Beiträge zu goldener schnitt

Peters Mütter

7 Juni, 2007 (12:53) | | goldener schnitt | 3 Kommentare

Einst lebte Peter, ein Junge von acht Lenzen, in einer kleinen Stadt im Spessart, welche nur selten in den Annalen der Geschichte Erwähnung fand, doch die merkwürdige Begebenheit, von der hier die Rede ist, ging in manche Schrift ein. Das mag am Personal der Geschichte liegen, zu dem eine Elfe, ein Vater, eine Prinzessin und ein Igel gehören. Möglich ist auch, dass das Schicksal des jungen Peters die Schreiber in seinen Bann zog. Doch mögen sich die geneigten Leser selbst eine Meinung bilden.

Gestatten wir uns zunächst einen kurzen Blick auf Peters Umgegend, wie sie wohl in jenen Tagen sich darbot: Auf dem höchsten Hügel der Stadt verfiel gemächlich und gut sichtbar ein Schloss, das viele Dornenhecken umrankten. An drei Seiten fiel der Berg steil ab, vorne stand schützend eine Schildmauer, an die sich unter vielen anderen auch das schmale Häuschen von Peters Eltern schmiegte.

Man erzählte sich, im Schloss schlafe eine Prinzessin seit vielen Jahren, weil sie sich an einer Spindel gestochen hätte, die vermutlich mit Gift getränkt war. Ab und an fuhren Kutschen vor, Prinzen gingen ein und aus, um die Prinzessin zu bestaunen, sowie sich stets ergebnislos um ihre Erweckung zu bemühen, doch mit der Zeit wurde es ruhig im Schloss, selbst im Garten, den drei Gärtner emsig pflegten, so dass Blütendüfte und Buchsbaumhecken zum Wandeln einluden, war niemand zu sehen. Peters Vater pflegte es das „tote Schloss“ zu nennen und erntete mit dieser Bemerkung stets böse Blicke, da die Leute hofften, es würde wieder aufleben und damit der Aufschwung kommen.

Zu jener Zeit begab es sich oft, dass Peter unter seiner fadenscheinigen Federdecke bitterlich weinte. Seine Schluchzer waren in der dunklen Dachkammer nicht zu vernehmen, erinnerten an die Gesänge von Fischen.

In seiner Kammer standen zwei Dinge: das alte Bett und eine Truhe mit seinen Kleidern, beides eingeklemmt zwischen den Schrägen. Die Bodendielen verteilten Spleiße und knarrten, durch die Schindeln strömten Winde, die nie zur Ruhe kamen.
Anfangs hatte Peter laut geweint, um die Aufmerksamkeit seiner Eltern auf sich zu lenken, doch meist stürmte nur seine Mutter ins Zimmer, um sein Weinen mit Schlägen zu stoppen. Sie unterließ es, wenn Vater im Haus war, der Peter schützte. Die Stille schützte Peter stetiger.

An diesem Abend eines verschneiten Januars weinte Peter, weil der letzte Disput zwischen seinen Eltern noch in seinen Ohren tönte: „Wir haben die Gulden nicht, Weib“, zürnte der Vater ob überzogener Forderungen. Seine Statur war schmal und sein Schädel nur zur Hälfte mit Haar bedeckt. „Das Fuhrwerk ist wichtig, die Speichen müssen erneuert werden, sonst brechen sie bald unter den Lasten.“ Wie in vielen Familien, die es eigentlich nicht wirklich nötig haben, waren Gulden und Taler der Anlass für erbitterte Auseinandersetzungen.

Vater stemmte die Fäuste in die Seiten wie immer, wenn er seine Angetraute mit der Pose eines Musketiers von seiner Meinung überzeugen wollte, aber bereits wusste, dass nicht einmal gute Argumente mehr halfen, denn sie hatte ihren Entschluss gefasst, einen anderen als er, von dem sie nicht abrückte. Er warf seine Worte wie Pfeile, sie konterte mit Ironie, dem starken Schild, das selbst Speere abwehren konnte.

„Ja, Du musst schwere Waren transportieren, Händler, doch wo bleibt das schwere Gold?“, sagte sein Weib mit leichter Stimme. „Die Kutsche wird ohne neue Speichen fahren müssen, solang Du keine neuen Gulden in die Kasse legst. Ich habe die Gulden, damit Du Wurst aufs Brot bekommst und Braten am Sonntag, bereits dem Metzger und dem Bäcker gegeben. Dazu benötigt Dein Sohn, der da oben ich weiß nicht was treibt, dies und das. Das willst Du ihm nicht ausschlagen, oder doch?“ Ihre Stimme war zuckersüß, die Augen leuchteten. „Und jeden Tag schmutzige Kleidung, die Reinigungsfrauen werden nicht billiger …“ Sie drehte sich um, die Diskussion war für sie beendet, doch für ihn war das letzte Wort nicht gesprochen. „Lass dem Jungen seine Ruhe. Und hast Du Dir nicht in vier Wochen zwei paar Schuhe kommen lassen und ein Kleid? Die Frage lautet: Speichen oder Kleider.“ Das Weib nahm lächelnd das neue Kleid von der Stuhllehne, eine ganz andere Entscheidung hatte sie gefällt, ihn erschütterte die Stimmung, die Lockerheit, sie flüsterte: „Du tust mir leid …“ Da fiel ihm der Koffer auf, der neben der Tür stand und den sie aufnahm. Leise zog sie die Haustür hinter sich zu. Diese Entscheidung ließ Hitze und Kälte in Peters Vater kämpfen. Dass sie es wagt … der Ruf geschädigt.

Peter wünschte sich zur selben Zeit, als die Tür leise ins Schloss fiel, drei Dinge: Erstens sollten seine Eltern nicht mehr streiten; Zweitens sollte ihn seine Mutter nicht mehr schlagen und drittens wünschte er sich ein Taschentuch. Er kroch unter der Decke hervor, nur mit einer Unterhose bekleidet, da ihm sein Schlafgewand zu klein, ein neues zwar versprochen, aber noch nicht erstanden war, und schlich vorsichtig zur Tür, doch dies machte ihn für die Holzdielen nicht leichter, so knarrten sie um die Wette, was ihm Bilder von Mutters erhobener Hand vor die Augen und Schweiß unter die Achseln rief. Das Licht, welches durch den Spalt zwischen Tür und Boden floss, wurde plötzlich von zwei schwarzen Stellen unerbrochen, die Türklinke senkte sich …

„Ach, was eine Rotznase!“ Eine Elfe schlug begeistert die Hände zusammen. „Putzig!“ Peter erstarrte in seiner schleichenden Haltung und schaute das kleine in der Luft seiner Dachkammer flatternde Wesen an. „Ja, weißt Du das denn nicht “ ich komme zu allen Jungen, für die ihre Mutter nicht mehr da ist. “ Ach, das weißt Du noch nicht? Deine Mutter ist gerade zu einem äußerst wohlhabenden Mann gezogen und wird dort bleiben. Von Elfen wirst Du gehört haben? Was kann ich für dich tun? Du hast einen Wunsch frei.“ Sie lächelte ihn keck an und zeigte den Augenaufschlag, den sie lange vor dem Spiegel in ihrem Baumloch geübt hatte, um die Menschen zu bezaubern. Als sie nach einigen Sekunden verführerischen Blinzelns keine Reaktion bekam, streckte sie den Kopf vor, machte große Augen und fragte: „Deine Mutter ist weg. Was wünschst Du Dir? Du hast einen Wunsch frei.“
Jetzt konnten sich seine Eltern nicht mehr streiten und die Mutter ihn nicht mehr schlagen, was eigentlich zwei seiner Wünsche erfüllte, nur die Art und Weise war nicht so, wie Peter sie sich vorgestellt hatte. Er zog den Rotz hoch, schaute zu Boden. Fühlte sich, als ob er einen endlosen Wasserfall herunterstürzen würde.

„Na, komm, stummer Junge. Ich zeige Dir mal was.“ Die Elfe umfasste seinen kleinen Finger mit ihrer kleinen Hand und schon erhoben sie sich und schwebten aus dem kleinen Fenster der Dachkammer, einen glitzernden Schweif hinterlassend.
Sie flogen durch ein Fenster im höchsten Turm des Schlosses, landeten sanft im oberen Wachzimmer. Peters Blick fiel zuerst auf die Wendeltreppe, der längst ein paar Stufen fehlten, was wie Lücken im Gebiss eines alten Mannes wirkte. Die Wände waren grob behauene Steine, kalt in jener Jahreszeit. Peter riss die Augen auf, als er die schlafende junge Frau vor einer Spindel entdeckte, die in der Mitte der Kammer auf ihrem Stuhle saß. Eine kleine Krone hing schräg auf ihrer rotblonden Haarpracht.
„Nun, hier ist eine, die gerne Mutter wäre. Nur, dass Du es weißt.“ Wieder spielte die Elfe mit ihrem bezaubernden Augenaufschlag. „Was wünschst Du Dir? Du hast einen Wunsch frei und zwar bis heute die Kirchturmuhr zwölf schlägt.“ Sie nahm wieder seinen kleinen Finger und da flogen sie durch das Schneegestöber, das mittlerweile im vollen Gange war, zurück in Peters Dachkammer.

Das Licht, welches durch den Spalt zwischen Tür und Boden floss, wurde immer noch von zwei schwarzen Stellen unerbrochen, die Türklinke war gesenkt wie zuvor, dann ertönte ein knarrendes Geräusch, worauf die Tür zu Peters Kammer mit einem lauten Knall aus dem verzogenen Rahmen sprang, sein Vater lugte um die Ecke, zuckte zusammen, als er Peter so unvermittelt vor sich sah.
„Peter“, sagte Vater sanft, als er sich vom Schreck erholt hatte, und strich ihm über den Kopf, sah seine laufende Nase und zog ein Taschentuch aus seiner Hosentasche, mit dem er Peter die Nase abwischte, als ob dieser noch ein Kleinkind wäre. Damit war Peters dritter Wunsch erfüllt.

„Peter, wir sind jetzt zu zweit. Mama will gerne mehr Schuhe haben“, er lächelte, verdrehte die Augen, „als ich erstehen kann. Sie ist weg. Alles ist gut, Peter, glaube mir. Wir kommen ohne Mutter zurecht, da wir eine Magd einstellen werden.“ Er nahm Peter fest in die Arme, lächelte ihn an. „Hast Du dich schon gewaschen? Der Zuber wartet!“ Er klopfte Peter freundschaftlich auf die Schulter und schob ihn aus dem Zimmer.

Die Kirchturmuhr schlug elf Mal als Vater die Kerze in Peters Zimmer löschte, der Rauch sich wie ein durchscheinender Faden kräuselte und der eine Wunsch wie ein großes Fragezeichen in der Dunkelheit schwebte. Sollte er sich wünschen, dass Mutter wieder kommt? Er erinnerte sich an ihre Stimme, wie sie vor wenigen Tagen in der Küche donnerte. „Der kann was erleben “ ratzen soll er, nicht lauschen!“ Er erinnerte sich weiter, dass ihre Schritte auf der Treppe erklangen. Rasch drückte Peter die Tür in den Rahmen und kroch unter seine Decke. Mit der aufspringenden Tür quoll Licht in seine Kammer und ein Schatten stürzte auf sein Bett zu. Mutter riss die Decke weg und schleuderte sie durch den Raum, hob die Hand.

„Komm raus, Weib, lass Peter seinen Frieden.“ Die Stimme des Vaters klang so leise, befehlend, dass ihre Hand in der Luft stehen blieb und sie ihr zögerlich folgte, die Kammer verließ.

Vater nahm die Bettdecke vom Boden auf und deckte Peter zu, streichelte über sein strubbeliges Haar und schloss behutsam die Tür. Sollte sein Wunsch Vater gehören?

Beim Grübeln döste Peter ein und träumte von der Schule, die er als ein seinem Vater zugestandenes Privileg besuchen durfte. Der Lehrer Basedowo rügte sein Deutsch, lies eine schlechte Note folgen und einen Brief an seine Eltern. Mutter schrie und konnte sich nicht beruhigen, sie schlug ihn unzählige Male auf den Hinterkopf, nannte ihn Nichtsnutz, Dummkopf, Bauer und stellte ihm eine düstere Zukunft als Spielmann in Aussicht. Peters Gesicht war von Tränen benetzt. Als seine Mutter sich verausgabt hatte, erkannte er seine Chance, rannte aus dem Haus, durch die Straßen der Stadt und in den Wald, tiefer, als er jemals in ihn gelaufen war, vorbei an den Buchen, durch die dunklen Tannen auf eine Lichtung, die unter der tief stehenden Sonne im Dämmerlicht lag.

Er legte sich in das schilfartige Gras, zog die Beine an die Brust und umklammerte sie mit den Armen. Das Gesicht drückte er an die Knie. Bald umschloss ihn Dunkelheit. Eine helle Mondsichel stand am Himmel. Kälte kroch durch seine Kleidung.

Bald spürte Peter, dass ihn jemand beobachtete, öffnete die Augen und erblickte auf einem Stein einen Igel, der interessiert schnupperte, als Peter den Kopf hob und sich aufsetzte.

Lange beäugten sie sich. Dann streckte Peter zitternd die Hand aus, um den Igel anzufassen, zu streicheln, doch als sich die Hand näherte, kugelte sich der Igel zusammen und stellte seine Stacheln auf. Vorsichtig, nur mit der Fingerkuppe, tippte Peter auf einen Stachel und zog seine Hand zurück.

Vorsichtig gab der Igel seinen Schutz auf, schnupperte in Peters Richtung und sagte: „Um anerkannt zu werden, musst Du etwas anerkennen.“ Erschrocken springt Peter auf, um gleich zurück zu rennen durch den dunkeln Tannenforst, die Buchen, die Straßen und hinauf in seine Kammer. Mit klopfendem Herzen starrte er an die Schräge, an den Igel denkend, seinen guten Schutz bewundernd, grübelnd über den Spruch.

Ob dieser Gedanken an das Vergangene riss Peter die Augen auf, der Wunsch war auf einmal klar: Er wünschte sich eine gute Mutter und Eltern, die sich liebten.

Die Elfe kam durchs Fenster hereingeschwirrt und rief im Plauderton „Er sei Dir gewährt!“ Es glitzerte kurz in der Kammer, und sie zischte durch das Fenster zum nächsten Bedürftigen. Peter schlief mit einem seligen Lächeln ein, das ihn die ganze traumlose Nacht im Gesicht stand.

Beim Frühstück sah sein Vater immer wieder von seinem Tee auf, blickte Peter an und nickte und nickte. Er stippte sein Brot in die Milch, Vater nickte, er fragte nach Honig, Vater nickte, er schlug mit dem Löffel aufs Ei, Vater nickte. „Was ist?“, fragte Peter endlich irritiert und Vater antwortete: „Du bist so verändert heute. Ich sehe Dich das erste Mal seit langem glücklich.“

An diesem Tag ging Peter in die Stadt, um ein paar notwendige Dinge zu besorgen. Auf seinem Weg durch die Gassen der Stadt strich ihm ein Passant übers Haar und murmelte: „Armer Junge!“ Der Bäcker schenkte ihm die Brötchen: „Einen Burschen wie dich muss ich unterstützen. Du wirst darüber hinweg kommen, glaube mir.“

Vor dem großen Tor in der Schildmauer, das zum Schloss führte, blieb Peter stehen, dachte an die Turmkammer, die schlafende junge Frau. Er murmelte: „Öffne dich!“, da sprang das Tor auf, um sich hinter ihm wieder zu schließen. Der gepflasterte Schlosshof lag vor ihm, still, die Fenster schienen alle blind zu sein oder von Reif überzogen. Die Turmtür war die einzige, die offen stand, so einladend, dass Peter leichthin in den Innenraum trat, die Stufen der Wendeltreppe aus Sandstein waren ausgetreten, manches Mal rutschte Peter auf ihnen aus, konnte sich aber wieder fangen. Über die Lücken sprang er hinweg; Gefahr schien es für ihn nicht zu geben.

In oberen Wachraum schlief die junge Frau unverändert. Peter setzte sich ihr gegenüber, vertiefte sich in ihr hübsches Antlitz, von einer solchen Mutter träumend, ihrer Liebe, ihrer Fürsorge. Nach kurzer Zeit begannen Schneeflocken durch die Fensteröffnungen zu tanzen. Sie verfingen sich im Haar der beiden reglosen Personen.

Vater klopfte an die Tür seines Rivalen. Als sich diese ein wenig öffnete rief er hinein: „Ist Peter bei Dir? Ist der Junge bei euch?“ Der neue Mann seiner Frau stieß Vater gegen die Brust, so dass er sich mit dem Hosenboden auf die Gasse setzte. „Billiger Trick, Mann. Deine Frau lebt jetzt hier. Und da bleibt sie. Dein Sohn geht uns nichts an.“ Da wandelte Vater mit rastlosem Blick durch die Straßen der Stadt, bis die Sonne den Zenit überquerte und Dunkelheit die Herrschaft über die Erde gewann. Sein Blick ging gen Himmel, wo er am Turm des Schlosses ein Licht gewahrte. Ein Licht, das seinen Blick gewaltig anzog, wie das Antlitz einer wunderschönen Frau, von dem sich ein Blick nicht mehr abwendet, bis sie ihm gewahr wird und es der Anstand gebietet.
So ging Vater durch das Tor des Schlosses, das sich für ihn öffnete, die lückenhafte Wendeltreppe hinauf, bis in das Wachzimmer. Dort erblickte er seinen Sohn, den Kopf auf den Schoß eines jungen Weibes gebettet, die wohl vor ihrer Spindel eingeschlafen war, beide vom körnigen Schnee bepudert, reglos, als ob sie in vollkommener Zufriedenheit erfroren wären.
Ohne zu Zögern schüttelte Vater seinen Sohn, dessen Kopf weich wie Kautschuk hin und her schwankte, er murmelte etwas, die blauen Lippen bebten, sein Körper war kalt wie Eis, steif wie ein Stock, benötigte Wärme, die ihm der Winter ausgesaugt hatte.
Vater legte die junge Frau auf den Boden, sie fühlte sich warm an, lebendig, schlief aber so fest wie nur irgendein Lebewesen schlafen konnte, zerbrach ihre Spindel, zerschmetterte den Stuhl, auf dem sie gesessen hatte und entzündete mit dem Holz ein Feuer.

Vater legte seinen Sohn neben das lodernde Holz, er nahm das Weib hoch, wollte es auf die andere Seite legen, doch ihre Schönheit zog ihn in seinen Bann, so wie das Licht des Turmes vor kurzer Zeit. Er bestaunte ihre rötlichen Brauen über den geschlossenen Augen, die Nase, das geschmeidige Harr und seine Lippen näherten sich den rosigen Wangen, berührten sie fast, hielten inne. Eine Sternschnuppe segelte vor einer Fensteröffnung herab.

Da lachte Vater und drückte der jungen Frau einen Kuss auf die Wange. Sie schlug die Augen auf und flüsterte: „Mein Prinz.“
Noch einige Zeit saßen die drei umschlungen am Feuer, da beginnen die Dielen des Bodens zu brennen. Erschrocken flüchten sie.

Auf dem höchsten Hügel der Stadt steht seitdem eine Ruine. Man erzählt sich, im Schloss habe eine Prinzessin seit vielen Jahren geschlafen und sie wurde von einem Händler und dessen Sohn geweckt, am gleichen Tag, als dem Händler die Frau fortlief, fand er die schönste Prinzessin, deren ganzer Stolz ein kleiner, schlauer Junge geworden war.

Beitrag vom 7 Juni, 2007 (12:53) | Autor: adminxx1 | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | (3) Kommentare


Rainbow county. Once upon a time in a land

11 April, 2007 (19:03) | | goldener schnitt | 1 Kommentar

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow,
There was my lonely friend,
With a rose deeply smiling.
O woman.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of love.

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow,
There was her little man,
With a rose lucky dancing.
O dear man.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of love.

Sometimes, I wish to tell this stuff,
That only you would understand,
Because we were friends.

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow,
There were blue little birds,
In the sky lucky flying.
And with a smile, my Dad.
O father.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of life and death.
When they called you „Daddy“, it made me cry.

Than in this dream, blue, with birds,
Flying over the rainbow,
I wish to tell you all this stuff of my live,
That only you would understand,
Because we were friends.

I’m not talking in a bad way.
I’m not walking in the streets,
Aimlessly looking for a face
that matches yours.
Only I’m bound to You.

Once upon a time in a land,
Somewhere, over the rainbow
There was a beauty, ’sleep
Like a seed becomes the rose.
O woman.
You move me.
You make me feel,
This most magical wonderment of life.

Than in this dream, blue, with birds,
Flying over the rainbow,
I wish to tell you from this land, somewhere.

(C) Ostern 2007, Kathrin A.-M. Drescher

Beitrag vom 11 April, 2007 (19:03) | Autor: adminxx1 | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Buchmendels Schätze. Die Bibliothek

8 März, 2007 (23:14) | | goldener schnitt | 2 Kommentare

„Die Unsterblichkeit der Literatur ist abstrakt und heißt Bibliothek“ verrät uns Octavio Paz. „Das Paradies habe“ er sich „immer als eine Art Bibliothek vorgestellt“ schwärmt Borges. Aber „Ein Bibliothekar, der keine Geheimnisse, kein verschlossenes Zimmer habe, sei kein rechter.“ schränkt Goethe ein. Umberto Eco hält „die Bibliothek gar für „ein großes Labyrinth“: „Trittst du ein, weißt du nicht, wie du wieder herauskommst.“

Lauter Geheimnisse und ein kleines verschlossenes Zimmer gab es in der Bibliothek auf dem Petersberg in meiner Heimatstadt. In den hohen Wandschränken unter den Kreuzgewölben des Benediktinerklosters standen die Dichterwerke längst verstorbener Meister wie auch der Neulinge aus dem letzten und diesem Jahrhundert in einem Regal.

Als Kind suchte ich so oft es ging diesen Ort auf, in dem ich mich verstecken und mein vom Stumpfsinn der Schullehre gebeuteltes Wesen sich zurückziehen konnte, um einzutauchen in eine atemberaubend geheimnisvolle Welt, die sich mir erschloss, wohin auch immer ich meinen naseweisen Schritt lenkte.

(C)2007 Kathrin Drescher

Beitrag vom 8 März, 2007 (23:14) | Autor: adminxx1 | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Zeilenfresser

10 November, 2006 (09:25) | | goldener schnitt | Kommentieren

Es fragt sich selbst die Welt nach ihrem Grund,
Wenn Greife schreiend durch die Winde jagen.
Es fragt sich der die Frage aller Fragen,
Der Verse reimt so schwer zu später Stund.

Ins Wort gegossen scheinen schön die Klagen,
Es laufen Metrum, Sprache, Endung rund.
Dem Leser wird das Klagen bald zu bunt:
Der Text will nicht den Durchschnitt überragen.

Doch spät am Abend reimt sich einfach besser,
Wenn man die Trauer und den Schmerz besingt.
Die Analyse schneidet scharf wie Messer,

Der harte Tonfall wie gehämmert klingt.
Der Rest, er dient doch nur als Zeilenfresser,
Der diesen Vers zum letzten Reim bezwingt.

Beitrag vom 10 November, 2006 (09:25) | Autor: adminxx1 | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Idee: Enno E. Peter & Sabrina Ortmann

WordPress | Basis Theme: Andreas Viklund & webhosting sources | modified by TyrakusCMS