Strandgelaufenes II

8 Juli, 2012 (18:10) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

– Kanarische Sandeleien –

Ein blanker roter Hintern prahlte gegen die Saharasonne an, deren Nachhaltigkeit durch den kanarischen Wind maskiert wurde. Der Sonnenbrand wusste das zu schätzen. EfFKaKanien war überall. Man konnte keine Schritte gehen, ohne in solche zu sehen.

Hängebaucheber und Hängepodamwild wursteln sich aus durch die Lappen geschützten Grillplätzen, manchmal mehr und manchmal weniger unbekleidet. Sie trotteten in Richtung Meer, um dort die Gebeine zu wässern. Wir wanderten Strand, Zehenkühlung und atlantische Kneippgüsse eingeschlossen. Ein Ganzkörperpeeling war inbegriffen. Wadenkrämpfe wurden nicht registriert, aber gelegentliche Augenkrämpfe protokolliert. Man biss auf Sand.

Die volle Aufklärung für den Nachwuchs war kostenlos beigegeben. Frisch tätowierte Backfische entstiegen der Brandung, und silikonoptimierte Brüstungen liefen kostenlose Werbung für Wacker Chemie. Venus war überall.

Die durch Blasenerleichterungzwänge herbei geführten Tinto di Verano Gesprächspausen waren tiefenentspannt und gesprächsfördernd. Wir hielten uns an Händen und die Köpfe sowie deren Bedeckungen fest. Steife Fuertewinde rissen manches Wort mit sich – glücklicherweise.

Hotels kletterten die Abhänge hinauf, sie wuchsen quasi aus Dünen empor. Die Wellen schienen sie zu gießen. Von Bauruinen und vereinsamten Kränen durchzogen schlängelten sich empor bis in die Berge. Kahl war als Beschreibung der rotbraungrauen Landschaft übertrieben. Wadis durchschnitten Steingeröll. Fürs Grün waren Lupen erforderlich.

In Gummischlauchvernetzungen wurde meerwasserentsalzte Bewässerung in Palmeneinsäumungen umgesetzt, die alles Menschengemachte umgaben, sogar Straßen. Gelegentlich brachten tropenbefeuchtete Bougainvillae Farben ins Spiel. Verbreitete Aloe Vera sprach endlos trockene Wahrheiten aus. Dazwischen überzeugten Kakteen durch stacheliges Gehabe.

Über Bergkuppen wälzten sich Wolken, in die sie sich verstiegen hatten, vor bis zur Abrisskante. Heftige Palmwedelungen sorgten böschwankend für klaren Nachthimmel über Hotelanlagen und putzten den Mond für Mann und Frau daselbst. Auf dem ausladenden Balkon sah ich der Herzensdame ins Auge, noch ungetrübt vom kanarischen Weine. Ich sah tief, fiel tief und rollte mit der Brandung in den Tiefschlaf.

So liefen wir immer wieder Spuren in den Sand. Die Wellen machten den kapitalen Fehler, sie immer wieder zu löschen. Auf die Flut folgte die Ebbe, im Meer und in der Kasse. Und nichts, was war, blieb. Außer dem Wind selbstredend, und der immer wieder auftretenden Kalima Kamalität, dann, wenn das Brot nicht mehr in den Ofen musste, um gebacken zu werden.

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Beitrag vom: 8 Juli, 2012 (18:10) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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