septemberränder: 4

5 September, 2012 (03:54) | | terrere est humanum? | Kommentieren

(„Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ – Wilhelm Müller)

die einsame sitzt in der ersten reihe,
am bühnenrand und nicht im sommerkleid,
als ob vielmehr alleinsein sich befreie,
indem es setzt in einzelhaft das leid,

inmitten all der unbeschwerten rosten
lässt die ketten wie im glas den wein,
den stürzt sie liedern hinterher, begossen
mit geliehnen tränen ihren schrein.

das lied der sängerin allein für sie
am grab wie an der taufe ihr gesungen,
die doch gemeint, geliebt war niemals nie,

die alte frau, die neben sich ergraut
und ward von keinem lied dort je gefunden,
wo pocht ihr mädchenherz, vom herbst entlaubt.

(weitere sonette aus „septemberränder“ im september hier)

Jörg Meyer (oegyr) AutorenBio:

Beitrag vom: 5 September, 2012 (03:54) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren
Kommentare



Walther schrieb:

in der tat, lb. ögyr, nur habe ich keinen mit solcher liebe gepflegten ort des bereitstellens. meine seite darbt, weil ich mich wohl verzettle.

Kommentiert am 5. September 2012 um 19:06



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