Beiträge zu lug & trug

Unterste Schublade

15 Mai, 2012 (14:51) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

Du sagtest diesen einen Satz:
„Komm, geh zur Seite, Schatz, mach Platz,
Weil Neues kommt und Altes endet!“
Ich sah dich an. Nur eine Träne,
Das war es, wie ich hier erwähne.
So rasch hat sich ein Blatt gewendet,

Wird umgeblättert, abgelegt,
Erledigt, einfach weggefegt.
Ich stand und fühlte mich benommen.
Die Worte klangen wie ein Sirren,
So gerne wollte ich mich irren,
Da ist er schon hereingekommen,

So jung, so schlank, so schön, so rank.
„Auf Wiedersehen, vielen Dank!“
Verschenkte ich die beste Stimme,
Die ich an diesem Tage hatte.
Gedacht hab ich: „Du feige Ratte,
Hast Glück, dass ich Euch nicht vertrimme!“

Beitrag vom 15 Mai, 2012 (14:51) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


grins mich weg

13 Mai, 2012 (20:00) | | lug & trug | Kommentieren

– für ögyr –

dreitagebartfaltigkeit als rüsseltier
durchgeschnüffelt wos am wärmsten
fortkommt eingerastet übers kreuz

geschlagen den mantel in die sonne
haltend diesen wetterverwendet
sag mir sprach das orakel weist du

den weg weißt du die karies zu
schätzen das gold zu verplomben
die brillies in den schneidenzähnen

geben noch ein restlichblitz wo kein
geist ist isst reichdumm europa hat
seinen zeus grad abgeworfen und

die weihe raucht bis sie auf dem ersten
loch pfeift die alphabetschwester dekli
matisinniert das tbc der resistenzkeime

und ich stütze mein kinn auf meine
arthroskopischen langfinger und grins
mich weg

Beitrag vom 13 Mai, 2012 (20:00) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


vampir so nett

11 Mai, 2012 (19:57) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

du trinkst von meinem blut und trinkst mich aus
dich dürstete nach mir hast du gesagt
da hab ich mich ergeben nicht gefragt
den hals den reichte ich jenseits des blaus

der vene beißt du zu hast mich zerfetzt
die augen lebten noch ein letztes mal
ich schenkte mich dir hin zum letzten mahl
an dem ich starb für dich zu guter letzt

nun lieg ich hier vor dir ganz leer und bleich
dein haar verwellt sich mit dem meinen weich
ein roter tropfen netzt die stirne mir

ich wusste es kurz lächelnd gehst du gleich
es bleibt von mir nur hülle weiße leich
bis mitternacht dann streune ich mit dir

Beitrag vom 11 Mai, 2012 (19:57) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


wort fetzen salat an gedichtet

17 April, 2012 (20:15) | | lug & trug, netz@uge.nblick | Kommentieren

wort fetzen salat an gedichtet sprach
hand werk hat seltene erden da
ist ein reim verloren & ein stab

gebrochen ein krug zum brunnen
ging & vollends völler ei zur tages
ordnung über den wolken grenzen

los freiheit die sie meinen auto
mobile im asphalt spuren am rand
streifen steine werfer & fänger

im roggen feld hase als leber haken
schlag ende verbindung farb los
in braun tönen so hohl die sanges

brüder zur sonne brannte wein
fässer aus geschwefelt zum teufel
mit der winter hölle vor stalin

grad ging vorbei der lenin im maus
oleum raffiniert der bart träger trick
dieb haltet ihn der mörder ist

immer der gärtner der satz stell
schraube die metren lüge ins vers
maß aller ding dong damits groovt

Beitrag vom 17 April, 2012 (20:15) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


so.fern

11 April, 2012 (20:15) | | herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

sprich mir aus der seele &
erzähle vom weiten meer
darin die fische schwimmen

gegen den strom der strudel
wirbelt dich in die gedanken
gefühle legen sich quer &

steigen auf regnen sich ab &
ergreifen die flucht nach vorn
wo das glück wartet & das

unglück parat steht mit breiten
beinen über den untiefen
die tiefe lässt dich zurück

schrecken der liebe anspruch
ist überwältigend & ihre an
sprache unbedarft komm schon

sprich mir aus der seele &
sei mir nah so.fern ich bin

Beitrag vom 11 April, 2012 (20:15) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Verkündigung

26 März, 2012 (18:21) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Kommentieren

Ich greife nach Pulsaren, schnell und kalt,
Deren Licht im weiten All verhallt.
Ich bin der, der sich im Eis verkrallt.
Erst gestern war ich jung, jetzt bin ich alt.

Die Sprache, die ich spreche, ist voll Macht,
Was ich sage, habe ich bedacht,
Habe ich vorher geahnt, verlacht:
Die Sage, die ich künde, kommt aus Nacht,

Entspringt aus Erz, verdichtetem Atom.
Spannung fließt aus ihr, entlang dem Strom
Schafft sich selbst ein treffendes Idiom.
Sein Nichtverstehen ist nicht ein Symptom,

Es ist der Plan, der Grund, auf dem ich gehe:
Man wird es nie begreifen, was ich sehe.

Beitrag vom 26 März, 2012 (18:21) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gebrandmarkt

14 März, 2012 (16:45) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

Du trittst an mich heran, kommst mir zu nah,
Die Hitze, die aus Dir kommt, will verbrennen.
Ich will Dich, muss Dich einen Engel nennen:
Die Hölle wäre es, wärst Du nicht da.

Und doch: Ich scheine Dich nicht zu erkennen,
Ich bin mir fremd, Du wirst mir fremd, und, ja,
Du gehst mir fremd und lässt die Scherben da
Für mich, darauf zu gehen, anzurennen,

Die Wände zu bedauern und die Fragen.
Die Scherben schneiden mich: Mein Blut tropft rot,
Es fließt in Rosenform und möchte sagen,

Wärst Du nur tot, wär’s auch mein Tod! Die Not
Umfasst mich in den Nächten wie an Tagen:
Ich brenne, ich verbrenne ohne Klagen.

Beitrag vom 14 März, 2012 (16:45) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


lowfat spread margin is.s.t alles

7 März, 2012 (12:44) | | lug & trug, suppenküche | Kommentieren

eine studie des verwunderbaren
geräumigkeiten gestreckt und gehont
lasse träumen wenn du gehst

unwohltätigkeiten versemmelt
gebrauchsunfertig verpackt mit
lowfat rahm abgeschmeckt

die halsreizung in zahlung nehmen
der salbeitee verriecht als arbeitswut
auf gesundenschein wer bleckt

die falschen zähne geblendet
mit veneers weil der wolf gern grinst
wenn ers rotkäppchen verklappt

zwischenraumfüllungen regen zu
verspekulationen an der zins spread
ist im margenverfall die bank

schließt nicht auf mir nichts dir
nichts wir alles am zahltag springt
keiner auf weil alles schon sitzt

Beitrag vom 7 März, 2012 (12:44) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gäb‘ es nur ein Du

24 Februar, 2012 (12:53) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

Ich kleide mich, ich leide mich, umgebe
Die Hülle mit der Leere, Ich zu sein.
Ach, gäb“ es nur ein Du, und es wär mein,
Ich könnte fast noch glauben, dass ich lebe.

Du strahlst mich an und weißt schon, dass ich schwebe,
Umwölkt von falscher Hoffnung, fadem Schein:
Ich wähnte mich so groß, bin elend klein
Und ranke mich an Dir wie eine Rebe

Empor zu lichten Höhen: Sonnenglut
Soll mich verbrennen, weil ich eitel frevle!
In mir ist wahrhaft nichts als böse Brut,

Die ich für Dich versenge und beschwefle:
Du bist es doch, die mich erretten soll!
Es ist vergeblich wohl, mein Maß ist voll.

Beitrag vom 24 Februar, 2012 (12:53) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


liaison part III

18 Februar, 2012 (13:42) | | beautiful people, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

thumbs up & gimme five flashmob
in den eigenen vier wänden getwittert
white lillies – white lies weiße rosen

aus athen nana hätte nanana
gesungen wenn der scheck stimmt
stimmt der ton zero tolerance

greift um sich & die fussfessel
doktorspiele & verkaufsquote happy
leasing im public viewing fürn nuller

da hüpfen alle & die möpse in der
bluse ruf mich an rufts aus dem
plasmabildschirm in hd & 3d mit

doppel d körbchen huschhusch
dein mascaraaufschlag trifft ins
herzzentrum die arthythmie & der

verkehrsinfarkt werden bemautet
we are good with that in q3 spricht
der vp strategic alliances wir

glauben mehr wäre zu viel des guten
wer groß anfängt kommt klein raus
freiheit die ich meine dead on arrival

hey der freeride fährt immer schwarze
limousinen & das volk sieht rot am
horizont zählen sich die sterne ab

& du hast mich eingewickelt in
samt & seide deine nippel durch
brechen den schall mit mach 2

Beitrag vom 18 Februar, 2012 (13:42) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


liaison part II

15 Februar, 2012 (17:13) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

hey dude you look awesome den
kragen hochgezogen die haare matt
gegelt als hubschrauberlandeplatz

there’s no pet like m“ipad
die finger blättern wild schau sie
rotieren das seidenschälchen kaskadiert

tattoos & der nasenring sagt nichts
was er am besten kann & das stundenlang
no question about it zeigt an dass

davidoff cool water nicht immer
cool ist sondern abturnt felgenaufschwung
& sei es geistig high potentials

werden durch hr* assesst hier
hilft kein elevator pitch es geht
um die tough guys“ challenge

schau nicht so tränig darling
dein mundwinkel zuckt wie wenn auf crack
deine work life balance needs some

adjustment du läufst wohl aus dem ruder
baby die after work party hielt mehr
als sie versprach & das danach

war ein one night stand auf ecstasy

_______________________
*hr = human resources

Beitrag vom 15 Februar, 2012 (17:13) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Der Ton aus alten Zeiten klingt wie Hohn – Petrarca Sonett

3 Februar, 2012 (17:32) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Kommentieren

Der Ton aus alten Zeiten klingt wie Hohn
Und schmeichelt Déjà-vus aus Deiner Zunge.
Du ahnst, der Krebs zerhustet Deine Lunge:
Der Atem pfeift verdächtig lange schon.

Du redest Dich in falsche Emotion
Und hast Dir den Humor so abgezwungen!
Gelehrsamkeit tönt leer, wie ausgewrungen:
Die Sätze quietschen unter der Torsion,

Der Du sie unterworfen hast in Wut,
Enttäuschung und dem Zorn des nie Geehrten.
Verbergen willst Du sie und klingst nach Stahl,

Der, ausgehärtet, in der heißen Glut
Zum Schwert geschmiedet, bisher Unversehrten
Ins Ohr getrieben wird zu schlimmster Qual.

für ögyr & gitano

Beitrag vom 3 Februar, 2012 (17:32) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Verwettet

9 Januar, 2012 (14:12) | | labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | 2 Kommentare

Ein Werk, verwettet in dem Wortsatzspiel
Des Schreibens um den Ruhm in schwarz und weiß,
Steht kalt und frierend da. Wie auf Geheiß
Hat es geglänzt. Des Guten tat’s zu viel,

Nun steht es da, allein zurückgelassen,
Sein Schöpfer ist schon weg, weil’s nicht gefiel.
Er zeigt, wie man’s gemeinhin nennt, den Stil
Nicht, den ein Autor haben sollte. Hassen

Und weg damit, als wär er’s nicht gewesen,
Der das mit falschem Timbre brünstig schrieb,
Was wir erstaunt hier auf der Seite lesen.

War es nur blinder Ehrgeiz, der ihn trieb?
Hat ihn die Muse doch noch überlistet
Und sich im Text verborgen eingenistet?

Beitrag vom 9 Januar, 2012 (14:12) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Warnhinweis für Neue Jahre

2 Januar, 2012 (20:56) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

Das immer Neue Jahr trägt in sich die Geschenke
Des Bisher-nicht-Gesehen, des Noch-Unbekannt.
Und wenn das letzte Feuerwerk dann abgebrannt
Ist, geht der erste Höhenflug durch eine Senke.

Das Leben fährt sich doch von selber, ist die Denke
Des Bruder Leichtfuß, dummer Zwilling von Verstand
Und guter Planung. Wer ist nicht im Kreis gerannt,
Der falschen Fahne folgend, deren Rumgeschwenke

Den klaren Blick vernebelt wie der eine Sekt
Zuviel am Ende einer Nacht? Ja, das Erwachen
Wird meistens schrecklich, wo man sich auch bettete!

Nur einmal kurz die Süße reinen Glücks geleckt,
Bleibt für den Rest der Zeit so gar nichts mehr zum Lachen:
Wie schnell ist nichts mehr übrig, das noch rettete!

Beitrag vom 2 Januar, 2012 (20:56) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Aus „Schlingensiepes Welt des Wunderns“ I

29 Dezember, 2011 (12:35) | | haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Kommentieren

Schlingensiepe fühlt sich angesprochen

Schlingensiepe, Jahreswechsel,
Hat genug vom Wortgedrechsel,
Das denselben nicht verziert.
Hat ins Fernsehn reingestiert,

Sah den Präsidenten labern,
Hört die Kanzlerworte wabern,
Alles sei – und nichts! – im Lot.
Anderswo sei große Not.

Hört, heißt es, der Feind steht rechts!
Und ein Ende des Geflechts
Sitzt im Parlament und nölt,
Wenn er nicht „Heil Hitler“ grölt,

Glatzenkahl und tätowiert
Durch die teutsche Stadt marschiert.
Zahlen tun ihn die Organe,
Die er vor dem Anschlag mahne,

Den er selbst auch gleich vollführt!
Braune Scheiße angerührt
Mit den Steuern braver Bürger:
Staatssalär für Freiheitswürger!

Oder links als Feuerteufel,
Limousinen, Drecksgehäufel,
Alles brennt schön angezündet
Und mit Missgunst gut begründet.

Auch die Deutsche Bundesbahn
Schwelgt im Milliardenwahn,
Drum darf man mit ein paar Bomben
In den dunklen Katakomben

Leitungsschäden provozieren:
Kommunisten gehn spazieren,
Wenn der Scheißkapitalist
Einsam bei der Arbeit ist!

Oder radikal islamisch
Und im Hirn ein bisserl damisch
Liebt man sehr das Explodieren
Und das laute Ausradieren

Aller, die was Falsches glauben
Und die ganzen Jungfrau’n rauben,
Dass im schönen Paradies
Keine einz“ge übrig is“!

Liebe Leute, jetzt seid friedlich,
Macht es Euch zuhaus gemütlich
Während wir für Euch regieren,
Wird dies Jahr nichts mehr passieren,

Denn, was drängt, das wird verdrängt,
Ausgesessen und behängt
Weihnachtlich mit Lichterketten.
Und Ihr fresst das, woll’n wir wetten?

Schlingensiepe hat’s gerochen,
Fühlt sich nicht mehr angesprochen.
Er zippt weiter im Kanal.
Weihnachtsmärchen, ganz banal:

Auf die Nuss geht das Salbadern,
Und er möchte nicht mehr hadern
Mit dem Schlechten auf der Welt.
Nachrichten sind abgestellt.

Unterm Baum gibt’s Weihnachtslieder
Alle Jahre immer wieder.
Not ist ihm jetzt schnurz wie Piepe.
Wir sind alle Schlingensiepe!

Beitrag vom 29 Dezember, 2011 (12:35) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Weltwort

11 Dezember, 2011 (19:45) | | haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Kommentieren

Es sprach aus ferner Zeit sich mir ein Wort
Ins Ohr und wollte erst mal länger bleiben;
Es bat mich, dies und es hier zu beschreiben,
Und sagte sich dahin, als flög es fort

Und käm nie mehr zurück an jenen Ort
Des ersten Kennenlernens. Welches Treiben
Durchfließt den Wintermorgen: Augenreiben,
Ein müdes Dehnen, Weihnachtstage, Mord

Am In-sich-Ruhen, Zu-sich-Finden, und
Den Hauch von Nebelatem blasen Winde
So schnell hinweg wie Phrasen meinen Mund

Verlassen. Ob ich’s jemals wiederfinde,
Das eine Wort, das Welten ganz macht, rund:
Es drückte aus, was nicht nur ich empfinde.

Beitrag vom 11 Dezember, 2011 (19:45) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Lorbeerkranz

25 November, 2011 (15:42) | | lug & trug | Kommentieren

Ich winde Dir den Lorbeerkranz ums Haupt
Und wünsche Dich damit bis in die Hölle.
Der Ritterorden brenn Dir ins Gewölle
Der Heldenbrust: Du hast den Ruhm geraubt

Aus fremden Leben, und ein Denkmal hast
Du drauf errichtet, um zu überstrahlen,
Die dunklen Punkte hell zu übermalen:
Nicht nur für mich warst Du stets eine Last.

Erfolg hast Du uns Kindern selbst geneidet.
Du bist Getriebener vom Drang nach Macht,
Nach Anerkennung, hohler Größe.

Du zahlst mit Einsamkeit, die Chuzpe kleidet.
Ein jeder erntet, was er eingebracht:
Von Dir bleibt nichts als Dein Getöse.

Beitrag vom 25 November, 2011 (15:42) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


beschämender

12 November, 2011 (17:43) | | lug & trug | Kommentieren

es gibt die sprechenden & die die
sehen könnten wenn sie hören wollten
vor aller augen was zum greifen nah ist
will nicht immer begriffen werden

nah sein dem kern des sinns beschreiben
was ein leeres blatt langsam anfüllt bis zu
den rändern des unerhörten & des
unausprechlichen orakel & sagen waren

es die vermittelten was unverstanden
beispiel gaben dem unerklärlichen berge
versetzen & brücken abteuften
behausungen mit luftschlössern ummauerten

ja wenn sie hörten als sie blind waren
wenn sie schwiegen als der eine sprach
der wissen durfte wären da die antworten
beschämender gewesen als sie es sind

Beitrag vom 12 November, 2011 (17:43) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Dead and shut

18 Oktober, 2011 (14:49) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Kommentieren

A hamm“ring bolted me and made me shiver,
There was an anger in my heart so cruel:
A fire could be started without fuel.
Destruction was the produce to deliver!

You played your cards and played them pretty cool.
The words you said had made me shake and quiver,
My soul was full in turmoil like a river
That rallied after snowmelt with no rule

And swallowed all the landscape in its ride!
I looked in icy eyes so dark of treason
Which were a mirror to your steely pride

And asked for arguments and reason
For what you did to me that stirred my blood
And made me wish these eyes were dead and shut.

Beitrag vom 18 Oktober, 2011 (14:49) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


mord am wort

14 Oktober, 2011 (13:13) | | ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

als gestern noch sich geräusche formten
zu melodiengleichen tonfolgen an denen
sich spinnweben zogen morgentauplan
in tröpfchen silbrig glänzend

waren heute die wörter ganz ausgesprochen und
dunkelheit hangelte sich schwebend entlang der
atemfahne die sich herbstwärts ausstreckte
dröhnend ein schweigen begleitend

beugungen mussten nicht grammatisch sein und
nicht korrekt wie überhaupt strukturen leichter
lügen verbargen so ging es rasend weiter den
fallwind hinunter thermisch die

hänge bestreichend die endlos horizonte
zerschnitten mit kanten voller wut blut
bahnten sich schneeraupen durch sahne
hauben auf vanilleeisekreme

stumm war ein großer begriff der lautlos
mit tonlos verwechseln ließ eine ahnung
von verlust gewann die oberhand während unter
der hand die grablegung platz griff

Beitrag vom 14 Oktober, 2011 (13:13) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


gefahr im verzug (9/11)

13 September, 2011 (16:27) | | ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

wo alles wüste ist was sprache
war sei doch ein tasten gewährt
unbezahlbare eindrücke verrieseln

in lebensinkremente gekörnt die
fallen schnappen sich den nächsten
besten falls könnte man den sand

sturm kreisen lassen gefönt
geschönt die wellen des blondhaars
aus dem oval des gesichts

streichen wenn da nicht die kojoten
heulten um die wette gerannt
und außer atem nichts mehr

gesagt sei getan sei unter
tan sei angetan nein zieh (dich) aus
der fata morgana die fatwa wo alles

sprache ist die wüste leer und in zeit
einheiten zelten die gewehre im
anschlag heißt gefahr im verzug

Beitrag vom 13 September, 2011 (16:27) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Mein Herz

12 September, 2011 (10:26) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug | 2 Kommentare

Am frühen Morgen fiel es aus dem Takt.
Es pumpte Blut nicht mehr in meine Adern!
Mit Welt und Zeit schien es – Protest! – zu hadern:
Am falschen Ende war es angepackt!

Der Hades kam mir nah und, wenn ihr fragt,
Besonders gut hat mir das nicht gefallen.
Statt Worte Formen blieb mir nur ein Lallen,
Die Luft war weg, ich habe mich geplagt,

Mich an das Ufer irgendwie zu retten:
Ich hatte Glück und möchte nicht drauf wetten,
Dass mir’s beim nächsten Mal erneut gelingt.

Mein Herz zerriss beinah die schwachen Ketten,
Die uns verankern, wo wir Leben hätten,
Wenn wir es lebten, noch bevor’s verklingt!

Beitrag vom 12 September, 2011 (10:26) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Sonett mit vorgehaltenem Spiegel

2 September, 2011 (14:50) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | 4 Kommentare

Ich rate mir, mich nicht im Spiegel zu betrachten:
Dort könnt ich sehen, was ich gar nicht sehen will.
Ich schweige mich beim Kämmen an, sag nichts, bin still
Und mühe mich vergeblich ab, nicht zu beachten,

Was mir brutal ins Auge springt: die neuen Falten,
Die Tränensäcke und das viele Weiß im Bart.
Der Bube, der dort starrt, der war mal jung und smart.
Jetzt kann er, flucht er, bald nicht mehr das Wasser halten.

Ich dusche mich schon heiß, der Spiegel soll beschlagen,
Damit, wenn ich den Bauch forsch in die Hose zwing,
Sich die Erkenntnis selbst enthebt und rasch die Fragen,

Warum ich, nicht mehr jung, die großen Sprüche schwing,
Vertagt, bis ich sie doch nicht mehr vertagen kann:
Erwachsen sein wär an der Zeit. Man stirbt als Mann.

Beitrag vom 2 September, 2011 (14:50) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


der wirbelsturm zieht ruhig weiter

27 August, 2011 (19:10) | | lug & trug, tage-bau, terrere est humanum? | Kommentieren

die ethische verwortung gebiert
wirbelwinde schrecklich schöne monster
für satellitenfotos gemacht

diktatorengeschwurbel findet
adäquate pipelines geldgeschmiert
gefördert und gesalbt mit dem bart

eines propheten der seine wüste
ruft öd und leer gewaltig krach macht
leichen säumen kamelpfade und straßen

die eine freiheit atmen wollen die
keinem allein gehört und vielen
taschenfüllend gestohlen bleibt

unter strom stehen die ärzte die
einschusslöcher zählen und weniger
spritzen als kugeln finden

die nachrichten bleiben ein geschäft
das mord und totschlag verzinst
der wirbelsturm zieht ruhig weiter

Beitrag vom 27 August, 2011 (19:10) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, tage-bau, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schleiertanz

25 August, 2011 (16:02) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

Du spanntest Deinen roten Samtvorhang
Mir gerne über meine müden Augen.
Sie aus den tiefen Höhlen auszusaugen:
Du lachtest lauthals, als es Dir gelang.

Erzähle nicht, Du wolltest nicht betrügen:
Verbrämung gibt der Wahrheit selten Schwung,
Sie dient als Milchglas der Erinnerung
Und hilft beim elenden sich selbst Belügen.

Längst war vergangen das, was für uns sprach:
Die Wünsche hängen oftmals Träumen nach
Und können den Verfall doch nicht bezwingen.

Du tanzt vor mir den gleichen Schleiertanz:
Ihm fehlen Jugendschmelz und alter Glanz.
Verlorenes kannst Du so nicht erringen.

Beitrag vom 25 August, 2011 (16:02) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ahnenGrund

12 August, 2011 (11:07) | | lug & trug, tage-bau | 3 Kommentare

im flachen gewässer
kurz vorm messer
scharfen
horizont
liegt das wrack
von möwen……be
wohnt
mit seepocken bestickt
hüllen parzen
lieder
es ein
zur nacht
wenn manche bö
salzig
an offenen
wunden leckt
schmerzt dein rufen
……………………….schweiß
gebadet am ende
will niemand mehr
wissen
was
wie wo
prahlt
und prunkt
…………….& fühlt

und plötzlich

fliegen wir
auf

leicht re
konvaleszent

Beitrag vom 12 August, 2011 (11:07) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: lug & trug, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (3) Kommentare


Blicke vom Altan …

31 Juli, 2011 (13:57) | | lug & trug, tage-bau | 4 Kommentare

Blicke vom Altan …
Die Silhouette der Stadt trägt
das Abendrot

Beitrag vom 31 Juli, 2011 (13:57) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: lug & trug, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Ich gebe Laut

21 Juli, 2011 (21:33) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | 11 Kommentare

Ich gebe Laut vom großen Wunderwort,
Wo doch am Straßenrand der Schnitter wartet.
Der Bux ist schon zu Wildgestrüpp entartet.
Der Rote Milan übt den Hasenmord.

Mein Atem streicht die leere Stundentafel,
Der letzte Hoffnungstraum kommt aufs Schafott.
Vom Blasorchester bleibt noch das Fagott.
Die große Absicht war nichts als Geschwafel.

Du zeigst mir wenigstens ein kleines Lächeln,
Das diesen Übergang mit Glanz versieht.
Da will ein leiser Hauch mich zart umfächeln,

Will kühlen, was alsbald ins Licht entflieht.
Ich wollte jetzt die rechte Saite schlagen,
Die eine Antwort hat auf alle Fragen.

Beitrag vom 21 Juli, 2011 (21:33) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (11) Kommentare


unbedingtheit des abschieds

20 Juli, 2011 (11:36) | | haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Kommentieren

wenn sich welten trennen
wiegt sich wenigstens eine im schmerz
denn scheiden ist bescheiden

wahrheit wird zu erwägungen
ganzes vergeht in halbheiten
ein eins bricht entzwei

unabwendbares macht sich notwendig
d.r.inglichkeiten entleiben sich
umdeuter bemächtigen sich des vergangenen

wer abscheidet scheidet aus
ein gutes wort wird vom verrat gebeugt
ein du schrumpft ins es

das erkämpfte wir verliert sich
in den zwischenzeilenräumen
eines geschichteten glaubenssatzes

so erwächst und gedeiht
die fehlinterpretation des gewesenen zur
unbedingtheit des abschieds

unaufdringliche sterbetafeln
referenzieren sich aufeinander
durch blutbuchen verschattet

Beitrag vom 20 Juli, 2011 (11:36) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Rosensinfonie

14 Juli, 2011 (12:04) | | herz & lenden, lug & trug, tage-bau | Kommentieren

Ich treffe Dich in meinen Worten.
Du windest Dich und weißt nicht, wie
Ich immer wieder störrisch flieh“.
Du suchst mich an den falschen Orten,

Denn dort, da war ich sicher nie.
Die Rosenblüten, die verdorrten,
Sie sollen unsre Stunden horten
Und kennen jene Sinfonie,

Die notenweise Liebe träufelt
In wehes Herz, das doch nichts weiß.
Du hast den Falschen oft verteufelt:

Im Streit sind die Gefechte heiß.
Die Rose hab ich aufgehäufelt,
Weil ich sie meine Heimstatt heiß‘.

Beitrag vom 14 Juli, 2011 (12:04) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, lug & trug, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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