Beiträge zu terra/adern/fluss.linien

sahara wind

28 Dezember, 2012 (10:26) | | netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

der süd wind bringt ein flüstern schöner zeiten
die sonne eine ahnung jenes lichts
spricht träumend von dem warmen süßen nichts
tun will die lebens mühen so bestreiten

ein lächeln faltet flächen des gesichts
die ohren voll des rauschens der gezeiten
erwarten das gitarren spiel ein gleiten
ins meer & die gerüche des gerichts

das süden heißt das land des winter sehnens
das fenster wird geschlossen schmerz des wähnens
so endlich wie die mär vom paradies

beleuchtet grau die dunkel zeit des lehnens
gebeugt die alben blätternd des erwähnens
erinnerns an die brise die da blies

Beitrag vom 28 Dezember, 2012 (10:26) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


winter sichtungen

16 Dezember, 2012 (17:50) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

die grauen tage waren gerade aus
dunklen zeit fallen entwichen
der atem nebel wurde durch die
schere des eis winds kupiert da

streichelte ein stern schnuppen
schauer des himmeln gepunktete
schwärze glück wunsch augen
blicke paarten sich viel sichtig vor

galaxien haufen in hals starre
ohr muschel erfrierungen lagen
über verschalten mantel krägen &
wurden rot bei solchen aus sichten

eis spuren gingen in schnee über
viele fenster schreiben trugen ihre
blumen mit stolz & kerzen lichter
wuchsen aus tannen in den abend

stunden wenn die grauen tage sich
betteten zu glitzernden frost nächten

Beitrag vom 16 Dezember, 2012 (17:50) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


watt wahl watt wal watt watt

12 November, 2012 (20:35) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

wa(h)l verwandschaften speien
fontänen & wühlen die see auf
die ruhig lag still ruht er der see
die see wütet schäumt brandet

gründen tief die stillen wasser
die öl platt formen gründen tief
die wind räder gründen tief das
echo lot lotet tief aus laut aus

das watt kennt kein volt aber
eine volte die robben robben
die wale voltigieren das watt
kennt mega watt lernt kilo

volt kennen hängt die wolken
an stark strom leitungen auf
es hat keine(n) wa(h)l mehr
ebbe sagt das meer zur flut der

fische ebbe sagt das meer zu
möwen es will watt formen
& hat platt formen hering in
öl & gas hat spaß das watt

Beitrag vom 12 November, 2012 (20:35) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


farbverwirrung (haiku)

31 Oktober, 2012 (19:33) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

farbverwirrung –
der ahorn weiß nicht, was er
heute tragen soll

Beitrag vom 31 Oktober, 2012 (19:33) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


dem sommer fällt die letzte turteltaube

1 Oktober, 2012 (15:12) | | lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

dem sommer fällt die letzte turteltaube
aus seinem haar denn jetzt ist aus die laube
als ich in meinen alten reimen klaube
& dabei diesen frechen text entstaube

vergisst die muse dass ich ihr sie raube
den letzten sonnenstrahl in meine gaube
der frühen jugend frischer hoffnungsglaube
die täuschung ist für blinde & für taube

der neue wein in billigen kaschemmen
bei blasmusik gemeinsam sich enthemmen
bis von der völlerei die gürtel klemmen

ist nichts als gegen den verfall sich stemmen
der herbst wird es vernebeln überschwemmen
der winter zeichnet auf den scheiben gemmen

Beitrag vom 1 Oktober, 2012 (15:12) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


septemberränder: 30

30 September, 2012 (22:58) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

(„Der dieses Liedlein hat gemacht / Von neuem hat gesungen, / Der hat gar oft den Tod betracht / Und letztlich mit ihm g’rungen. / Liegt jetzt im Hohl / Es tut ihm wohl / Tief in der Erd verborgen“ – Anonymus, 17. Jh.)

geh letztmals barfüßig auf den balkon,
schau an, wo mond hinweht, heut schwammumwölkt.
der sommer ging, herbst kam, und ich walk on
the line auf dachfirst, wo ein täubchen bölkt

recht heiser, spät sein letztes liebeslied.
ich sing es mit, auf füßen, die erkalten.
ein stöckelschuh der parzen mir noch blieb,
solch high-heels in sonetten zu verwalten,

den langen marsch durch institutionen
der strengen form am leichten fuß, der gänge
schwer und schwerer durch den sumpf, wo wohnen

nicht ich mehr, tauben nicht und tanzend musen.
la lune nur noch und ihre abgesänge,
die drücken sterbend mich an ihren busen.

(das letzte sonett aus 30 „septemberrändern“)

Beitrag vom 30 September, 2012 (22:58) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


wer den herbst liebt

21 September, 2012 (20:02) | | haut.falten/masken.wahn, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

sag sprachst du weg gewunschener zu mir
wenn ja wars nicht zu viel gesagt gelogen
dein wort gezogen war das grienen flogen
da mir nicht dir doch tauben in das hier

& heut gebratne satans braten turbulenzen
wo die winde sind & wo die lüfte weit
& breit gehüllt in düfte gehn bereit
uns zu kredenzen was an frühen lenzen

im raum steht & sittsam gehegt erfriert
sag sprachst du als verwunschner diener deiner
begierden aus am straßenrand krepiert

wenn man dort bettelt & verloren wird
die hölle blase balgt ein größer kleiner
wer um den herbst flirrt der ist leicht verwirrt

Beitrag vom 21 September, 2012 (20:02) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


schöpfungs geschichte

17 September, 2012 (13:53) | | labyrinth/wort.gewebt., zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

am anfang war das wort & dann kein ende
des lauten über redens angezeigt
der sphären klang geschüttelt & vergeigt
weil keiner diese.r blätter wetter wende

weil keiner lässig pfeifend & behände
die noten presse dur & moll bestreikt
die falsche form gehobelt wie geliket
wo man das letzte leichen hemd verpfände

da sprach er werde licht & sieh es steigt
die sonne zeigt der schöpfung die bestände
was lagert wird geweckt & ab gezweigt

geht nichts was geht & steht erhebt die hände
& schleicht als zeugnis still wie stolz das zeigt
dass lende sind gewässer wie gelände

Beitrag vom 17 September, 2012 (13:53) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Und, ja, ich leb‘ für dich…jeden Tag!“ (Silbermond)

14 September, 2012 (11:06) | | herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

am ende eines weges weggewischt
die spuren durch die kleine krebse wandeln
die selber spuren ziehn wo kinder sandeln
bedeckt bei flut von blasen feiner gischt

ich seh die horizonte erodieren
an deiner hand verlier ich halt im sand
wir reden uns um leben & verstand
als kalte winde hyperventilieren

& möwen drachenkapriolen fliegen
weiß ich die elemente werden siegen
& nehme dich ganz fest in meinen arm

das ende denke ich ist kaum zu spüren
will dich mein leben immer neu berühren
& der gedanke daran hält uns warm

Beitrag vom 14 September, 2012 (11:06) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


endlich richtig sommer

5 September, 2012 (10:51) | | blut.bahnen/rauschen, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

ach weißt du sage ich ganz leis zu mir
ein raunen ists von heißen sonnen tagen
von den klamotten die wir heut nicht tragen
& von den liebes dingen die ich dir

wie du sie mir getan hast tat wir lagen
schon außer atem auf den laken hier
war endlich richtig sommer grill & bier
wir konnten in den abend chillen fragen

nach einem andren zweck des daseins stellten
die schreibtische an müde kämpfer die
als fleiß aus brüche rasch vorüber schnellten

entnervt die tastaturen tackernd quälten
& riefen cobra über nehmen sie
als sie sich aus den anzugs jacken schälten

Beitrag vom 5 September, 2012 (10:51) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


spät sommer ahnung

28 August, 2012 (12:50) | | herz & lenden, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

das leise rauschen von den blättern wind
gemacht so schiens hat noch der sommer aber
ganz langsam wird es herbst der kandelaber
auf der veranda flackert wo wir sind

zum abschied nehmen im gespräch versunken
ein schauer lässt am arm die haare stehn
als wir uns tief in unsre augen sehn
da war das letzte kalte bier getrunken

ich hole uns die jacken denn die kühle
zieht bis hinein in unsre knochen das
ist eine todesahnung die ich fühle

sie sticht in diesen abend nach dem spaß
des langen warmen tags ich halt dich fest
sag ich zu dir weil deine wange nässt

Beitrag vom 28 August, 2012 (12:50) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


mondweg

7 August, 2012 (05:21) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

wie der mond geht durch
die wolken, ein stiller weg
weht licht durch sein kleid.

(für lilly)

video.poem

Beitrag vom 7 August, 2012 (05:21) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


land schaf.f.ten

29 Juli, 2012 (18:39) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

das heute hat traumatische ränder
au.f.sgefasert von sonnen stürmen
au.f.s.gerissen & ionisiert

wie wetter fahnen ziehen polar
lichter farben schlieren hin ge
pinselt von aurora so göttlich

so kalt gestörte röhren kommu
nizieren verrätseltes an denker
stirnen an höhlen menschen die

wolfs rudel streunen lassen durch
verlassne ebenen & savannen
wo heimat los sein wird & leer

wo fuchs dem has gut nacht sagt
wo dann der wald u.m.nbe.gangen
sonn wie werk tags morgen wie

abend dämmert da sei die stumme
zukunft in weiten teilen da kehre
zurück was war bevor wir kamen

& endlich gingen über die ränder
un.versehrtheiten hängen in spinn
weben neben tau tropfen im wind

für karl, dessen gedichttitel mich anregte

Beitrag vom 29 Juli, 2012 (18:39) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Strandgelaufenes II

8 Juli, 2012 (18:10) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

– Kanarische Sandeleien –

Ein blanker roter Hintern prahlte gegen die Saharasonne an, deren Nachhaltigkeit durch den kanarischen Wind maskiert wurde. Der Sonnenbrand wusste das zu schätzen. EfFKaKanien war überall. Man konnte keine Schritte gehen, ohne in solche zu sehen.

Hängebaucheber und Hängepodamwild wursteln sich aus durch die Lappen geschützten Grillplätzen, manchmal mehr und manchmal weniger unbekleidet. Sie trotteten in Richtung Meer, um dort die Gebeine zu wässern. Wir wanderten Strand, Zehenkühlung und atlantische Kneippgüsse eingeschlossen. Ein Ganzkörperpeeling war inbegriffen. Wadenkrämpfe wurden nicht registriert, aber gelegentliche Augenkrämpfe protokolliert. Man biss auf Sand.

Die volle Aufklärung für den Nachwuchs war kostenlos beigegeben. Frisch tätowierte Backfische entstiegen der Brandung, und silikonoptimierte Brüstungen liefen kostenlose Werbung für Wacker Chemie. Venus war überall.

Die durch Blasenerleichterungzwänge herbei geführten Tinto di Verano Gesprächspausen waren tiefenentspannt und gesprächsfördernd. Wir hielten uns an Händen und die Köpfe sowie deren Bedeckungen fest. Steife Fuertewinde rissen manches Wort mit sich – glücklicherweise.

Hotels kletterten die Abhänge hinauf, sie wuchsen quasi aus Dünen empor. Die Wellen schienen sie zu gießen. Von Bauruinen und vereinsamten Kränen durchzogen schlängelten sich empor bis in die Berge. Kahl war als Beschreibung der rotbraungrauen Landschaft übertrieben. Wadis durchschnitten Steingeröll. Fürs Grün waren Lupen erforderlich.

In Gummischlauchvernetzungen wurde meerwasserentsalzte Bewässerung in Palmeneinsäumungen umgesetzt, die alles Menschengemachte umgaben, sogar Straßen. Gelegentlich brachten tropenbefeuchtete Bougainvillae Farben ins Spiel. Verbreitete Aloe Vera sprach endlos trockene Wahrheiten aus. Dazwischen überzeugten Kakteen durch stacheliges Gehabe.

Über Bergkuppen wälzten sich Wolken, in die sie sich verstiegen hatten, vor bis zur Abrisskante. Heftige Palmwedelungen sorgten böschwankend für klaren Nachthimmel über Hotelanlagen und putzten den Mond für Mann und Frau daselbst. Auf dem ausladenden Balkon sah ich der Herzensdame ins Auge, noch ungetrübt vom kanarischen Weine. Ich sah tief, fiel tief und rollte mit der Brandung in den Tiefschlaf.

So liefen wir immer wieder Spuren in den Sand. Die Wellen machten den kapitalen Fehler, sie immer wieder zu löschen. Auf die Flut folgte die Ebbe, im Meer und in der Kasse. Und nichts, was war, blieb. Außer dem Wind selbstredend, und der immer wieder auftretenden Kalima Kamalität, dann, wenn das Brot nicht mehr in den Ofen musste, um gebacken zu werden.

Beitrag vom 8 Juli, 2012 (18:10) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


sorgenfalten gedämpft

13 Juni, 2012 (19:38) | | beautiful people, lug & trug, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

heute mal sorgenfalten gedämpft
auf der seerose liebt sich ein
libellenduo im kriminaltango

gewitterwindig wirds der
amsel ein wenig unheimlich
da spricht einer der viel zu

sagen hat sehr laut seinen
kommentar der selbst begleit
blitze richtig zucken lässt

die backen gebügelt die seele
gebotoxt welche platte er
scheinung sieht mir entgegen

in der spiegelung des garten
teichs von wasserläuferkringeln
durchwellt trotz atemstillstand

Beitrag vom 13 Juni, 2012 (19:38) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Haiku gelbes Herz

8 Mai, 2012 (15:37) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Das Purpurrot
Weist den Weg ins gelbe Herz
Der Päonie

Beitrag vom 8 Mai, 2012 (15:37) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


purpur haiku

23 April, 2012 (19:58) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

bild zum haiku

glöcklein winzigzart,
purpurn und kariert, setzen
meinen Lenz schachmatt.

Beitrag vom 23 April, 2012 (19:58) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Sonette Morgentoilette

6 März, 2012 (13:09) | | netz@uge.nblick, zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Man muss was glauben, glaubt man gerne früh
Am Tag, wenn sich die Sonne zeigt. Der Zeiger
Des Weckers peilt die Acht an, als ein Geiger
Den Ton des Morgens sucht und findet. Brüh

Den Kaffee auf, sagt jetzt die Küche. Müh
Dich in das Bad und richte Dich, beeile
Und bringe Dich in Form, die nächste Meile,
Die Dich ans Ende bringt, beginnt. Komm, blüh,

Du Schlüsselblume, sagst Du selbst, der Winter
Da draußen hat sich grad erledigt, Leben
Kommt auf die Tagesordnung, und dahinter

Die schlechten Plätze sind bereits vergeben.
Du reibst die Augen, und ein kleiner Splitter
Vom Balken dort schlägt Dir ein Blitzgewitter.

Beitrag vom 6 März, 2012 (13:09) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


YARPPizität tag und nacht

5 März, 2012 (19:27) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

endlich
denkwürdige nacht
und dazu zwitschern laut die finken
diese nacht
das süße nichtstun

Beitrag vom 5 März, 2012 (19:27) | Autor: Niko Burbach | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Herbstsenryu I

1 November, 2011 (17:54) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Morgens den Nebel
Von Autoscheiben wischen –
Der Tag kann kommen

Beitrag vom 1 November, 2011 (17:54) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kassiber

23 Oktober, 2011 (18:55) | | herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Der Weg ist lang, das Herz ist bang, und doch
Steht eine Rose dort am Hang in Blüte:
Das Dunkelrot – wie Blut! -, das sie bemühte,
In Frost und Nebel, fast schon Winter, noch

Zeigt sich die Sonne, wo die Hitze glühte,
Wo’s gestern nach dem Duft der Jugend roch:
Der gute Mut, fiel er nicht in ein Loch
Aus Grau und faden Schwaden? Es verblühte,

Was Farbe schenkt: Wir gehen diesen Weg,
Weil man ihn gehen muss. Der geht ihn lieber,
Der nicht in Einsamkeit versinkt, den Steg,

Der über Täler voller Schwärze führt:
Das Rosenrot erscheint so als Kassiber,
Der – heimlich übersandt – das Herz berührt.

Beitrag vom 23 Oktober, 2011 (18:55) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schlierenzierde

16 Oktober, 2011 (18:54) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Die Nebel nehmen morgens überhand,
Und feine Tröpfchen legen nackt und bloß,
Wo Feuchte gerne kriecht und liegt. Wie groß
Die Schatten werden, misst noch unerkannt

Der Winter, und er scheint dabei zu lächeln.
Die Sonne müht sich, ohne zu gewinnen:
Aus Morgendunst will fahl ein Baum gerinnen,
Den Schwaden ohne festes Ziel umfächeln.

Die Fenster trüben ein, und eine Schwere
Legt sich wie eine zweite Schicht um das,
Was gestern reines Leben war. Die Kehre

Vollzogen, so beginnt der Weg ins Graue,
Ins Engbegrenzte. Schlieren zieren Glas:
Der Blick hindurch verschmiert ins Ungenaue.

Beitrag vom 16 Oktober, 2011 (18:54) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Plötzlich laut und seufzend

7 September, 2011 (21:45) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Es beugen sich die Menschen unter Stürmen,
Die quer den Stadtpark raufend überstreichen.
Die Eicheln fallen klackernd aus den Eichen,
Und Wetterhähne kreisen auf den Türmen.
Der Winter jault mit Hunden um die Wette,
Als ginge er zu früh von seiner Kette.

Ich ducke mich in einen Eingang, Schwärze
Umfasst, zerdrückt mich wie ich eine Mücke.
Ein Licht, es scheint durch eine Fensterlücke
Und flackert wie im Zug die Christbaumkerze:
Die Illusion, man wäre aufgehoben,
Gesichert vor der Welt, dem wilden Toben –

Als plötzlich, laut und seufzend, Böen pfeifen,
Das Leuchten löschend, nach der Hoffnung greifen.

für Ramona, Sylvia und Hartmut, die Natur(be/ver)dichter

Beitrag vom 7 September, 2011 (21:45) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Strandgelaufenes

22 August, 2011 (17:34) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | 5 Kommentare

Das Rauschen außen übertönt das innen. Wogende Ruhe und laute Stille. Statt Denken: ein Hintergrundgeräusch zusammenhangloser Laute und Wortfetzen, murmelndes Geplapper, ungetaktetes Brabbeln. Innerer Frieden einmal anders.
Das Urteilen ist abgechaltet. Der erste Eindruck hält der Prüfung stand, weil sie ersatzlos entfällt. Entspannung eben weil keine Anspannung entsteht.
Die Wellen brechen sich, der Levantewind peitscht in Böen den Sand gegen die Waden: Peeling neu definiert.
Er sucht ihre Hand. Sie sind davon Gekommene, einmal den Strand hinunter, einmal wieder hinauf.

Beitrag vom 22 August, 2011 (17:34) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


Conil

21 August, 2011 (19:29) | | terra/adern/fluss.linien | 4 Kommentare

Das Meer wies spricht
Es rauscht
Man lauscht

Der Wind ganz leis
Weiß
Wie ich heiß

Das Meer hört zu
Hörst es
Auch Du

Beitrag vom 21 August, 2011 (19:29) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Man sieht die Krähen fliehn

29 Juli, 2011 (20:58) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | 4 Kommentare

Man sieht die Krähen fliehn in großen Schwärmen.
Es bersten Himmel und der Horizont.
Die Vögel reiten Böen so gekonnt,
Ein Fauchen übertönt ihr schrilles Lärmen.

Die Häuser wirken schwarz und unbewohnt.
Es rührt die blanke Angst in den Gedärmen.
Schon will die feste Kleidung nicht mehr wärmen,
Ein Blitz hat hell erleuchtet und verschont.

Die Wetter wollen wüten, wollen tanzen,
Ihr wildes Toben macht die Wolken auf.
Der Donner schüttelt durch, die sich verschanzen,

Ein Unheil nimmt sie mit in seinem Lauf.
Die Sicherheit, ein Trugbild nur aus Träumen,
Ersäuft, wenn Wassermassen talwärts schäumen.

für Ramona und Niko

Beitrag vom 29 Juli, 2011 (20:58) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


schwarze sonne

24 Juli, 2011 (19:32) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

es gäb ein wir wenn wir uns wendeten
die blicke zu des strahlenden gesichts
da wär ein ausweg aus dem leeren nichts
wo hoffnungen vergeblich endeten

am tag des bittren letzten strafgerichts
wo blieben die gesalbten & gesendeten
die in der liebe sich verschwendeten
die suche in den versen des gedichts

das aus ihr wuchs & mit ihr auch verging
verzierte selbst sein grandioses scheitern
die liebe aus dem zentrum aller ding

versank wir sahn den hades sich verbreitern
die schwarze sonne die am himmel hing
an der corona schien sie auszueitern

Beitrag vom 24 Juli, 2011 (19:32) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich gebe Laut

21 Juli, 2011 (21:33) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | 11 Kommentare

Ich gebe Laut vom großen Wunderwort,
Wo doch am Straßenrand der Schnitter wartet.
Der Bux ist schon zu Wildgestrüpp entartet.
Der Rote Milan übt den Hasenmord.

Mein Atem streicht die leere Stundentafel,
Der letzte Hoffnungstraum kommt aufs Schafott.
Vom Blasorchester bleibt noch das Fagott.
Die große Absicht war nichts als Geschwafel.

Du zeigst mir wenigstens ein kleines Lächeln,
Das diesen Übergang mit Glanz versieht.
Da will ein leiser Hauch mich zart umfächeln,

Will kühlen, was alsbald ins Licht entflieht.
Ich wollte jetzt die rechte Saite schlagen,
Die eine Antwort hat auf alle Fragen.

Beitrag vom 21 Juli, 2011 (21:33) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (11) Kommentare


nachtrag

18 Juli, 2011 (21:38) | | tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | 4 Kommentare

schweigsam
legt sie die hände
in den schoß
wenn die abendröte
flieht
gurren keine holztauben
mehr

und die nachtigall
schlägt
tapfer an
gegen den wuchtigen
rotorblättersound
der vom windpark her
über die landschaft
schwappt

wie es wohl wäre
mit einer brise
brandungsrauschen
mit gischtflöckchen
am fuß
der bruchsteinmauer
die den friedhof trennt
vom dorf

wie anders
würde das lied
der birken klingen
und das der linden

â?¦ oder auch nicht

Beitrag vom 18 Juli, 2011 (21:38) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: tage-bau, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Die Qual der Wahl

29 Mai, 2011 (18:28) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Die Hummel, die den Türkenmohn umschwirrt,
Ist ganz umnebelt von den Duftgewalten.
Sie kann nicht anders, als auf Anflug schalten,
Und jeder weiß, worin das enden wird.

Es ist die Zeit, um jedes Haar zu spalten,
Das sich versehentlich im Mund verirrt.
Ist es vom steilen Zahn endlich entwirrt,
Darf jeder, was er will, bei sich behalten.

Die Rose, die dort steht, bleibt ganz alleine
Und stellt in stummem Zorn die Dornen auf.
Dabei hat sie die allerschönsten Beine,

Und eine volle Dolde swingt im Lauf.
Der weiche Wind umspielt die zarte Kleine.
Die Hummel setzt dem Mohn die Krone auf.

Beitrag vom 29 Mai, 2011 (18:28) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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