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Paris, Texas

2 Juni, 2017 (11:36) | | ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Paris, TX

by Walther

Sometimes, no, mostly, you are fucked if the guy who runs office isn’t the brightest candle on the planet. Could be we got such a moment currently. Point is that Paris lies in Texas, London in Ohio, Berlin in New Hampshire and Wisconsin, and Rome in Georgia.

“The World is one.”

Even if you still believe that an extra USA sun burns the small rest of your brain in or out of your skull when standing in the center of Paris, TX, around high-noon time after a shoot-out at the O.K. corral – the bud in the notorious redneck bar is still as bad as it was last time. Steak and Ketchup is on sale. Sides are limited to fries, ice salad with vinegar dressing only. Thousand islands are down-under.

Go figure, Donald. It’s about time.

 

Übersetzt:

Paris, Texas

Kommentar von Walther

Manchmal, nein, meistens, steckt man in der Scheiße, wenn der Mensch, der dich regiert, nicht das hellste Licht auf der Welt ist. Sieht so aus, dass wir gerade diese Lage haben. Tatsache ist, dass Paris in Texas liegt, London in Ohio, Berlin in New Hampshire oder Wisconsin und Rom in Georgia.

„The World is one.“ (Die Welt ist eins).

Sogar wenn Du glauben sollest, eine spezielle US-Sonne würde Dir den kleinen Hirnrest aus oder in Deinem Schädel verbrennen, wenn Du auf dem Marktplatz in Paris, Texas, stehst, 12 Uhr mittags, nach dem Shoot-out im OK-Corral – das Budweiser ist so mistig wie das letzte Mal auch in der versifften Redneck-Kneipe. Steak und Ketchup gibt’s grade billiger. Als Beilagen sind nur Fritten auf der Karte, Eissalat bloß mit Essig und Öl. Thousand Islands sind bereits untergegangen.

Mach Dich vom Acker, Donald. Es ist höchste Zeit.

Beitrag vom 2 Juni, 2017 (11:36) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Mit diesen vierzehn zeilen

6 März, 2017 (08:49) | | alptraum/ego.wunde, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Drum spreche ich mit diesen vierzehn zeilen
in eine welt die nicht versteht was ich
versteh weil sich die zeiten stets verkeilen
dass sie zerbricht & schreit so fürchterlich

Die kleine welt die in der kapsel springt
& aus ihr samt um früchtchen aus zu treiben –
ich höre wie der frühling singt & klingt
will meine hände an einander reiben

Als schon der sommerwind den lenz verbrennt
gewitter rasen durch die felder: golden
entleiben ähren sich – der winter kennt

Den herbst & keine rast & weißen tod
& in den gärten dorren blüten dolden
ich steh & sage hier von meiner not

Beitrag vom 6 März, 2017 (08:49) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es möge schneien

14 Dezember, 2016 (15:07) | | netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum? | Kommentieren

Man könnte jetzt „Aleppo!“schreien.
Man könnte es auch einfach lassen.
Wir können uns das nicht verzeihen
Und müssten uns dafür wohl hassen.

Stattdessen geht das Bomben weiter.
Es wird geschossen und gestorben.
Der Himmel ist schön blau und heiter.
Für Weihnachten wird stark geworben.

Man könnt sich an die Nase fassen
Und könnte „Nieder Putin!“ schreien.
Wir werden es geschehen lassen
Und wünschen uns, es möge schneien.

Beitrag vom 14 Dezember, 2016 (15:07) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Flüchtige weg strecken

2 August, 2016 (20:01) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Fort gegangene fort folgen –
belagerte belegt des brot ich ess
mit auf schnitt vom ab
geschnitten hals stück in scheibchen
weise

Red keinen käse wenn du keine
wurst hast spreng falle & fresse
dich durch um sie auch nur zu
halten

Putsch dir dein auf putsch
mittel & werfe nebel kerzen
auf wasser werfer in truppen
stärke dich mit kindes kindern
wirf dich

Weg wo ein wille mit isst bleibt
die küche kalt & der brei verdirbt
den charakter weil drei
köche um ihn veits
tanzen

Sei eine folge verfolgter &
gehe über die wasser so ist
das mittel meer: du zaun
könig im maschen draht –
stacheln auf die neueste
masche

Ist gefallen & am leichen
tuch wird mit heißer nadel
genäht – lass dich aus booten
& lenze kähne mit loch
sieben

Wandle & verwandle dich
Folge dir nach & trete in
zu große schuhe um sieben
meilen zu stiefeln – folgen
los ohne ende & bei fang
im netz

Beitrag vom 2 August, 2016 (20:01) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


sturz in große höhe

17 November, 2015 (03:23) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

ich stürzte zu dir im mir dir verfallen,
im traume war’n verwechselt k’ordinaten.
aus großer höhe sandt’ ich dir mein schallen
und war dir angetastet in den daten.

ich schrie und schrieb und schrei in dem verhallen
von höhlen, denen ich mein fallen fälle
und niedrigkeit, wo ich verberge stallen
mein schäfchensein in anverwandter zelle.

aus großer höhe kam ich zu dir, wallend
ins niedrige der eingezählten zahlen.
ich bin dein größt und möglichst dir gefallend,

ein oder nichts, ein nerv und wiederholer.
aus meiner mitten nicht war’n all die wahlen,
die brannten aus das laub der mich verkohler.

ögyr liest’s

(für julija)

Beitrag vom 17 November, 2015 (03:23) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein fach so

4 Juli, 2015 (21:45) | | alptraum/ego.wunde, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Der tod hat seine sense geschärft:
ein fröhliches mähen bei fast 40
grad & 95 prozent luft feuchte

Die tages zeitung als sterbe tafel:
man fühlt sich schlecht weil man
am leben bleibt atmet & schwitzt

Ein fach so als sei das selbst verständlich

Ich schlage ein kreuz weil ichs mit
kreuz habe spende einer kerze schein
obgleich voll inhaltlich protestant

Vorsichts halber google ich nach
holz särgen fried wäldern urnen &
lokalen mit geeigneten neben räumen

Ein fach so als sei das nicht verständlich

Wenn einer stirbt

Beitrag vom 4 Juli, 2015 (21:45) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


bis morgen häuslich

21 Mai, 2015 (01:09) | | zugvögel/wind.bahnen | 2 Kommentare

bis nachher, morgen, sind noch viele träume
bereit und in der playlist,
im luftschloss stehen leer die räume,
doch sagen noch nicht, welcher’s ist:

ist’s dies’ kabuff, die windzerschrägte kate,
die längst von mir befreite zelle,
das haus, in dem ich auf dich warte
wie türen auf der heimatlichen schwelle?

schon gestern hatt’ ich tief geträumt
vom umzug und dem wechsel der tapeten,
dass ich die alten wändekader ausgeräumt
und säße schon auf den raketen,

auf den’n ich reite zu dir übermorgen
wie münch’ aus seinem lügenhausen.
ich werde dir noch einen traum besorgen
und kämme mir schon mal die flausen.

(für julija)

(gelesen hier)

Beitrag vom 21 Mai, 2015 (01:09) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Schneegedanken

6 Februar, 2015 (08:41) | | labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Es waren graue Schleier erst, dann dicke Flocken:
Sie streichelten die kahlen Rosen ohne Knospen
Und tüpfelten die Straßen und die Wiesen. Autos,
Mit weißen Punkten übersät, sind eher Kunstwerk

Als Fortbewegungsmittel, das sich säumig ausruht.
Doch bald versinkt das alles unter dichtem Weiß:
Die Dächer staunen, was sie Schweres tragen können,
Und über jedem Schornstein steht ein Kräuselrauch.

Ich sitze, und ich sehe, male mir die Welt ins Wort
Und will verstehen, wie das geht, das Sich-Verbergen.
Die Tropfen tauen Schlag auf Schlag und trommeln laut

Den Takt des Sich-Veränderns: Wasser wird zu Dampf,
Zu Schneekristall, wird schwer und fällt, wird wieder Tropfen.
Und ich? Ich staune, häute mich und werde alt.

Beitrag vom 6 Februar, 2015 (08:41) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Stahlhimmel

31 Januar, 2015 (13:38) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Der Himmel ist aus Stahl geschmiedet und
Gehämmert. Winterhartes Licht: Es dämmert
Am Horizont wie Essenfeuer. Wolken
Sind pink-orangen angehaucht. Ganz matt

Und müde liegt ein Violett in Fransen,
Die flüchtig kahle Äste strähnig kämmen.
Ich kehre mich nach außen und nach innen.
Die Augen spiegeln alle falschen Farben,

Die meine Netzhaut überpinseln, als
Ich nach den ersten Sternen greife, die
Sich schüchtern blinkend auf das Stahlblau setzen.

Bald wird ein Sturm sich durch die kalte Stille,
Durch die Idylle fressen, sie verdauen.
Ich schlage meinen Kragen hoch. Ich gehe.

Beitrag vom 31 Januar, 2015 (13:38) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gedanken zum Herbst

9 November, 2014 (13:45) | | zugvögel/wind.bahnen | 5 Kommentare

Auf dem Äst verbrüdern sich
Zwei Krähen und stecken die Köpfe zusammen.
Der Ahorn hat sich entblättert,
Schämt sich aber dafür und trägt die Reste stolz:
Wie so viele Bäume ein Verlierer,
Übt er sich in schwarzem Strich am Himmel.

Das Eichhörnchen verbuddelt
Hastig Walnüsse. Daneben Haselnüsse. Und
Daneben Kastanien. Ein Igel
Kiebitzt. Dann trollt er sich raschelnd. Die
Krähen mögen sich nicht mehr,
Und dem Ahorn ist piepegal, wer da krächzt.

Die Sonne hängt sich in den
Leeren Apfelbaum und stapelt tief. Ihr
Schlagschatten zerfasert sich
Ins Halbdunkel zweier Holzbeugen. Über
Allem tanzen Eintagsfliegen
Letzte Hochzeitspolkas, Hab mich lieb! flügelnd.

Ich lüge mir die Hände in die
Taschen und vergrabe meine Frühlings-
Hoffnungen. Ernüchtert schaue
Ich meiner Atemfahne hinterher und stelle die
Falschen Fragen auf die richtigen
Antworten. Denn ich bin so alt wie das Jahr.

Beitrag vom 9 November, 2014 (13:45) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


Altweibersommer am Fuß der Alb

14 Oktober, 2014 (13:24) | | netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien | 2 Kommentare

Welcher blaue Himmel hat sich so gemalt?
Krähen streiten mit dem Roten Milan, schreien.
Wolken schämen sich und bilden kleine Reihen,
Und die Sonne ist in guter Stimmung, strahlt

Heiter, so als wäre dieses Dasein Lachen,
Freude pur. Die Krähen stoßen hoch und nieder.
Dort, ein Schmetterling am fast verblühten Flieder,
Spielt noch Sommer. Ich pack meine sieben Sachen,

Schnür die Siebenmeilenstiefel: Raum gewinnen,
Will mich rasch noch ändern und mich neu besinnen.

Beitrag vom 14 Oktober, 2014 (13:24) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


linie & korn

25 Juli, 2014 (05:04) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

rote linien auf den punkt
gebracht und countend zeitlos down,
allen schlimmen dingen klau’n
ihr s.o.s, in nacht gefunkt.

mein korn zielt reifend auf die kimme,
die beeren abgepflückt den sträuchern,
um dürr zu werden im mich räuchern,
dass stroh nicht werde meine stimme.

so ohm’ ich meine widerstände
und faraday and night die ladung,
voltare spannung und bleib’ harung
im teich der haie wilder wende.

ich netze durch die engen maschen
wie gut geölt mich als sardine,
und zwänge mich als serpentine
in dosen meines eingemachten.

i walk the line am seid’nen faden,
und träum’ vom punkt wie eduard
in buschens vers – und eh schon wart’,
dass kurvend werd’ auf ihr ich fahren.

video.poem

Beitrag vom 25 Juli, 2014 (05:04) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Für uns singen ihre lieder

29 Juni, 2014 (17:08) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Du bist umkämpft
mein Lemberg wo sie liegt
die vergangne wiege mosaisch
deutscher symbiose

Heraus reißen wollten sie
die braunen herr scharen
die mitte aus der sprache die
sie aus der mitte gerissen hatten

Verrat an Getrud und Käthe
an Rose und Paul
wo bist du Galizien mein herz
blutet und tränen

Fließen den meeren zu
tragen das salz der erde
mit sich die tinte verblasst
in Annes tage büchern

Geschenke wollen wir sie nennen
unverdiente und einen
triumph über das böse in uns
für uns singen ihre lieder

Beitrag vom 29 Juni, 2014 (17:08) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Vogelhäuschen Haiku

30 März, 2014 (11:55) | | terra/adern/fluss.linien | 2 Kommentare

Ein Eichhörnchen –
am Ast der Kirsche schaukelt
das Vogelhäuschen

Beitrag vom 30 März, 2014 (11:55) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Alpenszenario

6 März, 2014 (17:12) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Die lawine ist wieder unaufhaltsam
sie schiebt begräbt pflügt um
auch das skihaserl zwischen den stangen

Eine schneekanone schaut verblüfft zu
und hält den atem an letzte föhren aus
vergangenen zeiten schütteln die köpfe

Oben der gamsbock nickt beifällig
die fernseher crunchen chips
und trinken feierabendbiere

Der arme hund auf dem dach des bauernhauses
bellt lautlos als ein heli mit der
kamera drüberfliegt

Das dach aber fließt auf dem schneewurm
ins tal und der hund bellt immer noch lautlos
und die fernseher crunchen krachend chips

Beitrag vom 6 März, 2014 (17:12) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Verfrüh(ling)t

25 Februar, 2014 (19:16) | | terra/adern/fluss.linien | 2 Kommentare

Das helle Blau verspeist die letzten Wolken,
Und Bienenvölker stürmen erste Blüten.
Mag in uns auch der Winter heftig wüten:
Der Schnee ist hie und da schon abgemolken.

Die Augen wundern sich. Ein Liderreiben
Vernebelt kaum den Blick auf frühes Blühen.
Man möchte das Erstaunen oft bemühen:
Der Winter will wohl Schabernack betreiben.

Er hat die Narrenkappe auf und kommt
Als Frühling, zeigt die Heldenbrust entkleidet:
Er weiß nicht, was erlaubt ist und was frommt.

Die Volte wird Allergikern verleidet,
Weil‘s Nasentriefen Grippen überdauert.
Doch gibt es keinen mehr, der sie bedauert.

Beitrag vom 25 Februar, 2014 (19:16) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Das ist leben

18 Februar, 2014 (19:17) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Die streben die die welt zusammen halten
sind schon morsch und drohen zu zerbrechen
würmer hört man fleißig löcher stechen
gehört das altern zu den urgewalten?

Es lässt was frisch gewachsen ist erkalten:
wills sich an der schöpfung schnöde rächen?
jugend: sie will tanzen lieben zechen
will das was ist tag täglich neu gestalten

Dafür muss altes gehen auch die streben
die halten was gefügt ist dass es sterben
kann die räume schaffen die sich leeren

Bis neues kommt um sich dort zu vermehren
was altert wird im kreis lauf stets verderben
und dem jungen weichen: das ist leben

Beitrag vom 18 Februar, 2014 (19:17) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Der Himmel hat es in sich

18 Februar, 2014 (12:33) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Der Himmel hat es in sich: Dieses Strahlen
Entfernter Sonnen, das im Kalten gleißt,
Das aus vergangnen Zeiten zu uns reist,
Um uns den kleinen Punkt ins Bild zu malen,

Verbirgt viel mehr, als es dem Schwarz entreißt.
Wir staunen und entsteigen dem Banalen,
Enteignen uns des Alltags, Idealen,
Dem Höheren jetzt zugewandt der Geist,

Der fragt, ob diese Sonnen Erden haben,
Ob diese auch ein fahler Mond begleitet?
Der Honig der Erkenntnis füllt die Waben,

Die Bienenfleiß gesammelt hat: Ein Summen,
Ganz leis, als ob der Sinn das All durchschreitet,
Lässt uns bei diesem Anblick ganz verstummen.

Beitrag vom 18 Februar, 2014 (12:33) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Herbstliebe

28 Oktober, 2013 (09:46) | | herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Die Tage werden kürzer, und die Blätter,
Erst gestern frisch gewachsen, werden fallen.
Der Winter schärft im Norden seine Krallen,
Und Igel werden langsamer und fetter.

Auf den Veranden stehen letzte Stühle.
Die Beete, leer, glänzen braun als Brache,
Und Stiefel treten in die kleine Lache,
Als ich nach deinen kalten Händen fühle.

Du drückst dich an mich, wie um mir zu sagen,
Sei ruhig, alles geht den guten Gang,
Und ich verschweige still die Zweifelsfragen.

Zusammen wandern wir den Weg entlang,
Der uns zu unserm Ende führen wird.
Ich weiß, in dir hab ich mich nicht geirrt.

Beitrag vom 28 Oktober, 2013 (09:46) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Auch als ich die wasser teilte

16 Oktober, 2013 (18:34) | | labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Auch als ich die wasser teilte
die die wüste aus machten
stand ich fest in strand dünen

Hörte den hafer wachsen
& sah volle körbe wie leere

Der wind der wind des himmels
kind blies meinen nord wester
nach süd osten kein lotse
fand sich das lot zu senken &
den faden zu schlagen

Da sammelte ich krebse die
sie am wüsten rand puhlen
folgte den würmern ins watt

Den nerz zog ich fester um mich
versandete in gummi stiefeln
die nase tropfte hart am wind
in dem die segel flatterten
ratterten während möwen schrien

Beitrag vom 16 Oktober, 2013 (18:34) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Am himmel röten sich

30 September, 2013 (20:40) | | herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | 1 Kommentar

Am himmel röten sich die schäfchen
wolken & kondens streifen liegen
lila im türkis

Du nimmst mich bei der hand
deutest zu den sternen & erklärst
mir mein leben

Staunend hör ich deine stimme
seh mit deinen augen wie sich
alles rundet

Wir gehen durch die laue luft
des frühen september abends
& spüren den herbst

Beitrag vom 30 September, 2013 (20:40) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Hagelschlagen

13 August, 2013 (09:18) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

An der wand das glück vom letzten jahr,
als die zeit noch jung und fröhlich war.
draußen treibt im wind ein schiff, ein jammer,
die kajüte leer und in der waffenkammer

Pfeift sich der klabautermann ein lied.
ausgerottet bis zum allerletzten glied
hängt die mannschaft in der takelage,
tobt gott wotan sich in mörderrage,

Und ein hagelkorn spielt auf dem dach.
tanzen will es, löcher stanzen: krach,
dort durchs cirrusgelb rast donner, blitz,
als ich tief im lebensdunkel sitz.

Lass die wetter wüten: wilder mann
Und die horde fangen damit an,
erst wenn tag und nacht zerbricht, dann wird
alles enden. wer sich jetzt ver(w)irrt,

Wird den weg ins leben nicht mehr finden.
blitze ritzen runen in die rinden,
und nach dem gewitter bleibt mir nur
not und angst und die zerstörung pur.

Beitrag vom 13 August, 2013 (09:18) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die sonne stürzt

16 Juni, 2013 (12:21) | | beautiful people, netz@uge.nblick, rausch (zustände), zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Die sonne stürzt sich aus den blauen himmeln
& wird geboren in den gelben primeln
& in den oster glocken & den lilien
der bleiche mensch hat seine utensilien
um dieses strahlen mannhaft zu ertragen
die schwüle hitze stellt die lebens fragen
wie kann man klug am schicksal pfriemeln
vermeidet man das(s) toten glöckchen bimmeln
man steht & riecht an einer schönen rose
wie kommt man in die eng gespannte hose
des engels der da wie die rosen blüht
die sonne stürzt & unter der markise
sitzt lebens neben einer liebes krise
& selbst das lachen klingt schon ganz bemüht

Beitrag vom 16 Juni, 2013 (12:21) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, netz@uge.nblick, rausch (zustände), zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Blaues Kurzgedicht über das Wetter

29 Mai, 2013 (11:21) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Der Himmel blaut. Das Auge schaut.
Der Himmel schaut. Das Auge blaut.
Das Regendach wird abgebaut.
Der Zorn ist fast schon abgeflaut.

Beitrag vom 29 Mai, 2013 (11:21) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ein winter der nie endet

26 März, 2013 (11:45) | | terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

die flocken zählst du die auf ästen hocken
sie sitzen seit an seit um sich zu wärmen
und die die von den weißen wintern schwärmen
sie wollen sie ins kalte freie locken

du würdest lieber mit den blumen rocken
dir wühlt die ungeduld in den gedärmen
die augen sind schon stumpf man spürt dein härmen
dein sehnen nach den gelben osterglocken

die leberblümchen strahlen blau und keck
du siehst sie kurz dann spielt der schnee verstecken
und – schwupp! – sind alle frühjahrsboten weg

du wünschst frau holle soll am frost verrecken
– ein winter der nie endet ist ein dreck –
und hasst sie für das schütteln ihrer decken

Beitrag vom 26 März, 2013 (11:45) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


handlungsreisender

22 März, 2013 (10:28) | | labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

eines tags wirst du
eine antwort kennen und
die frage dazu suchen

du wirst ahnen dass
es nicht ein schöner tag
ist sondern irgendeiner

und die frage wird sein

willst du ein immer
suchender sein einer der
voller antworten ist

die er nicht verstehen kann

weil ihm die fragen
fehlen oder einfach verloren
gegangen sind

weil die zeit darüber hin geht

und nichts bleibt was
als fernes echo taugte als
widerhall und eines tags

wirst du dich aufmachen

auf die suche die das ziel
das ende in sich trägt der fragen
der zweifel und ihrer selbst

Beitrag vom 22 März, 2013 (10:28) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


die erste wärme wandert

4 März, 2013 (19:05) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

für den wortmaler

die erste wärme wandert
über haut und haare
überall wird gebaut
selbst die spechte schreinern

die kettensäge gibt laute
antworten die äste
fallen wie die fliegen
und der baum wird auf

seine äpfel vorbereitet
die rose zackig gezähmt
zeigt zahnlos stachel
und der schnee hat sich

selbst weggeräumt
da wollen waden ins freie
und ohren das leuchten
einstellen wie die nase

das tropfen wenn da
die grippe nicht wär
die in den gliedern reißt
wie der frühling an den

päonienknospen und
den magnolien gleich
will man in sich versunken
neues leben einatmen

Beitrag vom 4 März, 2013 (19:05) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


geht der tod spazieren

18 Februar, 2013 (12:04) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

am grauen winterhimmel hängen schwere nebel //
der blick traut seinen augen kaum und ruht sich aus /
der schale rauch steht über dem kamin // das haus
verschließt nicht nur das fenster / hinter dessen hebel
die rechte hand liegt / unentschlossen wie der tag /
der sich nicht fortbewegen will / der weiter brütet /
als auf der straße menschen schleichen / wohl behütet /
wie dunkle schemen rasch verschatten / und ich frag //
wer denn im halben licht noch hoffen darf auf morgen //
es säumen krähen kahle hecken voller sorgen //
die wege tragen hart am nassen harsch und knirschen /
wenn doch ein fuss sie einsam tritt // die katzen pirschen //
die hunde ziehn den schwanz ein und verbellen ihren
verwehten schleieratem // geht der tod spazieren //

Beitrag vom 18 Februar, 2013 (12:04) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zeitreise

11 Februar, 2013 (10:26) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

„Arelegia! Alles aussteigen bitte!“

Beitrag vom 11 Februar, 2013 (10:26) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


innen ein richtung

16 Januar, 2013 (23:21) | | labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

das raum erlebnis zeugt sich aus
den perspektiven aller wände
& türen schatten wurf die hände
ertasten die gedanken haus

& hof das bebt & macht geschichte
der fenster sonnen ein tritts vier
eck sieht der winter wandern hier
zerstört sich schwarz & wird zu nichte

im lichte der erkenntnis nie
mand spricht so viel & sagt so wenig
wies weiß das sich ganz unter tänig

auf alles legt wer fürchtet sie
die leere die sich bietet & verkauft
bis ein gelebtes leben sie dann tauft

Beitrag vom 16 Januar, 2013 (23:21) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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