Placebo

20 August, 2017 (11:30) | | alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Reich mir ein placebo
die plätzchen liegen mir im magen
sauer stößt mir auf was
berichtet wird aus herren ländern

Wo dämonen hausen &
vampire die im blut baden
& an den zitzen saugen
bis sie rand leer sind

Ich brauch eine betäubungs
spritze – ziel mittig in die
dart scheibe das bringt die
meisten punkte: the winner

Takes it all“ – auch das schlauch
boot vor Libyen sinkt ohne
dass die ratten ersaufen
Europa ist bloß eine insel

Der un seligen kein Atlantis
Zeus hat sie zu schanden geritten
als er den großen macker spielte:
ein reich für ein placebo

Beitrag vom 20 August, 2017 (11:30) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Paris, Texas

2 Juni, 2017 (11:36) | | ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Paris, TX

by Walther

Sometimes, no, mostly, you are fucked if the guy who runs office isn’t the brightest candle on the planet. Could be we got such a moment currently. Point is that Paris lies in Texas, London in Ohio, Berlin in New Hampshire and Wisconsin, and Rome in Georgia.

“The World is one.”

Even if you still believe that an extra USA sun burns the small rest of your brain in or out of your skull when standing in the center of Paris, TX, around high-noon time after a shoot-out at the O.K. corral – the bud in the notorious redneck bar is still as bad as it was last time. Steak and Ketchup is on sale. Sides are limited to fries, ice salad with vinegar dressing only. Thousand islands are down-under.

Go figure, Donald. It’s about time.

 

Übersetzt:

Paris, Texas

Kommentar von Walther

Manchmal, nein, meistens, steckt man in der Scheiße, wenn der Mensch, der dich regiert, nicht das hellste Licht auf der Welt ist. Sieht so aus, dass wir gerade diese Lage haben. Tatsache ist, dass Paris in Texas liegt, London in Ohio, Berlin in New Hampshire oder Wisconsin und Rom in Georgia.

„The World is one.“ (Die Welt ist eins).

Sogar wenn Du glauben sollest, eine spezielle US-Sonne würde Dir den kleinen Hirnrest aus oder in Deinem Schädel verbrennen, wenn Du auf dem Marktplatz in Paris, Texas, stehst, 12 Uhr mittags, nach dem Shoot-out im OK-Corral – das Budweiser ist so mistig wie das letzte Mal auch in der versifften Redneck-Kneipe. Steak und Ketchup gibt’s grade billiger. Als Beilagen sind nur Fritten auf der Karte, Eissalat bloß mit Essig und Öl. Thousand Islands sind bereits untergegangen.

Mach Dich vom Acker, Donald. Es ist höchste Zeit.

Beitrag vom 2 Juni, 2017 (11:36) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Man sollte speien

15 November, 2016 (14:03) | | alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Kommentieren

Man sollte speien viel mehr sollt man kotzen
die lippen wund genetzt mit magen saft
denn sterben ist nicht ehrbar sagen haft
man möchte dabei viel mehr hirn schleim rotzen

Wenn in der stirne eine scharte klafft
& fliegen schwärme in den kugel fotzen
& augen sitzen die nur leblos glotzen
verrecken wäre nichts als sippen haft

Gespräche führn wir laufend in palästen
es klingen silber löffel teller tassen
die all die essens schätze mund fein fassen

Wenn an Aleppos telegraphen ästen
nur blut verschmierte graue fahnen hängen
& kinder hungernd sich durch gassen zwängen

Beitrag vom 15 November, 2016 (14:03) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


an die freundin

20 April, 2010 (19:45) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

mir ist als verlieren
wir
mit der zeit
unsere leichtigkeit
das hat nichts mit
über
gewicht zu tun

schon wieder
fast unbemerkt
mai
wie konnte das
passieren

jeder muss sich um
seine alben
träume kümmern
sie weinen
uns ins gewöll

und über
morgen
tausendundeinen
termin
ach, los doch
nur ein weilchen

spielen wir
vierzehneinhalb
auf der streuobstwiese
unter kirschblüten
weiß
wunder
bar leicht
sorgloser denn je
zwischen gänse
haut und
kuss

das lachen
malen wir bunt
aus
und du

pass auf
………. dich auf

Beitrag vom 20 April, 2010 (19:45) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Traum (aus „Mäander“)

20 November, 2009 (08:20) | | alptraum/ego.wunde | 1 Kommentar

Laufen durch einen Herbstwald. Hellgelbe Ahornblätter gondeln wie große Schneeflocken hernieder. Meine Schuhe schlurfen durch einen feuchten Laubteppich, von dem ein würziger Geruch aufsteigt. Hin und wieder krächzt ein Vogel. Hellgrauer Himmel: eine Leinwand, darauf die unnachahmlichen Farben der Bäume in der Mauser gemalt – sieh nur, wie ihr Wipfelgefieder sich lichtet und ihr Knochengerüst zum Vorschein kommt.

Allmählich verwandelt sich der Wald in eine dicht zusammengedrängte Menge von Riesenskeletten, eingehüllt in jene Karnevalskostüme, die nur aus Flicken bestehen, von denen sich einer nach dem anderen ablöst, manchmal ganze Händevoll, wenn sich ein Baum als Knochengerüst schüttelt, als schauderte er vor einem noch verborgenen Schrecken zusammen. Auch ich kann ihn nur erahnen, spüren in zunehmender Spannung und wachsender Bedrohlichkeit, die sich steigert in Entsetzen, erklingt in einem schartigen Gelächter, das wie eine zackige Klinge durch die Luft fährt, sie aufsägt, und ich begreife: ihr helles Grau ist keine konkave Himmelshöhlung, sondern die konvexe Wölbung eines Rieseneis, aufgeratscht durch diese Art Rabenschreie, und kleine Spinnen, Panikkügelchen, trommeln wie schwarze Hagelkörner auf mich nieder.

Ich laufe unter dem Krächzen der als Bäume verkleideten Skelette, denen in einem plötzlichen Sturm die letzten Laubflicken von den Totenschädeln gerissen werden, und jetzt zeigen selbst die Blätter ihr wahres Gesicht: von sanft niederschaukelnden Riesenflocken in strahlendem Gelb haben sie sich in dunkle Nachtfalter verwandelt – bis auf eines, ein herbstfarbener Schmetterling, der mir vorweggaukelt, mich herausgeleitet aus diesem psychotischen Alptraum, und das Totenreich in einen Märchenwald zurückverwandelt mit jedem Flügelschlag.

Ich laufe ihm freudig hinterher, immer ausgelassener, einen Steilpfad hinauf, der abrupt vor einer Steilwand abbricht, doch statt eines Gipfelkreuzes steht eine Straßenlaterne auf ihrer Höhe, die sich, wie ich instinktiv weiß, gummiartig nach vorn biegen kann, und ich erklimme ihren Schaft, der sich wie eine Palme mit mir in der Krone vorneigt, hinab zu den Menschen da unten, die zu mir heraufwinken. Da kracht und bricht der Laternenpfahl, ein einziges rostiges Gesplitter, und ich schlage dank der dicken Laubschicht sanft vor den Füßen der im Halbkreis stehenden Menschen auf, die mir plötzlich feindselig gesonnen zu sein scheinen.

Mein Lächeln gefriert, mein ganzer Körper wird von einer eisigen Kälte erfasst. Ich habe ihr Heiligtum, die Gipfellaterne, geschändet. Hinter mir die Steilwand, vor mir der sich zusammenziehende, immer enger werdende Halbkreis des Mobs, Mordgier in den Augen. Ich reiße meine eigenen Augen auf, wie ein Ertrinkender seinen Mund im letzten Moment über der Wasseroberfläche – nur so kann ich mich retten. Mir ist, als sei ich der Lynchjustiz durch rechtzeitiges Erwachen entkommen, und ich springe aus dem Bett und flüchte ins Bad.

Beitrag vom 20 November, 2009 (08:20) | Autor: Kasper Grimm | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


An die Machthaber dieser Spiele

25 August, 2008 (20:59) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Verwandeln will ich alle tiefen Narben,
Von denen, die zu früh gegangen sind;
Von denen, die im Schmerz gefangen sind;
Gefallen sind in dieser Kriege Garben;

Die an dem Galgenbaum gehangen sind;
Die kämpften für gerechte, gute Farben;
Für die, die Feuertode brennend starben;
Die in den Kerkern schon vergangen sind.

Verhandeln will ich gegen die Kanaillen,
Die, strassbetresst, mit goldenen Medaillen,
Vermeinen, dass die dumme Menschheit schweigt;

Ich sende ihnen freundlichst meine Furien;
Ich schicke ihnen Bosheit und Injurien;
Ich baue gern den Pranger, der sie zeigt.

Beitrag vom 25 August, 2008 (20:59) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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