Beiträge zu zugvögel/wind.bahnen

Kirchengeschichte

30 November, 2010 (12:31) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Du sprachst von Segnungen
Die Arme weit ausgestreckt
Das Unsichere zu umgreifen
Um es in Sicherheit zu wiegen

Dein Auge war ins Weite
Gerichtet an Horizonte
Ohne Tag- und Nachtschärfe
Der Vogelflug vorüber und

Die Landschaften so fest an
Deine Hände gewachsen
Wie die Füße in Stein gemeißelt
Dein Atem stand wolkig

Der Ton verklang gerade
Als die Achtung sich
Umhüllte ans Kreuz
Geschlagen hing der Glaube

Es mag ein Singen gewesen
Sein und ein Hüsteln sogar
Das Gesangsbuch verlegen
Blätterte es selbst zum Lied

Beitrag vom 30 November, 2010 (12:31) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es geht weiter

12 November, 2010 (23:34) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Es war aus. Eine klare Ansage. Wie im Auge des Sturms stand ich und sang mein Lied. Sang weiter. Tanzte, redete und irgendwann öffnete sich die Wand aus Wind und lies mich hinaus. Fort. Ans Ziel. Den Anfang.

Beitrag vom 12 November, 2010 (23:34) | Autor: Uwe Schick | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schneeschauerlich

21 Oktober, 2010 (09:17) | | zugvögel/wind.bahnen | 2 Kommentare

Willst Du mit mir ganz lautlos überwintern
Im weißen weitbedeckten Totenmeer?
Ich schau mich an Dir restlos augenleer,
Und Eiskristalle werden’s übersintern.

Das weiße Weiß weiß nichts von leeren Mengen,
Weiß nichts von weißem Blatt und Hirn,
Weiß nichts vom blanken Hans und kalter Stirn
Und nichts von Adern und verkalkten Engen.

Doch rotes Blut, es speist die Federweiße,
Es pulst und findet doch kein Ende nicht.
Wenn ich die Decke einfach so zerreiße,

Zerreiße ich nicht auch noch Dein Gesicht?
Es will und soll und muss nur Winter werden:
Das Weiße deckt die Zweifel und Beschwerden.

Für Karin

Beitrag vom 21 Oktober, 2010 (09:17) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


State of Being

23 September, 2010 (21:28) | | netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Und wenn er nach den heißen Sternen griffe,
Er bliebe doch, was er schon immer war:
Im Kopf ein wenig wirr, im Herzen klar.
Am Himmel schweben weiße Wolkenschiffe,

Auf denen sich der Mond ganz lässig schaukelt.
Sein Schatten streift an einem Haus entlang.
Ein letztes Flugzeug rauscht mit leisem Klang.
So wird uns falsche Freiheit vorgegaukelt:

Er denkt’s und fährt sich durch sein feuchtes Haar.
Der Sommer fällt schon von den hohen Bäumen,
Die rechts und links die dunklen Straßen säumen.

Es fühlt sich falsch an, fremd und sonderbar,
Wie aus dem Tal sich erste Nebelschlieren
In Jacke, Haar, in Busch und Baum verlieren.

Beitrag vom 23 September, 2010 (21:28) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Spätsommerhaiku I

13 September, 2010 (20:42) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Bienen bevölkern
Die Sommeranemonen –
Einsamer Flieder

Beitrag vom 13 September, 2010 (20:42) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Sprich eher

25 August, 2010 (14:45) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Wer aber den Herbst bespricht
Redet zuviel vom Weh
Singt lauthals vom Ach
Birgt den Hals im Schal

Wer aber vom Winter heisert
Der tanzt um den Schnee
Der pirouettet sich ins Eis
Salzt sein Kommen und Gehen

Sag nicht wenn du herbstest
Dass du dich überwinterst
Die Nebeltropfen gebären
Den Raureif in deinem Bart

Klag nicht über Endlichkeiten
In Endlosschleifen
Sprich eher vom Blauen Band
Das flattert im weichwarmen Wind

Beitrag vom 25 August, 2010 (14:45) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Mücken, Echo auf Werners Fruchtfliegen

8 August, 2010 (23:30) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

 
Nach dem Regen
Mücken wieder gierig
auf mein Blut

Und falls ich Mücke werde
und steche sauge was mir gefällt
auch wenn totgeschlagen
macht nichts
Ich lebe nebenbei im Nichts
im Wind und im Taifun
lausche dem Orchester
Wind Wellen Verkehr Geschwätz
Im Spiegelkabinett der vielen Iche

woanders klappern verrückte Pferde 2010 PS Mücken mit Glöckchen
in schwärmenden Kreisen wirbeln vergehen in unsichtbaren Wolken
nichts als bunte Zeichen
eine Wolke summende Mücken
ein Skandal
ich schlage Krach
meine Knochen klirren skandalös
Mücke will stechen
Ich schlage zu
Sie versuchts nochmal

Beitrag vom 8 August, 2010 (23:30) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Mal.Kunst

4 August, 2010 (09:33) | | lesung karlsruhe, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Das weite Rund war weiß, und ganz am Rand
Stand eine Pappelwand. Das war rechts oben.
Links unten schien ein kleiner Krieg zu toben.
Von dort ging schlangengleich ins Unbekannt

Ein Weg, der, in das Schicksal fest verwoben,
Als Ornament erscheinen mag. Das Land
War schneebedeckt. Die Mitte blieb vakant.
Links oben sich als Fixpunkt auszuloben:

Ein altes Haus auf einem kleinen Hügel
Versuchte sich in dieser schweren Kunst.
Dem Adler wuchsen schattig Riesenflügel,

Als er ins Rund stieß aus dem Wolkendunst.
Der Pinselstrich nahm Augen an die Zügel:
Wer führt, erreicht auch des Betrachters Gunst.

Beitrag vom 4 August, 2010 (09:33) | Autor: Walther | Rubrik: lesung karlsruhe, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schattenverwesend

14 Juli, 2010 (14:44) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Du hast Deine Wortwahl getroffen
Sie mich auch
Nun gehe ich im Schatten meiner selbst
Und zähle die Treffer

Licht auf der Anzeigentafel
Und Zahlendreher als Falschaussage
Ich reise jetzt ab weil ich Dir
Zu nahe getreten bin

Schatten treibt in Deinen Worten
Weggespült und ausgelöscht
Ein vergessener Hahn tropft
Die Zeit in den Syphon dazu

So sind wir einander schattenverwesend verwandt
Immer auf dem Sprung
Immer nur Abflug
Der Verwandlung anheim zu fallen

Beitrag vom 14 Juli, 2010 (14:44) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Glücksuche

4 Mai, 2010 (21:41) | | netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Dann war da noch die Vergebung
Verpasster Gelegenheiten
An fernen Ufern gelegen
Türmten sich Lebensträume auf

Doch war da auch Sonne
Mond und Sterne im Blau
Im Schwarz im Grün sah ich
Tau blitzen Liebste Türen öffnen

Sich an Kirchenschiffen
Die Türme stechen den ganzen Himmel
Ab und der Vogelflug kündet
Nichts Gutes nur von Frühling Herbst

Und da war viel mehr Meer gewellt wie
Dein Blondhaar du Engel du
Ewiges Weib Verrufene wie
Angebetete zeigst dich am Fenster

Wie Gott dich schuf dass
Mann dich sehe und verfalle
In Maulaffenfeil im Dunkel der
Alten Platanen das leise Getuschel

Verschatteter Gestalten auf sommer-
Hitzig kretischen Marktplätzen
Dem Weine geneigt dem Kaffee
Zugetan ein Carpe diem tropfend

Ein Laissez faire – laissez passer süß
An den Lippen hängend und da war
Dann die Gelegenheit endlich die Glück-
Suche als vergebens einzustellen

Beitrag vom 4 Mai, 2010 (21:41) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Wörterwolkenwind

19 April, 2010 (23:29) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren


                           Barfuß rennen 
                    Flaumfedern um die Sonne
                 Spinnweben fangen Flugzeuge
             in Aschewolken Ein Karpfen stapft Nordic 
          Walking gegen die Strömung Ein Radler radelt rrr adelt
                  durch
               den Seespiegel den Seesp -Igel seit 
                    Jahrtausenden Ja Taus enden
                         Das Entenpaar plaudert 
                               mit den Wellen
                                  Rucksack-Möwen wandern 
                                                 weiße Kreise
                                                     in den Stief-
                                                              mütterchen

Beitrag vom 19 April, 2010 (23:29) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Das war ein schöner Schmetterlingstag

18 April, 2010 (22:51) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

 
Durch den Frühlingswald Zum langen See
Pfauenaugen auf dem Weg bis Schmetterlingshort
flattern und landen
Biergarten
Mädchen trinkt Wasser
´und dann ein Gläschen Sekt!´
sagt die Sechsjährige

Im Schmetterlingshort
Ein Raum
prachtvolle Schmetterlinge
aus aller Welt
und noch ein Raum
Dort wird die Ausstellung
´fantasia botanica´
eröffnet
Schüler ab siebter Klasse zeigen
Kraftvolle Bilder, ein buntes Objekt, Keramik
und Zeichnungen
mit darauf geklebten echten Blättern
und Texten handgeschrieben
´Zerzauste Winde
Bäume trocken
im Morgenrot
Der Tag wird schön´

Und für die Gäste
Kuchen und Kaffee
sogar Sekt

Beitrag vom 18 April, 2010 (22:51) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Meine Havelwiesen im Wandel der Jahreszeiten – Frühling

16 April, 2010 (09:12) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Endlich kehrt nach langem Grau das satte Grün der Havelwiesen zurück. Zwischen braunen vertrockneten Blättern des letzten Jahres sprießen nun die zarten grünen Spitzen hervor. Dazwischen öffnen sich die ersten Sumpfdotterblumenknospen. Im flachen Wasser der sumpfigen Wiesen spiegeln sich in der Ferne zwei weiße Schwäne.

Vom anderen Ufer der Havel erreicht mich ein Kranichkonzert, dazu meldet sich der Pfau, der in den umliegenden Gärten zu Hause ist. Eine Weile bleibe ich stehen, genieße den Blick auf die immer mehr grün werdende Havelwiese und lausche dem morgendlichen Vogelgezwitscher. Ich gehe weiter, lasse die Sonnenstrahlen mein Gesicht berühren. Das blecherne Krächzen der Fasane kündigt mein Kommen an. Über mir schnattert ein Wildgänsepaar. Erneut bleibe ich stehen, lasse den Blick über die blühenden Weiden schweifen, als ein junger Rehbock sich zwischen den Ästen des Sumpfgebietes über das freie Feld wagt. Erst langsam, dann jagt er Richtung Wald und verschmilzt mit dem Unterholz des Kiefernwaldes.
Wie ich die Wiesen verlasse, in den Wald komme, steigt mir der frische Duft von Moos und harzigen Bäumen in die Nase. Herrlich! Ein Eichkater flüchtet den Baumstamm hinauf, bis in die Baumkronen.

Welch ein Glück, hier zu Hause sein zu dürfen!

Beitrag vom 16 April, 2010 (09:12) | Autor: Angela Planert | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schneeflöckchen – Weißröckchen

6 März, 2010 (11:53) | | lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Es tanzen Flocken um den kalten Wind,
Sie wirbeln sich im Kreis, als gäb’s kein Morgen:
Man möchte sich von ihnen Leichtsinn borgen
Und fröhlich sein, so wie als kleines Kind.

So fallen sie, des Winters zarte Boten,
So schön, so weiß, als gäb“ es keinen Tod.
Sie decken ab, was unsern Blick bedroht,
Was wir zu wissen uns doch selbst verboten.

Man schaut von innen auf das wilde Treiben,
Wenn’s weiter friert, dann stirbt sich’s in der Stadt,
In Ecken, wo die Ausgegrenzten bleiben,

Die unser Leben ausgeworfen hat.
Die Wärme drinnen endet an den Scheiben:
Dort wird man mit- und aneinander satt.

Beitrag vom 6 März, 2010 (11:53) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die Wolken blähen sich, der Wind wird laut

4 März, 2010 (21:14) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Die Wolken blähen sich, der Wind wird laut.
Es flüchten sich die Krähen in die Bäume.
Die Welt vergisst die schönsten Blütenträume:
Denn wer sich jetzt nicht fürchtet, wer nicht schaut,

Dass er im sichren Schutz die Zuflucht findet,
Dem droht die dunkle Wand mit hellem Blitz
Und fernem Donner: Der macht keinen Witz,
Der zischt herab, dass man beinah erblindet,

In Holz, Metall, in Erde, Stein und Wasser.
Die Luft, durchschnitten, wummert, pfeift und kracht.
Der Mensch wird um die Nase spitz und blasser.

Der Sturmgott Thor tanzt wirbelnd mit und lacht.
Die Straße färbt sich schwarz, wird glischtig, nasser,
Und Hagel klackt. Man denkt, es fällt die Nacht.

Beitrag vom 4 März, 2010 (21:14) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Auf dem Fensterbrett die Tropfen

19 Februar, 2010 (09:28) | | zugvögel/wind.bahnen | 4 Kommentare

Auf dem Fensterbrett die Tropfen
Scheinen wie im Takt zu klopfen:
Draußen taut es. Es wird warm.
Auf dem Baum der Spatzenschwarm

Zwitschert fröhlich, flattert hektisch.
Dichterdenken, dialektisch,
Schließt: Der Winter endet hier.
Ach, wie wohl und heiß wird mir

Bei Gedanken, die man denkt,
Wenn man sich ein Lächeln schenkt,
An die Dinge, die es gibt,
Wenn man sich im Frühling liebt,

Wenn im Sommer laue Lüfte,
Schwanger von der Blüten Düfte,
Zärtlich nackte Körper streicheln,
Die sich küssen, schmusen, schmeicheln!

Draußen ists noch immer grau,
Doch man weiß es sehr genau,
Dass sich jetzt die Wetter wenden
Und die kalten Zeiten enden.

Beitrag vom 19 Februar, 2010 (09:28) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


ungeschminkt

5 Oktober, 2009 (18:24) | | zugvögel/wind.bahnen | 3 Kommentare

im leichten wind
schmilzt
die nacht

schlaf
los

als morgen
röte
wächst
durch dünne
nebelmäntel
strecke ich
die hand
aus

nach dem
glänzenden gefieder

des tages

Beitrag vom 5 Oktober, 2009 (18:24) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (3) Kommentare


umbra

1 September, 2009 (13:31) | | zugvögel/wind.bahnen | 5 Kommentare

laue schatten
töne
fallen auf
das letzte
ungereifte

langsam wächst
zähes schweigen
über nackte
schultern

hinter den wäldern
pfeifen angst
gespenster
unverblümt von einer
kargen herbstzeit

lose
streunen gedanken hin
zu verschlossenen
träumen

und im spiegel
ihrer fenster

lächle ich zurück

Beitrag vom 1 September, 2009 (13:31) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


geneigt

16 Juni, 2009 (19:14) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

um uns treibt
nachtmeer lupinen
blau
beinahe durch
sichtig
wilden honig im schlund
von kühle leicht
überspannt
das wogen des holunder
schaumes ab und
an parodiert
vom würzigen duft
hoher nesseln
taumeln
hinter ihren wimpern
die perlen seiner zwischen
töne
am seidenen faden
trudelt
verwegen
seifenblasig
jenes fingerspitz
tiefer
bis es froh
lockend
unter ihrem gefieder
anker wirft

Beitrag vom 16 Juni, 2009 (19:14) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die rote Päonie

16 Mai, 2009 (22:27) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Die rote Päonie
Legt ihre Blütenblätter
Auf Hagelkorneis

Beitrag vom 16 Mai, 2009 (22:27) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


am rande

6 Mai, 2009 (22:02) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

vergangene nacht
davon
gesprengt
verjagt
in den auwald

sehnsüchtig lächelt
der mond
aus dem teich
modrige stille

krallt sich
im rücken
fest
hängt meine seele
zwischen den bäumen
ein hauch
flüchtiger
flieder
gen süden

mit dem sternenwind
in die tiefe
deines traumes

Beitrag vom 6 Mai, 2009 (22:02) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ostermontagshitze

15 April, 2009 (18:15) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

– Schlüsselblumensonett –

Es tropft die Zeit, es rauscht der Wind so lind:
Die Frühlingsschlüsselblumenprimeln lachen
Im Garten um die Wette. Wie sie’s machen!
Ich sitze staunend da, es huscht geschwind

Der Kater seines Wegs. Ich denke Sachen,
Die man nicht denken soll. Der Tag verrinnt.
Die Spinne, die die ersten Fäden spinnt,
Sie spannt ein Netz Gefahr. Die kleinen Nachen

Im Teich sind rosa Blüten, die vom Baum
Gefallen in der Sonne sind wie Regen.
Das Bienensummen selber hört man kaum.

Ich sehe den Beginn und das Bewegen,
Vom Sinn erhasche ich ein Stückchen Saum,
Erkenne darin Wunder, spür auch Segen.

Beitrag vom 15 April, 2009 (18:15) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ein*mündung

22 März, 2009 (16:53) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

frühlingssturm
treibt mich durch
eng
gewordene altstadt
gassen

wo flirrlichter sich
spiegeln
auf kopfstein
pflaster
………… schauernass

das luftmeer
schmeckt
noch immer
nach unserem beat
nach jenem tropfen
single malt
und
nach dem kringel
pfeifenrauch
( prestige – du weißt â?¦ )

flausen
hinter den lidern
finde ich mich
wieder
im lindenhof
unseres regen
bogensommers
auf ausgetretenen stufen

allein

Beitrag vom 22 März, 2009 (16:53) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


November Rose

22 November, 2008 (20:13) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Der Schnee, gefallen, liegt so müd am Boden.
Der Himmel sieht ganz blass aus und versaut.
Und draußen ist nur der, dem vor nichts graut.
Die Küche riecht nach Zimt und Renekloden.

An Brücken in die Hoffnung wird gebaut.
Zu jammern ist jetzt prinzipiell verboten.
Es gilt die Seelentiefen auszuloten,
Und niemand hat gern nur in sich geschaut.

Die Bäume, Büsche, strecken sich zur Decke,
Dort ballen sich schon Wolken ziemlich schwer.
Die Zeit verwandelt sich in eine Schnecke.

Dort, wo die Geigen hingen, hängt nichts mehr:
Die Rose will, dass man sie schnell verstecke;
Sie friert, ihr Blütenherz ist kalt und leer.

Beitrag vom 22 November, 2008 (20:13) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Spatzen – Haiku

19 November, 2008 (13:50) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Schweigeminute.
Der Winterbaum wirft ein paar
Spatzen gen Himmel.

Beitrag vom 19 November, 2008 (13:50) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


urban odyssee (5)

15 November, 2008 (15:42) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

http://www.sylviahagenbach.de/wp-content/uploads/2008/11/urbanodyssee5.jpg
â?¦dass die zeit der hotels, die zeit der züge, bahnen und busse für mich bald vorbei sein muss. über die alternative mag ich nicht nachdenken. es ist herbst geworden. noch hat die sonne kraft in diesen tagen. aber nachts beginnt schon die kälte zu fressen. in den vorgärten rosten die rosen und morgens liegt ein toter igel neben dem weg. in der u-bahn-station stadtmitte trägt die kopfnickende frau über ihrem grünen mantel eine wolldecke. ihre perücke ist nach vorn gerutscht und verdeckt fast die augen. im blätterwirbel auf dem großen platz steht ein mann. der mann spricht nicht. der mann steht stumm auf dem großen platz und betrachtet seine hand. seine hand mit den langen nägeln, seine schmutzige hand. mit der anderen hand hält er seinen kopf, seinen kopf mit den weiten augen fest. der mann schaukelt. vor. zurück. der mann spricht nicht. der mann riecht nach urin und ungewaschenen kleidern. der mann betrachtet seine hand.

Beitrag vom 15 November, 2008 (15:42) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


urban odyssee (4)

11 November, 2008 (21:42) | | lesung karlsruhe, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

http://www.sylviahagenbach.de/wp-content/uploads/2008/11/dunst-1.jpg

Es ist seltsam, aber je mehr ich mich anstrenge, desto schneller scheint sich alles, was zunächst viel versprechend erschien, wieder im Dunst zu verlieren.Vieles habe ich versucht, ganze Schuhkartons mit Strategiepapieren vollgestopft, bin gereist, habe gefragt, recherchiert, fotografiert und mich schließlich vollkommen verloren in diesem Wust an Möglichkeiten. Habe mich betrunken, mich treiben lassen, habe rumgesessen und auf Anschlüsse gewartet in Bahnhöfen, Überlandbusstationen, an U-und S-Bahn-Haltestellen. Ach, wo denn nicht! Ich bin es leid. Aber ich muss von vorn beginnen. Irgend etwas zieht mich immer weiter hinein und ich befürchte

Beitrag vom 11 November, 2008 (21:42) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: lesung karlsruhe, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


urban odyssee (3)

9 November, 2008 (19:45) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

http://www.sylviahagenbach.de/wp-content/uploads/2008/11/urbanodyssee3.jpg
er mustert mich beiläufig als ich einsteige, tritt aufs gas, strassen glänzen, gleissen vom regen und meine augen tränen vom zigarettenrauch, der eben noch in der luft hing, oben. das knacken der funkverbindung, die heisere stimme der frau in der zentrale, das sirren der pneus auf dem asphalt, stairway to heaven und ich versacke in mir, in meiner aura aus schweißund qualm und unentschiedenheit. lampenstrudel, leuchtfeuer der stadt, PINDOPP GILDE BRÄU MC DONALDS WOODSTOCK BECKER & FLßGE;
die zeichen dehnen sich zu linien, bekrakeln den wirren schwarzen himmel mit
kalligraphien, lichtdetonationen wie ausgefranste crysanthemenköpfe und ich schaue und sehe nichts, nichts, nur den film hinter meinen augen immer wieder, immer wieder von vorn. der daimler biegt um die kurve, er hält vor einem haus, ich schaue in die fenster und flüstere: fahr weiter, ich kann nicht, noch nicht, weisst du, ich bin so müde; und er fragt nicht wohin, gib gas,
das kopfsteinpflaster ist verletzt, im spiegel rasen baumfetzen davon, wir fahren über land und ich sehe die leuchtfeuer im wald versinken wo nachtvögel sie zerreissen, glut auf die äste legen, die schnäbel überkreuz. jetzt flackern die scheinwerfer im hochwasser, sieben brücken stemmen sich aus dem schlamm bis in den mondhof, und ich erwache und träume, ich sei der kleine häwelmann und puste in mein segel, mehr, mehr, über den himmel bis der feuerball in die ebene kippt und die strasse in brand setzt, jetzt mach, jetzt schnell wenden und zurück in die stadt, in das haus, in das schlingernde bett.

Beitrag vom 9 November, 2008 (19:45) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


urban odyssee (2)

4 November, 2008 (21:23) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

http://www.sylviahagenbach.de/wp-content/uploads/2008/11/bild2.jpg
gegen abend dann die nördliche stadt. kalt sind die kanten des automaten im rücken. verschmierter durchguck zum bahnhofsklo. will es nicht sehen aber dreh“ mich nicht um. die mittelmeerblaue tür steht halb offen, die klofrau schaut heraus mit weiten augen, einen lappen in der rechten hand. sie knetet den lappen. auf den grellen kacheln zu ihren füssen bildet sich eine lache. hinter mir höre ich einen vogel auffliegen, das harte flappen der flügel, das jammern der luft zwischen den federn der flügel. gänsehaut denke ich. wieso nicht taubenhaut oder amselhaut oder. der lappen tropft. die klofrau schliesst die tür. der mann vor dem verschmierten durchguck zieht die jacke an und geht.

Beitrag vom 4 November, 2008 (21:23) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Blicke auf die welt

31 Oktober, 2008 (15:10) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

blicke auf die welt
zeigt schnee und rosen
bäckchen in schleierwolken

trifft der blick den punkt
null grad enteisend
heute morgen gesprüht

die funken sind geschlagen
das holz für winter
heizung und rauchfahnen

trifft der blick auf dich
geliebte deine rosen
bäckchen deine rosen

dornen haben mich geritzt
sind deine arme
sind wir alle

schleierwolkenatem
los das rasseln
deiner schlüssel an der

tür blicke ich auf
die welt die meine
ist gerahmt

Beitrag vom 31 Oktober, 2008 (15:10) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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