Beiträge zu terrere est humanum?

Es möge schneien

14 Dezember, 2016 (15:07) | | netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum? | Kommentieren

Man könnte jetzt „Aleppo!“schreien.
Man könnte es auch einfach lassen.
Wir können uns das nicht verzeihen
Und müssten uns dafür wohl hassen.

Stattdessen geht das Bomben weiter.
Es wird geschossen und gestorben.
Der Himmel ist schön blau und heiter.
Für Weihnachten wird stark geworben.

Man könnt sich an die Nase fassen
Und könnte „Nieder Putin!“ schreien.
Wir werden es geschehen lassen
Und wünschen uns, es möge schneien.

Beitrag vom 14 Dezember, 2016 (15:07) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Man sollte speien

15 November, 2016 (14:03) | | alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Kommentieren

Man sollte speien viel mehr sollt man kotzen
die lippen wund genetzt mit magen saft
denn sterben ist nicht ehrbar sagen haft
man möchte dabei viel mehr hirn schleim rotzen

Wenn in der stirne eine scharte klafft
& fliegen schwärme in den kugel fotzen
& augen sitzen die nur leblos glotzen
verrecken wäre nichts als sippen haft

Gespräche führn wir laufend in palästen
es klingen silber löffel teller tassen
die all die essens schätze mund fein fassen

Wenn an Aleppos telegraphen ästen
nur blut verschmierte graue fahnen hängen
& kinder hungernd sich durch gassen zwängen

Beitrag vom 15 November, 2016 (14:03) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


nein/eleven/fifteen

11 September, 2016 (03:58) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Kommentieren

wie babylon gestürzt, die herrschend türme,
sah ich das einst vor 15 dieser jahren.
es war, als wär’ das ende der gewürme
aus himmlischem der heere finstrest scharen.

ich war damals auf seiten attentäter,
dem letzen allah.ruf, dem sehr verbunden.
doch wusste ich, als davon vielmehr später
die nachricht sich verdichtet und bekunden

war „ground zero“, wie ich ihn erdichtet,
ein schmerz, verheerung und das schlimme grauen.
ich wusste, wo ein schwarzes sich belichtet,

und war in babylon, im turm, vertrauen,
dass sich ein sturz und ebenso erhebt,
was stirbt, sich umso grausamst wied’ erlebt.

ögyr liest’s

Beitrag vom 11 September, 2016 (03:58) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Flüchtige weg strecken

2 August, 2016 (20:01) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Fort gegangene fort folgen –
belagerte belegt des brot ich ess
mit auf schnitt vom ab
geschnitten hals stück in scheibchen
weise

Red keinen käse wenn du keine
wurst hast spreng falle & fresse
dich durch um sie auch nur zu
halten

Putsch dir dein auf putsch
mittel & werfe nebel kerzen
auf wasser werfer in truppen
stärke dich mit kindes kindern
wirf dich

Weg wo ein wille mit isst bleibt
die küche kalt & der brei verdirbt
den charakter weil drei
köche um ihn veits
tanzen

Sei eine folge verfolgter &
gehe über die wasser so ist
das mittel meer: du zaun
könig im maschen draht –
stacheln auf die neueste
masche

Ist gefallen & am leichen
tuch wird mit heißer nadel
genäht – lass dich aus booten
& lenze kähne mit loch
sieben

Wandle & verwandle dich
Folge dir nach & trete in
zu große schuhe um sieben
meilen zu stiefeln – folgen
los ohne ende & bei fang
im netz

Beitrag vom 2 August, 2016 (20:01) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Im Flüchtlingsghetto

1 März, 2015 (19:13) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | 2 Kommentare

Es treten aus den dunklen langen Schatten
Die ersten Wesen an das Mittagslicht.
Man sieht nur große Augen, kein Gesicht,
Die Spinnenarme. Rennen da die Ratten?

Wer durch die Gassen geht, weiß, wo‘s gebricht.
Die Reichen, die nichts zu verschenken hatten,
Verdämmern einsam in den Hängematten:
Denn wer nicht gibt, den gibt es eben nicht.

Ich sehe sie dort stehen, lautlos fragen,
Die ausgestreckten Hände, keine Klagen.
Die Fliegen summen über ihnen, landen

Auf Leibern, die nur Fetzenkleider tragen.
Was will man zu dem Elend Kluges sagen:
Das Wort, das sonst beruhigt, kam abhanden.

Beitrag vom 1 März, 2015 (19:13) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


wort all unser götter

25 Januar, 2015 (01:24) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

oh, was hab’ ich getan: doch nie dagegen?
als ich geboren wurd’, schon jene schuld
auf mich geladen, schweigverschwiegens wegen
die silben nur als taub vergess’ne huld.

oh weh, was ist mir jüngst dem vers entgangen?
welch’ volksbegehren will schon wieder tat
und denken nicht, doch schreien dem verlangen,
dem ich entgegensetzen kann kein’n rat?

vielleicht nur, dass das wort, geglaubt, verrat
ist, wenn wir es nicht singen, sondern schreien,
dass es gebeugt wird dann zum schlimmen schad’.

doch würden wir uns über grenzen trauen,
wir würden uns auch solche sünd’ verzeihen
und uns wie menschen an- und in uns schauen.

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 Januar, 2015 (01:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich weiß

8 Dezember, 2014 (08:55) | | terrere est humanum? | 2 Kommentare

Ich ahne, dass die Fahnen wieder flattern:
Der Krieg kam aus den Höhlen in die Stadt
Zurück – als ob er nur gewartet hat.
Man hört die Salven aus den Läufen knattern,

Man sieht am Abend die Geschosse fliegen:
Sie ziehen ihre weißen Todesspuren
Und malen in den Himmel Spottfiguren,
Als wäre Tod zum Lachen. Wer wird siegen?

Ich sehe, wie die Teppichbomben fallen,
Wie Menschen sich an Straßenecken ducken
Weil Schüsse wahllos von den Dächern knallen.

Getroffene verbluten, krampfen, zucken,
Als die Geschosse in die Körper fahren.
Ich weiß, man könnte sich die Verse sparen.

Beitrag vom 8 Dezember, 2014 (08:55) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Schlag licht gewitter – an einem sommer abend

14 Juli, 2014 (18:14) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Schlag licht gewitter
an einem sommer abend
die hüllen fallen in sich zusammen

Und die über blicke töten
keine mauer die behaust keine
decke die wärmt und kein licht
das brennt

Die feuer aber sie brennen

Die pilze wachsen in den himmel
der die ein schläge schickt
und staub auf wirbelt wo ein
leben gewesen ist

Die finger zeigen in die nacht
bis sie sich mit andern treffen
und sich im lärmen vermählen

Der tod greift nach den sternen

Auf dem markt platz der straße
ein wimmernder schatten eine
hand so klein so unscheinbar
will gehalten sein wenn kein
halt ist

Der krieg ist kein guter spiel
kamerad mein kind er lacht sich
ins fäustchen wenn er dich erntet

Beitrag vom 14 Juli, 2014 (18:14) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Frieden

1 April, 2014 (10:59) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Du solltest deinen frieden machen
sagt der sniper
als er ab drückte
um diese botschaft zu versenden

Nur ein feiner faden bluts
sickerte verständnis
innig in den kragen
der kevlar weste das lächeln

Blieb

Beitrag vom 1 April, 2014 (10:59) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Verkappte bereinigungen

13 März, 2014 (09:53) | | lug & trug, terrere est humanum? | Kommentieren

Der eine träumt von zufalls
erscheinungen der andere
über zerfalls bekanntschaften

am besten als road movie
getarnt entlang von panzer
engen und meer straßen

wo sich korallen verwüsten
und wüsten bedünen der
sand den hafer sticht und

der hai freud voll aus
stirbt aber wer will schon
störe verleichen weil

das kaspische mehr leer
als voll ist heute reicht
der russe zum wodka krim

Beitrag vom 13 März, 2014 (09:53) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schwarz gedichtetes auf blüten weiß

12 Oktober, 2013 (14:11) | | herz & lenden, terrere est humanum? | Kommentieren

Schwarz gedichtetes auf blüten weiß
stummer schrei waid wund auf
geschrie(be)n

Selten worte falsch
münzerischer als nachts ins ohr
geflüstert

Ein aus hauchen säuselnd
mit auf gestellten nacken
härchen ein

Aus saugen ein aus stoßen
glaubhaft rhythmisch
der schweiß echt

heitsgeprüft ein ach das weh tut
als schatten das zimmer
verlassen

Beitrag vom 12 Oktober, 2013 (14:11) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es war der stete Drang

10 September, 2013 (16:52) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Es war der stete Drang zu Widerworten,
Der widerborstig in den Versen tobte.
Wenn einer selbst den Klee noch überlobte,
Dann rief er zornentbrannt nach den Kohorten,

Nach Odins wilder Reiterei, nach Thor,
Dem Gott des Donners und des Hammers.
Der Abgestrafte gab ein Bild des Jammers.
Nicht selten schaute aus dem Loch hervor

Ein kleiner Rest an grauer Asche, wenn
Die Schlacht vorüber war und Waffen ruhten,
Weil – im Besitz des Rechts, des immer Guten -,

Ist er ein Gegner, wie ich keinen kenn:
Wie gut, dass ich ihn Freund und Bruder nenn,
Und wir aus einer einzgen Wunde bluten.

Beitrag vom 10 September, 2013 (16:52) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Das flüstern ist ein leises

18 August, 2013 (14:12) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Das flüstern ist ein leises / der ton klingt wie aus stahl
& jenseits des geleises / hat niemand eine wahl
ich spreche ein versprechen / doch klug ists sicher nicht
die heilung der gebrechen / ist nirgends mehr in sicht

Denn um uns fallen bomben / die städte sind im krieg
das sein in katakomben / ein unglück wird nicht sieg
weil man es dazu betet / ein schrei ist manchmal stumm
Denn wenn die sprache tötet / kommt alles darin um

Du stehst dort auf dem hügel / & schaust ins tal das brennt
ach wüchsen uns nur flügel / gebein das schneller rennt
& blühten unsre gärten / wie einst in unsrer jugend
ach heilten die versehrten / & sprösse neue tugend

Doch bei uns lebt das morden / & tod & schmerz & hass
im süden wie im norden / auf rachsucht ist verlass

Beitrag vom 18 August, 2013 (14:12) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


septemberränder: 4

5 September, 2012 (03:54) | | terrere est humanum? | Kommentieren

(„Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ – Wilhelm Müller)

die einsame sitzt in der ersten reihe,
am bühnenrand und nicht im sommerkleid,
als ob vielmehr alleinsein sich befreie,
indem es setzt in einzelhaft das leid,

inmitten all der unbeschwerten rosten
lässt die ketten wie im glas den wein,
den stürzt sie liedern hinterher, begossen
mit geliehnen tränen ihren schrein.

das lied der sängerin allein für sie
am grab wie an der taufe ihr gesungen,
die doch gemeint, geliebt war niemals nie,

die alte frau, die neben sich ergraut
und ward von keinem lied dort je gefunden,
wo pocht ihr mädchenherz, vom herbst entlaubt.

(weitere sonette aus „septemberränder“ im september hier)

Beitrag vom 5 September, 2012 (03:54) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


auff dem düstern bergk

24 Juli, 2012 (05:44) | | terrere est humanum? | Kommentieren

stehen stumm die zeugen
aufbäumend, die äste kahl gereckt
gen himmel und wie schiffe
geschriftet dem horrorzont.

oder gesprochen in die achselhöhle
einer hexe haarig zauberspruch,
zerbrochen den besen
rittlings meiner meisterin.

aufreitend dem welken des
blätterfalls, noch ruhend
von vorjahrs herbst
ein vorfall, motherfuckend

wie töchtern solch“ torment.
und aus geht das licht
im schritt wie der selben
kalk gelöschter salben.

auff dem düstern bergk
züchtigt die erde
den himmel, und feuer lottern
den lagernd“ spießgesellen.

(wortstummer soundtrack by ögyr)

Beitrag vom 24 Juli, 2012 (05:44) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


die letzten der laternen

23 Juli, 2012 (14:22) | | alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Kommentieren

du trittst an dieser schwelle in die nacht
& schwarz umgibt dich wie ein schwerer mantel
die angst umspinnt dich still & die tarantel
weiß sehr genau wann sie dich sticht gedacht

hast du als du dich löstest dies gegrantel
das magst du nicht mehr hören angefacht
von heißer wut hast du dich aufgemacht
& bist gesprungen wie der sparrenfantel

als gäbe dieser irrwitz einen sinn
nun streifst du durch das nichts einsam zu fernen
den ganzen stolz im vorgestreckten kinn

im dunkel blinkt das weiß von kalten sternen
du stürmst schon stolpernd weiter drüber hin
verloschen sind die letzten der laternen

Beitrag vom 23 Juli, 2012 (14:22) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schissen ihr ge.wissen

3 Juni, 2012 (16:22) | | netz@uge.nblick, terrere est humanum? | Kommentieren

Da sprach der mann vom samen fruchtbar noch
das haar ist schon gespalten zwei warn eins
& nun ist traumland weniger als keins
der boden aus dem furchtbar böses kroch

er wird gegossen volksgenossen scheints
als wiedergänger stochern sie im loch
sind untot wachsen nach & werden doch
viel mehr wers sieht dem grauts dem greints

die todesfuge in sein ohr & bitter
dreht er sich weg & wieder hin & kämpft
mit tränen ruft nach blitzen & gewitter

er glaubt dass wissen tumbe dumpfheit dämpft
dann denkt er sich bei jedem neuen mord
sie schissen ihr ge.wissen als abort

Beitrag vom 3 Juni, 2012 (16:22) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


boxenstopp

8 Mai, 2012 (02:51) | | terrere est humanum? | Kommentieren

jetzt die linke, ausholend zum
vers, dreitagebartfaltig.
dies abwarten immer, bis der treffer
mitten auf, nicht zwischen den

zeilen liegt. und das wort am boden,
staubsauger, schlauch, der luftzug
angezählt gewarnemündet – rostock
auf den rüden eisen, rotbäckchen

der kreidebleichen frau, die quietscht,
wenn man auf ihrer hauttafel schreibt,
den schwamm schon nass,
zu trocknen blut, schweiß und

tränen – „drainage“ denkend. in den abfluss
verflossene, deren bett blieb
uns wüst, weil so erhitzt
von schmirgelnden zärtlichkeiten.

das mädchen mit den hölzern unterm
reifen im schlamm, die treibstofferfüllerin,
die schwarzweiß gekarote flagge,
winkend meinem wort etwas wie sieg.

video.poem

Beitrag vom 8 Mai, 2012 (02:51) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


der wirbelsturm zieht ruhig weiter

27 August, 2011 (19:10) | | lug & trug, tage-bau, terrere est humanum? | Kommentieren

die ethische verwortung gebiert
wirbelwinde schrecklich schöne monster
für satellitenfotos gemacht

diktatorengeschwurbel findet
adäquate pipelines geldgeschmiert
gefördert und gesalbt mit dem bart

eines propheten der seine wüste
ruft öd und leer gewaltig krach macht
leichen säumen kamelpfade und straßen

die eine freiheit atmen wollen die
keinem allein gehört und vielen
taschenfüllend gestohlen bleibt

unter strom stehen die ärzte die
einschusslöcher zählen und weniger
spritzen als kugeln finden

die nachrichten bleiben ein geschäft
das mord und totschlag verzinst
der wirbelsturm zieht ruhig weiter

Beitrag vom 27 August, 2011 (19:10) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, tage-bau, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


22. Juli 2011

4 August, 2011 (12:24) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Wenn selbst die Fjorde tiefe Trauer tragen
Und wenn durch Bergen schwarze Nebel ziehn
Wenn auch in Trondheim tutend Trawler klagen
Und wenn in Oslo Möwen kreischend fliehn

Weil Schüsse peitschen was doch Frieden schien
Und weil die Toten keine Silbe sagen
Weil alles dämmert trauert vor sich hin
Und weil die Frage nichts gebiert als Fragen

Dann hebt der Himmel nicht sein Zelt ins Blaue
Dann fließt der Fluss nicht mehr durch seine Aue
Dann springt der Lachs nicht mehr zu seiner Quelle

Dann steht der Mensch gebannt auf einer Stelle
Er schweigt ganz still und alle Worte fehlen
Gebete können Tote nicht beseelen

Beitrag vom 4 August, 2011 (12:24) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ist Alles im Lot

19 Juni, 2011 (13:40) | | lug & trug, terrere est humanum? | Kommentieren

Freund, wenn ich dich treffe, bleib ich unerkannt!
Das ganze Gekläffe zeugt nicht von Verstand:
Da wird sich ereifert und laut kritisiert,
Es wird schrill gegeifert, die Wahrheit frisiert,

Der Glaube verdummt und die Chancen zerstört.
Wenn Hoffnung verstummt, wird nichts mehr erhört,
Dann schreitet der Tod in schlenderndem Schritt,
Bringt alles ins Lot und nimmt uns gleich mit.

Du fragst mich, den Schatten, der um dich gelegt,
Was wir einst doch hatten; du hast dich erregt,
Wie alles verrottet, wie alles vergeht,
Die Welt wird verschrottet und, dass sie sich dreht,

Ist uns nicht geschuldet, das war ein Geschenk.
Wir sind nur geduldet, ein kleines Gelenk
Zur Zukunft, ein Morgen, das uns nicht erfreut:
Jetzt trifft dich dein Borgen. Zu spät wird bereut.

Beitrag vom 19 Juni, 2011 (13:40) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis (8)

29 April, 2011 (18:07) | | terrere est humanum? | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 29 April, 2011 (18:07) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Wüsten.krieger.denk.mal

23 April, 2011 (20:17) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Er trägt die Fahne in den müden Händen:
Die Farben welk und fahl, ihr Rand zersetzt.
Er wirkt verloren, irgendwie gehetzt,
Und torkelt, als ob ihm die Sinne schwänden:

Ist’s eine Träne, die im Auge sitzt?
Der Morgentau aus Nächten, die nicht enden,
Wenn sich das Schicksal und das Kriegsglück wenden
Ist es, der in der frühen Sonne blitzt!

Dort in der Wüste, wo der Sandsturm wütet,
Da in den Städten, wenn gestorben wird,
Wird nicht einmal das kleine Kind behütet,

Das ohne Eltern durch die Straßen irrt.
Das hehre Ziel, mit Terror wird’s vergütet,
Zerfließt, wenn erst die Mittagshitze flirrt.

Beitrag vom 23 April, 2011 (20:17) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein Dichter

26 März, 2011 (13:39) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Am Himmel prall prahlt Mondes Lampe.
Darunter blubbert Menschenpampe,
Die schießend sich im Blutrausch wälzt.
Ob rhythmisch frei, ob reimgestelzt:
Ein Dichter klickert die Beschwerde,
Damit das endlich besser werde.

Es ficken sich Gehirne müde,
Der Wortschwall wichst sich gar nicht prüde
In Pixeln durch das Weltweitweb.
Wer Hoffnung hat, der stirbt als Depp.
Der Mob schmeißt Spreng- und Brandgranaten,
Raketen werfen Potentaten.

Dazu lässt man es fröhlich strahlen,
Wo gern am Strand sich Menschen aalen.
Die Fische schwimmen sich dort warm.
Ein Geigerzähler tickt Alarm,
Und überall herrscht Bombenstimmung.
Das Flugzeug trudelt ohne Trimmung.

Die Erde dreht sich um die Sonne.
Die Menschen kommen in die Tonne,
Ein Dichter reimt sich weh und wund.
Er tut die letzte Wahrheit kund
Und will den Zeitpunkt nicht versäumen,
Mit solchen Träumen aufzuräumen.

Beitrag vom 26 März, 2011 (13:39) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schon vorbei

14 März, 2011 (21:45) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Es mag der Satz sich nicht zu Reden formen:
Die Sprache will nicht mehr ein Helfer sein.
Der Mensch ist so geboren, ganz allein.
Die Norm will Norm nicht sein bei dem Abnormen,

Was jetzt geschieht. Entsetzlich kalt und still
Fühlt sich das Unglück an, kein Weinen
Wird noch Entlastung sein. Der Trauer scheinen
Die Worte zu entgleiten. Keiner will

Erklärung liefern oder Hoffnung spenden.
Die Erde wird zum todgeweihten Ort.
Was grade erst begann, wird elend enden.

Es öffnet sich ein Mund zum stummen Schrei:
Die Fratze wird zum Bild für Menschenmord,
Und morgen ist das Ganze schon vorbei.

Beitrag vom 14 März, 2011 (21:45) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Libysches Einerlei à la Gaddafi in 5 Gängen

8 März, 2011 (15:52) | | terrere est humanum? | 2 Kommentare

Granatenapfelsalat mit Sandkorndressing

Hirnsüppchen mit geraspeltem Kartätschenkäse

Mit Niederschmetterlingen gefüllte Haubitzenpanzer an Massakerblutwurst

Raketenpilze auf Minenfeldsalat mit Gemetzeltem Rebellentartar

Karamelisierter Wundbrand an geeistem Erdölsoufflé

Beitrag vom 8 März, 2011 (15:52) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Geschützt: Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis (6)

9 Februar, 2011 (23:08) | | terrere est humanum? | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 9 Februar, 2011 (23:08) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Kinder der Palästinenser (2.4)

6 Februar, 2011 (20:59) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Wo waren wir stehen geblieben? Ja richtig. Ihr spielt Fussball und ein fremder Junge nimmt Euch den Ball weg.

Für mich als Zuschauer ist klar: Der Junge ist gross und stark und Ihr seid in der Mehrheit. Ich frage mich, wieso dieser Junge dieses Risiko eingeht?
Zuvor sah ich ihn bei den Zuschauern. Er war nur einer von vielen. Fühlt er sich unbeachtet, allein und möchte er Eure Aufmerksamkeit erregen? Das hat er sicher geschafft. Zuvor war der Ball im Mittelpunkt. Aller Augen waren auf das runde Leder geheftet. Ihr ranntet hinter ihm her, als wäre er etwas Besonderes, und wolltet ein Tor machen.
Nun, da der fremde Junge den Ball in seinen Händen hält steht auch er im Mittelpunkt. War das seine Absicht? Was will er? Möchte er Euch den Ball wegnehmen oder nur mitspielen? Wer ist er? Steht er alleine in der Welt und sucht er Freunde? Was ist ihm in der Vergangenheit geschehen?

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Jetzt seid Ihr am Zug. Es ist wie beim Spiel der Könige, dem Schach. Er hat in Euer Spiel eingegriffen, hat Euch eine wichtige Figur abgenommen, Euch wohl mit Schachmatt gedroht und nun werdet Ihr reagieren. Beim Schach geht es um Sieg oder Niederlage. Wer möchte schon nach einem Remis, einem Unentschieden, die Schachfiguren einpacken und nach Hause gehen?
Genauso wie beim Schach geht es beim Fussball darum zu siegen und möglichst viele Bälle im gegnerischen Tor zu platzieren. Und es geht um Fairness. Niemand möchte den anderen Spieler absichtlich so schwer verletzen, dass dieser ausfällt. Es geht darum, immer wieder dieses Spiel spielen zu dürfen, immer wieder dieses Adrenalin zu fühlen und die Freude an der Bewegung und der strategischen Vorgehensweise.

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Der starke Junge steht da mit dem Ball in den Händen, um den es geht. Er wartet auf Eure Reaktion. Was sagt Euch der nächste Gedanke, das nächste Gefühl? Ihr wollt dem Fremden den Ball abnehmen. Das Recht des Stärkeren spricht in Euch: Los, lasst ihn uns verprügeln und weiterspielen. Solche Gefühle und Gedanken haben das Äberleben des Menschen über Jahrtausende gegen hungrige und angriffslustige Tiere und konkurrierende Menschengruppen gesichert. Seitdem ist viel Zeit vergangen.

© 2011 Hans-Jürgen John

Hans-Jürgen John wurde 1967 in Ulm geboren. Nach Stationen in Marseille, Tübingen und wiederholt in Ulm, lebt er jetzt zeitweise in der Schweiz. Auf seiner Homepage www.johntext.de – Literatur, die helfen möchte – lässt sich die Entwicklung vom blossen Geschichtenerzählen zu der Beschäftigung mit dem, was Menschen umtreibt, ihre Sorgen und Hoffnungen miterleben.
Beitrag vom 6 Februar, 2011 (20:59) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Mütter der Israelis (5)

6 Februar, 2011 (19:58) | | terrere est humanum? | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 6 Februar, 2011 (19:58) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Ich spreche leise Worte in den Wind.

3 Februar, 2011 (21:05) | | terrere est humanum? | 2 Kommentare

Ich spreche leise Worte in den Wind.
Er trägt sie in die Weiten, bläst durch Blätter,
Durch Häuserschluchten: Niemand kommt als Retter.
Sie reisen zeitlos, suchen Dich, mein Kind.

Sie wollen Dir viel sagen; alle Wetter,
Die Sonne, bleichen, die gesprochen sind,
Um Dich zu heilen, die ich, taub und blind,
Von mir vertrieb. Kein Brüllen, kein Geschmetter,

Nicht Zorn und Wut sind’s, die sie bringen,
Sie sollen, was verloren ist, bezwingen,
Sie bitten, dass Du mir vergibst. Verzeih!

Das rufen sie Dir zu. Es ist ein Flehen:
Ich kann, ich will, ich muss Dich wieder sehen,
Erst wenn Du wieder nah bist, bin ich frei!

Beitrag vom 3 Februar, 2011 (21:05) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


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