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(dünner & blasser).., Sparwasser

Eben erfahre ich den Grund,
weshalb sich Wasserflaschen heute mehr als vorher drücken lassen.
Weil:
»Früher war das Wasser dicker!«
schicker Zeigefinger, Überbringer funktionalistischer Propaganda für Kellerasseln auf der Veranda
und auf dem Klo und wo irgendwo noch.
Wird doch überall gespart!
Geh’ mal auf Toilette.
Lief es früher auch so schnell?
Und was hinten raus kommt, kommt mir vor, als wär’s zu hell, weit weniger kräftig, gespart an Farbe
und Konsistenz.
Ein weicher Brei, frei jeglicher Substanz, charakter- und haltlos.
Bloß der beißende Gestank zersetzender Elemente kriecht überall heraus
und überfordert unser Denken, schwillt gewaltig an
und wird zum Graus für „Alemann“.
Kann sein, das Feuer brannte mal heißer
und Schnee fiel dicker und weißer,
lag länger da und knirschte sehr unter den Sohlen.
Knöcheltief lief es sich schwer.
Doch leider ist das lange her und längst nicht mehr.
Der Baum im Park stand grün und stark.
War stolz darauf aus Holz zu sein.
Ein Wunder der Natur, nicht nur ein loses Blätterwerk mit weißen Kerzen,
deren Früchte Kinderherzen lachen ließen,
wenn sie fantasievoll bauten: Igel, Katzen, Astronauten.
Wenig Rechner flog zum Mond,
wie der Ami gern betont. Irre Leistung bricht zusammen, wenn ein kleiner Schnupfen droht.
Geht gar nichts mehr.
Weit hergeholt?
Es reicht nicht hin, in einem Meer zu schwimmen!
Wenn man nicht tauchen kann,
wird es einem nie gelingen, den Dingen auf den Grund zu gehen und was kommt dann?
Belangloses Umherpaddeln in wilden Gefilden besseren Wissens und irgendwann der Untergang.
Vielleicht fehlt uns die Schwere?
Es läuft zu viel ins Leere.
Flach und ach aalglatt, macht solch Gericht den Bauch nicht satt.
Wohl dem, der keinen Hunger hat.
Sonst frisst die Ratte Zuckerwatte, weil sie nichts zu Abend hatte.
Regen fiel in „Meergestalt“ und beim Klopfen an die Scheiben gab es mehr Gewalt
und sank von früh bis spät in festen Fäden nieder.
»Früher war das Wasser dicker!« will ich meinen, kommt nicht wieder.
Trotzdem ist,
was ist,
mir lieber, denn was war,
das war,
ist nicht mehr da.
Auch wenn was kommt, gepanscht,
kann man sich prima drinnen suhlen.
Und was will man auch erwarten,
in solch harten Zeiten an den Schulen?
Rechnen.., Schreiben.., Mitgefühl?
Das Leiden Anderer vermeiden und miteinander wirken..,
Wie?
Was immer auch die Zukunft bringt,
dicker wird das Wasser nie mehr werden.
Aber mal ehrlich.
Wer weiß denn noch,
wie dickes Wasser schmeckt oder gar,
was eigentlich dahinter steckt?
Wenn nicht einmal ein Schüler,
der zu Boden geht und liegen bleibt,
sein Gegenüber schreckt
und dieser immer weiter tritt,
mit solchem Hass,
dann kann das nur am Wasser liegen!
Oder..,
Was?