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Mit diesen vierzehn zeilen

6 März, 2017 (08:49) | | alptraum/ego.wunde, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Drum spreche ich mit diesen vierzehn zeilen
in eine welt die nicht versteht was ich
versteh weil sich die zeiten stets verkeilen
dass sie zerbricht & schreit so fürchterlich

Die kleine welt die in der kapsel springt
& aus ihr samt um früchtchen aus zu treiben –
ich höre wie der frühling singt & klingt
will meine hände an einander reiben

Als schon der sommerwind den lenz verbrennt
gewitter rasen durch die felder: golden
entleiben ähren sich – der winter kennt

Den herbst & keine rast & weißen tod
& in den gärten dorren blüten dolden
ich steh & sage hier von meiner not

Beitrag vom 6 März, 2017 (08:49) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Flüchtige weg strecken

2 August, 2016 (20:01) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Fort gegangene fort folgen –
belagerte belegt des brot ich ess
mit auf schnitt vom ab
geschnitten hals stück in scheibchen
weise

Red keinen käse wenn du keine
wurst hast spreng falle & fresse
dich durch um sie auch nur zu
halten

Putsch dir dein auf putsch
mittel & werfe nebel kerzen
auf wasser werfer in truppen
stärke dich mit kindes kindern
wirf dich

Weg wo ein wille mit isst bleibt
die küche kalt & der brei verdirbt
den charakter weil drei
köche um ihn veits
tanzen

Sei eine folge verfolgter &
gehe über die wasser so ist
das mittel meer: du zaun
könig im maschen draht –
stacheln auf die neueste
masche

Ist gefallen & am leichen
tuch wird mit heißer nadel
genäht – lass dich aus booten
& lenze kähne mit loch
sieben

Wandle & verwandle dich
Folge dir nach & trete in
zu große schuhe um sieben
meilen zu stiefeln – folgen
los ohne ende & bei fang
im netz

Beitrag vom 2 August, 2016 (20:01) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


bis morgen häuslich

21 Mai, 2015 (01:09) | | zugvögel/wind.bahnen | 2 Kommentare

bis nachher, morgen, sind noch viele träume
bereit und in der playlist,
im luftschloss stehen leer die räume,
doch sagen noch nicht, welcher’s ist:

ist’s dies’ kabuff, die windzerschrägte kate,
die längst von mir befreite zelle,
das haus, in dem ich auf dich warte
wie türen auf der heimatlichen schwelle?

schon gestern hatt’ ich tief geträumt
vom umzug und dem wechsel der tapeten,
dass ich die alten wändekader ausgeräumt
und säße schon auf den raketen,

auf den’n ich reite zu dir übermorgen
wie münch’ aus seinem lügenhausen.
ich werde dir noch einen traum besorgen
und kämme mir schon mal die flausen.

(für julija)

(gelesen hier)

Beitrag vom 21 Mai, 2015 (01:09) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Stahlhimmel

31 Januar, 2015 (13:38) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Der Himmel ist aus Stahl geschmiedet und
Gehämmert. Winterhartes Licht: Es dämmert
Am Horizont wie Essenfeuer. Wolken
Sind pink-orangen angehaucht. Ganz matt

Und müde liegt ein Violett in Fransen,
Die flüchtig kahle Äste strähnig kämmen.
Ich kehre mich nach außen und nach innen.
Die Augen spiegeln alle falschen Farben,

Die meine Netzhaut überpinseln, als
Ich nach den ersten Sternen greife, die
Sich schüchtern blinkend auf das Stahlblau setzen.

Bald wird ein Sturm sich durch die kalte Stille,
Durch die Idylle fressen, sie verdauen.
Ich schlage meinen Kragen hoch. Ich gehe.

Beitrag vom 31 Januar, 2015 (13:38) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gedanken zum Herbst

9 November, 2014 (13:45) | | zugvögel/wind.bahnen | 5 Kommentare

Auf dem Äst verbrüdern sich
Zwei Krähen und stecken die Köpfe zusammen.
Der Ahorn hat sich entblättert,
Schämt sich aber dafür und trägt die Reste stolz:
Wie so viele Bäume ein Verlierer,
Übt er sich in schwarzem Strich am Himmel.

Das Eichhörnchen verbuddelt
Hastig Walnüsse. Daneben Haselnüsse. Und
Daneben Kastanien. Ein Igel
Kiebitzt. Dann trollt er sich raschelnd. Die
Krähen mögen sich nicht mehr,
Und dem Ahorn ist piepegal, wer da krächzt.

Die Sonne hängt sich in den
Leeren Apfelbaum und stapelt tief. Ihr
Schlagschatten zerfasert sich
Ins Halbdunkel zweier Holzbeugen. Über
Allem tanzen Eintagsfliegen
Letzte Hochzeitspolkas, Hab mich lieb! flügelnd.

Ich lüge mir die Hände in die
Taschen und vergrabe meine Frühlings-
Hoffnungen. Ernüchtert schaue
Ich meiner Atemfahne hinterher und stelle die
Falschen Fragen auf die richtigen
Antworten. Denn ich bin so alt wie das Jahr.

Beitrag vom 9 November, 2014 (13:45) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


linie & korn

25 Juli, 2014 (05:04) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

rote linien auf den punkt
gebracht und countend zeitlos down,
allen schlimmen dingen klau’n
ihr s.o.s, in nacht gefunkt.

mein korn zielt reifend auf die kimme,
die beeren abgepflückt den sträuchern,
um dürr zu werden im mich räuchern,
dass stroh nicht werde meine stimme.

so ohm’ ich meine widerstände
und faraday and night die ladung,
voltare spannung und bleib’ harung
im teich der haie wilder wende.

ich netze durch die engen maschen
wie gut geölt mich als sardine,
und zwänge mich als serpentine
in dosen meines eingemachten.

i walk the line am seid’nen faden,
und träum’ vom punkt wie eduard
in buschens vers – und eh schon wart’,
dass kurvend werd’ auf ihr ich fahren.

video.poem

Beitrag vom 25 Juli, 2014 (05:04) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ein winter der nie endet

26 März, 2013 (11:45) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

die flocken zählst du die auf ästen hocken
sie sitzen seit an seit um sich zu wärmen
und die die von den weißen wintern schwärmen
sie wollen sie ins kalte freie locken

du würdest lieber mit den blumen rocken
dir wühlt die ungeduld in den gedärmen
die augen sind schon stumpf man spürt dein härmen
dein sehnen nach den gelben osterglocken

die leberblümchen strahlen blau und keck
du siehst sie kurz dann spielt der schnee verstecken
und – schwupp! – sind alle frühjahrsboten weg

du wünschst frau holle soll am frost verrecken
– ein winter der nie endet ist ein dreck –
und hasst sie für das schütteln ihrer decken

Beitrag vom 26 März, 2013 (11:45) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zeitreise

11 Februar, 2013 (10:26) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

„Arelegia! Alles aussteigen bitte!“

Beitrag vom 11 Februar, 2013 (10:26) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


sahara wind

28 Dezember, 2012 (10:26) | | netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

der süd wind bringt ein flüstern schöner zeiten
die sonne eine ahnung jenes lichts
spricht träumend von dem warmen süßen nichts
tun will die lebens mühen so bestreiten

ein lächeln faltet flächen des gesichts
die ohren voll des rauschens der gezeiten
erwarten das gitarren spiel ein gleiten
ins meer & die gerüche des gerichts

das süden heißt das land des winter sehnens
das fenster wird geschlossen schmerz des wähnens
so endlich wie die mär vom paradies

beleuchtet grau die dunkel zeit des lehnens
gebeugt die alben blätternd des erwähnens
erinnerns an die brise die da blies

Beitrag vom 28 Dezember, 2012 (10:26) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


watt wahl watt wal watt watt

12 November, 2012 (20:35) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

wa(h)l verwandschaften speien
fontänen & wühlen die see auf
die ruhig lag still ruht er der see
die see wütet schäumt brandet

gründen tief die stillen wasser
die öl platt formen gründen tief
die wind räder gründen tief das
echo lot lotet tief aus laut aus

das watt kennt kein volt aber
eine volte die robben robben
die wale voltigieren das watt
kennt mega watt lernt kilo

volt kennen hängt die wolken
an stark strom leitungen auf
es hat keine(n) wa(h)l mehr
ebbe sagt das meer zur flut der

fische ebbe sagt das meer zu
möwen es will watt formen
& hat platt formen hering in
öl & gas hat spaß das watt

Beitrag vom 12 November, 2012 (20:35) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


farbverwirrung (haiku)

31 Oktober, 2012 (19:33) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

farbverwirrung –
der ahorn weiß nicht, was er
heute tragen soll

Beitrag vom 31 Oktober, 2012 (19:33) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


septemberränder: 30

30 September, 2012 (22:58) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

(„Der dieses Liedlein hat gemacht / Von neuem hat gesungen, / Der hat gar oft den Tod betracht / Und letztlich mit ihm g’rungen. / Liegt jetzt im Hohl / Es tut ihm wohl / Tief in der Erd verborgen“ – Anonymus, 17. Jh.)

geh letztmals barfüßig auf den balkon,
schau an, wo mond hinweht, heut schwammumwölkt.
der sommer ging, herbst kam, und ich walk on
the line auf dachfirst, wo ein täubchen bölkt

recht heiser, spät sein letztes liebeslied.
ich sing es mit, auf füßen, die erkalten.
ein stöckelschuh der parzen mir noch blieb,
solch high-heels in sonetten zu verwalten,

den langen marsch durch institutionen
der strengen form am leichten fuß, der gänge
schwer und schwerer durch den sumpf, wo wohnen

nicht ich mehr, tauben nicht und tanzend musen.
la lune nur noch und ihre abgesänge,
die drücken sterbend mich an ihren busen.

(das letzte sonett aus 30 „septemberrändern“)

Beitrag vom 30 September, 2012 (22:58) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


spät sommer ahnung

28 August, 2012 (12:50) | | herz & lenden, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

das leise rauschen von den blättern wind
gemacht so schiens hat noch der sommer aber
ganz langsam wird es herbst der kandelaber
auf der veranda flackert wo wir sind

zum abschied nehmen im gespräch versunken
ein schauer lässt am arm die haare stehn
als wir uns tief in unsre augen sehn
da war das letzte kalte bier getrunken

ich hole uns die jacken denn die kühle
zieht bis hinein in unsre knochen das
ist eine todesahnung die ich fühle

sie sticht in diesen abend nach dem spaß
des langen warmen tags ich halt dich fest
sag ich zu dir weil deine wange nässt

Beitrag vom 28 August, 2012 (12:50) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


mondweg

7 August, 2012 (05:21) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

wie der mond geht durch
die wolken, ein stiller weg
weht licht durch sein kleid.

(für lilly)

video.poem

Beitrag vom 7 August, 2012 (05:21) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


land schaf.f.ten

29 Juli, 2012 (18:39) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

das heute hat traumatische ränder
au.f.sgefasert von sonnen stürmen
au.f.s.gerissen & ionisiert

wie wetter fahnen ziehen polar
lichter farben schlieren hin ge
pinselt von aurora so göttlich

so kalt gestörte röhren kommu
nizieren verrätseltes an denker
stirnen an höhlen menschen die

wolfs rudel streunen lassen durch
verlassne ebenen & savannen
wo heimat los sein wird & leer

wo fuchs dem has gut nacht sagt
wo dann der wald u.m.nbe.gangen
sonn wie werk tags morgen wie

abend dämmert da sei die stumme
zukunft in weiten teilen da kehre
zurück was war bevor wir kamen

& endlich gingen über die ränder
un.versehrtheiten hängen in spinn
weben neben tau tropfen im wind

für karl, dessen gedichttitel mich anregte

Beitrag vom 29 Juli, 2012 (18:39) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Strandgelaufenes II

8 Juli, 2012 (18:10) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

– Kanarische Sandeleien –

Ein blanker roter Hintern prahlte gegen die Saharasonne an, deren Nachhaltigkeit durch den kanarischen Wind maskiert wurde. Der Sonnenbrand wusste das zu schätzen. EfFKaKanien war überall. Man konnte keine Schritte gehen, ohne in solche zu sehen.

Hängebaucheber und Hängepodamwild wursteln sich aus durch die Lappen geschützten Grillplätzen, manchmal mehr und manchmal weniger unbekleidet. Sie trotteten in Richtung Meer, um dort die Gebeine zu wässern. Wir wanderten Strand, Zehenkühlung und atlantische Kneippgüsse eingeschlossen. Ein Ganzkörperpeeling war inbegriffen. Wadenkrämpfe wurden nicht registriert, aber gelegentliche Augenkrämpfe protokolliert. Man biss auf Sand.

Die volle Aufklärung für den Nachwuchs war kostenlos beigegeben. Frisch tätowierte Backfische entstiegen der Brandung, und silikonoptimierte Brüstungen liefen kostenlose Werbung für Wacker Chemie. Venus war überall.

Die durch Blasenerleichterungzwänge herbei geführten Tinto di Verano Gesprächspausen waren tiefenentspannt und gesprächsfördernd. Wir hielten uns an Händen und die Köpfe sowie deren Bedeckungen fest. Steife Fuertewinde rissen manches Wort mit sich – glücklicherweise.

Hotels kletterten die Abhänge hinauf, sie wuchsen quasi aus Dünen empor. Die Wellen schienen sie zu gießen. Von Bauruinen und vereinsamten Kränen durchzogen schlängelten sich empor bis in die Berge. Kahl war als Beschreibung der rotbraungrauen Landschaft übertrieben. Wadis durchschnitten Steingeröll. Fürs Grün waren Lupen erforderlich.

In Gummischlauchvernetzungen wurde meerwasserentsalzte Bewässerung in Palmeneinsäumungen umgesetzt, die alles Menschengemachte umgaben, sogar Straßen. Gelegentlich brachten tropenbefeuchtete Bougainvillae Farben ins Spiel. Verbreitete Aloe Vera sprach endlos trockene Wahrheiten aus. Dazwischen überzeugten Kakteen durch stacheliges Gehabe.

Über Bergkuppen wälzten sich Wolken, in die sie sich verstiegen hatten, vor bis zur Abrisskante. Heftige Palmwedelungen sorgten böschwankend für klaren Nachthimmel über Hotelanlagen und putzten den Mond für Mann und Frau daselbst. Auf dem ausladenden Balkon sah ich der Herzensdame ins Auge, noch ungetrübt vom kanarischen Weine. Ich sah tief, fiel tief und rollte mit der Brandung in den Tiefschlaf.

So liefen wir immer wieder Spuren in den Sand. Die Wellen machten den kapitalen Fehler, sie immer wieder zu löschen. Auf die Flut folgte die Ebbe, im Meer und in der Kasse. Und nichts, was war, blieb. Außer dem Wind selbstredend, und der immer wieder auftretenden Kalima Kamalität, dann, wenn das Brot nicht mehr in den Ofen musste, um gebacken zu werden.

Beitrag vom 8 Juli, 2012 (18:10) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


sorgenfalten gedämpft

13 Juni, 2012 (19:38) | | beautiful people, lug & trug, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

heute mal sorgenfalten gedämpft
auf der seerose liebt sich ein
libellenduo im kriminaltango

gewitterwindig wirds der
amsel ein wenig unheimlich
da spricht einer der viel zu

sagen hat sehr laut seinen
kommentar der selbst begleit
blitze richtig zucken lässt

die backen gebügelt die seele
gebotoxt welche platte er
scheinung sieht mir entgegen

in der spiegelung des garten
teichs von wasserläuferkringeln
durchwellt trotz atemstillstand

Beitrag vom 13 Juni, 2012 (19:38) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Herbstsenryu I

1 November, 2011 (17:54) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Morgens den Nebel
Von Autoscheiben wischen –
Der Tag kann kommen

Beitrag vom 1 November, 2011 (17:54) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schlierenzierde

16 Oktober, 2011 (18:54) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Die Nebel nehmen morgens überhand,
Und feine Tröpfchen legen nackt und bloß,
Wo Feuchte gerne kriecht und liegt. Wie groß
Die Schatten werden, misst noch unerkannt

Der Winter, und er scheint dabei zu lächeln.
Die Sonne müht sich, ohne zu gewinnen:
Aus Morgendunst will fahl ein Baum gerinnen,
Den Schwaden ohne festes Ziel umfächeln.

Die Fenster trüben ein, und eine Schwere
Legt sich wie eine zweite Schicht um das,
Was gestern reines Leben war. Die Kehre

Vollzogen, so beginnt der Weg ins Graue,
Ins Engbegrenzte. Schlieren zieren Glas:
Der Blick hindurch verschmiert ins Ungenaue.

Beitrag vom 16 Oktober, 2011 (18:54) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Strandgelaufenes

22 August, 2011 (17:34) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | 5 Kommentare

Das Rauschen außen übertönt das innen. Wogende Ruhe und laute Stille. Statt Denken: ein Hintergrundgeräusch zusammenhangloser Laute und Wortfetzen, murmelndes Geplapper, ungetaktetes Brabbeln. Innerer Frieden einmal anders.
Das Urteilen ist abgechaltet. Der erste Eindruck hält der Prüfung stand, weil sie ersatzlos entfällt. Entspannung eben weil keine Anspannung entsteht.
Die Wellen brechen sich, der Levantewind peitscht in Böen den Sand gegen die Waden: Peeling neu definiert.
Er sucht ihre Hand. Sie sind davon Gekommene, einmal den Strand hinunter, einmal wieder hinauf.

Beitrag vom 22 August, 2011 (17:34) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


Man sieht die Krähen fliehn

29 Juli, 2011 (20:58) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | 4 Kommentare

Man sieht die Krähen fliehn in großen Schwärmen.
Es bersten Himmel und der Horizont.
Die Vögel reiten Böen so gekonnt,
Ein Fauchen übertönt ihr schrilles Lärmen.

Die Häuser wirken schwarz und unbewohnt.
Es rührt die blanke Angst in den Gedärmen.
Schon will die feste Kleidung nicht mehr wärmen,
Ein Blitz hat hell erleuchtet und verschont.

Die Wetter wollen wüten, wollen tanzen,
Ihr wildes Toben macht die Wolken auf.
Der Donner schüttelt durch, die sich verschanzen,

Ein Unheil nimmt sie mit in seinem Lauf.
Die Sicherheit, ein Trugbild nur aus Träumen,
Ersäuft, wenn Wassermassen talwärts schäumen.

für Ramona und Niko

Beitrag vom 29 Juli, 2011 (20:58) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Ich gebe Laut

21 Juli, 2011 (21:33) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | 11 Kommentare

Ich gebe Laut vom großen Wunderwort,
Wo doch am Straßenrand der Schnitter wartet.
Der Bux ist schon zu Wildgestrüpp entartet.
Der Rote Milan übt den Hasenmord.

Mein Atem streicht die leere Stundentafel,
Der letzte Hoffnungstraum kommt aufs Schafott.
Vom Blasorchester bleibt noch das Fagott.
Die große Absicht war nichts als Geschwafel.

Du zeigst mir wenigstens ein kleines Lächeln,
Das diesen Übergang mit Glanz versieht.
Da will ein leiser Hauch mich zart umfächeln,

Will kühlen, was alsbald ins Licht entflieht.
Ich wollte jetzt die rechte Saite schlagen,
Die eine Antwort hat auf alle Fragen.

Beitrag vom 21 Juli, 2011 (21:33) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (11) Kommentare


nachtrag

18 Juli, 2011 (21:38) | | tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | 4 Kommentare

schweigsam
legt sie die hände
in den schoß
wenn die abendröte
flieht
gurren keine holztauben
mehr

und die nachtigall
schlägt
tapfer an
gegen den wuchtigen
rotorblättersound
der vom windpark her
über die landschaft
schwappt

wie es wohl wäre
mit einer brise
brandungsrauschen
mit gischtflöckchen
am fuß
der bruchsteinmauer
die den friedhof trennt
vom dorf

wie anders
würde das lied
der birken klingen
und das der linden

â?¦ oder auch nicht

Beitrag vom 18 Juli, 2011 (21:38) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


wilde Rose

30 April, 2011 (08:34) | | tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | 2 Kommentare

Kräuter sammeln â?¦
Die wilde Rose zerrt
an meiner Joppe

Beitrag vom 30 April, 2011 (08:34) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


haiku

9 April, 2011 (09:26) | | tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

junges Birkengrün
von einem Lächeln gestreift
im Vorübergehn

Beitrag vom 9 April, 2011 (09:26) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Winterhaikus

15 Januar, 2011 (16:24) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Durchnässte Schuhe “
Der Eisbrecher zeigt
Den Weg

Eiszapfentropfen “
Musik
In manchen Ohren

Eistanz “
Die Möwe und
Der Fisch

Beitrag vom 15 Januar, 2011 (16:24) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Winter am Strom

10 Januar, 2011 (17:43) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Man sieht – am Ufer stehend – Schollen treiben,
Verkanten und verschachteln sich zum Wall aus Eis.
Es bäumen sich die Wasser auf Geheiß
Des Winters! Fische werden sie entleiben:

Da stürzt, inmitten flatternden Geschreis,
Die Möwe“ sie wird nicht die letzte bleiben “
In Wasserlücken zwischen Brucheisscheiben.
Sie zucken in die Adern jenes Breis,

Den dort der Brecher stampfend hinterlässt,
Wenn er – sich durch die Schollenberge zwängend “
Für Schiffe eine freie Rinne presst:

Nicht nur die Möwen krächzen laut und drängend.
Man steht im Schneesturm, an den Schuhn durchnässt
Und Kälterotz aus seiner Nase hängend.

Beitrag vom 10 Januar, 2011 (17:43) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kirchengeschichte

30 November, 2010 (12:31) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Du sprachst von Segnungen
Die Arme weit ausgestreckt
Das Unsichere zu umgreifen
Um es in Sicherheit zu wiegen

Dein Auge war ins Weite
Gerichtet an Horizonte
Ohne Tag- und Nachtschärfe
Der Vogelflug vorüber und

Die Landschaften so fest an
Deine Hände gewachsen
Wie die Füße in Stein gemeißelt
Dein Atem stand wolkig

Der Ton verklang gerade
Als die Achtung sich
Umhüllte ans Kreuz
Geschlagen hing der Glaube

Es mag ein Singen gewesen
Sein und ein Hüsteln sogar
Das Gesangsbuch verlegen
Blätterte es selbst zum Lied

Beitrag vom 30 November, 2010 (12:31) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es geht weiter

12 November, 2010 (23:34) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Es war aus. Eine klare Ansage. Wie im Auge des Sturms stand ich und sang mein Lied. Sang weiter. Tanzte, redete und irgendwann öffnete sich die Wand aus Wind und lies mich hinaus. Fort. Ans Ziel. Den Anfang.

Beitrag vom 12 November, 2010 (23:34) | Autor: Uwe Schick | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schneeschauerlich

21 Oktober, 2010 (09:17) | | zugvögel/wind.bahnen | 2 Kommentare

Willst Du mit mir ganz lautlos überwintern
Im weißen weitbedeckten Totenmeer?
Ich schau mich an Dir restlos augenleer,
Und Eiskristalle werden’s übersintern.

Das weiße Weiß weiß nichts von leeren Mengen,
Weiß nichts von weißem Blatt und Hirn,
Weiß nichts vom blanken Hans und kalter Stirn
Und nichts von Adern und verkalkten Engen.

Doch rotes Blut, es speist die Federweiße,
Es pulst und findet doch kein Ende nicht.
Wenn ich die Decke einfach so zerreiße,

Zerreiße ich nicht auch noch Dein Gesicht?
Es will und soll und muss nur Winter werden:
Das Weiße deckt die Zweifel und Beschwerden.

Für Karin

Beitrag vom 21 Oktober, 2010 (09:17) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


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