Beiträge zu haut.falten/masken.wahn

Paris, Texas

2 Juni, 2017 (11:36) | | ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Sometimes, no, mostly, you are fucked if the guy who runs office isn’t the brightest candle on the planet. Could be we got such a moment currently. Point is that Paris lies in Texas, London in Ohio, Berlin in New Hampshire and Wisconsin, and Rome in Georgia.

“The World is one.”
Even if you still believe that an extra USA sun burns the small rest of your brain in or out of your skull when standing in the center of Paris, TX, around high-noon time after a shoot-out at the O.K. corral – the bud in the notorious redneck bar is still as bad as it was last time. Steak and Ketchup is on sale. Sides are limited to fries, ice salad with vinegar dressing only. Thousand islands are down-under.
Go figure, Donald. It’s about time.

Übersetzt:

Manchmal, nein, meistens, steckt man in der Scheiße, wenn der Mensch, der dich regiert, nicht das hellste Licht auf der Welt ist. Sieht so aus, dass wir gerade diese Lage haben. Tatsache ist, dass Paris in Texas liegt, London in Ohio, Berlin in New Hampshire oder Wisconsin und Rom in Georgia.
„The World is one.“ (Die Welt ist eins).
Sogar wenn Du glauben sollest, eine spezielle US-Sonne würde Dir den kleinen Hirnrest aus oder in Deinem Schädel verbrennen, wenn Du auf dem Marktplatz in Paris, Texas, stehst, 12 Uhr mittags, nach dem Shoot-out im OK-Corral – das Budweiser ist so mistig wie das letzte Mal auch in der versifften Redneck-Kneipe. Steak und Ketchup gibt’s grade billiger. Als Beilagen sind nur Fritten auf der Karte, Eissalat bloß mit Essig und Öl. Thousand Islands sind bereits untergegangen.
Mach Dich vom Acker, Donald. Es ist höchste Zeit.

Beitrag vom 2 Juni, 2017 (11:36) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


anderland 15

4 März, 2017 (02:45) | | lug & trug | Kommentieren

sonettes unverstand

hallo, ihr leser, ich bin ein sonett.
mein dichter sagt, ich sei die „seine“ form
und damit sei „seit damals“, was ihn rett’t
ins hinten – ehedem – statt in das vorn.

allein, was ich gesagt, sich nicht erschließt
beim lesen meiner verse ins gehör.
dahin hinaus mein alzgeheimnis schießt
und reimt, doch schwört darauf nicht, dass ich schwör’.

ich bin also ein bisschen immer lüge
im vorerst unverstand’nen einverstand.
ich breite dennoch meiner federn flügel,

auf dass mein dichter mich noch einmal lese
und korrigierte meiner küsten land
auf seiner karte, über der er schwebte.

(170303)

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Beitrag vom 4 März, 2017 (02:45) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Hand reichung

25 November, 2016 (15:43) | | beautiful people, ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Dem gestern die hand reichung an
gedeihen lassen – unter weg
lassen von drums & drans

Der fort schritt ist eine transe
eine transition form wechselnd eine haar
lose häutung von vielen kleinen
zähnchen mit ab rieb & ab
reibung –

Rück schritte haben gender
wahn sinn in gebäck – packung an
backung dicht geschnürte
korsette & strapse & seiden
strümpfe unterm freuchten schritt:

Wahres ist unbar
wer schreibt vergeht
wer bleibt ist ein treppen
witz ohne geschichts
buch

Dem meuchel morgen knöcherne
fingerchen kalte kuppen hand
schuh los händchen hin
halten – &:

Reichs mir mein liebchen
ich führ dich zum tanze
zwick dir ins grübchen
& geh dann aufs ganze

Beitrag vom 25 November, 2016 (15:43) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich liege und knirsche

31 Oktober, 2016 (10:55) | | ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Kommentieren

Ich liege hier unter der Schattenmorelle
Und muss mal kurz niesen, denn das falbe Blatt
Verdeckt meine Nase und kitzelt mich matt.
Jetzt brauche ich Durchzug, und das auf die Schnelle!

Ich lieg dort noch immer und an jener Stelle,
An der er mich killte und nachher verscharrte.
Ich liege im Feuchten und warte und warte,
Doch er dreht am Geldhahn und sitzt an der Quelle.

Ich faule und schäume und dreh mich: Die Delle
Kommt von der Verwesung; es fackelt das Grelle
Der Windröschen gehl um die schüttere Kirsche.

Ich lieg da und warte: Die Nacht, der ich harre,
Sie kommt, und ich sehe mich pirschen, die Knarre
Des Wahnsinns am Kopf meines Mörders – ich knirsche.

Beitrag vom 31 Oktober, 2016 (10:55) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Was ist ein Mensch?

29 Oktober, 2016 (11:08) | | beautiful people | Kommentieren

Ein Covjek, vielleicht ein Super-Covjek?
Ein Teufelskerl, von Gott gelenkt?
Ein Schelm, ein Komiker, der Böses denkt?
Ein Bild mit großen Lippen
zum Essen, Sprechen oder Küssen?

Einer, dessen Seele sich im Sonnengeflecht
unter’m Herzen regt?
Oder einer, der unter grauem Himmel
stets Sonne im Herzen trägt? –

Und – ach was, ok – ein Auto fährt auf seinem Weg.

Beitrag vom 29 Oktober, 2016 (11:08) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: beautiful people | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Eskapismus baby

25 September, 2016 (18:08) | | beautiful people, ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

Sei mein stück eskapismus baby
mein mieses stück exi(s)t(enz) angst
mach auf strahle frau zum grau
brot kauenden otto normalo

Sei der glanz in meiner hütte
in der ich auf den hund gekommen
als drei beiniger kater hause
nach der großen jahr 1.000 sause

Sei die perle meiner krawatten
nadel die ich mir in den wende
hals gestochen trage nach erlösung
röchelnd im blüten weißen hemd

Sei der engel der meiner unschuld
schuld auf seinen flügeln trägt
als ob sie trag bar wäre durch die
unerträgliche schwere des seins

Sei mein stück eskapismus baby
& ein mieses stück selbst verleugnung
dem dessen sand um seinen kopf
langsam durch die zeit uhr fließt

Beitrag vom 25 September, 2016 (18:08) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Du mensch raubst mir die guten worte

12 September, 2016 (13:41) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Gott sprach: du mensch raubst mir die guten worte
du bist der teufel wohl in menschs gestalt
du sengst & brennst & opferst dich gewalt
es gibt durch dich nur noch die höllen orte

Wo tonnen fallen aus den fahlen himmeln
& ratten sich auf leeren straßen treffen
um menschens kindern pfeifend nach zu äffen
die in den keller höhlen räudig schimmeln

In schwarzen fliegen blasen wund starr taumeln
ihr wasser aus verschmierten lachen saufen –
am dach first schlaffe graue fahnen baumeln

Die eisen stäbe greifen aus ruinen
nach mond & sternen schatten wesen laufen
den brot laib an sich tragend durch die minen

Beitrag vom 12 September, 2016 (13:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


an die verständigen

9 Januar, 2016 (06:40) | | beautiful people | Kommentieren

genossen, dass ihr’s wisst, ich rufe nicht
um hilfe und kassib’re kaum die silben.
was steht auch zwischen zeilen im bericht,
ist nur die maßnahm’ gegen das vergilben.

ist ein verzeichnis, wenn man will, vermächtnis,
wüsst’ ich, wovon, woher, ich wäre schlauer
und würde dichten nicht im ton des heftigst,
doch hätte leis’re töne auf der lauer:

dass unverständnis sei schon angelegt
und – wie ich’s gerne nenne – „anverzicht“
wär’, was dich, les- und leserin, bewegt.

denn wisset, wenn ich ruf’ um eure hilfe,
dann reimt’s sich in demselbigen gedicht
wie hier auf hilfe, die der dichten schilfe.

ögyr liest’s

Beitrag vom 9 Januar, 2016 (06:40) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: beautiful people | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


schokozigaretten 1970

6 Oktober, 2015 (00:56) | | beautiful people, netz@uge.nblick | 1 Kommentar

wir aßen schlanke schokozigaretten
und schliefen ruhig und träumten sanft vom tage
des nachts in noch behüteten der betten,
denn alles schien uns damals in der waage.

mein erster schultag: jetzt begann der ernst
des lebens, kindern eh’dem kaum verständlich.
denn er beginnt, erst wenn du dich entfernst,
bewohnst die kalte stadt, bist nicht mehr ländlich.

wie fremd sind mir mein ich und die familie
nach fünfundvierzig jahren, halbes leben
später, dreifach fetter mit mir rauchend …

und es rührt mich, diese kinder schauend
an, aus denen sich die zeiten weben:
ist denn das leben nur ein rauchgebilde?

(für meine cousins (sven & jochen) und cousinen (kiki & brita))

ögyr liest’s

Beitrag vom 6 Oktober, 2015 (00:56) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: beautiful people, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Ansprache eines wenig Noblen an die noble Verflossene

19 August, 2015 (09:59) | | beautiful people, herz & lenden, lug & trug | 2 Kommentare

Schau zu, wie du die nächste Herrschaft adelst:
Bei mir ist blaues Blut nicht mehr gefragt.
Das Negligé liegt löchrig rum, zernagt:
Selbst meine Hausmaus, die du immer tadelst,

Hat seinen Schnitt nicht mehr goutiert. Du rödelst
Wie wild geworden durch das Plüschgepränge
Des Nachsalons. Ach, wenn Dein Schimpfen klänge:
Es stört nur. Du störst. Kurz: Du episödelst.

Von gestern bist du, ausgelatscht und -lutscht:
Dein Rouge ist eine schwarz gestreifte Pampe,
Die Wimpern sind dir vom Geplärr verrutscht:

Mensch, zieh dich an, das Kleid hängt auf der Lampe.
Du glaubst, du hast dich an die Macht geputscht –
Ganz falsch: Du kommst jetzt auf die Resterampe.

Beitrag vom 19 August, 2015 (09:59) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


anfangende

19 August, 2015 (03:30) | | lug & trug | Kommentieren

„… sicut erat in principio et nunc et semper …“

vom anbeginn das end’ vor uns’ren augen
dreh’n wir an allen der verschrägten schrauben
seit menschs – so uns – gedenken links herum:
von anbeginn der plumpe sack geht um.

in solchem suchen wir – äh, noch – das loch,
durch das in ewigkeit wir könnten schlüpfen.
oh, hilf’ mir suchen, wo, ach, ist es noch?
und welches von pandosen müsst’ uns lüpfen?

wir öffnen’s nicht, denn in dem anbeginn
macht’s ende stets verspätet’ andr’en sinn …
und unsinn auch, wenn es sich fragt: wer bin

ich unter eu’ren, die ihr mir beginnet?
und wessen end’ als anfang wär’ gewinn
dem, der an seinem anfang schon verschwindet?

[wohl mein bisher theologischstes sonett, wenn auch von der protestantisch-propper-norddeutschen kanzel gezetert – oder auch am ast, auf den ich dichte, sägend: also naturgedicht.]

ögyr liest’s

Beitrag vom 19 August, 2015 (03:30) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


vom zweifel der mich plagt

22 Juli, 2015 (10:58) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Du gingst durch eine wolke
& wurdest dort zu rauch
du warst aus fremdem volke
& farbig warst du auch

Es glänzten helle sterne
belächelten den flug
in irgend eine ferne
der nähe war genug

Ich hatte traute stunden
mit dir & dich im arm
wir ließen uns uns munden
selbst winter wurden warm

doch du – du musstest reisen
in krieg & sieg & tod
die fenster die vereisen
vernebelten die not

Du würdest wieder kommen
so hattest du gesagt
ich schwieg in angst benommen
vom zweifel der mich plagt

Beitrag vom 22 Juli, 2015 (10:58) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Laufschritt

21 Juni, 2015 (18:15) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Kommentieren

Die Brache lag im Winterwind so blass
Und tot; die Krähen nickten drüber hin.
Am Himmel ballte sich ein Grau. Im Sinn,
Im Augenblick war nichts. Das Regennass

Zerplatzte in der Furchen Bahn. Der Donner
Verfolgte Blitz um Blitz ganz atemlos,
Und eine kahle Eiche schien jetzt riesengroß.
Er rumpelte fast wie ein Dreißigtonner,

Der auf der schlechten Straße Leerfahrt fuhr.
Ich nickte mit den Krähen still im Takt
Und floh die kalten lauten Tropfen nur.

Nein, es war nicht die Angst, die mich gepackt
Hat: In den Laufschritt schickte mich die Tat,
Die mir die Erde nahm, auf die ich trat.

Beitrag vom 21 Juni, 2015 (18:15) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


die blüten auf die kleider malen

17 Juni, 2015 (00:24) | | haut.falten/masken.wahn | 1 Kommentar

die blüten malst du auf die grauen kleider,
die weiber werden schöner, doch noch nicht
so schön wie du und auch dein hungerleider
im hemd, zu eng, zu weit für das gedicht.

denn blüten muss man blühen, nicht nur sagen,
wird reifen bis zur frucht, die ich erahnt
in meinem knospend streben und mich fragen,
was mich (und auch mein kleid) seit dir verwarnt.

mein hemd doch lieber helles bunt als schwarz,
hawaii grüßend auch am ostseestrand?
ich schlüpf’ hinein und wie die blüten wart’,

was wird aus mir in deines blickes kleid.
wer bin ich dort? verkleidet dir verwandt
und letzter meiner schwarz geklagten art.

(für julija)

ögyr liest’s

Beitrag vom 17 Juni, 2015 (00:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Business as usual

1 Juni, 2015 (14:00) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Sehn süchte brechen sich in
begrifflichkeiten die wort
jongleure haben konjunktur

Auf dem affen felsen thronen
alpha tierchen & nehmen sich
brust schlagend den atem

Die welt atmet ein atmet aus
luna die göttliche sichelt sich
immer neue stückchen aus dem

Schwarz der nächte die mit
ein karätern über sät die himmel
über spannen ihre zelte dunkeln

Gefühls wüsten ein in denen sich
kamele durchs nadel öhr quälen
salam aleikum sprach der falsche

Friede der hof hält & die leben
brechen sich in zerr spiegeln &
geschliffenen sekt kelchen

Beitrag vom 1 Juni, 2015 (14:00) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Seiten für zeiten

24 Mai, 2015 (16:53) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | 1 Kommentar

Es ist zeitig zeit geworden ab
schiede ab scheiden seiten
wechsel bäder warm geduscht

Sprich nicht wörtlich sinniere
sinn gemäß deiner ist ab
gekupfert – du hast dich für

Ein paar silberlinge versilbert &
als pfennig fuchser gemausert
die haus maus kann das mausen

Nicht lassen der käse ist dir
leber wurst war zeuge als du
falsch zeugnis redetest um

Dem rede fluss bahn zu geben
deine schwell werte schwollen
Wie deine einbildung bildete –

Mein bilder sturm ist halb
seitig gelähmt als du mich um
geblättert hast seiten für zeiten

Beitrag vom 24 Mai, 2015 (16:53) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Jesidenschicksal

8 Mai, 2015 (12:29) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Es spricht ein Retter Hoffnungsworte, die
Am Ende niemand wirklich hören will.
Im Raum ist es nur dunkel, kalt und still.
Sie wollten nicht gerettet werden, sie

Erhofften sich Erlösung durch den Tod.
Man hatte sie geschunden und geschändet,
Sie waren da, wo alle Hoffnung endet.
Es gibt den einen Schmerz, der jede Not

Verdeckt, der alles unter sich begräbt,
Was man sonst eine gute Zukunft nennt.
Es ist ein Stechen, das nie mehr verebbt,

Weil man die Ehre raubte und das Ich.
Dem Täter wünschte man, dass er sie kennt:
Die Scham, die stranguliert, elendiglich.

Beitrag vom 8 Mai, 2015 (12:29) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Spricht bände

29 April, 2015 (10:58) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Das leben spricht bände &
ihr kondens wasser läuft über
meine brillen gläser beim nacht
spazier gang meet & greet with
Mr. Moon rappt die innere
stimme die berg auf ihren
atem los wird & rasch laut
hals verstummt als es darum
geht die fragen zu fragen

An die nase gefasst & nach
dem Mars gegriffen der sich als
heiße Venus entpuppte – geist
reich auf berg & tal fahrt

Hut los wut los mut los –
mir geht es schlechter als
meinem hauch als ich die kastanien
zähle & mich in blüten dolden
wähne stark wie ein baum
dem wind der zeiten trotzend

Das band verspricht leben
wenn es fest hielte was es
versprach – doch die schlaufen
fädeln sich auf wenn der sturm
kommt & ihr blau verblasst
sonnen hungrig einfach so

Ich aber ich eile ich wanke
& weiß nicht was ist
der Mann im Mond schaut
nach einer frau die ihm durchs
haar streicht durch das die winde
wehn seit ur zeiten & er blinzelt
mir zu als ich die tür finde
der schlüssel im schloss kratzt
als ich schließe erst auf dann zu
weil keine heimat mein haus ist

Beitrag vom 29 April, 2015 (10:58) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Früchtchen

28 April, 2015 (14:21) | | beautiful people, lug & trug, netz@uge.nblick | Kommentieren

Du hast von den früchten gegessen
der erkenntnis wegen die süße
hat dir fast einen leber
schaden verpasst & ein pankreas
karzinom

Eva hat sich in eine hexe
verwandelt & dir den atem gestohlen
als sie dich zu schanden ritt
laut schimpfend

Nun hängst du am baum &
spielst mit dem galgen
strick atem los bewachst du
wald & flur

Dein singen ist nur würgen &
bloß stich deine bauch speichel
drüse – du hast kein hemd &
deine hose hängt anspruchslos
an den knien

Beitrag vom 28 April, 2015 (14:21) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Neue Ufer

23 März, 2015 (15:40) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | 2 Kommentare

Lass uns von neuen Zeiten sprechen, denn
Die alten sind so dröge und so tot.
Sie schmecken wie drei Tage altes Brot,
Wie Gesternwein, der Essig ist, wie wenn

Das Sauerkraut von letzter Woche leise
Im alten Topf auf kleiner Flamme köchelt.
Die Gegenwart verreckt: Sie stöhnt und röchelt,
Als gäbe es kein Morgen mehr. Die Meise

Verfliegt sich, kracht auf trübe Fensterscheiben,
Vor denen alte Blätter Unzucht treiben,
Sich tanzend in den Häuserecken drehn.

Der Herbst ist Winter, will und will nicht weichen,
Da Wiedergänger durch die Straßen schleichen.
Lass uns die Koffer packen. Lass uns gehn.

Beitrag vom 23 März, 2015 (15:40) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Glaubens fragen west östlich

13 März, 2015 (16:41) | | ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

Man mag sich lunge aus dem hals
& die zunge aus dem mund schreiben
Tat sachen bleiben tatsachen
Handeln ist also angezeigt weil nicht
Handeln handeln & zwar nicht

Die trompeten bringen stadt mauern zum
Ein sturz selbst wenn keine da sind &
Die stadt nicht Jericho heißt sondern
Nimrud es ist der ruf des falschen
Glaubens der jetzt in die städte bläst

Man mag sich die haare raufen &
Den bart des propheten zausen
Tat sachen werden tatsachen
Aufstehn ist also angezeigt weil
Sitzen bleiben ein aus sitzen ist

Bis alles aus ist & die zungen aus
Dem hals hängen oder ab geschnitten
Vor uns liegen auf dass wir sehen wie
Man erst die sprache ab schneidet &
Dann den hals an dem man uns auf hängt

Beitrag vom 13 März, 2015 (16:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein traum bewahrer

15 Januar, 2015 (18:41) | | ego.t/error.welt, lug & trug | 2 Kommentare

Ein traum: es würde alles gut & besser
er will nicht sterben & kann doch nicht leben
wir wollen ihm ein vlies ganz golden weben
es soll ihn schützen vor dem mörder messer

Vor seuchen krieg & not & eitlen räubern
er soll mit stolzem schiff die meere segeln
& hoch die himmel reiten mit den vögeln
die schöpfung pflegen & vom bösen säubern

Kein traum: es wurde alles schlecht & schlechter
die neuen herren sind nicht viel gerechter
schon gar nicht reiner wahrer oder klarer

nur durch gangs gleich gewicht in entropien
nicht fleisch & blut sind alle utopien
im chaos bleiben sie die traum bewahrer

Beitrag vom 15 Januar, 2015 (18:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Diogenes, kurz gefasst.

14 November, 2014 (10:53) | | beautiful people, labyrinth/wort.gewebt. | 4 Kommentare

Diogenes sagt, ganz gefasst:
„Im Fass wohnt Ruhe, keine Hast.“
Er kennt daher auch keine Hektik.
Das nennt man Daubendialektik.

„Der Marx schreibt also Riesenmurks!“
Das Wissen unsres Demiurgs,
Dass Sein und Wein sich rasch entzwein,
Liegt tief im Fass bei ihm allein.

Der Philosoph schweigt still und lächelt.
Er sitzt, vom Geist des Weins umfächelt,
Der aus den Dauben sanft entschleicht,
Die er beim Reifen aufgeweicht

Und freundlich angereichert hat.
Diogenes schreibt Blatt um Blatt.
Die Schüler lauschen seinem Kritzeln.
Als ihn die Sonnenstrahlen kitzeln,

Verkündet kurz der weise Mann:
„Wohl dem, der klaglos warten kann.
Geht hin und kündet all den Fässern:
Ob’s dicht ist, weiß man nach dem Wässern.“

Beitrag vom 14 November, 2014 (10:53) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Fluchtversuch

21 August, 2014 (06:58) | | lug & trug | Kommentieren

Da reimte einer aus dem vollen Müllcontainer,
Versatz an Stück. Banal an gestrig. Maus an tot.
Man las das Teil und hatte seine liebe Not.
Doch der, der dachte ooch noch: So wie ick kann’s keener.

Nun ist die Täuschung seiner Selbst beliebte Praxis:
Das können Dichter schon seit Gilgamesch perfekt.
Sehr selten bleibt die Chuzpe leider unentdeckt.
Und man ist irreschnell der Dümmste der Galaxis.

Am Ende rettet ihn der Brustton rechten Glaubens,
Der sich mit Mord und Todschlag immer gerne paart;
Sie sind, gleich nach dem Kuss, die Form des Atemraubens,

Die jedes Wort erstickt und allen Widerspruch.
Am besten dran ist der, der Jünger um sich schart:
So reduziert sich die Kritik zum Fluchtversuch.

Beitrag vom 21 August, 2014 (06:58) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die schwer mut geht auf keine reise

7 August, 2014 (17:35) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Die schwer mut geht auf keine reise
ihr gehen ist ein kommen wie
osmose sie pflanzt sich fort um
schlingt sie verschlingt isst auf
er drückt

Sonne mond und sterne die ferne
ist so nah – wie die weite fern ist!

Sprich nicht weil du dir wider sprechen
wirst du wirst wieder sprechen – wie
du schweigst!

Der leicht mut ist die schwere ab
handen gekommen das enttäuscht
es täuscht weil gewohnheiten
wohnung nehmen sie wohnen ab
sitzen

Am tisch auf dem kanapee dem
klo in der küche der bade wanne

Der dusche wenn kaltes wasser
rinnt ein hüllt warm geduscht wird
panik

Weich gespült wird – runter gespült
wird gewaschen wird weg ge
waschen wird bis die haut rot ist –
die schwermut bleibt der mut geht,
bleibt fort.

Beitrag vom 7 August, 2014 (17:35) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn

5 Juli, 2014 (09:27) | | beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Kommentieren

Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn
und rede nicht drumrum wo taten nötig wären
die kühle hand hat nichts zu suchen dein begehren
verdirbt nicht den charakter du gehörst hier hin

In mitten des desasters das man leben nennt
da wollen wir uns gegenseitig tief verehren
da wollen wir den becher bis zur neige leeren
erforschen finden was man selber noch nicht kennt

Du wendest dich scheu ab und silbertränen blitzen
die kleine röte überhaucht dir hals und wangen
du möchtest dich gern neigen und bleibst störrisch sitzen

Ich streich dir übers haar ein stilles kleines zittern
durchdringt dich es ist so viel mehr da als verlangen
die nasenflügel beben und ich spür dein wittern

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (09:27) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Drei an die Liebe – Trochäisches Sonett Triptychon

10 Juni, 2014 (13:44) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Nornenschwärme

Greife ich in diese kalte Leere,
Denke ich an unsre heißen Nächte:
Eiswind dringt durch lange schwarze Schächte,
Mich umtanzen ganze Zombieheere.

Ist das Leben Frage stolzer Ehre?
Wer hat schuld, und wer ist der Gerechte?
Was ist wahr, wenn Lüge schlägt das Echte?
Ziehen wir aus Scheitern eine Lehre?

Wieder greife ich auf deine Seite.
Dort verhungern du und deine Wärme,
Und die Angst verschlingt sich in die Därme.

Führ das Leben, das ich mir bereite:
In der Enge wohnte doch die Weite!
In der Nacht hör ich die Nornenschwärme.

 

Angstgestalt

Flieh in meine Arme, ich in deine.
Kalt ist alles. Nicht das Eis ist kalt:
Dunkel ist die Nacht, unendlich alt
Und kristallen. Und wir sind alleine.

Frage nicht, weil keine Antwort schallt:
Mauern stehen fest, sind mehr als Steine.
Türen gibt es wie auch Fenster keine.
Angst in Klumpen, in der Faust geballt:

Teufel sind wir, von der Höllenleine
Losgelassen, fleddern wir Gebeine.
Sei bereit: Die stille Zeit kommt bald.

Floh in deine Arme, du in meine:
Gibst du mir den allerletzten Halt?
Ohne uns wird diese Angst Gestalt.

 

Fürchte dich nicht

Willst du, dass wir schöne Träume werden?
Dann greif zu und nimm sie: Herz und Hand.
Lass uns eilen, hin ins ferne Land,
Paradiesisch soll‘s da sein. Beschwerden

Blieben hier, sie wären unbekannt.
Auf den Weiden grasten große Herden,
Lebten auf der schönsten aller Erden:
Kommst du? Warten wäre Tod und Tand.

Schmücke deine Stirn mit deinen Locken,
Trage auf der Haut nur mich und nichts,
Deine Stimme gleiche Wunderglocken,

Lächeln sei der Ausdruck des Gesichts.
Könnte diese Aussicht nicht verlocken?
Fürchtest du die Strafe des Gerichts?

Beitrag vom 10 Juni, 2014 (13:44) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Ab!“-Gesang

6 Juni, 2014 (16:23) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | 2 Kommentare

Das „Ab!“ ist kein Singen, nur spotzendes Kreischen.
Die Spucke, sie fliegt von den Lippen, ihr Rotzen
Ist wie solche Schreibe bloß elend, zum Kotzen.
Die Worte sind Saat nicht, sie mahlen, vermaischen:

Den windigen, billigen Beifall Erheischen,
Das ist das Bestreben, ein stammelndes Klotzen,
Mit Texten, die läufig vor Arroganz strotzen,
Sie sollen verführen, sich laut zu zerfleischen.

Wir halten zusammen, wir Kämpferpoeten!
Uns kann man bepinkeln, bespucken und treten:
Wir schmieden die Strophen, wir schreiben die Reime.

Man kann laut das „Ab!“ in den Äther trompeten,
Die Verse, sie steigen wie Weltraumraketen,
Verbreiten die Lyrik: Sie sä’n ihre Keime.

Beitrag vom 6 Juni, 2014 (16:23) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Kopf – auge – atmen

8 April, 2014 (08:36) | | blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Dein atmen hat etwas gewissen
haftes dein wort hin gegen viel un
gewisses etwas verloren liege ich

Dir in deinen wolken haaren er
blicke das rund der augen
brauen die sich zum gewitter ballen

Dein grün auge blitzt nicht schelmisch
es schleudert traumata donner &
doria schlag licht artig wut redende

Dir schaue ich über die schulter
blätter wie sie steigen wie sie fallen in
brünstig dein schluchzen

Dein kopf schütteln bringt mich
zum sturz flug aus dem haar nest in
kalte gewissheiten ein tauchend

Beitrag vom 8 April, 2014 (08:36) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Fasten zelt zeiten

26 März, 2014 (17:06) | | beautiful people, lug & trug | Kommentieren

Die klage weiber kreischen
sich die lungen aus dem hals
starrig sind die ein sichtigen
säen zwie tracht wo ein

Tracht zu gang haben sollte

Fest zelte sind dome des gott
losen dienstes wo die busen
und die bier humpen wogen
brecher aus ufern und über

Schwappend ränder ab
laufend sich vereinigen

Im falschen zu singen rot kohl
kopf kerle kotzen rausch
geld engel besabbern fette
hühner beine und schweine

Bauch speck hängt über gürtel

Rosen tragende leder hosen
hanseln die trächtigen weiber
kichern schrille lebens lagen
über aus schnitte in ein blicke

Beitrag vom 26 März, 2014 (17:06) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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