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Paris, Texas

2 Juni, 2017 (11:36) | | ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Sometimes, no, mostly, you are fucked if the guy who runs office isn’t the brightest candle on the planet. Could be we got such a moment currently. Point is that Paris lies in Texas, London in Ohio, Berlin in New Hampshire and Wisconsin, and Rome in Georgia.

“The World is one.”
Even if you still believe that an extra USA sun burns the small rest of your brain in or out of your skull when standing in the center of Paris, TX, around high-noon time after a shoot-out at the O.K. corral – the bud in the notorious redneck bar is still as bad as it was last time. Steak and Ketchup is on sale. Sides are limited to fries, ice salad with vinegar dressing only. Thousand islands are down-under.
Go figure, Donald. It’s about time.

Übersetzt:

Manchmal, nein, meistens, steckt man in der Scheiße, wenn der Mensch, der dich regiert, nicht das hellste Licht auf der Welt ist. Sieht so aus, dass wir gerade diese Lage haben. Tatsache ist, dass Paris in Texas liegt, London in Ohio, Berlin in New Hampshire oder Wisconsin und Rom in Georgia.
„The World is one.“ (Die Welt ist eins).
Sogar wenn Du glauben sollest, eine spezielle US-Sonne würde Dir den kleinen Hirnrest aus oder in Deinem Schädel verbrennen, wenn Du auf dem Marktplatz in Paris, Texas, stehst, 12 Uhr mittags, nach dem Shoot-out im OK-Corral – das Budweiser ist so mistig wie das letzte Mal auch in der versifften Redneck-Kneipe. Steak und Ketchup gibt’s grade billiger. Als Beilagen sind nur Fritten auf der Karte, Eissalat bloß mit Essig und Öl. Thousand Islands sind bereits untergegangen.
Mach Dich vom Acker, Donald. Es ist höchste Zeit.

Beitrag vom 2 Juni, 2017 (11:36) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Im Grau des halben Tags

12 Mai, 2017 (15:54) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

Im Grau des halben Tags

Die Worte sinken in die weichen Kissen.
Dort, wo du lagst, verschwinden sie im Warmen.
Die Hoffnung wog so leicht in deinen Armen.
Ich weiß, ich werde beides sehr vermissen.

Die Vögel üben sich in Feindalarmen.
Man sieht den Milan weiße Fahnen hissen,
Die beiden Krähen jagen ihn verbissen:
Sie kennen mit dem Nestraub kein Erbarmen.

Im Grau des halben Tags kommt Angst in Schüben,
Da selbst die Mücken vor dem Stich verrecken.
Das Fenster in die Welt beginnt zu trüben:

Als sich die Sterne hinterm Mond verstecken,
Muss ich das Traurigsein erst wieder üben
Und weiß nicht mehr, wie‘s geht, das Wunden-Lecken.

Beitrag vom 12 Mai, 2017 (15:54) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


keine(r) da

12 Mai, 2017 (03:16) | | ego.t/error.welt, herz & lenden, hyper pixels, terrere est humanum? | 1 Kommentar

keine da, keiner war,
nur ich, der mir glich.
jede liebt, jeder lebt,
doch ich nicht

„not for me“

nur noch ich, der liebte,
blieb allein und schrieb,
was ich sagte wie beklagte,
was mir schien, wie einst in wien

„not for me“

freud’ auf deiner couch,
statt dass mich knautscht
und darauf knutschte,
wo ich verpfuschte

„not for me“

liebe lang und unverwandt,
im traum und raum verlangt,
fällt mir leicht und nicht mehr schwer,
denn ich komm’ vom leiden her

„not for me“

wie wird das enden, aus den händen?
sand aus der zerbroch’nen uhr,
im glas noch allererster schwur,
dass ich werd’s anders wenden

„not for me“

keine(r) da, die mitempfände,
was mir fehlt und meinem mangel,
was ich schrieb an alle wände
meiner zelle und im wandel

„not for me“



(hannover: 170430, kiel: 170512)

Beitrag vom 12 Mai, 2017 (03:16) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt, herz & lenden, hyper pixels, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Mit diesen vierzehn zeilen

6 März, 2017 (08:49) | | alptraum/ego.wunde, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Drum spreche ich mit diesen vierzehn zeilen
in eine welt die nicht versteht was ich
versteh weil sich die zeiten stets verkeilen
dass sie zerbricht & schreit so fürchterlich

Die kleine welt die in der kapsel springt
& aus ihr samt um früchtchen aus zu treiben –
ich höre wie der frühling singt & klingt
will meine hände an einander reiben

Als schon der sommerwind den lenz verbrennt
gewitter rasen durch die felder: golden
entleiben ähren sich – der winter kennt

Den herbst & keine rast & weißen tod
& in den gärten dorren blüten dolden
ich steh & sage hier von meiner not

Beitrag vom 6 März, 2017 (08:49) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Hör auf zu fragen: Warum ich?

26 Februar, 2017 (19:30) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Sich selbst zu bemitleiden, hilft so gar nix, da sind halt bessere Strategien gefragt.

Zunächst setze ich mich hin und schreibe mir einen Brief, in dem ich mich sieze und selbstbemitleide. Ich schwelge in Sätzen wie: „Die Schilderung Ihres Geschicks hat mich zutiefst erschüttert.“ und „Noch nie zuvor habe ich von einem derart unglaublichen Missgeschick in einem Leben gehört.“; mit „Bitte nehmen Sie den Ausdruck meines tiefsten Mitgefühls entgegen.“ beende ich mein Klagelied.

Sodann nagle ich noch einige meiner Wünsche fest, indem ich aufliste, dass ich mir vornehme, tanzen zu gehen, ausdauernd zu schwimmen, ans Meer zu fahren, zu vergeben, Sonne zu tanken, Brunch zu frühstücken, auszumisten, Menschen zuzuhören, mich glücklich zu verlieben, mehr zu lachen und zu schreiben, tagelang ohne Computer und zufrieden zu sein.

Die Liste füge ich dem Brief hinzu, klebe mit Geduld und Spucke eine Marke drauf und werfe alles mitten in den Fluss des Lebens.

Beitrag vom 26 Februar, 2017 (19:30) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es möge schneien

14 Dezember, 2016 (15:07) | | netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum? | Kommentieren

Man könnte jetzt „Aleppo!“schreien.
Man könnte es auch einfach lassen.
Wir können uns das nicht verzeihen
Und müssten uns dafür wohl hassen.

Stattdessen geht das Bomben weiter.
Es wird geschossen und gestorben.
Der Himmel ist schön blau und heiter.
Für Weihnachten wird stark geworben.

Man könnt sich an die Nase fassen
Und könnte „Nieder Putin!“ schreien.
Wir werden es geschehen lassen
Und wünschen uns, es möge schneien.

Beitrag vom 14 Dezember, 2016 (15:07) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Hand reichung

25 November, 2016 (15:43) | | beautiful people, ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Dem gestern die hand reichung an
gedeihen lassen – unter weg
lassen von drums & drans

Der fort schritt ist eine transe
eine transition form wechselnd eine haar
lose häutung von vielen kleinen
zähnchen mit ab rieb & ab
reibung –

Rück schritte haben gender
wahn sinn in gebäck – packung an
backung dicht geschnürte
korsette & strapse & seiden
strümpfe unterm freuchten schritt:

Wahres ist unbar
wer schreibt vergeht
wer bleibt ist ein treppen
witz ohne geschichts
buch

Dem meuchel morgen knöcherne
fingerchen kalte kuppen hand
schuh los händchen hin
halten – &:

Reichs mir mein liebchen
ich führ dich zum tanze
zwick dir ins grübchen
& geh dann aufs ganze

Beitrag vom 25 November, 2016 (15:43) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


murot de la mort

22 November, 2016 (02:31) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

das leben finden wir ernst erst,
wenn wir gestorben sind –
jedes gedicht ein nahtoderlebnis.

mit meiner ehemals geliebten,
ihre nylonstrümpfe haben laufmaschen,
auf die ich auf dem sofa schaue,

schaue ich tausendundersten „tatort“:
wir tauschen bedenken am drehbuch
aus, hatten vorher beim asiaten gesund gegessen.

Beitrag vom 22 November, 2016 (02:31) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Man sollte speien

15 November, 2016 (14:03) | | alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Kommentieren

Man sollte speien viel mehr sollt man kotzen
die lippen wund genetzt mit magen saft
denn sterben ist nicht ehrbar sagen haft
man möchte dabei viel mehr hirn schleim rotzen

Wenn in der stirne eine scharte klafft
& fliegen schwärme in den kugel fotzen
& augen sitzen die nur leblos glotzen
verrecken wäre nichts als sippen haft

Gespräche führn wir laufend in palästen
es klingen silber löffel teller tassen
die all die essens schätze mund fein fassen

Wenn an Aleppos telegraphen ästen
nur blut verschmierte graue fahnen hängen
& kinder hungernd sich durch gassen zwängen

Beitrag vom 15 November, 2016 (14:03) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


nur ein wink

12 November, 2016 (04:44) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

nur ein wink aus deinen händen,
nur ein wort auf deinen lippen
macht mich stark: aus allen ländern,
allen küsten, deren rippen

brach gelegen, jetzt ein port
gemacht, von dem wir aufgebrochen.
auch das skelett an fleisches ort,
wo’s klappert, dem wir anverflochten

als mensch und menschen einverstanden,
dass einer nicht des and’ren wolf,
doch sei ein hilf’ dem angelanden
an förden, buchten oder golf.

und ist’s auch, dass sie uns benennen
und hämen uns als gutgemensch:
es bleibt ein rest in dem bekennen:
ein kuss ist’s jenseits ihrer schänd’,

ein anvertrauen jeden tag
und auch in nacht, die schlimm verschlafen,
wo manchen noch am herzen lag,
was tickt durch facebooks telegrafen

nur als ein „like“. doch solches „like“
müsst’ allen sein, verwundeten,
den totgesagten, dass nicht schweigt
ein jeder so bekundeten

an eig’nen leidesliedern nur.
dass vielmehr wir und all’ versehrte
die hand uns reichten zu dem schwur:
WIR SIND, DIE KÄMPFEN UMS BEGEHRTE!

das ist der wink, den uns der wind,
geschicht’ und gegenwart … die hand
gereicht, dass wir sind taub und blind
nicht mehr für dieses NEUE LAND.

Beitrag vom 12 November, 2016 (04:44) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich liege und knirsche

31 Oktober, 2016 (10:55) | | ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Kommentieren

Ich liege hier unter der Schattenmorelle
Und muss mal kurz niesen, denn das falbe Blatt
Verdeckt meine Nase und kitzelt mich matt.
Jetzt brauche ich Durchzug, und das auf die Schnelle!

Ich lieg dort noch immer und an jener Stelle,
An der er mich killte und nachher verscharrte.
Ich liege im Feuchten und warte und warte,
Doch er dreht am Geldhahn und sitzt an der Quelle.

Ich faule und schäume und dreh mich: Die Delle
Kommt von der Verwesung; es fackelt das Grelle
Der Windröschen gehl um die schüttere Kirsche.

Ich lieg da und warte: Die Nacht, der ich harre,
Sie kommt, und ich sehe mich pirschen, die Knarre
Des Wahnsinns am Kopf meines Mörders – ich knirsche.

Beitrag vom 31 Oktober, 2016 (10:55) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Eskapismus baby

25 September, 2016 (18:08) | | beautiful people, ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

Sei mein stück eskapismus baby
mein mieses stück exi(s)t(enz) angst
mach auf strahle frau zum grau
brot kauenden otto normalo

Sei der glanz in meiner hütte
in der ich auf den hund gekommen
als drei beiniger kater hause
nach der großen jahr 1.000 sause

Sei die perle meiner krawatten
nadel die ich mir in den wende
hals gestochen trage nach erlösung
röchelnd im blüten weißen hemd

Sei der engel der meiner unschuld
schuld auf seinen flügeln trägt
als ob sie trag bar wäre durch die
unerträgliche schwere des seins

Sei mein stück eskapismus baby
& ein mieses stück selbst verleugnung
dem dessen sand um seinen kopf
langsam durch die zeit uhr fließt

Beitrag vom 25 September, 2016 (18:08) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Du mensch raubst mir die guten worte

12 September, 2016 (13:41) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Gott sprach: du mensch raubst mir die guten worte
du bist der teufel wohl in menschs gestalt
du sengst & brennst & opferst dich gewalt
es gibt durch dich nur noch die höllen orte

Wo tonnen fallen aus den fahlen himmeln
& ratten sich auf leeren straßen treffen
um menschens kindern pfeifend nach zu äffen
die in den keller höhlen räudig schimmeln

In schwarzen fliegen blasen wund starr taumeln
ihr wasser aus verschmierten lachen saufen –
am dach first schlaffe graue fahnen baumeln

Die eisen stäbe greifen aus ruinen
nach mond & sternen schatten wesen laufen
den brot laib an sich tragend durch die minen

Beitrag vom 12 September, 2016 (13:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


nein/eleven/fifteen

11 September, 2016 (03:58) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Kommentieren

wie babylon gestürzt, die herrschend türme,
sah ich das einst vor 15 dieser jahren.
es war, als wär’ das ende der gewürme
aus himmlischem der heere finstrest scharen.

ich war damals auf seiten attentäter,
dem letzen allah.ruf, dem sehr verbunden.
doch wusste ich, als davon vielmehr später
die nachricht sich verdichtet und bekunden

war „ground zero“, wie ich ihn erdichtet,
ein schmerz, verheerung und das schlimme grauen.
ich wusste, wo ein schwarzes sich belichtet,

und war in babylon, im turm, vertrauen,
dass sich ein sturz und ebenso erhebt,
was stirbt, sich umso grausamst wied’ erlebt.

ögyr liest’s

Beitrag vom 11 September, 2016 (03:58) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Flüchtige weg strecken

2 August, 2016 (20:01) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Fort gegangene fort folgen –
belagerte belegt des brot ich ess
mit auf schnitt vom ab
geschnitten hals stück in scheibchen
weise

Red keinen käse wenn du keine
wurst hast spreng falle & fresse
dich durch um sie auch nur zu
halten

Putsch dir dein auf putsch
mittel & werfe nebel kerzen
auf wasser werfer in truppen
stärke dich mit kindes kindern
wirf dich

Weg wo ein wille mit isst bleibt
die küche kalt & der brei verdirbt
den charakter weil drei
köche um ihn veits
tanzen

Sei eine folge verfolgter &
gehe über die wasser so ist
das mittel meer: du zaun
könig im maschen draht –
stacheln auf die neueste
masche

Ist gefallen & am leichen
tuch wird mit heißer nadel
genäht – lass dich aus booten
& lenze kähne mit loch
sieben

Wandle & verwandle dich
Folge dir nach & trete in
zu große schuhe um sieben
meilen zu stiefeln – folgen
los ohne ende & bei fang
im netz

Beitrag vom 2 August, 2016 (20:01) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien, terrere est humanum?, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


das unbehauste kind

2 August, 2016 (08:02) | | alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, rausch (zustände) | 1 Kommentar

es war einmal ein kind,
das hatte so viel haus,
dass es unbehaust war.
es schritt durch die räume,
die wohl erträumt waren,
sah aber nur die leere,
nicht deren eingerichtetheit.

es war einmal ein kind,
das eben dort erwachsen wurde,
aber doch blieb dieses
unbehauste kind. nachts
lag es wach und schlief
am wirren tag der häuser, die
unterm dach, aber unbedacht waren.

das unbehauste kind - skizze

es war einmal ein kind,
das keine märchen kannte.
nur dieses, das man ihm erzählet hatte:
es war das märchen von dem kind,
das keine märchen kannte,
sondern solche schrieb,
wie man sie ihm erzählet hatte.

es war einmal ein kind,
das danach müde wurde
am tag und folgend in der nacht
des lebens wie des sterbens.
und so starb es nicht
und lebte gleichwohl nicht,
sondern starb, indem es lebte.

ögyr liest’s

Beitrag vom 2 August, 2016 (08:02) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


es gibt keine richtigen lyrix im falschen leben

23 Januar, 2016 (04:54) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

außer: „say goodbye to lethargy, save the world with this melody“ (bernadette la hengst)

so will ich singen, falschen vers euch dichten,
aus resten meines sangs sonett noch machen
und seiner strenge dennoch ganz verzichten,
beim dichten all dem schichten uns eins lachen.

werd’ sagen, auserzählt, euch von den versen,
von schwierigkeit, aus mir heraus zu schweigen.
ich könnte euch ja eh nichts mehr verbergen,
vielleicht, wohin sich mein gedicht würd’ weisen

und euch dahinter, traute meines lichts.
das linkt und reimt schon wieder auf „des wichts“,
gekommen wörterwelten auf den grund,

der macht sonettes reimen jetzt gesund,
und krank auch, was ich nahe des verzichts
noch bin in mitten meinem des gedichts.

ögyr liest’s

Beitrag vom 23 Januar, 2016 (04:54) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Weihnachten 2015 oder Sonett Falsche Mimosen

25 Dezember, 2015 (10:02) | | ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt., netz@uge.nblick | 2 Kommentare

Der Weihnachtsrummel ist vorüber und
Der letzte Schrei Geschenke in Paketen.
Wir denken an Sylvester und Raketen;
Doch drinnen sind die Herzen klein und wund.

Denn in der Welt verrufen Exegeten,
Was gut ist: Blankes Hassen schäumt ihr Mund.
Der Heiland kommt nicht mehr zur Hohen Stund:
Ihn jagen üble Herrscher von Proleten.

Wir stehen an der Klippe vor dem Tosen
Und halten uns ganz fest an klammen Händen.
Im Garten blühen weiß die Christusrosen.

Wir fragen uns, wohin sich Zeiten wenden,
Und wissen, dass das Goldgelb der Mimosen
Die Hoffnung gibt, dass alle Winter enden.

Beitrag vom 25 Dezember, 2015 (10:02) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, labyrinth/wort.gewebt., netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


kommt!

5 September, 2015 (02:50) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

woher auch immer ihr gekommen seid,
von meiner schreibtischtäterschaft begrüß’
ich euch. denn hier auch ist ein mittenleid,
ein wohl gebettetes, das sagt sich tschüß

all der zufriedenheit, die wohl kartoffeln
noch wachsen lässt in deutschem blut und boden.
bevor ich demlei bin und eingewoben,
schlüpf’ ich in meine warmen filzpantoffeln.

denn ich bin auch nicht besser als die hasser,
weil ich ja auch nichts tu’, nur tränen weine
in meine dichtung, die nicht hält die wasser,

in denen ihr ertrinkt. doch geb’ ich meine
bereite kunst euch preis, dass ihr euch kauft
davon vielleicht von meiner tür den knauf.

ögyr liest’s

Beitrag vom 5 September, 2015 (02:50) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


vom zweifel der mich plagt

22 Juli, 2015 (10:58) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Du gingst durch eine wolke
& wurdest dort zu rauch
du warst aus fremdem volke
& farbig warst du auch

Es glänzten helle sterne
belächelten den flug
in irgend eine ferne
der nähe war genug

Ich hatte traute stunden
mit dir & dich im arm
wir ließen uns uns munden
selbst winter wurden warm

doch du – du musstest reisen
in krieg & sieg & tod
die fenster die vereisen
vernebelten die not

Du würdest wieder kommen
so hattest du gesagt
ich schwieg in angst benommen
vom zweifel der mich plagt

Beitrag vom 22 Juli, 2015 (10:58) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein fach so

4 Juli, 2015 (21:45) | | alptraum/ego.wunde, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Der tod hat seine sense geschärft:
ein fröhliches mähen bei fast 40
grad & 95 prozent luft feuchte

Die tages zeitung als sterbe tafel:
man fühlt sich schlecht weil man
am leben bleibt atmet & schwitzt

Ein fach so als sei das selbst verständlich

Ich schlage ein kreuz weil ichs mit
kreuz habe spende einer kerze schein
obgleich voll inhaltlich protestant

Vorsichts halber google ich nach
holz särgen fried wäldern urnen &
lokalen mit geeigneten neben räumen

Ein fach so als sei das nicht verständlich

Wenn einer stirbt

Beitrag vom 4 Juli, 2015 (21:45) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


lange schwere krankheit poesie

24 Juni, 2015 (05:12) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

nach langer schwerer krankheit jüngst verstorben,
wird’s auch von mir, dem dichter, einstmals heißen.
nur niemand weiß dann, wessen ich verdorben,
zur lebezeit war anverwandt dem scheißen

auf alles, was nicht niet- und wörterfest,
in das elysium schon eingezogen
als das, was du mit mir erörtertest,
worin ich dich mit jedem vers betrogen.

und sei gewiss, wie doch gesund ich bin,
von mir ist manches weiter noch zu lesen,
denn noch tropft mir das wort vom bärt’gen kinn.

ich sei, so träumt’s mir nachts, ein unverwesen,
der wiedergänger meines reims gewinn
und darin wie die gleichen ungeschehen.

ögyr liest’s

Beitrag vom 24 Juni, 2015 (05:12) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Laufschritt

21 Juni, 2015 (18:15) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Kommentieren

Die Brache lag im Winterwind so blass
Und tot; die Krähen nickten drüber hin.
Am Himmel ballte sich ein Grau. Im Sinn,
Im Augenblick war nichts. Das Regennass

Zerplatzte in der Furchen Bahn. Der Donner
Verfolgte Blitz um Blitz ganz atemlos,
Und eine kahle Eiche schien jetzt riesengroß.
Er rumpelte fast wie ein Dreißigtonner,

Der auf der schlechten Straße Leerfahrt fuhr.
Ich nickte mit den Krähen still im Takt
Und floh die kalten lauten Tropfen nur.

Nein, es war nicht die Angst, die mich gepackt
Hat: In den Laufschritt schickte mich die Tat,
Die mir die Erde nahm, auf die ich trat.

Beitrag vom 21 Juni, 2015 (18:15) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Business as usual

1 Juni, 2015 (14:00) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Sehn süchte brechen sich in
begrifflichkeiten die wort
jongleure haben konjunktur

Auf dem affen felsen thronen
alpha tierchen & nehmen sich
brust schlagend den atem

Die welt atmet ein atmet aus
luna die göttliche sichelt sich
immer neue stückchen aus dem

Schwarz der nächte die mit
ein karätern über sät die himmel
über spannen ihre zelte dunkeln

Gefühls wüsten ein in denen sich
kamele durchs nadel öhr quälen
salam aleikum sprach der falsche

Friede der hof hält & die leben
brechen sich in zerr spiegeln &
geschliffenen sekt kelchen

Beitrag vom 1 Juni, 2015 (14:00) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Seiten für zeiten

24 Mai, 2015 (16:53) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | 1 Kommentar

Es ist zeitig zeit geworden ab
schiede ab scheiden seiten
wechsel bäder warm geduscht

Sprich nicht wörtlich sinniere
sinn gemäß deiner ist ab
gekupfert – du hast dich für

Ein paar silberlinge versilbert &
als pfennig fuchser gemausert
die haus maus kann das mausen

Nicht lassen der käse ist dir
leber wurst war zeuge als du
falsch zeugnis redetest um

Dem rede fluss bahn zu geben
deine schwell werte schwollen
Wie deine einbildung bildete –

Mein bilder sturm ist halb
seitig gelähmt als du mich um
geblättert hast seiten für zeiten

Beitrag vom 24 Mai, 2015 (16:53) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Jesidenschicksal

8 Mai, 2015 (12:29) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Es spricht ein Retter Hoffnungsworte, die
Am Ende niemand wirklich hören will.
Im Raum ist es nur dunkel, kalt und still.
Sie wollten nicht gerettet werden, sie

Erhofften sich Erlösung durch den Tod.
Man hatte sie geschunden und geschändet,
Sie waren da, wo alle Hoffnung endet.
Es gibt den einen Schmerz, der jede Not

Verdeckt, der alles unter sich begräbt,
Was man sonst eine gute Zukunft nennt.
Es ist ein Stechen, das nie mehr verebbt,

Weil man die Ehre raubte und das Ich.
Dem Täter wünschte man, dass er sie kennt:
Die Scham, die stranguliert, elendiglich.

Beitrag vom 8 Mai, 2015 (12:29) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Glaubens fragen west östlich

13 März, 2015 (16:41) | | ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

Man mag sich lunge aus dem hals
& die zunge aus dem mund schreiben
Tat sachen bleiben tatsachen
Handeln ist also angezeigt weil nicht
Handeln handeln & zwar nicht

Die trompeten bringen stadt mauern zum
Ein sturz selbst wenn keine da sind &
Die stadt nicht Jericho heißt sondern
Nimrud es ist der ruf des falschen
Glaubens der jetzt in die städte bläst

Man mag sich die haare raufen &
Den bart des propheten zausen
Tat sachen werden tatsachen
Aufstehn ist also angezeigt weil
Sitzen bleiben ein aus sitzen ist

Bis alles aus ist & die zungen aus
Dem hals hängen oder ab geschnitten
Vor uns liegen auf dass wir sehen wie
Man erst die sprache ab schneidet &
Dann den hals an dem man uns auf hängt

Beitrag vom 13 März, 2015 (16:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Im Flüchtlingsghetto

1 März, 2015 (19:13) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | 2 Kommentare

Es treten aus den dunklen langen Schatten
Die ersten Wesen an das Mittagslicht.
Man sieht nur große Augen, kein Gesicht,
Die Spinnenarme. Rennen da die Ratten?

Wer durch die Gassen geht, weiß, wo‘s gebricht.
Die Reichen, die nichts zu verschenken hatten,
Verdämmern einsam in den Hängematten:
Denn wer nicht gibt, den gibt es eben nicht.

Ich sehe sie dort stehen, lautlos fragen,
Die ausgestreckten Hände, keine Klagen.
Die Fliegen summen über ihnen, landen

Auf Leibern, die nur Fetzenkleider tragen.
Was will man zu dem Elend Kluges sagen:
Das Wort, das sonst beruhigt, kam abhanden.

Beitrag vom 1 März, 2015 (19:13) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Kaum 70 jahre ist es her

25 Januar, 2015 (19:16) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

Da rufen sie schon wieder: weg mit fremden!
die welt soll einfach sein in schwarz & weiß
statt grau der ruf wird laut erst war er leis
sie schreien grölend mit die braunen hemden

Verborgen hinter schwarz rot gelben fahnen
sie singen auch die bösen alten lieder
& der gestank von auschwitz gas streicht wieder
durch straßen züge ja man kann es ahnen

Dass man sich fürchten muss vor neuen zeiten
den alten gleich fast bis zum schnitt der haare
art rein deutsch von der wiege bis zur bahre

Sie wollen dieses land dazu verleiten
zu scheiden gleich von gleich & zu verachten
sich selbst dabei als bessrer mensch betrachten

Beitrag vom 25 Januar, 2015 (19:16) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


wort all unser götter

25 Januar, 2015 (01:24) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

oh, was hab’ ich getan: doch nie dagegen?
als ich geboren wurd’, schon jene schuld
auf mich geladen, schweigverschwiegens wegen
die silben nur als taub vergess’ne huld.

oh weh, was ist mir jüngst dem vers entgangen?
welch’ volksbegehren will schon wieder tat
und denken nicht, doch schreien dem verlangen,
dem ich entgegensetzen kann kein’n rat?

vielleicht nur, dass das wort, geglaubt, verrat
ist, wenn wir es nicht singen, sondern schreien,
dass es gebeugt wird dann zum schlimmen schad’.

doch würden wir uns über grenzen trauen,
wir würden uns auch solche sünd’ verzeihen
und uns wie menschen an- und in uns schauen.

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 Januar, 2015 (01:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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