor er starb.

Ich sitze im Intercity und bin auf dem Weg zu Dir, auf dem Weg zu der Klinik, in der Du liegst; westfälische Landschaften rauschen durch meinen Blick, und meine Gedanken streifen durch das Vergangene.
„Der Alte“, so hast Du den Vater genannt, wenn Du über ihn geredet hast, und in der Stimme war dann ein verachtendes Verletztsein. Wenn Du mit ihm geredet hast, dann hast Du ihm „Saukerl“ und „Scheusal“ gesagt. Jetzt sehe ich ihn vor mir, sehe seine stieren, glasigen Augen, wenn er abends betrunken nach Hause kam, und fast spüre ich wieder seine Hand in meinem Gesicht, so fest, dass mir die Nase geblutet hat; fast spüre ich wieder seine Tritte, manchmal lag ich auf dem Boden und er hat mit seinen Strassenschuhen nach mir getreten, in den Hintern, in die Rippen, in die Magengrube. Ich höre Dein Schreien, Mutter, ich höre Dein Weinen, ich sehe Die Blutergüsse um Deine Augen, ständig geschwollen und rotgeweint, ich sehe Deine Blicke, verzweifelte Traurigkeit, und irgendwann, Mutter, waren sie ganz leer, Deine Blicke, und Du warst stumm und hattest keine Tränen mehr.

„Alles wird gut“, sagte unser Hausarzt zu Dir, in jener Nacht; sein Arm lag um Deine Schultern dabei. Alles wird gut, und ein bedeutungsvoller Blick wechselte von ihm zu Dir. „Ich konnte doch nichts tun, ich konnte nichts mehr tun für ihn“, hast Du gesagt. Ob Du denn so fest geschlafen hättest, wollte der Arzt von Dir wissen, und ich, das Kind, stand dabei und sah, wie Dein Kopf nach unten ging, ich dachte, jetzt nickst Du langsam und sagst „ja“, aber Du hast nur den Kopf und die Augenlider gesenkt. „Alles wird gut“, ich höre wieder die Stimme des Arztes, sehe seinen Blick, und spüre das Unausgesprochene in der Luft, etwas Seltsames, ein Gefühl von Schrecken.

Ich will die Wahrheit wissen. Ich will Worte von Dir, Mutter, die das Tatsächliche aussprechen. Auch wenn es grausam ist. Aber- woran rühre ich, wenn ich Dich frage?
Lege ich dann vielleicht ein drückendes Schwer auf Dein jetzt ohnehin so krankes Herz? Werfe ich dann damit einen Schatten über Dein Gesicht, legt sich ein Dunkel über Dein letztes Stückchen Leben?

Der Intercity nähert sich dem Ruhrgebiet, ich komme in Deine Nähe, Mutter, komme zum Ort meiner Kindheit, meiner Jugend. Die Jahre nach dieser Todesnacht, erstaunlich schnell kam wieder Lebendigkeit in Deine Augen, jetzt nicht mehr blaugeprügelt und verweint, ich konnte ein Wohlergehen darin leuchten sehen, wenn Du unsere hübsche kleine Wohnung geputzt hast, die nicht mehr regelmässig kurz- und kleingeschlagen war vom trunkenen Vater. Eine Fröhlichkeit haben Deine Blicke in die Welt geworfen, wenn Du dann ausgegangen bist mit Freundinnen.
Dann die Feier zu Deinem vierzigsten Geburtstag, und wir waren ausgelassen und tranken bis spät in die Nacht hinein, und irgendwann sagtest Du mir, jetzt müsstest Du aber schlafen gehen, und immerhin könntest Du problemlos schlafen, seit dem Tod des Vaters, keine Schlaflosigkeit mehr wie bis dahin, wo Du in keiner Nacht wirklich geschlafen hättest, in keiner Nacht, in wirklich keiner Nacht, dreimal hattest Du das gesagt. Eine Andeutung; eine kleine Leichterung für Dich?

Das Unausgesprochene, ein Schleier über dem Tatsächlichen, ein Tuch über dem toten Vater.
Heute will ich Dich fragen, Mutter, heute will ich die Wahrheit von Dir wissen, ich will Worte, ich will, dass Du den Schleier in Stücke reisst, ich will, dass Du das Tuch vom Toten nimmst.

Dass Du nichts für ihn hast tun können, in jener Nacht; ich höre deine Stimme. Weil Du geschlafen hast, Mutter, während der Vater, das Scheusal, alkoholgeschwängert neben Dir lag in seinem Todeskampf, Herzinfarkt, Todeskrämpfe? Oder konntest Du deshalb nichts für ihn tun, weil Du nicht wolltest? Hast Du wach gelegen, wie so oft in jenen Jahren, hast Du gehört hast Du gesehen, wie der Vater, der Saukerl, mit dem Tod gerungen hat?
„Alles wird gut“, hatte der Arzt gesagt, und wirklich, Du wurdest eine Frau voller Lebendigkeit und voller Lachen, und ich, ich hatte ein schöne Jugend bei Dir. Hast Du wirklich geschlafen, Mutter, in jener Nacht, so dass Du nicht rechtzeitig den Arzt rufen konntest, oder hast Du wach und starre einfach dagelegen, während der Vater starb, hast Du mit Herzklopfen gelauscht, wie das Atmen neben Dir irgendwann aufgehört hat?
„Ich konnte doch nichts tun“, das sind die Worte, die Du der Welt sagst, das ist Deine Wahrheit. Niemand ausser Dir kann mir noch erzählen von jener Nacht. Und wenn das Tatsächliche wirklich ein Schreckliches ist, wenn Du wach gelegen hast und nichts getan hast und somit geholfen hast, das Leben des Vaters zu beenden? Und wenn Du das der Welt gesagt hättest, hätte man Dir dann eine unterlassene Hilfeleistung angezeigt, mit Todesfolge, und wenn, was wären die Konsequenzen gewesen?

Jetzt hält der Intercity in meiner Heimatstadt, ich steige aus, gehe hindurch den vertrauten Bahnhof, steige in ein Taxi, nenne den Namen der Klinik, in der Du liegst. Die Taxifahrt durch einige Strassen meiner Kindheit und Jugend, blaugeprügelte Kreatur und lebensfroher Teenager. Deine Wahrheit, Mutter: Was ist passiert in Eurem Schlafzimmer in jener Nacht? Dein Lachen in den Jahren danach. Woran rühre ich, wenn ich Dich frage? Lege ich ein dumpfes Drücken um Dein krankes Herz damit? Dass Du nichts tun konntest, für den Vater, damals- das hatte uns doch aus dem Dunkel geholt, das hatte ein Leichtes und Helles in unsere Leben gebracht, das hatte ein Froh in unseren Augen leuchten lassen.

Das Tatsächliche wohnt als ungewortete Vergangenheit zwischen den Wänden Eures alten Schlafraums.

„Alles wird gut“, hatte der Arzt gesagt, und alles ist gut geworden, und jetzt gehe ich durch die Klinik, hin zu dem Zimmer, in dem Du liegst; dass Du nichts tun konntest, das ist Deine Wahrheit, und Du fügst kein Wort hinzu, keine Erklärung. Ich habe Angst um Dich, Dein Herz, Dein krankes Herz, das so fröhlich war in all den letzten Jahren, das mir so viel Freude geschenkt hat, und ich will keine Schatten werfen auf Dein letztes Lebens-Stück. Deine Wahrheit, Mutter- und als ich durch die Tür des Krankenzimmers gehe und Dich dort liegen sehe, weiss ich, weiss ich plötzlich ganz genau, dass ich das Leichentuch nicht vom Vater nehmen will, dass der Schleier heil bleiben soll, der Schleier, der unser Leben geschönt hat, der unser Leben erst zu einem gemacht hat.
Ich küsse Dich zur Begrüssung auf die Stirn, Deine Augen versuchen ein Lachen, und in meinen Blick brennt sich salziges Nass. „Alles wird gut“, sag‘ ich leise zu Dir, und- meine Frage, die stell‘ ich Dir NICHT.

Beitrag vom 30 August, 2008 (09:45) | Autor: Mone Hartman | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


herz & lenden

25 August, 2008 (20:23) | | herz & lenden, tage-bau | Kommentieren

Ich wage es, hierzu zu schreiben. Obwohl mir das Thema, wie auch die anderen Themen, auf den ersten Blick keine Geschichten erzählen, die Wert haben. Sie flüstern nicht einmal. Ich schreibe in der Leere. Doch dann segle ich los wie Kolumbus, um das Fleisch zu finden für ein Skelett, das wachsen muss. Zuerst auf der Suche nach bdn. Ich finde: Berufsverband Deutscher Neurologen, Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner, Bund Deutscher Nordschleswiger, www.bdn.de – was ‚Bilder der Nacht‘ bedeutet – und ein paar Dinge im Ausland. Und vor gar nicht langer Zeit forderte auf diesem Portal jemand auf, sein Glück zu suchen mit bnd. Was das heißen kann, ist mir bekannt. Es schreit mich in Zeiten des Datenmissbrauchs an – Geschichten fallen wie reife Orangen. Doch heißt es hier [bdn12] herz & lenden. Mit etwas Geduld zeigt sich eine Überschrift: blicke durchs netz. Aha. Ich bin gut gestartet mit meinen ersten Blicken, die google schärfte. Dann entpuppt sich das 12 als 1.2, als eine Gliederung.
blicke durchs netz: Als erstes erscheint bei herz & lenden wunderkessel.de, Kochrezepte. Kochen könnte Teil einer Geschichte sein: Was wäre, wenn ein Hilfskoch die beiden Zutaten verwechselt? Was wäre, wenn der Pornodarsteller nach einer Herz-OP keinen Sex mehr haben darf? Was, wenn ein Fernsehkoch gefeuert wird, weil er Herz als Sonntagsbraten empfiehlt? Was wäre, wenn ein Kannibale Humboldts Herz verspeist hätte? Dann finde ich Kolumnistenschwein.de mit ‚Lydia – Ein Herz im Sog der Eierstöcke. Eine Telenovela in 5000 Teilen‘, was die Frage aufwirft, ob ich auf den Berufsverband der Deutschen Neurologen zurückkommen muss. Es folgen noch gottesdienst-werkstatt.de und unsere mone-hartmann.de. Weitere Musen.
Die beiden Reisen haben mich Unerwartetes finden lassen.
Fortsetzung folgt.

Beitrag vom 25 August, 2008 (20:23) | Autor: Uwe Schick | Rubrik: herz & lenden, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


November Rose

18 November, 2007 (19:18) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Ich sitze hier, erkenne: Meine Rose,
Am dünnen Zweig im Kalten, das bist Du.
Im Innern Dich betrachtend, immerzu
Dies Lächeln um die Lippen, Haare lose:

Ich sitze hier und schmunzele im Nu.
Wenn ich Dich in Gedanken zärtlich kose,
Mit Dir um Baum und Strauch wie Kinder tose,
Ist in der Wildheit Alles wie in Ruh.

Ich sitze, sehe Dich in diesem Bild,
Als wärst Du nah und nicht in einer Ferne.
Es ist die Rose, die die Sehnsucht stillt

Und macht. Sie duftet, und sie sticht mich gerne:
Die Träne wie das Herzblut leise quillt,
Als ich die Liebe durch mein Staunen lerne.

Beitrag vom 18 November, 2007 (19:18) | Autor: Walther | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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