Neue Ufer

23 März, 2015 (15:40) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | (2) Kommentare

Lass uns von neuen Zeiten sprechen, denn
Die alten sind so dröge und so tot.
Sie schmecken wie drei Tage altes Brot,
Wie Gesternwein, der Essig ist, wie wenn

Das Sauerkraut von letzter Woche leise
Im alten Topf auf kleiner Flamme köchelt.
Die Gegenwart verreckt: Sie stöhnt und röchelt,
Als gäbe es kein Morgen mehr. Die Meise

Verfliegt sich, kracht auf trübe Fensterscheiben,
Vor denen alte Blätter Unzucht treiben,
Sich tanzend in den Häuserecken drehn.

Der Herbst ist Winter, will und will nicht weichen,
Da Wiedergänger durch die Straßen schleichen.
Lass uns die Koffer packen. Lass uns gehn.

Walther AutorenBio:

Beitrag vom: 23 März, 2015 (15:40) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare
Kommentare



Nico Fuchs schrieb:

Ja, aber was ist mit, – das Heute korreliert mit dem Gewesenen und dem Werdenden im Hier, Schnee von gestern
und, es schaut doch so schön aus, Morgenrot?

Kommentiert am 28. März 2015 um 6:26



Walther schrieb:

gestern war noch morgenrot, heute ist der morgen tot. :-)

Kommentiert am 29. März 2015 um 12:35



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