Beiträge zu ego.t/error.welt

Seiten für zeiten

24 Mai, 2015 (16:53) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | 1 Kommentar

Es ist zeitig zeit geworden ab
schiede ab scheiden seiten
wechsel bäder warm geduscht

Sprich nicht wörtlich sinniere
sinn gemäß deiner ist ab
gekupfert – du hast dich für

Ein paar silberlinge versilbert &
als pfennig fuchser gemausert
die haus maus kann das mausen

Nicht lassen der käse ist dir
leber wurst war zeuge als du
falsch zeugnis redetest um

Dem rede fluss bahn zu geben
deine schwell werte schwollen
Wie deine einbildung bildete –

Mein bilder sturm ist halb
seitig gelähmt als du mich um
geblättert hast seiten für zeiten

Beitrag vom 24 Mai, 2015 (16:53) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Jesidenschicksal

8 Mai, 2015 (12:29) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Es spricht ein Retter Hoffnungsworte, die
Am Ende niemand wirklich hören will.
Im Raum ist es nur dunkel, kalt und still.
Sie wollten nicht gerettet werden, sie

Erhofften sich Erlösung durch den Tod.
Man hatte sie geschunden und geschändet,
Sie waren da, wo alle Hoffnung endet.
Es gibt den einen Schmerz, der jede Not

Verdeckt, der alles unter sich begräbt,
Was man sonst eine gute Zukunft nennt.
Es ist ein Stechen, das nie mehr verebbt,

Weil man die Ehre raubte und das Ich.
Dem Täter wünschte man, dass er sie kennt:
Die Scham, die stranguliert, elendiglich.

Beitrag vom 8 Mai, 2015 (12:29) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Glaubens fragen west östlich

13 März, 2015 (16:41) | | ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

Man mag sich lunge aus dem hals
& die zunge aus dem mund schreiben
Tat sachen bleiben tatsachen
Handeln ist also angezeigt weil nicht
Handeln handeln & zwar nicht

Die trompeten bringen stadt mauern zum
Ein sturz selbst wenn keine da sind &
Die stadt nicht Jericho heißt sondern
Nimrud es ist der ruf des falschen
Glaubens der jetzt in die städte bläst

Man mag sich die haare raufen &
Den bart des propheten zausen
Tat sachen werden tatsachen
Aufstehn ist also angezeigt weil
Sitzen bleiben ein aus sitzen ist

Bis alles aus ist & die zungen aus
Dem hals hängen oder ab geschnitten
Vor uns liegen auf dass wir sehen wie
Man erst die sprache ab schneidet &
Dann den hals an dem man uns auf hängt

Beitrag vom 13 März, 2015 (16:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Im Flüchtlingsghetto

1 März, 2015 (19:13) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | 2 Kommentare

Es treten aus den dunklen langen Schatten
Die ersten Wesen an das Mittagslicht.
Man sieht nur große Augen, kein Gesicht,
Die Spinnenarme. Rennen da die Ratten?

Wer durch die Gassen geht, weiß, wo‘s gebricht.
Die Reichen, die nichts zu verschenken hatten,
Verdämmern einsam in den Hängematten:
Denn wer nicht gibt, den gibt es eben nicht.

Ich sehe sie dort stehen, lautlos fragen,
Die ausgestreckten Hände, keine Klagen.
Die Fliegen summen über ihnen, landen

Auf Leibern, die nur Fetzenkleider tragen.
Was will man zu dem Elend Kluges sagen:
Das Wort, das sonst beruhigt, kam abhanden.

Beitrag vom 1 März, 2015 (19:13) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Kaum 70 jahre ist es her

25 Januar, 2015 (19:16) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

Da rufen sie schon wieder: weg mit fremden!
die welt soll einfach sein in schwarz & weiß
statt grau der ruf wird laut erst war er leis
sie schreien grölend mit die braunen hemden

Verborgen hinter schwarz rot gelben fahnen
sie singen auch die bösen alten lieder
& der gestank von auschwitz gas streicht wieder
durch straßen züge ja man kann es ahnen

Dass man sich fürchten muss vor neuen zeiten
den alten gleich fast bis zum schnitt der haare
art rein deutsch von der wiege bis zur bahre

Sie wollen dieses land dazu verleiten
zu scheiden gleich von gleich & zu verachten
sich selbst dabei als bessrer mensch betrachten

Beitrag vom 25 Januar, 2015 (19:16) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


wort all unser götter

25 Januar, 2015 (01:24) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

oh, was hab’ ich getan: doch nie dagegen?
als ich geboren wurd’, schon jene schuld
auf mich geladen, schweigverschwiegens wegen
die silben nur als taub vergess’ne huld.

oh weh, was ist mir jüngst dem vers entgangen?
welch’ volksbegehren will schon wieder tat
und denken nicht, doch schreien dem verlangen,
dem ich entgegensetzen kann kein’n rat?

vielleicht nur, dass das wort, geglaubt, verrat
ist, wenn wir es nicht singen, sondern schreien,
dass es gebeugt wird dann zum schlimmen schad’.

doch würden wir uns über grenzen trauen,
wir würden uns auch solche sünd’ verzeihen
und uns wie menschen an- und in uns schauen.

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 Januar, 2015 (01:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein traum bewahrer

15 Januar, 2015 (18:41) | | ego.t/error.welt, lug & trug | 2 Kommentare

Ein traum: es würde alles gut & besser
er will nicht sterben & kann doch nicht leben
wir wollen ihm ein vlies ganz golden weben
es soll ihn schützen vor dem mörder messer

Vor seuchen krieg & not & eitlen räubern
er soll mit stolzem schiff die meere segeln
& hoch die himmel reiten mit den vögeln
die schöpfung pflegen & vom bösen säubern

Kein traum: es wurde alles schlecht & schlechter
die neuen herren sind nicht viel gerechter
schon gar nicht reiner wahrer oder klarer

nur durch gangs gleich gewicht in entropien
nicht fleisch & blut sind alle utopien
im chaos bleiben sie die traum bewahrer

Beitrag vom 15 Januar, 2015 (18:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


mein weinen um die utopie

15 Januar, 2015 (04:30) | | alptraum/ego.wunde | 1 Kommentar

denn ich bewein’ ja nicht die gegenwart,
zwar auch, doch dass wir nichtmalmehr erscheinen,
in fried’ zu sein mit uns’rer menschenart,
dass wir statt zu umarmen und umbeinen,

armeen gegen dich und mich errecken.
kein einverstand herrscht, nur die teilend macht
den ausbeutern wir halten hin, verstecken,
was uns vereint, wo wir uns ausgelacht,

nicht sie, die uns die kriege aufgezwungen.
doch wären wir gemeinsam kämpfend front,
wir hätten uns von ihnen ausbedungen,

dass mensch wär’ mensch, dem feind ein güt’ger freund,
den übermorgen morgenröt’ besonnt,
wo beide wir sind endlich unumzäunt.

ögyr liest’s

Beitrag vom 15 Januar, 2015 (04:30) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Von Kälbchen und Schäfchen

20 Dezember, 2014 (15:51) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

– Ein Ostergedicht zu Weihnachten –

Es dreht sich um das Drehen, mag man glauben:
Das Drehen sei es, Drehen um sich selber.
Wer anders dreht, gehört zur Masse Kälber,
Die man verschnitzelt und die Krumen klauben.

Man ist der Mittelpunkt von dieser Erde,
Und was nichts bringt, das soll im Schrank verstauben:
Wem Mitleid Schlaf und sein Gewissen rauben,
Ist halt ein Opferlämmchen in der Herde.

Dass man erfriert, hört man aus Schatten raunen.
Ein kaltes Herz verschwendet nichts an Fühlen.
Wer ganz verschüchtert fragt, erfährt Erstaunen:

Das sei der falsche Platz zum Mütchen Kühlen.
Wer sich in Ichsucht bettet wie in Daunen,
Muss sich zuvor durch fremdes Elend wühlen.

Beitrag vom 20 Dezember, 2014 (15:51) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


3 weihnukkasonette

20 Dezember, 2014 (00:55) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | 1 Kommentar

tannenbaum

er steht im frühling schüchtern unter bäumen,
die grünen gleich wie er, doch prall’ren blättern.
es herbstet, und es welken solche freuden.
wenn nebel wallen düster um die ecken,

steht er allein im immergrünen kleid,
ein stolzer träger seiner reifen nadeln,
erzählend uns von lichterglanz statt leid,
von fülle, wo sonst dürre äste adeln

die schweren himmel, die sich grau verzweigen
in ihm, der einsam reckt im dunklen walde
sein nadelwerk, dass himmel irdisch bleiben,

auch wenn es winter wird und sich entlaubt
natur und legt sich träumend schlafen balde,
wo uns erweckt, woran er grünend glaubt.

abendstern

er steht so hoch und überm horizont,
auf dass er uns sein glänzen treulich sende
durch alles dunkle, was sonst nichts besonnt.
er kündet von dem anfang allens ende.

so weit in himmeln spricht er uns doch nah,
dass liebe wird und nicht mehr hass der menschen.
sein licht ist, wo mir sehnend trauer war,
und wird die lange nacht erhellt begrenzen.

mit ihm wird tag in allen himmelssphären.
die nacht vertreibt sein abendlicher strahl,
wenn wir nur seinen lichterschein begehren

und schau’n ihn hoffnungsfroh und staunend an,
ob ende uns’re erdverbund’ne qual,
bevor noch unterirdisches begann.

morgenrot

es steht im osten, freude zu verkünden,
und ging doch auf so wundersam erhofft.
dass wir uns froh mit seinem rot verbünden,
ist botschaft, wo uns finsternis ins loch

verbannen will, ins grab, aus dem wir steigen
demselben unverzicht’ und roh entgegen.
wir gehen hin und meiden das vermeiden,
damit wir still nicht steh’n, doch uns bewegen.

siehst du’s? ich ahn’ es schütterschüchtern schon,
erträum’ es schlafvergessen in der nacht,
dass daraus morgen wird und licht belohn’

verdunkelten die stete lichtersuche.
was uns zuvor in düsteres gebracht,
erblüht uns hell gestabt in jenem buche.

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Dezember, 2014 (00:55) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Ich weiß

8 Dezember, 2014 (08:55) | | terrere est humanum? | 2 Kommentare

Ich ahne, dass die Fahnen wieder flattern:
Der Krieg kam aus den Höhlen in die Stadt
Zurück – als ob er nur gewartet hat.
Man hört die Salven aus den Läufen knattern,

Man sieht am Abend die Geschosse fliegen:
Sie ziehen ihre weißen Todesspuren
Und malen in den Himmel Spottfiguren,
Als wäre Tod zum Lachen. Wer wird siegen?

Ich sehe, wie die Teppichbomben fallen,
Wie Menschen sich an Straßenecken ducken
Weil Schüsse wahllos von den Dächern knallen.

Getroffene verbluten, krampfen, zucken,
Als die Geschosse in die Körper fahren.
Ich weiß, man könnte sich die Verse sparen.

Beitrag vom 8 Dezember, 2014 (08:55) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Nichts wird mir bleiben

6 Dezember, 2014 (10:51) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Kommentieren

Du hast mit meinem Verstand gehandelt
Als sei er zu verkaufen
Für dumm für Geld für nichts und wieder

Nichts

Ich habe dir Rätsel aufgegeben
Du hast orakelt
Und Deine Antwort war leer
Unnütz das Liebesspiel
Nur Werkzeug nur Entladung

Entlarvung hieße Schmetterlinge
Zarte Libellenflügel entfalten
Hieße Schönheit
Du bist schön – dein Wissen darum
Macht dich zu blankem Entsetzen

Du hast mir das Herz gelassen Blutsaugerin
Dafür sei dir Dank doch
Das Zweifeln am Verstand

Wird mir bleiben

Beitrag vom 6 Dezember, 2014 (10:51) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Grimmiges märchen

4 Dezember, 2014 (15:18) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden | 7 Kommentare

Du hast von meinem tellerchen gegessen
& das trocken brot liegen gelassen

Du hast aus meinem becherchen getrunken
& den sekt schal werden lassen

Du hast in meinem bettchen geschlafen
& ich blieb zurück als der tag graute

Du warst meine fee meine elfe
mein schneewittchen mein rosenrot &

Als die geschichte endete
war ich wenigstens tot

Beitrag vom 4 Dezember, 2014 (15:18) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (7) Kommentare


Lapidares Geständnis eines Versagers

20 September, 2014 (15:35) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Ich wär so gerne die Erinnerung
Von einem Menschen, der ich lieber wäre.
Dann wäre ich ein toller Mensch, ein lieber.
Und nicht so einer, der nur öde nervt.

Ich lebe tief in der Verbitterung,
Nicht der zu sein – verdrücke eine Zähre -,
Der ich gern wär. Es brennt ein Seelenfieber:
Ich zücke Messer, alle frisch geschärft,

Um mich vom Leben in den Tod zu bringen.
Doch ich bin einer, der nichts ist, nichts kann:
Es bleibt bei dem Versuch. Ein kleines Ritzen,

Kaum tropft mein Blut, hör ich die Englein singen.
Ich bin ein Schwächling und kein echter Mann –
Ich kann mir nicht einmal den Hals aufschlitzen!

Beitrag vom 20 September, 2014 (15:35) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die schwer mut geht auf keine reise

7 August, 2014 (17:35) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Die schwer mut geht auf keine reise
ihr gehen ist ein kommen wie
osmose sie pflanzt sich fort um
schlingt sie verschlingt isst auf
er drückt

Sonne mond und sterne die ferne
ist so nah – wie die weite fern ist!

Sprich nicht weil du dir wider sprechen
wirst du wirst wieder sprechen – wie
du schweigst!

Der leicht mut ist die schwere ab
handen gekommen das enttäuscht
es täuscht weil gewohnheiten
wohnung nehmen sie wohnen ab
sitzen

Am tisch auf dem kanapee dem
klo in der küche der bade wanne

Der dusche wenn kaltes wasser
rinnt ein hüllt warm geduscht wird
panik

Weich gespült wird – runter gespült
wird gewaschen wird weg ge
waschen wird bis die haut rot ist –
die schwermut bleibt der mut geht,
bleibt fort.

Beitrag vom 7 August, 2014 (17:35) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schlag licht gewitter – an einem sommer abend

14 Juli, 2014 (18:14) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Schlag licht gewitter
an einem sommer abend
die hüllen fallen in sich zusammen

Und die über blicke töten
keine mauer die behaust keine
decke die wärmt und kein licht
das brennt

Die feuer aber sie brennen

Die pilze wachsen in den himmel
der die ein schläge schickt
und staub auf wirbelt wo ein
leben gewesen ist

Die finger zeigen in die nacht
bis sie sich mit andern treffen
und sich im lärmen vermählen

Der tod greift nach den sternen

Auf dem markt platz der straße
ein wimmernder schatten eine
hand so klein so unscheinbar
will gehalten sein wenn kein
halt ist

Der krieg ist kein guter spiel
kamerad mein kind er lacht sich
ins fäustchen wenn er dich erntet

Beitrag vom 14 Juli, 2014 (18:14) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Für uns singen ihre lieder

29 Juni, 2014 (17:08) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Du bist umkämpft
mein Lemberg wo sie liegt
die vergangne wiege mosaisch
deutscher symbiose

Heraus reißen wollten sie
die braunen herr scharen
die mitte aus der sprache die
sie aus der mitte gerissen hatten

Verrat an Getrud und Käthe
an Rose und Paul
wo bist du Galizien mein herz
blutet und tränen

Fließen den meeren zu
tragen das salz der erde
mit sich die tinte verblasst
in Annes tage büchern

Geschenke wollen wir sie nennen
unverdiente und einen
triumph über das böse in uns
für uns singen ihre lieder

Beitrag vom 29 Juni, 2014 (17:08) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Drei an die Liebe – Trochäisches Sonett Triptychon

10 Juni, 2014 (13:44) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Nornenschwärme

Greife ich in diese kalte Leere,
Denke ich an unsre heißen Nächte:
Eiswind dringt durch lange schwarze Schächte,
Mich umtanzen ganze Zombieheere.

Ist das Leben Frage stolzer Ehre?
Wer hat schuld, und wer ist der Gerechte?
Was ist wahr, wenn Lüge schlägt das Echte?
Ziehen wir aus Scheitern eine Lehre?

Wieder greife ich auf deine Seite.
Dort verhungern du und deine Wärme,
Und die Angst verschlingt sich in die Därme.

Führ das Leben, das ich mir bereite:
In der Enge wohnte doch die Weite!
In der Nacht hör ich die Nornenschwärme.

 

Angstgestalt

Flieh in meine Arme, ich in deine.
Kalt ist alles. Nicht das Eis ist kalt:
Dunkel ist die Nacht, unendlich alt
Und kristallen. Und wir sind alleine.

Frage nicht, weil keine Antwort schallt:
Mauern stehen fest, sind mehr als Steine.
Türen gibt es wie auch Fenster keine.
Angst in Klumpen, in der Faust geballt:

Teufel sind wir, von der Höllenleine
Losgelassen, fleddern wir Gebeine.
Sei bereit: Die stille Zeit kommt bald.

Floh in deine Arme, du in meine:
Gibst du mir den allerletzten Halt?
Ohne uns wird diese Angst Gestalt.

 

Fürchte dich nicht

Willst du, dass wir schöne Träume werden?
Dann greif zu und nimm sie: Herz und Hand.
Lass uns eilen, hin ins ferne Land,
Paradiesisch soll‘s da sein. Beschwerden

Blieben hier, sie wären unbekannt.
Auf den Weiden grasten große Herden,
Lebten auf der schönsten aller Erden:
Kommst du? Warten wäre Tod und Tand.

Schmücke deine Stirn mit deinen Locken,
Trage auf der Haut nur mich und nichts,
Deine Stimme gleiche Wunderglocken,

Lächeln sei der Ausdruck des Gesichts.
Könnte diese Aussicht nicht verlocken?
Fürchtest du die Strafe des Gerichts?

Beitrag vom 10 Juni, 2014 (13:44) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die mächte der nächte

2 April, 2014 (16:48) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Kommentieren

Dort draußen herrschen grausige gestalten:
sie hecheln um die häuser böse geifernd
der albtraum schwitzt sich nass & kalt ereifernd
kämpft er sich durch das schicksal & gewalten
Die er niemals besiegen kann sie lauern
im innen wie im außen schnell verhallten
die schritte die imaginiert geballten
gewitter blitzen glichen aus den mauern
Bedrohten geister die niemand gerufen
die keiner forderte zu teufels pakten
die träume die die fäulnis bilder schufen
Zerstieben als die mörder hände packten
was noch an herz & mut war es zerpflückten:
sein atem zug ist hoffnung dem verrückten

Beitrag vom 2 April, 2014 (16:48) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Frieden

1 April, 2014 (10:59) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Du solltest deinen frieden machen
sagt der sniper
als er ab drückte
um diese botschaft zu versenden

Nur ein feiner faden bluts
sickerte verständnis
innig in den kragen
der kevlar weste das lächeln

Blieb

Beitrag vom 1 April, 2014 (10:59) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Verkappte bereinigungen

13 März, 2014 (09:53) | | lug & trug, terrere est humanum? | Kommentieren

Der eine träumt von zufalls
erscheinungen der andere
über zerfalls bekanntschaften

am besten als road movie
getarnt entlang von panzer
engen und meer straßen

wo sich korallen verwüsten
und wüsten bedünen der
sand den hafer sticht und

der hai freud voll aus
stirbt aber wer will schon
störe verleichen weil

das kaspische mehr leer
als voll ist heute reicht
der russe zum wodka krim

Beitrag vom 13 März, 2014 (09:53) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


revolutionärrisch

6 März, 2014 (03:57) | | alptraum/ego.wunde | 1 Kommentar

es gilt, alle verhältnisse umzuwerfen, in denen der mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches wesen ist“ (karl marx)

arsch ist mittwoch wieder donnerstag,
und an den himmelssimsen graut’s schon bieder.
cruise missilend, wie ich sanfter schlief und lag
als dichter nimmer und wohl deshalb wieder.

kein vers zur nacht, nur fotos und die witze
von bill’gen tafeln, sonderangebot:
die sandte uns, den auraochs’nen fritzen
der herr, der ist allein nur unser gott.

wir nennen’s wikiped‘ theodizee,
dies oll’ problem der weitab liebenden,
und sind dabei die küste, nicht die see,

die schönen künste, die verschwiemelten,
als fas.net’s übernächtigtste der narren,
die zogen aus dem dreck des dichters karren.

ögyr liest’s

Beitrag vom 6 März, 2014 (03:57) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Schwarz gedichtetes auf blüten weiß

12 Oktober, 2013 (14:11) | | herz & lenden, terrere est humanum? | Kommentieren

Schwarz gedichtetes auf blüten weiß
stummer schrei waid wund auf
geschrie(be)n

Selten worte falsch
münzerischer als nachts ins ohr
geflüstert

Ein aus hauchen säuselnd
mit auf gestellten nacken
härchen ein

Aus saugen ein aus stoßen
glaubhaft rhythmisch
der schweiß echt

heitsgeprüft ein ach das weh tut
als schatten das zimmer
verlassen

Beitrag vom 12 Oktober, 2013 (14:11) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es war der stete Drang

10 September, 2013 (16:52) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Es war der stete Drang zu Widerworten,
Der widerborstig in den Versen tobte.
Wenn einer selbst den Klee noch überlobte,
Dann rief er zornentbrannt nach den Kohorten,

Nach Odins wilder Reiterei, nach Thor,
Dem Gott des Donners und des Hammers.
Der Abgestrafte gab ein Bild des Jammers.
Nicht selten schaute aus dem Loch hervor

Ein kleiner Rest an grauer Asche, wenn
Die Schlacht vorüber war und Waffen ruhten,
Weil – im Besitz des Rechts, des immer Guten -,

Ist er ein Gegner, wie ich keinen kenn:
Wie gut, dass ich ihn Freund und Bruder nenn,
Und wir aus einer einzgen Wunde bluten.

Beitrag vom 10 September, 2013 (16:52) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Das flüstern ist ein leises

18 August, 2013 (14:12) | | terrere est humanum? | Kommentieren

Das flüstern ist ein leises / der ton klingt wie aus stahl
& jenseits des geleises / hat niemand eine wahl
ich spreche ein versprechen / doch klug ists sicher nicht
die heilung der gebrechen / ist nirgends mehr in sicht

Denn um uns fallen bomben / die städte sind im krieg
das sein in katakomben / ein unglück wird nicht sieg
weil man es dazu betet / ein schrei ist manchmal stumm
Denn wenn die sprache tötet / kommt alles darin um

Du stehst dort auf dem hügel / & schaust ins tal das brennt
ach wüchsen uns nur flügel / gebein das schneller rennt
& blühten unsre gärten / wie einst in unsrer jugend
ach heilten die versehrten / & sprösse neue tugend

Doch bei uns lebt das morden / & tod & schmerz & hass
im süden wie im norden / auf rachsucht ist verlass

Beitrag vom 18 August, 2013 (14:12) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Das flüstern ist ein leises

29 Juli, 2013 (18:24) | | alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt | Kommentieren

Das flüstern ist ein leises / der ton klingt wie aus stahl
& jenseits des geleises / hat niemand eine wahl
ich spreche ein versprechen / doch klug ists sicher nicht
die heilung der gebrechen / ist nirgends mehr in sicht

Denn um uns fallen bomben / die städte sind im krieg
das sein in katakomben / ein unglück wird nicht sieg
weil man es dazu betet / ein schrei ist manchmal stumm
Denn wenn die sprache tötet / kommt alles darin um

Du stehst dort auf dem hügel / & schaust ins tal das brennt
ach wüchsen uns nur flügel / gebein das schneller rennt
& blühten unsre gärten / wie einst in unsrer jugend
ach heilten die versehrten / & sprösse neue tugend

Doch bei uns lebt das morden / & tod & schmerz & hass
im süden wie im norden / auf rachsucht ist verlass

Beitrag vom 29 Juli, 2013 (18:24) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Metamorphose

5 Juli, 2013 (12:24) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

Es geht der Winter durch und durch und schneit,
Vereist die letzte Regung meiner Seele.
Es sind jetzt kalte Zeiten. Ich verfehle,
Was ich mir vornahm. Meine Welt, entzweit,

Geteilt in schwarz und weiß, ist ohne Farbe.
Das Glück, das Gute: Sie sind auserzählt.
Ich töte, was mich schmerzt und was mich quält.
Es bleibt nicht mehr zurück als eine Narbe.

Die Sonne kennt die Wärme nicht mehr, sendet
Nur scharfe klingengleiche Plasmastrahlen.
Die Nacht vergeht in Nebelmorgen, endet,

Auf dass in mir sich Hass und Wüten aalen.
Zur letzten Häutung stehe ich bereit:
Darunter wuchs das blanke Rächerkleid.

Beitrag vom 5 Juli, 2013 (12:24) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Du stehst dort

10 Juni, 2013 (20:25) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

Du stehst dort in dem Meer aus Nacht und Schatten:
Der Mond bescheint dich fahl mit seinem Licht.
So überirdisch brennt es, dein Gesicht,
Und mit ihm alles Glück, das wir je hatten.
Ich rufe sie, die vielen Silbersterne:
Sie sollen dich geleiten in das Nichts,
Und mit den zarten Versen des Gedichts
Begleite ich dich in die kalte Ferne.
Das Träumen ist geblieben, und ich mache
Mir einen Spaß daraus, dass ich fast lache,
Wenn ich an deine Wangengrübchen denke!
Du bleibst in mir geborgen, in der Mitte,
Und gehst mit mir so jeden meiner Schritte,
Die ich zu dir als meinem Schicksal lenke.

Beitrag vom 10 Juni, 2013 (20:25) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Du stehst dort

26 Mai, 2013 (20:15) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Kommentieren

Du stehst dort in dem Meer aus Nacht und Schatten:
Der Mond bescheint dich fahl mit seinem Licht.
So überirdisch brennt es, dein Gesicht,
Und mit ihm alles Glück, das wir je hatten.
Ich rufe sie, die vielen Silbersterne:
Sie sollen dich geleiten in das Nichts,
Und mit den zarten Versen des Gedichts
Begleite ich dich in die Kalte Ferne.
Das Träumen ist geblieben, und ich mache
Mir einen Spaß daraus, dass ich fast lache,
Wenn ich an deine Wangengrübchen denke!
Du bleibst in mir geborgen, in der Mitte,
Und gehst mit mir so jeden meiner Schritte,
Die ich zu dir als meinem Schicksal lenke.

Beitrag vom 26 Mai, 2013 (20:15) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


die dunkle seite der nacht

8 April, 2013 (14:27) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

auf der dunklen seite der nacht
die nornen besuchen an der eber
esche da wo das mond licht den
boden berührt

die wechsel spiele mit den parzen
aus fechten & ihnen das haar
reichen das silbrige lange sorgen
geschwängerte

& als gestalten wandelnder die
moiren heim suchen mit ihnen
ein bisschen ringel reihen spielen
zur mitter nacht

so will ich somnam bulant der
buhl schaft angst nach eifern
vom schlaf so trunken & vor
furcht so hell wach

Beitrag vom 8 April, 2013 (14:27) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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