Diogenes, kurz gefasst.

14 November, 2014 (10:53) | | beautiful people, labyrinth/wort.gewebt. | (4) Kommentare

Diogenes sagt, ganz gefasst:
„Im Fass wohnt Ruhe, keine Hast.“
Er kennt daher auch keine Hektik.
Das nennt man Daubendialektik.

„Der Marx schreibt also Riesenmurks!“
Das Wissen unsres Demiurgs,
Dass Sein und Wein sich rasch entzwein,
Liegt tief im Fass bei ihm allein.

Der Philosoph schweigt still und lächelt.
Er sitzt, vom Geist des Weins umfächelt,
Der aus den Dauben sanft entschleicht,
Die er beim Reifen aufgeweicht

Und freundlich angereichert hat.
Diogenes schreibt Blatt um Blatt.
Die Schüler lauschen seinem Kritzeln.
Als ihn die Sonnenstrahlen kitzeln,

Verkündet kurz der weise Mann:
„Wohl dem, der klaglos warten kann.
Geht hin und kündet all den Fässern:
Ob’s dicht ist, weiß man nach dem Wässern.“

Walther AutorenBio:

Beitrag vom: 14 November, 2014 (10:53) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare
Kommentare



sylvia schrieb:

Diogenes – hat ne wundersame Philosophie… und du hast sie herrlich rübergebracht. ich möcht auch mal in so ’nem Fässchen liegen, wer weiss, was für Ideen da einschießen würden. und schau, den geist des weines muss man nicht mal schlucken, er umfächelt und durchdringt porentief gelassen. all das sehr fein gegen novemberblues!

Kommentiert am 15. November 2014 um 7:24



Walther schrieb:

hi sylvia, diogenes hatte spaß – auf seine ganz eigene art. und das wollte ich rüberbringen. danke fürs kommentieren!

Kommentiert am 16. November 2014 um 15:16



nico schrieb:

klasse, ich fasse/lasse mich kurz/umfächeln und siehe im november, fein, ein lächeln ziert mein heim!

Kommentiert am 17. November 2014 um 17:08



Walther schrieb:

hi niko, freut mich, daß dich mein spaß erfreut.

Kommentiert am 5. Dezember 2014 um 11:51



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