Beiträge zu herz & lenden

Wie es begann

4 April, 2013 (18:53) | | herz & lenden, rausch (zustände), tage-bau | Kommentieren

Ich traf dich auf dem Feld, das Leben heißt:
Du klangst am Anfang nicht so sehr begeistert.
Am Auge hing ein Lid, es war verkleistert.
Der Mann, der Dich total vom Hocker reißt,

Den hatte ich gespielt, nur nicht gemeistert.
Am Ende war ich nichts als blau und dreist.
Und schrecklich jung: Das sind wir Buben meist,
Wenn es beginnt, wenn Lust durch Hirne geistert

Und Wildheit schäumt, bis sie aus allem leuchtet,
Die Lippen und die Höschen heiß befeuchtet,
Weil alles schnell zusammenstreben will.

Du hast damals gelächelt, edel, still.
Dann hast Du meine Hand vor mir gerettet
Und sie in Deinen Schoß ganz sanft gebettet.

Beitrag vom 4 April, 2013 (18:53) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, rausch (zustände), tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ex ill text

26 März, 2013 (04:44) | | herz & lenden | Kommentieren

wo bin ich, wann? warum?
fett auf dem klappstuhl der existenz
unter tastentänzer|nnen im ballettsaal
heute abend, beauftragt.

was war ich, werde? dann?
junger pionier mit castriertem bart
zwischen papier und zigarettenblättchen,
gekauft vom herzkranzgeld.

wie würd“ ich schreiten?
auf nacktem versfuß wege, die wär’n nicht so
wie ich geworden, was ich schrieb
als agnus meines hirten text.

Beitrag vom 26 März, 2013 (04:44) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


nie näher

22 Februar, 2013 (20:37) | | herz & lenden | Kommentieren

du kannst die haare aus der
stirn streichen schatz – diese geste
bleibt in mir eingebrannt

ich sehe sie wenn ich an dich
denke wie sie dunkle hotelzimmer
erleuchtet als wär plötzlich

freude in ihnen als wärst du
das licht das mein leben glänzen
lässt da hör ich mich leis

ein geh nicht bleib flüstern
und deine hand legt sich an meine
wange als wolltest du mich

begütigen in der kälte der
fremde die deine liebe vertreibt – du
könntest mir näher nie sein

Beitrag vom 22 Februar, 2013 (20:37) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


phi

18 Februar, 2013 (09:23) | | herz & lenden | Kommentieren

wie einst der sommer schweigt / nun der frühling schon von fern / und phrygisch eher als mixolydisch. // der blick vom dach eines hauses an / der straße auf die / wie sich wie / im zeitraffer die sonne dahinter senkt. // als wäre die zeit flinker geworden / ohnehin dunkelnder, denn die nacht / ist mein tag, bevor er / aufgeht über den dächern und städten und / hinter dem glockenturm / der schon wieder träumend schlägt. // fünfuhr: allzeit bereits der zweite autobus / dieselflüstert unten dem restschlaf der / einsteigenden nach. / und man steigt nie zweimal in den selben bus. // wie einst der winter sagte nichts / über den nächsten sommer, nun / der frühling nihil nisi bonum / über mich fröstelnden gevatter. / als wäre jedes nichts schon alles // und die sieche sonne auch die stolze / an ihrem namenstag vor dem des / mondes. seine krater in meinem banditen- / gesicht wie einst die küsse schwiegen / nun der zielgarettenleuchtenturm sich spiegelt / so ich vor solchem zu rauchen wage. // und mich / friert vor der ersten wärme des wilhelmsburger freitags / oder des in gaarden, werftgeparkt. / und mich / im freibad katzenaugen ansahen wie’s / bald fünfzighinterfötzigste weltwunder / geboren in der krippe der bald dadanach sexiger. // denn die jahrje schicken sich an / wieder nach dem frühling zu gehen / staffel vier, zu sehen demnächst in diesem phiaker. // und wie da die pherde schauten über ihren nüstern / die dampften an jenem morgen / nach dem nachtschweiß.

video.poem

Beitrag vom 18 Februar, 2013 (09:23) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


sag liebste willst du nicht noch bleiben

3 Februar, 2013 (19:58) | | herz & lenden, tage-bau | Kommentieren

du trägst am besten nur dein haar
das offen dein gesicht um fächelt
das auge leuchtet wahr & klar
es ist die ganze frau die lächelt

die freude sendet freude spendet
das sehen ist der liebe kunst
die nicht in sich erkennen endet
ein zwitschern dringt durch frühen dunst

das zarte licht der morgen röte
dich über haucht so wie du liegst
wie du bezwingst der nächte nöte
weil du selbst im verlieren siegst

die schatten spiele wunder bar
sie wandern mit der jungen sonne
entdecken was verborgen war
das schauen wird zur höchsten wonne

ach bleib so was soll jetzt das schämen
ich zeichne mit dem finger nach
wenn wir uns nur mehr muße nähmen
zu tun was mir der ort versprach

in den ich tauchte um zu schreiben
sag liebste willst du nicht noch bleiben

für k.

Beitrag vom 3 Februar, 2013 (19:58) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


junge frau und alter mann

3 Februar, 2013 (07:50) | | herz & lenden | Kommentieren

du bist längst frau und schaust
mich doch aus mädchenaugen an,
die müde dessen scheinen, was mich zaust
an deiner jungen seite, alten mann.

du bindest schleifchen in dein haar
und auch an deine zauberbrust,
ans röcklein, dessen bist gewahr,
dass sicherheit die nadel hält der lust.

du bist so fraulich provisorisch
wie ich im graumelierten lebzeitgrab,
teilst mit mir, was längst illusorisch
schon schien dir, als ich um dich warb.

nun steht dein püpplein starr
und kreidebleich an meinem bett,
schaufensterlt mir, was einmal war
mit mir, als ich noch nett,

der kleinen schwester großer bruder,
die bänder schwang aus gummitwist.
du warst ihm reines, zartes luder
und darin ferner als gewiss.

denn junge frau und alter mann
sind längere der paare,
bis auch das lange fragt dann, wann
du es beendest meiner bahre.

(für l.)

ögyr singt’s

(musik: annett louisan: „die katze“ (karaoke-version))

Beitrag vom 3 Februar, 2013 (07:50) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


auf die pauke gehauen

8 Januar, 2013 (17:19) | | herz & lenden | Kommentieren

ich habe den pauken schlag gebucht
für den triangel schienst du mir nicht
gebaut zu sein das leise feine silbrig
glänzende klang gerät ist hinter gründig

zurück haltend liebt den halb schatten
lieb kosen ist bei dir hieb kosung um
armen ans herz drücken bis der atem
weg bleibt der gang auf zehen spitzen

das aplomb des marsches du aber bists
die mich wählte als ich zu wählen meinte
geschenke nimmt man dankend an wo
bei du so wie so un bezahlbar bist &

das kann man nicht laut genug sagen

Beitrag vom 8 Januar, 2013 (17:19) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


liebes erklärung

24 Dezember, 2012 (10:38) | | herz & lenden | Kommentieren

man könnte von dauern sprechen
wenn dauern nur dauern hieße nicht
auch trauern

man könnte lebens lang sagen
wenn tod nicht mit schwänge
& strafe

so hab ich dich in mein herz
geschlossen & ich schussel den schlüssel
verloren

der bart war ab als ich ihn fand
wollen wir sehen denke ich ob
er nach wächst

Beitrag vom 24 Dezember, 2012 (10:38) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Bald

6 Dezember, 2012 (19:50) | | beautiful people, herz & lenden | Kommentieren

Ich bin so dreist und werde immer dreister,
Der Tag kann machen, was er will, die Nacht
Kann tun und lassen, was sie mag, die Macht
Ist mit dem Herrn, dem Bändiger, dem Meister.

Das Leben reißt sich nicht am Riemen, reißt er,
Dann wird er nicht geflickt und repariert,
Er wird entfernt, kupiert und wegrasiert.
Ein Hund, der bellt, ist ungefährlich: Beißt er,

Dann war die Warnung überhört. Geschwiegen?
Verschwiegen sind die Quellen, die da liegen,
Wo meine Kräfte sich erneuern: Halt!

Der Hund verstummte, jetzt wird es gefährlich!
Du schaust mich an, dein Wünschen ist begehrlich:
Ich werde dich besiegen, und zwar bald.

Beitrag vom 6 Dezember, 2012 (19:50) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


so genannt nachts nah …

29 November, 2012 (07:07) | | herz & lenden | Kommentieren

„einer, der noch barfuß geht im herzen“ (klavki)
„ihr, die ihr auftauchen werdet aus der flut, gedenkt unserer mit nachsicht“ (brecht)
„und durch tränen sähen sie aufs meer und dufteten nach flieder“ (basta / william wahl)

… am feuer(fahr)wasser gebaut,
indianisch auf pfaden,
die noch finden den byebyepass
des herzbluts, so genannt,
in die drückerkolonnenschwarzen
seiten der ZEIT(ung) vergossen,

aus der, so genannt „edelFEDER“,
wie aus dem rest der youtube
gepresste liebeslieder
an was wie LIEBE und
großes wie POESIE, dies und das
in das so genannte leben.

was aber, LEBENdige, ist das?
eine weit’re mitter(schwitz)nacht
wie bleiern schlafes vormittags danach,
ein zögerzaudern und weiter-
wehen, denn nah ist mein NACH,
ein schmerz NICHT, der

durch meine mittel, LIEDER,
betäubt enttäuscht sich
seiner taten. und euch,
ans wasser gebaute. stürmisch
sind wir genährte wie genäherte
in der auftauchenden flut.

ögyr raunt’s

Beitrag vom 29 November, 2012 (07:07) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ein lächeln

26 Oktober, 2012 (17:57) | | herz & lenden | Kommentieren

wenn du mich anschaust werde
ich sehend & ein lächeln huscht
durch die tür es setzt sich auf
meine schulter

da ruht es ein sekündchen aus
schmiegt sich an mich & lässt
ein bisschen seiner wärme zurück
wenns wieder geht

sag mir warum alles so eilt
wenn ich doch nur in dir ruhen
will ein wenig leichtigkeit schenken
an dich & mich

& wenn ich dich anschaue kommt
das lächeln zu dir macht dir das
grübchen & die feinen augenfältchen
die ich liebe

Beitrag vom 26 Oktober, 2012 (17:57) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


septemberränder: 15

16 September, 2012 (04:16) | | herz & lenden | Kommentieren

(„Prozac: Lyrics, Viagra: Solid Food“ – Spam)

monde und monaden, frierend frauen,
das wort in grauer vorzeit dir vergossen
als laub, sonett in zettelkästens klauben,
mein unverdichten nächtlich unverdrossen.

so geh ich aus und windend ein in strophen,
an boxenstopps die reime wie die sprache,
zu lehren dichters mores philosophen,
uns wölfen ihren blutgen biss in schafe.

der himbeerhimmel früchte und mechanik
sei fruchtbar sturz wie furzend fa(h)rt im stuhl
des aufgeblasen lyrikers botanik.

denn alles dichten ist verlorne geste:
man möge sagen, dass es wahr, nicht cool
war, was an mir und in den vers verweste.

Beitrag vom 16 September, 2012 (04:16) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Und, ja, ich leb‘ für dich…jeden Tag!“ (Silbermond)

14 September, 2012 (11:06) | | herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

am ende eines weges weggewischt
die spuren durch die kleine krebse wandeln
die selber spuren ziehn wo kinder sandeln
bedeckt bei flut von blasen feiner gischt

ich seh die horizonte erodieren
an deiner hand verlier ich halt im sand
wir reden uns um leben & verstand
als kalte winde hyperventilieren

& möwen drachenkapriolen fliegen
weiß ich die elemente werden siegen
& nehme dich ganz fest in meinen arm

das ende denke ich ist kaum zu spüren
will dich mein leben immer neu berühren
& der gedanke daran hält uns warm

Beitrag vom 14 September, 2012 (11:06) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


winter liebe geherbstet

7 September, 2012 (20:22) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

du trafst in mir die eine wunde saite
die dieser wehe ton zum klingen bringt
& wie der darm in den frequenzen schwingt
die trauer heißen wie ich uns bereite

die statt auf der die liebe lauter singt
& wie ich uns des letzten hemds entkleide
um ruhend da zu liegen wo wir beide
umklammern das was uns zusammen bringt

du sangst wie wenn noch nie gesungen
noch nie geliebt geworden wäre da
bin ich in dir versunken & verklungen

wir waren weit entfernte uns so nah
dann habe ich das tuch ganz ausgewrungen
& ihm den tropfen liebe abgerungen

Beitrag vom 7 September, 2012 (20:22) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


spät sommer ahnung

28 August, 2012 (12:50) | | herz & lenden, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

das leise rauschen von den blättern wind
gemacht so schiens hat noch der sommer aber
ganz langsam wird es herbst der kandelaber
auf der veranda flackert wo wir sind

zum abschied nehmen im gespräch versunken
ein schauer lässt am arm die haare stehn
als wir uns tief in unsre augen sehn
da war das letzte kalte bier getrunken

ich hole uns die jacken denn die kühle
zieht bis hinein in unsre knochen das
ist eine todesahnung die ich fühle

sie sticht in diesen abend nach dem spaß
des langen warmen tags ich halt dich fest
sag ich zu dir weil deine wange nässt

Beitrag vom 28 August, 2012 (12:50) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, netz@uge.nblick, zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Für Dich nur schlägt mein Herz!“ (Silbermond)

14 Juli, 2012 (17:43) | | herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

Du sagst: Ich trage Dich in meinem Herzen!
Und meinst, es gäbe nicht viel mehr zu sagen.
Ich frag Dich: Trügst Du’s auch an dunklen Tagen,
Wenn alles um Dich Angst ist, Tod und Schmerzen?

Ich würde das und mehr für Dich ertragen
Und trüge Dich nicht nur im Herz! Auf Händen,
Da ließe ich’s beim Herzen nicht bewenden,
Durch Hochs und Tiefs, in allen Lebenslagen,

Würd ich Dich tragen und dazu beschützen!
Was will mir dies Versprechen jetzt noch nützen?
Ich bin in Deinem Herzen eingefangen!

Da muss ich still in meiner Kammer sitzen
Und darf an Deinem Denkmal fleißig schnitzen.
Nach Lust und Leben steht mir das Verlangen!

Beitrag vom 14 Juli, 2012 (17:43) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Rosenbäumchen

27 Juni, 2012 (21:43) | | herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

Erscheint am linken Rande seines Augenblickes
Ein Rosenbäumchen – blühend fast wie ein Bouquet?
Das Schwimmen der Gedanken durch die Zeitensee
Erfährt die Stränge im Gewirr, und des Geschickes

Gefühlter Hauch will das bedecken, was, Klischee
Genannt, Banalität am Kragen packt! Des Glückes
Befindlichkeit in Form des großen Zuckerstückes
Aus braunem Kandis, das im warmen Friesentee

Den ganzen Abend glosten lässt in Zweisamkeit:
So reimen sich die Worte, machen sich bereit,
Sich zu verschränken, anzuschmiegen, zu umschweifen!

Der zarte Hauch vom lichten leichten Rosenduft
Ist’s, der, betörend, nach dem schönen Gestern ruft:
Das Glück war immer nah. Man muss es nur ergreifen!

Beitrag vom 27 Juni, 2012 (21:43) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


dass dus mit mir wagst

16 Juni, 2012 (13:01) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Kommentieren

sag schenkst du mir den letzten atem zug
ich schenke dir mein aller letztes wort
besuch mit dir den letzten dunklen ort
frag bist du mir ja bin ich dir genug

ich möchte mit dir flüchten aus nicht nein
mit dir nur will ich sein & das allein
spazieren gehn im sonnen monden schein
& ein fach end los schmalzig dein halt sein

die zweifel wolln mich unter sich begraben
wir können leicht am welken äußern schaben
& werden nicht ins innre zwei sam dringen

ach sag mir bloß nicht was du denken magst
sag lieber dass dus mit mir mit uns wagst
dies leben irgend wie zu end zu bringen

Beitrag vom 16 Juni, 2012 (13:01) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Vermessen

20 Mai, 2012 (19:09) | | herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

Vermessen was zu vermessen wär
der wurf des schals über der schulter
der schatten einer strähne im licht
die beugung deiner schläfe wenn

du ruhst im sessel & nach innen
schaust da will trauer mich umfassen
das nicht mehr sehen das verloren
gehen mit der zeit die schnellt die

katarakte hinunter verwirbelt sich
in gedankenseen & ich ich lächle
dich an der du stumm nach innen
blickst wo ich verloren bin in dir

Beitrag vom 20 Mai, 2012 (19:09) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


gib mir zu denken

19 Mai, 2012 (19:50) | | beautiful people, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

gib mir zu denken dass ich
nicht vergesse woher wir
treiben

sandburgen sind sicher das
meer leckt jetzt meine finger
wund

die strähne die ich dir aus
dem gesicht streich ist sie
grau

dir will ich gefäß sein dich
auffangen damit du trinken
kannst

das salz der erde trocknet
in salinen schenkst mir dein
herz

deine lider sind meine lieder
ein sandkorn rührt zu tränen
liebste

Beitrag vom 19 Mai, 2012 (19:50) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Am Weinstock regen sich die ersten Triebe – Liebesschmalzfrühlingssonett

17 Mai, 2012 (14:20) | | herz & lenden | Kommentieren

Am Weinstock regen sich die ersten Triebe.
Im Vogelhäuschen nisten Haubenmeisen.
Es sind die sanften Farben und die leisen,
Der Töne: Zart vom Wachsen und von Liebe

Erzählen sie um uns herum. Halt inne!
So scheint es aus dem satten Grün zu klingen.
Die Wege, die wir immer wieder gingen,
Entdecken wir aufs Neu, und unsre Sinne

Berichten von der Jugend, die wir hatten:
Die Kirschenblüten waren das Erwachen;
Der Winter tritt zurück in frühe Schatten.

So jung das Leben, und ein frohes Lachen:
Erstarkt sind selbst die Müden und die Matten!
Rück her zu mir und lass uns Liebe machen!

Beitrag vom 17 Mai, 2012 (14:20) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Unterste Schublade

15 Mai, 2012 (14:51) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

Du sagtest diesen einen Satz:
„Komm, geh zur Seite, Schatz, mach Platz,
Weil Neues kommt und Altes endet!“
Ich sah dich an. Nur eine Träne,
Das war es, wie ich hier erwähne.
So rasch hat sich ein Blatt gewendet,

Wird umgeblättert, abgelegt,
Erledigt, einfach weggefegt.
Ich stand und fühlte mich benommen.
Die Worte klangen wie ein Sirren,
So gerne wollte ich mich irren,
Da ist er schon hereingekommen,

So jung, so schlank, so schön, so rank.
„Auf Wiedersehen, vielen Dank!“
Verschenkte ich die beste Stimme,
Die ich an diesem Tage hatte.
Gedacht hab ich: „Du feige Ratte,
Hast Glück, dass ich Euch nicht vertrimme!“

Beitrag vom 15 Mai, 2012 (14:51) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


so.fern

11 April, 2012 (20:15) | | herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

sprich mir aus der seele &
erzähle vom weiten meer
darin die fische schwimmen

gegen den strom der strudel
wirbelt dich in die gedanken
gefühle legen sich quer &

steigen auf regnen sich ab &
ergreifen die flucht nach vorn
wo das glück wartet & das

unglück parat steht mit breiten
beinen über den untiefen
die tiefe lässt dich zurück

schrecken der liebe anspruch
ist überwältigend & ihre an
sprache unbedarft komm schon

sprich mir aus der seele &
sei mir nah so.fern ich bin

Beitrag vom 11 April, 2012 (20:15) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Danza demmr

2 März, 2012 (10:28) | | herz & lenden | Kommentieren

I danz wia dr Lomp am Schdegga
Då kennad d“Mais em Bau vrregga
Då kennad Kätza Wirmla kriega
I stand uff ond bleib ed liega

Sell isch gwieß wia i då bee
On sell – sag i – dees isch voll schee
Dass mir ais wirkle richdig kennad
Gera ais dr Grend vrrennad

Ois isch glar fier älle Däg
So äbbas kommd koim om dr Wäg
Drom bleiba mir ao äwwel drå
Weil mr dees ed kaufa kå

Wa mir hennd so fier ais zwoi
Danza demmr ed alloi

Beitrag vom 2 März, 2012 (10:28) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gäb‘ es nur ein Du

24 Februar, 2012 (12:53) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Kommentieren

Ich kleide mich, ich leide mich, umgebe
Die Hülle mit der Leere, Ich zu sein.
Ach, gäb“ es nur ein Du, und es wär mein,
Ich könnte fast noch glauben, dass ich lebe.

Du strahlst mich an und weißt schon, dass ich schwebe,
Umwölkt von falscher Hoffnung, fadem Schein:
Ich wähnte mich so groß, bin elend klein
Und ranke mich an Dir wie eine Rebe

Empor zu lichten Höhen: Sonnenglut
Soll mich verbrennen, weil ich eitel frevle!
In mir ist wahrhaft nichts als böse Brut,

Die ich für Dich versenge und beschwefle:
Du bist es doch, die mich erretten soll!
Es ist vergeblich wohl, mein Maß ist voll.

Beitrag vom 24 Februar, 2012 (12:53) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich möchte sehnen – Sonett Petrarca Art

10 Februar, 2012 (12:16) | | herz & lenden | Kommentieren

Hast Du von Liebe sprechen wollen? Sprache,
Vom Wunderbarsten inspiriert: Sie streichelt
Den Traum von Nähe in die Haare, schmeichelt
Sich ein in meinen Tag. Die schönste Sache

Ist mir das Sehnen, das nie wirklich endet,
Und wär die Liebe auch perfekt geheuchelt,
Am nächsten Tag mit wenig Stil gemeuchelt,
Das Sehnen ist’s, das Angst in Hoffnung wendet.

Ich möchte sehnen! Wie ich mich verzehre:
Der Schmerz ist süß, der die Erfüllung sucht!
Dein Duft, an dem ich, ahnend, Dich erkenne,

Polt spielend mich auf Dich wie die Antenne,
Als wäre er der Trigger einer Sucht:
Ich freu mich daran mehr, als dass ich wehre.

Beitrag vom 10 Februar, 2012 (12:16) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


das gewagte jahr

19 Dezember, 2011 (08:42) | | herz & lenden | 1 Kommentar

das jahr, es war kein gutes nicht
und doch das beste uns’res seins:
indem wir lernten, welch‘ gewicht
es dem hat, welcher hatte dies statt keins.

der beste tag in uns’rem leben,
selbst wenn er traurig war und krank,
ist der, der eben erst gewesen,
nicht einem nächsten morgen erst entlang.

dies ahnt, wer schlimmes jahr
nach and“ren schlimm’ren zugebracht,
wer sagte zu dem nein ein wieder ja
und hoffte auf den tag nach nacht –

und dass die jahre sind ein kreis,
der anfang nicht, noch ende hat.
wer solches hofft nicht nur, doch weiß,
wird nicht verzweifeln – denn er wagt!

Beitrag vom 19 Dezember, 2011 (08:42) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Kassiber

23 Oktober, 2011 (18:55) | | herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Der Weg ist lang, das Herz ist bang, und doch
Steht eine Rose dort am Hang in Blüte:
Das Dunkelrot – wie Blut! -, das sie bemühte,
In Frost und Nebel, fast schon Winter, noch

Zeigt sich die Sonne, wo die Hitze glühte,
Wo’s gestern nach dem Duft der Jugend roch:
Der gute Mut, fiel er nicht in ein Loch
Aus Grau und faden Schwaden? Es verblühte,

Was Farbe schenkt: Wir gehen diesen Weg,
Weil man ihn gehen muss. Der geht ihn lieber,
Der nicht in Einsamkeit versinkt, den Steg,

Der über Täler voller Schwärze führt:
Das Rosenrot erscheint so als Kassiber,
Der – heimlich übersandt – das Herz berührt.

Beitrag vom 23 Oktober, 2011 (18:55) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


bist du hier, bin ich bei dir

27 September, 2011 (05:03) | | herz & lenden | Kommentieren

„es ist nicht wie es bleibt“ (heiner müller)

bist du hier, bin ich
bei dir allhier,
denn bist du da, werd‘ ich
dir bleiben hier.

du bist, wo ich entfernte
meinen weg, ein dauern,
leiden und erfragen,
wohin ich wohl geh‘.

denn wo ich geh‘,
ist deines fußes spur
ein duftend werk, wie dornen
rosen blühen,

wo heim wird fremd,
indem es heimat ist.
wie’s singen bleibt doch dir,
so schöner meiner schönen.

und wenn ich gegangen bin,
spürst du noch meinen schritt,
der war nie weit von mir,
indem ich schritt hinweg zu dir.

(all meinen schönen)

bist du hier by oegyr

(musik: tingvall trio: „högtid“)

Beitrag vom 27 September, 2011 (05:03) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die Sonne badet

19 September, 2011 (16:04) | | herz & lenden | 2 Kommentare

Die Sonne badet sich in Deinen Haaren,
Sie nistet sich fest ein in ihrem Glanz.
Du schüttelst sie: Ein wilder Lichtertanz
Punktiert mir Sterne in die Linsen. Waren

Sekunden nötig, dass ich Dir so ganz
Verfiel? Nur eine Geste macht zu Paaren,
Die nicht mehr lassen können? Das bewahren,
Das Bild zu bannen, in der Eleganz

Des Schwungs das Leben einfach festzuhalten:
Ich wünsche mir, dass uns das stets gelingt.
Wer hoffte nicht, es könnten Wunder walten,

Mit deren Hilfe man das Schicksal zwingt,
Den Lauf der Dinge in die Bahn zu lenken:
Ich könnte mich in Deinem Haar ertränken!

Beitrag vom 19 September, 2011 (16:04) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Idee: Enno E. Peter & Sabrina Ortmann

WordPress | Basis Theme: Andreas Viklund & webhosting sources | modified by TyrakusCMS