Beiträge zu haut.falten/masken.wahn

„Ab!“-Gesang

6 Juni, 2014 (16:23) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | 2 Kommentare

Das „Ab!“ ist kein Singen, nur spotzendes Kreischen.
Die Spucke, sie fliegt von den Lippen, ihr Rotzen
Ist wie solche Schreibe bloß elend, zum Kotzen.
Die Worte sind Saat nicht, sie mahlen, vermaischen:

Den windigen, billigen Beifall Erheischen,
Das ist das Bestreben, ein stammelndes Klotzen,
Mit Texten, die läufig vor Arroganz strotzen,
Sie sollen verführen, sich laut zu zerfleischen.

Wir halten zusammen, wir Kämpferpoeten!
Uns kann man bepinkeln, bespucken und treten:
Wir schmieden die Strophen, wir schreiben die Reime.

Man kann laut das „Ab!“ in den Äther trompeten,
Die Verse, sie steigen wie Weltraumraketen,
Verbreiten die Lyrik: Sie sä’n ihre Keime.

Beitrag vom 6 Juni, 2014 (16:23) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Kopf – auge – atmen

8 April, 2014 (08:36) | | blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Dein atmen hat etwas gewissen
haftes dein wort hin gegen viel un
gewisses etwas verloren liege ich

Dir in deinen wolken haaren er
blicke das rund der augen
brauen die sich zum gewitter ballen

Dein grün auge blitzt nicht schelmisch
es schleudert traumata donner &
doria schlag licht artig wut redende

Dir schaue ich über die schulter
blätter wie sie steigen wie sie fallen in
brünstig dein schluchzen

Dein kopf schütteln bringt mich
zum sturz flug aus dem haar nest in
kalte gewissheiten ein tauchend

Beitrag vom 8 April, 2014 (08:36) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Fasten zelt zeiten

26 März, 2014 (17:06) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

Die klage weiber kreischen
sich die lungen aus dem hals
starrig sind die ein sichtigen
säen zwie tracht wo ein

Tracht zu gang haben sollte

Fest zelte sind dome des gott
losen dienstes wo die busen
und die bier humpen wogen
brecher aus ufern und über

Schwappend ränder ab
laufend sich vereinigen

Im falschen zu singen rot kohl
kopf kerle kotzen rausch
geld engel besabbern fette
hühner beine und schweine

Bauch speck hängt über gürtel

Rosen tragende leder hosen
hanseln die trächtigen weiber
kichern schrille lebens lagen
über aus schnitte in ein blicke

Beitrag vom 26 März, 2014 (17:06) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Verkappte bereinigungen

13 März, 2014 (09:53) | | lug & trug, terrere est humanum? | Kommentieren

Der eine träumt von zufalls
erscheinungen der andere
über zerfalls bekanntschaften

am besten als road movie
getarnt entlang von panzer
engen und meer straßen

wo sich korallen verwüsten
und wüsten bedünen der
sand den hafer sticht und

der hai freud voll aus
stirbt aber wer will schon
störe verleichen weil

das kaspische mehr leer
als voll ist heute reicht
der russe zum wodka krim

Beitrag vom 13 März, 2014 (09:53) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


rand erscheinung

29 September, 2013 (15:48) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

Am fenster hängen
die lefzen streifen fast
das trottoir

Lebens überdruss
gegeifert mit nacktem
finger gezeigt

Die nase gerümpft
lechzend unter röcke
gestieläugt

Den häme schmodder
über das alles da unten
aus geleert

Ein perfekter tag
zum endlichen ab
leben als
rand erscheinung

Beitrag vom 29 September, 2013 (15:48) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es war der stete drang

4 September, 2013 (19:55) | | haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Es war der stete drang zu wider worten
der wider borstig in den versen tobte
wenn einer selbst den klee noch über lobte
dann rief er gleich nach den kohorten
Nach odins wilder reiterei nach thor
dem gott des donners & des hammers
der abgestrafte gab ein bild des jammers
nicht selten schaute aus dem loch hervor
Ein kleiner rest an grauer asche wenn
die schlacht vorüber war & waffen ruhten
weil im besitz des rechts des immer guten
ist er ein gegner wie ich keinen kenn
Wie gut dass ich ihn freund & bruder nenn
& wir aus einer einzgen wunde bluten

Beitrag vom 4 September, 2013 (19:55) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die wege sind verborgen

27 August, 2013 (20:22) | | beautiful people, herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

Die wege sind verborgen, die die liebe geht:
sie führen über berge, über felder und
durch herzen und gedanken; mancher rote mund
spricht worte, die die welt bedeuten, obsolet
Im augenblick des hörens. farben, kunterbunt,
ein strauß aus lebensfragen, in den raum gesät,
damit sie wachsen, und, am ende viel zu spät
der antwort zugewandt, verdorrn im lauten rund
Des markts der möglich- und der eitelkeiten, die
Sich präsentieren, just, als wäre dieser tag
der letzte aller tage: sieger gibt es nie!
Nur die verlierer stehn am rand des treibens, sie,
die viel erhofften, sind im kalten sarkophag
und leiden still; das glück sitzt in der galerie.

Beitrag vom 27 August, 2013 (20:22) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die sonne stürzt

16 Juni, 2013 (12:21) | | beautiful people, netz@uge.nblick, rausch (zustände), zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Die sonne stürzt sich aus den blauen himmeln
& wird geboren in den gelben primeln
& in den oster glocken & den lilien
der bleiche mensch hat seine utensilien
um dieses strahlen mannhaft zu ertragen
die schwüle hitze stellt die lebens fragen
wie kann man klug am schicksal pfriemeln
vermeidet man das(s) toten glöckchen bimmeln
man steht & riecht an einer schönen rose
wie kommt man in die eng gespannte hose
des engels der da wie die rosen blüht
die sonne stürzt & unter der markise
sitzt lebens neben einer liebes krise
& selbst das lachen klingt schon ganz bemüht

Beitrag vom 16 Juni, 2013 (12:21) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, netz@uge.nblick, rausch (zustände), zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die Stadt und du

3 Juni, 2013 (20:05) | | beautiful people, netz@uge.nblick | Kommentieren

Du trittst auf den Balkon hinaus und siehst
Weit über deine Stadt. Du ahnst, im Zwielicht
Wird über dich entschieden. Was als Dünnschicht
Sich übers Denken legt, ist Angst. Du fliehst

Mit einem Falken auf den Turm. Im Wind
Spielst du das Kind, das du gewesen bist
Im Frühling. Fliehen ist nur schale List.
Wir werden doch bestraft, weil wir es sind,

Die all die Lügen leben, die enttäuschen,
Verdämmern in den selbst entfachten Räuschen.
Nun ist es Herbst. Der Wind bläst scharf und kälter.

Der Schal um deine Schultern will kaum schützen.
Die Frau mit kleinem Hund durchwatet Pfützen.
Die Stadt und du: Ihr werdet langsam älter.

Beitrag vom 3 Juni, 2013 (20:05) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


das lied vom untergang

12 März, 2013 (21:02) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

ich bin am rand des untergangs
der sonne wie des monds
das leben ist was angst-und-bangs
und niemanden verschonts

das ende das am talrand steht
da oben an der schlucht
wo grad das letzte licht vergeht
wie immer auf der flucht

ich beuge und beäuge mich
ich biege und bezeuge mich
und sag mir leis ins ohr
es kommt mir jetzt so vor

als wär ich kind des untergangs
des übergangs zum morgen
ich hätt was kurzes hätt was langs
und würd gern etwas borgen

so von dem anfang von dem fluss
der talwärts lustig sprudelt
bis in das weite meer zum schluss
in dem er sich verstrudelt

ich beuge und verbeuge mich
ich biege und verbiege mich
und schreie mir ins ohr
das kommt mir nicht mehr vor

Beitrag vom 12 März, 2013 (21:02) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


der rausch der umarmung

20 Februar, 2013 (20:46) | | beautiful people, blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Kommentieren

der rausch der umarmung verblasste im schatten
der liebe als traum // die vergeblichen worte /
sie säumten die laken der nacht / die sie hatten
als anker im sand ihres lebens /nur orte /

in seelen gelegen / die wanderer sind /
nur streunende hunde im zwischenreich / himmel
und hölle gleich nah // und sie hielten so lind
die hand sich als ritter und retter auf schimmel

und muli // der atem / von mündern erkaltend
als fahne enflohen / er hauchte das leben
hinaus in die schwärze / denn nichts wird vergeben /

vergessen// die zeiten als märchen gestaltend /
so eilten sie weiter / um sich zu verlieren //
die schmerzen der kinder geselln sich zu ihren //

Beitrag vom 20 Februar, 2013 (20:46) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


abgetreten – amphybrachische hexameter –

12 Februar, 2013 (10:59) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Kommentieren

mein leben nimmt endlich ein ende /
das atmen geht nicht mehr behände //
es röchelt die staubige lunge /
es hechelt die hässliche zunge //
ich reib mir die augen die blinden /
und fürchte die sinne sie schwinden //
das sterben ist nur eine wende /
begeb mich in andere hände //
man hört nicht mehr alles gezüngel /
und furzt auf das schale geklüngel //
ich scheiß auf die ehre die sünden /
und muss keine lügen verkünden //
so lieg ich und will nur noch bleiben /
die letzten der worte zu schreiben //
da zuckt es nochmal in den lenden /
ich möchte mein schicksal gleich wenden //
doch winkt schon des lotsen laterne /
mein lieber das hättste jetzt gerne //

Beitrag vom 12 Februar, 2013 (10:59) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Tut Gut Hut

7 Februar, 2013 (15:45) | | beautiful people | Kommentieren

Ich denk, auf meinem Kopf
Steht mir der Hut gut.
Die Frage, die sich stellt,
Ist, ob das gut tut,

Wenn man sich loben tut.
Ich täte gut dran,
Wenn ich bescheidner wär.
Erst kommt der Hut dran.

Der Rest folgt spetär.

Beitrag vom 7 Februar, 2013 (15:45) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


selbst verständlich sentimental

14 Januar, 2013 (18:07) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Kommentieren

das tränen reiche das selbst verständlich
sentimentale mag ich an deinen sottisen
eis kalt serviert um im gelächter zu garen

an spruchs voll wolltest du sein die hirne
bewegen bevor sie erstarren demenz weg
tanzen die prionen rocken bis der schaum

tropft pro secco schlürfend apero spritzig
die décolletés perlen lassen & schäkernd
die äpfel schütteln ach die salonieren sind

auch keine löwinnen mehr eher pussy
kätzchen die glitzer kleider kaschieren nichts
ihre aus lage erinnert an gebirge aus zucker

hüten geistes armut im arm die monokel
muss mann sich denken wenn er könnte
das stiel auge ersetzt stil während an satz

los die völlerei der leere dir geblieben ist &
das a bissl wos geht imma denn dem wien
kann selbst berlin nicht wirklich entfliehn

dem mingga geht sein milano ab trotz des
vielen pino grigio & des grappa in größten
mengen kannst dus nicht schön saufen liebes

Beitrag vom 14 Januar, 2013 (18:07) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Bald

6 Dezember, 2012 (19:50) | | beautiful people, herz & lenden | Kommentieren

Ich bin so dreist und werde immer dreister,
Der Tag kann machen, was er will, die Nacht
Kann tun und lassen, was sie mag, die Macht
Ist mit dem Herrn, dem Bändiger, dem Meister.

Das Leben reißt sich nicht am Riemen, reißt er,
Dann wird er nicht geflickt und repariert,
Er wird entfernt, kupiert und wegrasiert.
Ein Hund, der bellt, ist ungefährlich: Beißt er,

Dann war die Warnung überhört. Geschwiegen?
Verschwiegen sind die Quellen, die da liegen,
Wo meine Kräfte sich erneuern: Halt!

Der Hund verstummte, jetzt wird es gefährlich!
Du schaust mich an, dein Wünschen ist begehrlich:
Ich werde dich besiegen, und zwar bald.

Beitrag vom 6 Dezember, 2012 (19:50) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


über das gewogen sein bei steigendem alters durch schnitt

15 November, 2012 (13:07) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

ich nehms, wies kommt. mal kommt sie, mal geht er, mal geht sie, mal kommt er. der, die oder das alte(r) – es nützt nichts, sich dagegen zu wehren. es kommt, wies kommt. und wies geht!

das mit dem gewogen sein ist relativ. ich zum beispiel nehme ab und zu ab und zu. die waage tut das auch. manchmal bekommt sie schwer, manchmal weniger schwer auf den kopf gestiegen. es ist immer der kopf, und immer zu viel. der geneigte – wie gebeugte – leser weiß vielleicht, wovon ich schreibe.

obwohl es schwer ist, nehm ichs leicht. das empfehle ich anderen gerne auch. es fällt einem sowieso alles immer schwerer, auch das leicht nehmen.

Beitrag vom 15 November, 2012 (13:07) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


watt wahl watt wal watt watt

12 November, 2012 (20:35) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

wa(h)l verwandschaften speien
fontänen & wühlen die see auf
die ruhig lag still ruht er der see
die see wütet schäumt brandet

gründen tief die stillen wasser
die öl platt formen gründen tief
die wind räder gründen tief das
echo lot lotet tief aus laut aus

das watt kennt kein volt aber
eine volte die robben robben
die wale voltigieren das watt
kennt mega watt lernt kilo

volt kennen hängt die wolken
an stark strom leitungen auf
es hat keine(n) wa(h)l mehr
ebbe sagt das meer zur flut der

fische ebbe sagt das meer zu
möwen es will watt formen
& hat platt formen hering in
öl & gas hat spaß das watt

Beitrag vom 12 November, 2012 (20:35) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


auf empfang

15 Oktober, 2012 (12:26) | | lug & trug | Kommentieren

ich geh auf eine letzte zigarette
& lasse auch mein volles sekt glas stehn
nicht dass ich irgend was erwartet hätte
mir war nach frischer luft mir war nach gehn

ich lasse die gespräche drinnen branden
das lachen ist so falsch wie jeder ton
mir kam der kleine rest geduld abhanden
da bin ich vor dem elend schnell geflohn

& hab den fahlen mond ganz still betrachtet
sein kaltes licht beleuchtet kanten scharf
den weg ich habe mich & uns verachtet
erkannt wer ehre & moral verwarf

hier eile ich vorm mund die atem fahne
die feuchte nieselt tröpfchen ins gesicht
ein abschied naht ich fühle & ich ahne
geh mit mir unerbittlich ins gericht

Beitrag vom 15 Oktober, 2012 (12:26) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


so nett neu

13 Oktober, 2012 (12:13) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Kommentieren

sprich deinen segen wirf mir über(s) haupt
den geist gib viel wirf über(s) reichlich
je mehr du gibst wird(s) un aus weichlich
dass weisheit wissen glaube ab ent staubt

& auf den punkt gebracht so un aus sprechlich
erst ab gekanzelt auf gesetzt erlaubt
dann aus/f gelesen schließlich mund geraubt
verbrämt um kette(l)t eben neben sächlich

verschämt verdruck(s)t die verse weg geplättet
die hölle evoziert & welt gerettet
gekach/kelt & gekächert & end/t sorgt

sag amen sag es sag zu allem amen
weil nichts nichts ist als dieser wunder samen
gesät wo wenig wächst er/s ist geborgt

Beitrag vom 13 Oktober, 2012 (12:13) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


du sitzt hier schamlos

11 Oktober, 2012 (20:21) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Kommentieren

du sitzt hier schamlos redest trefflich
darüber wie die welt so ist
& wie sie besser wäre wenn
du wärest wo du noch nicht bist
das zu belassen wäre sträflich
du schreibst mirs in das stammbuch
& warnst vor großem unglück denn
jetzt zu versagen wär der dammbruch

das ende jener tage die wir kennen
man möcht dich fast den letzten retter nennen
so siehst du dich als wärst du ohne falten
ganz ohne fehl & tadel unter den gestalten
des mittelmaßes in den niederungen
von deiner sendung bis ins mark durchdrungen

Beitrag vom 11 Oktober, 2012 (20:21) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


satte kont(r)o versen

7 Oktober, 2012 (12:20) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

satte kont(r)o versen stimmungen
kern kraft atomisiert erd beben
warnung da spricht ein freund

sag an sagt der an sager bevor
das licht aus geht geht er ein
blau lichtert eine sicherheit

kurs aus fall versicherung an
der volks hoch schule ein
mal tief gestapelt stapel

gabler fahren logistik ist
logisch regal ist nicht egal
chaotische lager führung

ist nicht braun sie ist
m(eth)odisch & er scheint
als prêt a porter gestöckelt

da geht kein faden verloren
da beisst die maus keinen ab
der nicht schon weg wäre

stimmungen versen in kata
strophen wörter zu keulen
die hirne sind weich alle gleich

Beitrag vom 7 Oktober, 2012 (12:20) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


nacht gesänge

4 Oktober, 2012 (20:24) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Kommentieren

du triffst den barden dort am fenster laden
wo er ein liedchen trällert li la ley
ein vöglein hat was ist denn schon da bey
ins ohr gezwitschert & in schoko laden

gezahlt was dir an herzes schmerzen ey
jey jey das selbige zerbrach die waden
bestrumpft so macht frau das in eskapaden
der aus bruch aus dem schalen einer ley

der barde lächelt zynisch zupft die leyer
damit mit tönen über tönt sie ruhe hat
die arme seel dir geht das auf den seyer

du schlägst des barden nase breyt & platt
& siehst im laden dort am leeren fenster
um rahmt den nachtkrapp tanzen & gespenster

Beitrag vom 4 Oktober, 2012 (20:24) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


dem sommer fällt die letzte turteltaube

1 Oktober, 2012 (15:12) | | lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

dem sommer fällt die letzte turteltaube
aus seinem haar denn jetzt ist aus die laube
als ich in meinen alten reimen klaube
& dabei diesen frechen text entstaube

vergisst die muse dass ich ihr sie raube
den letzten sonnenstrahl in meine gaube
der frühen jugend frischer hoffnungsglaube
die täuschung ist für blinde & für taube

der neue wein in billigen kaschemmen
bei blasmusik gemeinsam sich enthemmen
bis von der völlerei die gürtel klemmen

ist nichts als gegen den verfall sich stemmen
der herbst wird es vernebeln überschwemmen
der winter zeichnet auf den scheiben gemmen

Beitrag vom 1 Oktober, 2012 (15:12) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


wer den herbst liebt

21 September, 2012 (20:02) | | haut.falten/masken.wahn, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

sag sprachst du weg gewunschener zu mir
wenn ja wars nicht zu viel gesagt gelogen
dein wort gezogen war das grienen flogen
da mir nicht dir doch tauben in das hier

& heut gebratne satans braten turbulenzen
wo die winde sind & wo die lüfte weit
& breit gehüllt in düfte gehn bereit
uns zu kredenzen was an frühen lenzen

im raum steht & sittsam gehegt erfriert
sag sprachst du als verwunschner diener deiner
begierden aus am straßenrand krepiert

wenn man dort bettelt & verloren wird
die hölle blase balgt ein größer kleiner
wer um den herbst flirrt der ist leicht verwirrt

Beitrag vom 21 September, 2012 (20:02) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


septemberränder: 6

7 September, 2012 (03:54) | | beautiful people | Kommentieren

(„wir sind weiterschreiber“ – Klavki)

nun blättert um das seidene papier
(das in den alten alben näht porträts
ihr leichentuch ins totenbuch, vom hier
ins dorthin eines viel zu früh zu späts)

die nacht, die legt den finger raschelnd mir
auf lippen und ein still jetzt! jeder zeile
gebietet, dass sie wispre zwar dem wir
vom du, doch darin uns dein ich verschweige.

als legte mit den toten zwischen blätter
ich mich, wo trunken an der bibliotheke
bestellten wir den schnaps, und übers wetter

wir hätten lächelnd ge- und uns versprochen,
dass solche snapshots säumten unsre wege
zu worten dann, an denen wir zerbrochen.

Beitrag vom 7 September, 2012 (03:54) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: beautiful people | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


schritt

26 August, 2012 (17:40) | | beautiful people | Kommentieren

nur ein kleiner ist’s,
der uns trennt von den sternen,
lichtstaub er wie sie.

(für neil armstrong)

Beitrag vom 26 August, 2012 (17:40) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: beautiful people | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


alter sack

8 August, 2012 (18:18) | | haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

du hast das zeug zum sieger
sprach das spiegel bild &
verschwamm im nebel der
warmen dusche

ich trug den kragen hoch an
diesem kalten morgen parfüm
& eine scharfe rasur die
zähne blitzten

maul affen feil bot ich mich
billigst zum freien verkauf an
gestrige ware muss raus &
verschrien werden

am abend im halb dunkel sagte
der spiegel zu mir deine falten
vertrügen ein glätt eisen du
alter sack

Beitrag vom 8 August, 2012 (18:18) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


weißt du

24 Juli, 2012 (16:32) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

ach weißt du nein du weißt ja nichts & nichts
hast du verstanden zu verstehn wärs leicht
gewesen hättest du die hand gereicht
du gabst mir eine seite des gesichts

nur die mir abgewandte scharf geschnitten
im licht des abendrots zur nacht gedreht
die wunden offen heilung war verweht
weil uns die bösen teufel ruchlos ritten

die seite mit dem schwarzgestrichnen lid
das hassvoll zuckend in die tränen biss
sie war es die ich vorher immer mied

weil sie mich aus den kühnsten träumen riss
es gäb ein morgen nach dem schwarz der wacht
ich sah es wie du gingst du hast gelacht

Beitrag vom 24 Juli, 2012 (16:32) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Für Dich nur schlägt mein Herz!“ (Silbermond)

14 Juli, 2012 (17:43) | | herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

Du sagst: Ich trage Dich in meinem Herzen!
Und meinst, es gäbe nicht viel mehr zu sagen.
Ich frag Dich: Trügst Du’s auch an dunklen Tagen,
Wenn alles um Dich Angst ist, Tod und Schmerzen?

Ich würde das und mehr für Dich ertragen
Und trüge Dich nicht nur im Herz! Auf Händen,
Da ließe ich’s beim Herzen nicht bewenden,
Durch Hochs und Tiefs, in allen Lebenslagen,

Würd ich Dich tragen und dazu beschützen!
Was will mir dies Versprechen jetzt noch nützen?
Ich bin in Deinem Herzen eingefangen!

Da muss ich still in meiner Kammer sitzen
Und darf an Deinem Denkmal fleißig schnitzen.
Nach Lust und Leben steht mir das Verlangen!

Beitrag vom 14 Juli, 2012 (17:43) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Strandgelaufenes II

8 Juli, 2012 (18:10) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

– Kanarische Sandeleien –

Ein blanker roter Hintern prahlte gegen die Saharasonne an, deren Nachhaltigkeit durch den kanarischen Wind maskiert wurde. Der Sonnenbrand wusste das zu schätzen. EfFKaKanien war überall. Man konnte keine Schritte gehen, ohne in solche zu sehen.

Hängebaucheber und Hängepodamwild wursteln sich aus durch die Lappen geschützten Grillplätzen, manchmal mehr und manchmal weniger unbekleidet. Sie trotteten in Richtung Meer, um dort die Gebeine zu wässern. Wir wanderten Strand, Zehenkühlung und atlantische Kneippgüsse eingeschlossen. Ein Ganzkörperpeeling war inbegriffen. Wadenkrämpfe wurden nicht registriert, aber gelegentliche Augenkrämpfe protokolliert. Man biss auf Sand.

Die volle Aufklärung für den Nachwuchs war kostenlos beigegeben. Frisch tätowierte Backfische entstiegen der Brandung, und silikonoptimierte Brüstungen liefen kostenlose Werbung für Wacker Chemie. Venus war überall.

Die durch Blasenerleichterungzwänge herbei geführten Tinto di Verano Gesprächspausen waren tiefenentspannt und gesprächsfördernd. Wir hielten uns an Händen und die Köpfe sowie deren Bedeckungen fest. Steife Fuertewinde rissen manches Wort mit sich – glücklicherweise.

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So liefen wir immer wieder Spuren in den Sand. Die Wellen machten den kapitalen Fehler, sie immer wieder zu löschen. Auf die Flut folgte die Ebbe, im Meer und in der Kasse. Und nichts, was war, blieb. Außer dem Wind selbstredend, und der immer wieder auftretenden Kalima Kamalität, dann, wenn das Brot nicht mehr in den Ofen musste, um gebacken zu werden.

Beitrag vom 8 Juli, 2012 (18:10) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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