Im Flüchtlingsghetto

1 März, 2015 (19:13) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | (2) Kommentare

Es treten aus den dunklen langen Schatten
Die ersten Wesen an das Mittagslicht.
Man sieht nur große Augen, kein Gesicht,
Die Spinnenarme. Rennen da die Ratten?

Wer durch die Gassen geht, weiß, wo‘s gebricht.
Die Reichen, die nichts zu verschenken hatten,
Verdämmern einsam in den Hängematten:
Denn wer nicht gibt, den gibt es eben nicht.

Ich sehe sie dort stehen, lautlos fragen,
Die ausgestreckten Hände, keine Klagen.
Die Fliegen summen über ihnen, landen

Auf Leibern, die nur Fetzenkleider tragen.
Was will man zu dem Elend Kluges sagen:
Das Wort, das sonst beruhigt, kam abhanden.

Walther AutorenBio:

Beitrag vom: 1 März, 2015 (19:13) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare
Kommentare



sylvia schrieb:

nein, du hast recht – es verschlägt einem die sprache. dir zum glück nicht ganz. danke!

Kommentiert am 2. März 2015 um 18:33



Walther schrieb:

ein kleiner beitrag eines wortkünstlers. viele davon könnten helfen. danke!

Kommentiert am 3. März 2015 um 17:33



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