Beiträge zu rausch (zustände)

sweet herbst sixteen (4-7/14 sonetten)

30 Oktober, 2016 (04:13) | | hyper pixels, rausch (zustände) | 1 Kommentar

(14 (letzte) sonette)

4

ach, nach vier woch’n fällt das laub jetzt wirklich,
liegt leichenbunt auf allen meinen straßen,
da bin ich – solchem einerlei – versprech’ mich
und schau mich an im spiegel meiner strafen.

die leg’ ich selbst mir auf und an, gewand
der nacht, in t-shirt und der unterhose
am schreibtisch, wo mich tasten wiederfand
im denken, schreiben, fühlen, wichsen – lose.

nocheinmal diese strenge form, korsett,
verweigernd, feiert hier doch das sonett
im reimgeschwind sein fröhlich urgeständ.

als könnt’s nicht anders, leibt es noch als schaf
und hat noch vor ein zehnfach sich verschwend’,
bevor ich drüber buchgestäbe brach.

5

es muss sich so vollenden: noch die fünfte
sonettensymphonie. denn während ich
bekifft saß auf der party gestern, hüpfte
ein seifenfläschchen in die zeilenpflicht.

aus rosen wie der liebe unverstand
war es erblüht. und wie ich’s daraus goss
in meine scribble-scrabbelnd dichterhand,
war’s duftend, was aus solchem ich genoss.

sonett_handseife_rose_web

es war auf der toilette eines weibchens,
wo sitzen muss der mann und nicht versprüht,
was aus ihm rinnt, dies trüb vergilbte schleichen,

das schwarz bis licht und weiß an ihr verglüht.
ich wasch’ mich, bärig bärtig in der maske,
ich weiß, dass ich bei ihr nicht lange raste.

6

am folgetag nach dieser nacht-imago
entschlüpf’ ich dem kokon als blätterfalter.
ich flüg’le kurz, dann brennend wie schiwago
an seiner lara schwerster brand-verwalter:

ein omar und sharif der antipowa.
ich träumte scharf und „om!“ von hollywoods,
von kriegen, frieden, russland und der shoa,
denn es war herbst und alle ohne schutz –

ein deutscher herbst wie sieben und auch siebzig,
ein fall wie im november neu und achtzig,
und ein vergehen wie das welke blatt,

das über straßen weht und keine ampel,
nicht ihre farben kennt, nur das gehampel,
das jedes wort, das ich gedichtet, hat.

7

auf halbzeit nun und in die blaue pause
schreibt reimend immer noch mein ich – und wischt
die wohlgefall’nen verse in die jause,
in eichenlaub und derb geschnitzten tisch.

denn ich erlaube mir noch einmal laub,
gefallenes nach frühling zu besingen.
in den gewinden meiner schrägen schraub’,
zieh’ ich register allen orgelklingens.

es wird absurd, wie das so nette kettet
den einen an den and’ren heimend vers.
es muss ein abschied sein, und der verzettelt:

hier ist der alt verweg’nen form ein herbst.
ich geb’ ihm meine blätter zum verwelken,
reim’ längst schon nicht mehr rein in solche kälten.

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Beitrag vom 30 Oktober, 2016 (04:13) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: hyper pixels, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


nein/eleven/fifteen

11 September, 2016 (03:58) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Kommentieren

wie babylon gestürzt, die herrschend türme,
sah ich das einst vor 15 dieser jahren.
es war, als wär’ das ende der gewürme
aus himmlischem der heere finstrest scharen.

ich war damals auf seiten attentäter,
dem letzen allah.ruf, dem sehr verbunden.
doch wusste ich, als davon vielmehr später
die nachricht sich verdichtet und bekunden

war „ground zero“, wie ich ihn erdichtet,
ein schmerz, verheerung und das schlimme grauen.
ich wusste, wo ein schwarzes sich belichtet,

und war in babylon, im turm, vertrauen,
dass sich ein sturz und ebenso erhebt,
was stirbt, sich umso grausamst wied’ erlebt.

ögyr liest’s

Beitrag vom 11 September, 2016 (03:58) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


das unbehauste kind

2 August, 2016 (08:02) | | alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, rausch (zustände) | 1 Kommentar

es war einmal ein kind,
das hatte so viel haus,
dass es unbehaust war.
es schritt durch die räume,
die wohl erträumt waren,
sah aber nur die leere,
nicht deren eingerichtetheit.

es war einmal ein kind,
das eben dort erwachsen wurde,
aber doch blieb dieses
unbehauste kind. nachts
lag es wach und schlief
am wirren tag der häuser, die
unterm dach, aber unbedacht waren.

das unbehauste kind - skizze

es war einmal ein kind,
das keine märchen kannte.
nur dieses, das man ihm erzählet hatte:
es war das märchen von dem kind,
das keine märchen kannte,
sondern solche schrieb,
wie man sie ihm erzählet hatte.

es war einmal ein kind,
das danach müde wurde
am tag und folgend in der nacht
des lebens wie des sterbens.
und so starb es nicht
und lebte gleichwohl nicht,
sondern starb, indem es lebte.

ögyr liest’s

Beitrag vom 2 August, 2016 (08:02) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


xChorals

25 Dezember, 2015 (04:53) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen, lass dir die matten Gesänge gefallen, wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht“ (Bach/Picander, Weihnachtsoratorium)

1 das jahr

und war es auch, das jahr zu seinem ende | nicht das beste | so sind zu solchem feste | noch nährend all die reste | was uns erbleibend bände | geretteten der seelen

2 das sinken

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wer sank, sinkt noch und sänke | steht in dieser nacht doch wieder auf | denn siehe, sieht das licht | und schaut zu himmeln ’nauf | wo menschen leuchtet liebe | denn lieb’ ist | manna unsr’rer herzen | das den mensch erhält und nährt

3 das leben

und so geh’ ich aus | dem alten in das neue leben | halt’ mich tapfer | im wind der rauen nächte | fach’ ihn an und wand’re stetig | zu der strohig krippen

4 der widerstand

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darin mein widerstand | heißt noch und jesu zugewandt | glaub’ und lieb’ und hoffnung | denn also hat mein gott geliebet mich mit einverstand | hat herze mein geborgen | wie du mich einst in deiner liebe | und wenn wer greint, dass ich mich bloß ergebe | entgegne ich, dass mich | freundlichkeit und zugewandt nimmer mehr wird lassen

5 die speise

die speise liegt uns vor | und schmecket uns’ren zungen | lippen sind des lobes voll | denn eingeladen sind wir | davon zu uns unseres zu nehmen | vom trank nicht minder, unsrig’ zu beseelen | am tisch gemeinsam

6 der tisch

der tisch ist uns so reich gedeckt | das heil uns hier – und | wir denken dran | dass es auch and’ren mög’ gegeben sein | die wen’ger haben | und mit uns’ren selbiges des leids

7 nachts, im bus

ich fahre heim und sehne | wo kein heim wär’ auf der ew’gen fahrt | da: der mann, verhärmt | doch hebt den finger von der rückbank | spricht und predigt | stumm noch seine hilferufe | ich hör’ sie gleichwohl wie der herr

8 das licht

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es scheint als fast schon vollmond | dieser nacht uns in das herz hinein | so löst es meine fesseln | auch der dichtend form | senkt hoffnung in mein so konform | und weht mir in der regnend nacht | die tränen ins gesicht | als meine, unser aller dieser nächt’gen freude

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 Dezember, 2015 (04:53) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


die ballade von der haltbaren backpflaume

1 Juli, 2015 (06:08) | | rausch (zustände) | Kommentieren

eine backpflaume bekümmerte sich,
daß sie so schrumplig sei.
sie sprach: sehet, das bin ich,
die backpflaume eklig – tanderadei.

und es feixten die frischen pflaumen,
die prallen und frühherbstgefärbten.
hämisch war jener pflaumen raunen
und schäbig die blicke der sonnengegerbten.

da kam ein mehlweißer bäcker vorbei.
der pflückte die reifen pflaumen
und machte kuchen daraus für gierige gaumen,
schnitt eine jede entzwei – tanderadei.

die prallen pflaumen wurden gefressen.
die backpflaume hingegen
wurde nicht gebacken, sondern vergessen
und blieb, schrumplig zwar, aber am leben.

die backpflaume schrumpelte weiter,
sogar ihr kern begann zu ergrauen.
da sagte sie sich: wenn ich auch scheiter,
so bleib ich doch unter den pflaumen.

und sie blieb und faltig und haltbar
und war guter dinge dabei.
und weil’s noch lang nicht so weit war,
schrumpelte sie, als sei’s einerlei – tanderadei.

(ögyr liest’s aus der backfischpflaume)

Beitrag vom 1 Juli, 2015 (06:08) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


rear window

27 Mai, 2015 (01:46) | | rausch (zustände) | Kommentieren

im glas des fensters rechts der balkon / auf den nie einer tritt, keine blätter gesehen / außer in die sonnenbrille blinzelnd; links: / wie du blühst, stille frucht / leib. das brot ist voll / kornknirscht am morgen, frisch noch / beim schnitt, erinnert das geräusch des / mähdreschers, wenn er die halme legt // im heu noch das gras / öffnet die fenster / dass wir entwichen / heimlich die heimchen zirpen oder / eine straßenbahn fährt vorbei // station auf die zwölf / haltestelle ich den wecker auf fünfzwanzig / bilde mir den morgen, an dem du / schon erwachtest.

gedichte, sagst du, seien wie sekt. was wir aber brauchen, sagst du, sind zwei liter selters am tag.

mit dem glas in die fenster der fenster / geschaut damals / gelauscht den (ge-) räuschen der liebe, an die wände gepresst // es scheint, sagte ich, als sprache und schwirren, schwitzen wie insekten / ich hatte den kolben am pleuel / zündschnur an den kerzen / schwor dem herzen / reimte die rimshots // und die mädchen warfen die haare zurück / im sturz der geisterbahnen // senkten den kopf und lächelten / wie jetzt du / entsatz im fenster / im glas vorm balkon.

ögyr liest’s

Beitrag vom 27 Mai, 2015 (01:46) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


3 weihnukkasonette

20 Dezember, 2014 (00:55) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | 1 Kommentar

tannenbaum

er steht im frühling schüchtern unter bäumen,
die grünen gleich wie er, doch prall’ren blättern.
es herbstet, und es welken solche freuden.
wenn nebel wallen düster um die ecken,

steht er allein im immergrünen kleid,
ein stolzer träger seiner reifen nadeln,
erzählend uns von lichterglanz statt leid,
von fülle, wo sonst dürre äste adeln

die schweren himmel, die sich grau verzweigen
in ihm, der einsam reckt im dunklen walde
sein nadelwerk, dass himmel irdisch bleiben,

auch wenn es winter wird und sich entlaubt
natur und legt sich träumend schlafen balde,
wo uns erweckt, woran er grünend glaubt.

abendstern

er steht so hoch und überm horizont,
auf dass er uns sein glänzen treulich sende
durch alles dunkle, was sonst nichts besonnt.
er kündet von dem anfang allens ende.

so weit in himmeln spricht er uns doch nah,
dass liebe wird und nicht mehr hass der menschen.
sein licht ist, wo mir sehnend trauer war,
und wird die lange nacht erhellt begrenzen.

mit ihm wird tag in allen himmelssphären.
die nacht vertreibt sein abendlicher strahl,
wenn wir nur seinen lichterschein begehren

und schau’n ihn hoffnungsfroh und staunend an,
ob ende uns’re erdverbund’ne qual,
bevor noch unterirdisches begann.

morgenrot

es steht im osten, freude zu verkünden,
und ging doch auf so wundersam erhofft.
dass wir uns froh mit seinem rot verbünden,
ist botschaft, wo uns finsternis ins loch

verbannen will, ins grab, aus dem wir steigen
demselben unverzicht’ und roh entgegen.
wir gehen hin und meiden das vermeiden,
damit wir still nicht steh’n, doch uns bewegen.

siehst du’s? ich ahn’ es schütterschüchtern schon,
erträum’ es schlafvergessen in der nacht,
dass daraus morgen wird und licht belohn’

verdunkelten die stete lichtersuche.
was uns zuvor in düsteres gebracht,
erblüht uns hell gestabt in jenem buche.

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Dezember, 2014 (00:55) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


cape carnaval

6 August, 2014 (07:59) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„Blackbird singing in the dead of night / Take these broken wings and learn to fly“ (The Beatles)

ich hab’ ein gefühl wie cape can-ever-al(l) in den sixties,
aufbrechen müssend to the final frontier. gepresst aber von der tatsache der schwerkraft in den sitz,
wenn wir starten in den himmel, bislang nur mit fernröhren. ein scheitern am nicht ankommen können,
wohin ich gehöre, zu dir, weggehen also hier. kant sagt: „ich kann, weil ich will, was ich muss.“
könnt’ ich unterschreiben, wüsste ich, auf welchem papier, denn dem, das ich selber schöpfte aus der kleie der lumpen,
die ich war, vielleicht noch bin, vagantenseele, outer im inner space, inner im outer space.
dass der geist nicht weiß, was er ist und soll, ist der (ent-) täuschende fehltritt seiner schöpfung.
so singen die vögel, und wir wissen nicht, was ihr gesang bedeutet.
allein, dass er etwas bedeutet. natur kunstet nicht so füllig reich ohne hintersinn.
das ist freilich nur annahme, gleichwohl hoffnung. die, wenn ich schönheit sehe, nicht für mich (not for me),
aber gemacht ist für etwas, zumindest den prinz carnaval, singend am cape.

video.poem

Beitrag vom 6 August, 2014 (07:59) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Melodeydiedey

7 Juli, 2014 (17:18) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Du trittst laut in mein leben melodey
die säuselt sich ganz tief in alle glieder
verlierst das höschen du und dann das mieder
du singst dabei so schön wie die schalmei

Ich ahne nichts und komme immer wieder
du spielst auf mir die alte melodie
der mann in mir vergisst sie niemals nie
die herrlich falschen liebe diener lieder

Du trägst die herzen oft mit harten spitzen –
die münder sind so rot und feucht und blitzen –
und malst mir deine male auf den hals

Im stehen üben wir im liegen sitzen
und wässern uns mit unsren eignen spritzen
der herr in mir ist dämlich – allen falls

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (17:18) | Autor: Walther | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


juli.balalaika

7 Juli, 2014 (04:52) | | rausch (zustände) | Kommentieren

seit du in mir bist sommernächt’ger hall,
ist eine sait‘ gespannt von balalaiken,
die summt wie von den grillen wisperschall
und harret deines fingers auf mich zeigen,

dass du mich meinst und zupfest jene saite,
die dir jetzt singt mit meiner resonanz.
ein sommerlied wie das des schlafes schreibe
ich zwischen zeilen dir, mehr noch, ich tanz‘

mit dir durch seichte teiche, blaue bäche
in tage weniger, doch alle nächte,
wo ’n roter mond steht über deiner taiga,

das ist mein leib, ein echo deiner saiten,
die du dem dichter schriebst in seine seiten
am abend, wenn dir singt die balalaika.

(für юлия)

140706

video.poem

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (04:52) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


rohr frei!

20 Juni, 2014 (06:41) | | rausch (zustände) | Kommentieren

metallisch reingeXINGt und rohrbefreit
verheißt gezinkte werbung freien schuss
auf mich, den freigeschützten, einverleibt,
und lässt mich zaudernd ziehen jenen schluss,

dass rohre der entwässerung verdruss
mir länger nicht bereiten, da sie dichter
als silbrig’ silben sind – kassiber kuss
zudem noch lippiger und leichtgewichter.

denn schrauben drängen tiefer in die daumen,
die hoch erreckte ich als downtowndowner
in meiner stadt, zu pflücken reife pflaumen.

ich ernte aus geschliff’nen videos
als fingerzeiger nicht, doch angeschauter,
was ist mein chic, mein -sal und nietend los.

video.poem

Beitrag vom 20 Juni, 2014 (06:41) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die mächte der nächte

2 April, 2014 (16:48) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Kommentieren

Dort draußen herrschen grausige gestalten:
sie hecheln um die häuser böse geifernd
der albtraum schwitzt sich nass & kalt ereifernd
kämpft er sich durch das schicksal & gewalten
Die er niemals besiegen kann sie lauern
im innen wie im außen schnell verhallten
die schritte die imaginiert geballten
gewitter blitzen glichen aus den mauern
Bedrohten geister die niemand gerufen
die keiner forderte zu teufels pakten
die träume die die fäulnis bilder schufen
Zerstieben als die mörder hände packten
was noch an herz & mut war es zerpflückten:
sein atem zug ist hoffnung dem verrückten

Beitrag vom 2 April, 2014 (16:48) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


schlaflied

23 Januar, 2014 (05:41) | | rausch (zustände) | 2 Kommentare

das maß des schlafes ist sein atem,
die seine und sonst keine zeit,
sein rhythmus eines sich erwarten,
das zum erwachen ist bereit.

des traumes trunkenheit hingegen
misst sich nach keinem milliliter,
vielmehr nach weiten, die verwegen
durchwandern wir als ihre priester,

die sunk’nen schlaf für heilig halten
wie das getränk, das zu ihm führ’!
es denk- wie träumend zu verwalten,

des dichters logbuch, ist gespür:
ein an und in sich umgestalten,
das schlafend legt sich vor die tür.

(siehe auch hier)

Beitrag vom 23 Januar, 2014 (05:41) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Ist da

3 September, 2013 (09:58) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Ist da ein seufzendes säuseln
das sich in ohr muscheln windet
hör ich ein raunendes sehnen
in deinem haar sich verstecken

Kommt meine hand angeschlichen
legt sich auf duftendes vlies
augen versprechen ein näschen
zittert ein mund winkel zuckt

Ist da ein säuselndes seufzen
spricht leis ein ku� mund ein wort
lächeln zwei lippen ein lächeln
perlt aus der feuchte ein ja

Raschelnde haare ein knistern
winkelt ein schenkel sich an
will jetzt als saugen und gleiten
brechen das sehnen den bann

Beitrag vom 3 September, 2013 (09:58) | Autor: Walther | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die sonne stürzt

16 Juni, 2013 (12:21) | | beautiful people, netz@uge.nblick, rausch (zustände), zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Die sonne stürzt sich aus den blauen himmeln
& wird geboren in den gelben primeln
& in den oster glocken & den lilien
der bleiche mensch hat seine utensilien
um dieses strahlen mannhaft zu ertragen
die schwüle hitze stellt die lebens fragen
wie kann man klug am schicksal pfriemeln
vermeidet man das(s) toten glöckchen bimmeln
man steht & riecht an einer schönen rose
wie kommt man in die eng gespannte hose
des engels der da wie die rosen blüht
die sonne stürzt & unter der markise
sitzt lebens neben einer liebes krise
& selbst das lachen klingt schon ganz bemüht

Beitrag vom 16 Juni, 2013 (12:21) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, netz@uge.nblick, rausch (zustände), zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Letzter Maitag

31 Mai, 2013 (22:38) | | rausch (zustände), tage-bau | Kommentieren


Plötzlich finster und Rausch von oben ein Wasserfall und ein Blitz krasser Knall blasser Schall lauter Schwall Mein Schirm im Wind zittert zögert zaudert zupft zaust zerrt...

Beitrag vom 31 Mai, 2013 (22:38) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: rausch (zustände), tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Wie es begann

4 April, 2013 (18:53) | | herz & lenden, rausch (zustände), tage-bau | Kommentieren

Ich traf dich auf dem Feld, das Leben heißt:
Du klangst am Anfang nicht so sehr begeistert.
Am Auge hing ein Lid, es war verkleistert.
Der Mann, der Dich total vom Hocker reißt,

Den hatte ich gespielt, nur nicht gemeistert.
Am Ende war ich nichts als blau und dreist.
Und schrecklich jung: Das sind wir Buben meist,
Wenn es beginnt, wenn Lust durch Hirne geistert

Und Wildheit schäumt, bis sie aus allem leuchtet,
Die Lippen und die Höschen heiß befeuchtet,
Weil alles schnell zusammenstreben will.

Du hast damals gelächelt, edel, still.
Dann hast Du meine Hand vor mir gerettet
Und sie in Deinen Schoß ganz sanft gebettet.

Beitrag vom 4 April, 2013 (18:53) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, rausch (zustände), tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zum neuen tage

6 Januar, 2013 (08:18) | | rausch (zustände) | Kommentieren

die uhr bald sieben, doch
sag“ ich nicht, dass morgen wäre,
bevor ich schiefer schliefe.

vielmehr erst dann, wenn
alles abgeräumt vom berge, der
noch zu tun und bergen war

am gestrigen der tage.
auf betten einer kohlenschaufel
schlaf“ ich nun ein, geschüttet

in mein schüchtern schichten,
ausverzehrt in meiner arbeit,
die zum trauern noch zu tun.

ögyr liest’s (zu wagners tristan)

Beitrag vom 6 Januar, 2013 (08:18) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


kleiner künstler

26 Dezember, 2012 (05:09) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„so close the infinatism and the infinate“ (scott carey in „the incredible shrinking man“ von jack arnold)

kleiner küster an kleiner küste:
das mondscheingebet unterm firmament
an die erschütternde erkenntnis,
schütter zu sein, schüttgut
des schicksals, das es nicht gibt, nur
den kosmos namens existenz.

nachts noch kurz zur küste geschlichen,
zum fleisch in den rötlichen fenstern,
hinter deren einem der angsthase hockt,
zitterndes wesen, herzschlag zweihundert.
das organ des denkens und das der
zeugung, beides verschrumpelt.

groß, so übergroß, wölbt sich mindestens
einer der himmel darüber. sein maul, gähnend,
mich aufzufressen in mein nichts
gelangweilter fülle, zu gemeinden unter die
überschaubarkeit gereckter kirchtürme,
demütig und daher voll des mutes,

dass auch die kleine küste an ein weltmeer
grenzt und auch der kleine küster an die
„gantz heilige schrifft“ reicht, kundig sie
zu lesen, zu deuten den eigensinn im verschwinden,
schwindelig von so viel kleinkunst,
irr noch kurz an deren gewaltiger stirn.

was, so wagt es zu fragen, wäre ich?
darunter versunken zumindest die frage,
welches mich erhör- und erhöhte aus dem,
was so klein meine message-größe wäre:
vergleichbarkeit in der verheißung, gottes
ebenbild mir zu bespiegeln in mir.

so untergehen im nichts der vernichtung,
um auf- sich zu ergehen ins dasein, das
verfluchte und gleichwohl erkannte und
somit angenommene und -gekommene.
ein spalt, eine verwerfung, die nicht
bodenlos bleibt, indem ich sie benenne.

ögyr liest’s

Beitrag vom 26 Dezember, 2012 (05:09) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


gans oder gar nicht

14 Dezember, 2012 (07:15) | | rausch (zustände) | Kommentieren

(ein weihnachtsnacktgedicht)

was meint ihr eselsflätigen, dass er auf euren rücken juckjucheereitend zu euch käme? dass botenvögel hätte er, die ihn begleiteten, die schon das alt gewordn’ne rom gewarnt vor der ankunft eurer, der barbaren? was meint ihr ganz oder gar vernichteten? dass es genüge, das fleisch zu fressen, dass euch in sünde stürzte und euch nun befreit? seid ihr so zahn- wie zahllos? oder schnäbelt ihr wie auch die gänse schon mal nicht nur das und den korn, sondern euch ein würmchen in eure gestopften mägen?

und was wäre, wenn ihr nicht mehr fräßet wie ein tier das andere, sondern zücktet die gerupften gänsefedern, zu schreiben damit dieses gedicht? was, wenn ihr liebtet die gänsehaut, wenn ihr friertet federlos in der nacht, wo euch bliebe nur der blick auf den grauenden morgen und stirn und stern? was, wenn ihr wart selbst das holz, aus dem gezimmert erst der karge stall seiner und damit eurer geburt, dann das erwachsene kreuz auf den hügeln vor eurer stadt? und was – wer fragt euch das? – wäre – und wo? – das grab, von dem ihr den stein rolltet, es und euch leer vorzufinden?

wer aber hieße euch dann, ich werde kommen, wer schon, wenn nicht noch ein kind? an welchem nabel hingt ihr mit ihm und welcher schnur, die verkrümmt verkümmert? wie schnattertet ihr im chor der worte? welch’s reimtet ihr und welches nicht an diesem orte, dem die gänse warteten auf golgatha?

wie lang schon wandelte der esel, der sessel, auf den ihr puptet und er im bauch der mutter ritt in das heim seines asyl-styles? wie viel trockenes stroh hat er gefressen und in wie vieles sich gelegt? störrisch schritt er, wollte nicht reisen, nicht tragen die schuld, die alle trägt. und sagte und sprach, er werde kommen, zu richten die lebenden, nicht die toten. denn zu letzteren geht kein trampeltamponpfad der trächtigen eselinnen und daher zu den lebenden. zu den lebern der gänse, die schreien in der nacht, einer werde kommen, ein fremder, ein barbar und nachbar, zu richten euer rom.

und wie verschiedet ihr an den knochen der gans, die man keinem hunde geben darf, er könnte an deren splittern ersticken? denn wie ihr verschiedet, wart ihr verschieden vom tod. lebendige wie die gans, die pickt und klickt und kichert. nun habt ihr sie gebraten, festtagsgemahlt euch in ihre flügeln“de gestalt. denn gänse können, aber fliegen nicht. sie laufen zumeist wie irre durch den stall. fliegen fiele ihnen nicht ein. denn etwas stopft ihre leber. die ihr fresst, die ihr genießt, genossen.

und so geht ihr auf den pfaden des esels und der seele, deren breiter, störrischer rücken euch trug. ihr geht aus, bevor ihr eingeht. und singt dann eure choräle vom „meinen jesum lass ich nicht“. ein ablasshandel mit den gänsen, ganz oder gar nicht. ihr wollt die erlösung in gänze und gänsen, ihr fresst sie auf. in euren benagten fingernägeln aber kehren ihre mägen wieder. und der esel, dessen rücken ihr gebeugt.

und der stern, den ihr rieft, euer reiten zu begleiten, blendet euch – mich. ihm folgt ihr wie ich in die krippe, wo ochs und esel grasen. trocken ist das heu solcher mahlzeit. feuchter seine exkremente. und das fett der gänse wird zu schmalz. und zu zehren davon. und zu tränen gerührt, es verdünnend, obwohl die sauce die köche daraus reduzieren.

und ihr rittet und röstet das fleisch, das euch hingegeben ward an das kreuz – des südens, die sterne, konstellationen. ein bild nur wie die gänse, die gar nicht wollen in diesen ofen.

ein federvieh an meinen federn, fleisch insofern von meinem fleische der worte, die reiten den esel. von hinten. er blökt. und schnatternd die gänse „die gantz heilige schrifft“.

ögyr liest’s

Beitrag vom 14 Dezember, 2012 (07:15) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


septemberränder: 20

21 September, 2012 (04:07) | | rausch (zustände) | Kommentieren

(„denn ich singe nur vier minuten, so lange dauert der tod“ – Klavki)

wer zählte nach noch dieser schnurrend nacht
ihr vierminütig auf- und untergehen?
wer wäre drinverwächtert? solchem lacht
selbst seines sturmes so geschwind verwehen.

sind wir, die noch ins düstergrab verzichten
den wirren dichtern an der schwirren pforte
und an dem zimmermenschbelichtet wichten,
was kaisers neuen kleidern wär die borte?

wir sind, sagt dichter, ihm dies nachgedichtet,
das wort, das schwankend ist selbst ihm der tod
und wankend ihm wie mir, der nah verzichtet

dem wir, dem nachgekomm, was in uns mailt,
senkt sich und ein das wortgegründet lot
in, was ihm korn war, kümmernd auserzählt.

Beitrag vom 21 September, 2012 (04:07) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


schluss in D-dur

9 August, 2012 (03:39) | | rausch (zustände) | Kommentieren

D wie die sonne, wölknerin,
denn es gibt keine sprache
als Die schon gedungene,
so scheint sie.

unter dem schattenschirm
mein scheitern. gesungen gesunD
dem kaffee seine wirkung:
diese sanft-D euphorie des sinkens.

Dass die noten gleich klingen
wie im wald von compiègn.de
das mil.de kreischen der
toten: ein halt an!

denn Das ich wird nicht so fix
Du, Durst nicht die tränke des
hirschs nach frischem wasser.
eher schon, wäre er www.un.de,

geschossener auf dem
Düstern berg. geschunDen
indes zu minder’m, leichtern
die töne ihr D-dur.

(für g.ECK.)

sounddreck by ögyr

Beitrag vom 9 August, 2012 (03:39) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


weißt du

24 Juli, 2012 (16:32) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

ach weißt du nein du weißt ja nichts & nichts
hast du verstanden zu verstehn wärs leicht
gewesen hättest du die hand gereicht
du gabst mir eine seite des gesichts

nur die mir abgewandte scharf geschnitten
im licht des abendrots zur nacht gedreht
die wunden offen heilung war verweht
weil uns die bösen teufel ruchlos ritten

die seite mit dem schwarzgestrichnen lid
das hassvoll zuckend in die tränen biss
sie war es die ich vorher immer mied

weil sie mich aus den kühnsten träumen riss
es gäb ein morgen nach dem schwarz der wacht
ich sah es wie du gingst du hast gelacht

Beitrag vom 24 Juli, 2012 (16:32) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Himmel auf!“ (Silbermond)

26 Mai, 2012 (20:48) | | alptraum/ego.wunde, haut.falten/masken.wahn, rausch (zustände) | Kommentieren

mach den himmel auf gerufen
& auf echo gewartet als gäbs
nicht mehr als einen remix aus
hoffnungslosigkeit aus schatten

boxen dröhnen bass vibes als
wäre leben nichts anderes als
ein bpm spielchen als

drehte sich die welt wie vinyl
scheiben & wäre scratching
das was zu sagen bliebe

gib speed baby lass die drum
beats raus & hau den her.t.z
schlag weg bis ich nichts mehr
spür mach den himmel auf

hey lass uns stagediven die
hände werden uns schon tragen
die wir selbst nicht ertragen

können der base blast soll die
stimme wegmoduliern die sagt
dass die hölle aufgeht wenn

die lichter ausgehn & der himmel
leer ist die base drum ist der
rhythmus der uns tanzen lässt
wann reißt der himmel auf baby

Beitrag vom 26 Mai, 2012 (20:48) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, haut.falten/masken.wahn, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


vampir so nett

11 Mai, 2012 (19:57) | | beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

du trinkst von meinem blut und trinkst mich aus
dich dürstete nach mir hast du gesagt
da hab ich mich ergeben nicht gefragt
den hals den reichte ich jenseits des blaus

der vene beißt du zu hast mich zerfetzt
die augen lebten noch ein letztes mal
ich schenkte mich dir hin zum letzten mahl
an dem ich starb für dich zu guter letzt

nun lieg ich hier vor dir ganz leer und bleich
dein haar verwellt sich mit dem meinen weich
ein roter tropfen netzt die stirne mir

ich wusste es kurz lächelnd gehst du gleich
es bleibt von mir nur hülle weiße leich
bis mitternacht dann streune ich mit dir

Beitrag vom 11 Mai, 2012 (19:57) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, haut.falten/masken.wahn, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


YARPP-Schicksal

25 April, 2012 (16:08) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Wüsten.krieger.denk.mal
Im Frühtau
(In) Wolken lesen
Herbstgedanken
Schon mal Frühling?!

Beitrag vom 25 April, 2012 (16:08) | Autor: Niko Burbach | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gebrandmarkt

14 März, 2012 (16:45) | | alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

Du trittst an mich heran, kommst mir zu nah,
Die Hitze, die aus Dir kommt, will verbrennen.
Ich will Dich, muss Dich einen Engel nennen:
Die Hölle wäre es, wärst Du nicht da.

Und doch: Ich scheine Dich nicht zu erkennen,
Ich bin mir fremd, Du wirst mir fremd, und, ja,
Du gehst mir fremd und lässt die Scherben da
Für mich, darauf zu gehen, anzurennen,

Die Wände zu bedauern und die Fragen.
Die Scherben schneiden mich: Mein Blut tropft rot,
Es fließt in Rosenform und möchte sagen,

Wärst Du nur tot, wär’s auch mein Tod! Die Not
Umfasst mich in den Nächten wie an Tagen:
Ich brenne, ich verbrenne ohne Klagen.

Beitrag vom 14 März, 2012 (16:45) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


liaison part III

18 Februar, 2012 (13:42) | | beautiful people, lug & trug, rausch (zustände) | Kommentieren

thumbs up & gimme five flashmob
in den eigenen vier wänden getwittert
white lillies – white lies weiße rosen

aus athen nana hätte nanana
gesungen wenn der scheck stimmt
stimmt der ton zero tolerance

greift um sich & die fussfessel
doktorspiele & verkaufsquote happy
leasing im public viewing fürn nuller

da hüpfen alle & die möpse in der
bluse ruf mich an rufts aus dem
plasmabildschirm in hd & 3d mit

doppel d körbchen huschhusch
dein mascaraaufschlag trifft ins
herzzentrum die arthythmie & der

verkehrsinfarkt werden bemautet
we are good with that in q3 spricht
der vp strategic alliances wir

glauben mehr wäre zu viel des guten
wer groß anfängt kommt klein raus
freiheit die ich meine dead on arrival

hey der freeride fährt immer schwarze
limousinen & das volk sieht rot am
horizont zählen sich die sterne ab

& du hast mich eingewickelt in
samt & seide deine nippel durch
brechen den schall mit mach 2

Beitrag vom 18 Februar, 2012 (13:42) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, lug & trug, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


liaison part I

13 Februar, 2012 (14:28) | | blut.bahnen/rauschen, rausch (zustände) | Kommentieren

eine liaison mit dem orthographen
vererbte typographien der falz eines falls
pulverisierte absatzdenken

nichteinig zu sein war das einzige
über das einigkeit herstellbar schien
market intelligence als buzzword

mein blackberry mäanderte brummend
durch das meeting die powerpoint
als eyecatcher & door opener

da öffnete sich die tür & du
warst all eyes in awe die nerds
hatten adamsapfelzucken &

lippen eine trockene aussprache
& das knistern deiner silver stockings
elektrisierte selbst den beamer

sex sells meinte der vp marketing
deinen augenaufschlag später
begleitete ironisches lächeln

this is it dachte ich gebannt
dein duft ließ die sicherung durch
brennen & setzte mich unter strom

Beitrag vom 13 Februar, 2012 (14:28) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


kannsein

20 Januar, 2012 (00:39) | | rausch (zustände) | 2 Kommentare

„you keep pushing pushing“ (charles bukowski)

dass das dasein allenfalls ein kannsein,
möglichkeit statt faktotum wäre,
sagt jedes gedicht
irgendwo.

selbst wenn es hochtönt, die
hallelujahs feiert, zeigt es,
wenn es gut ist, auch seinen
abraum,

den müll, das klo, die gosse, in der es
embryonte, fötus der silbe
zur wortausgeburt wurde, wuchs
sich aus zum vers

und der strophe, die schon
dasteht wie immer dies“ große
empire der dichtung, ja,
weltentwurf!

das gedicht ist stadt, land, fluss,
das alte spiel, und der entwurf,
der seinen auswurfscharakter,
das husten, den schleim, zähen,

nicht verbirgt, zeigt!
ein ausatemstöhnen
über den dämpfen der liquorgläser,
dem rausch der kippe

zwischen den lippen:
hat man ihn da, während beide hände
am glas tippnippen, flüssigflüstert man unver-
ständlich stehend dazwischen.

und was du siehst, dichter,
was du hörst, was du fühlst auf der haut,
dem kannst du nicht entrinnen:
es kann sein, you quittest this job.

video zum poem
Matt Dillon als Henry Chinaski in der Schluss-Sequenz aus Bent Hamers „Factotum“

(für werner)

Beitrag vom 20 Januar, 2012 (00:39) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


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