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Im Grau des halben Tags

12 Mai, 2017 (15:54) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Kommentieren

Im Grau des halben Tags

Die Worte sinken in die weichen Kissen.
Dort, wo du lagst, verschwinden sie im Warmen.
Die Hoffnung wog so leicht in deinen Armen.
Ich weiß, ich werde beides sehr vermissen.

Die Vögel üben sich in Feindalarmen.
Man sieht den Milan weiße Fahnen hissen,
Die beiden Krähen jagen ihn verbissen:
Sie kennen mit dem Nestraub kein Erbarmen.

Im Grau des halben Tags kommt Angst in Schüben,
Da selbst die Mücken vor dem Stich verrecken.
Das Fenster in die Welt beginnt zu trüben:

Als sich die Sterne hinterm Mond verstecken,
Muss ich das Traurigsein erst wieder üben
Und weiß nicht mehr, wie‘s geht, das Wunden-Lecken.

Beitrag vom 12 Mai, 2017 (15:54) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


keine(r) da

12 Mai, 2017 (03:16) | | ego.t/error.welt, herz & lenden, hyper pixels, terrere est humanum? | 1 Kommentar

keine da, keiner war,
nur ich, der mir glich.
jede liebt, jeder lebt,
doch ich nicht

„not for me“

nur noch ich, der liebte,
blieb allein und schrieb,
was ich sagte wie beklagte,
was mir schien, wie einst in wien

„not for me“

freud’ auf deiner couch,
statt dass mich knautscht
und darauf knutschte,
wo ich verpfuschte

„not for me“

liebe lang und unverwandt,
im traum und raum verlangt,
fällt mir leicht und nicht mehr schwer,
denn ich komm’ vom leiden her

„not for me“

wie wird das enden, aus den händen?
sand aus der zerbroch’nen uhr,
im glas noch allererster schwur,
dass ich werd’s anders wenden

„not for me“

keine(r) da, die mitempfände,
was mir fehlt und meinem mangel,
was ich schrieb an alle wände
meiner zelle und im wandel

„not for me“



(hannover: 170430, kiel: 170512)

Beitrag vom 12 Mai, 2017 (03:16) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt, herz & lenden, hyper pixels, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


sweet herbst sixteen (4-7/14 sonetten)

30 Oktober, 2016 (04:13) | | hyper pixels, rausch (zustände) | 1 Kommentar

(14 (letzte) sonette)

4

ach, nach vier woch’n fällt das laub jetzt wirklich,
liegt leichenbunt auf allen meinen straßen,
da bin ich – solchem einerlei – versprech’ mich
und schau mich an im spiegel meiner strafen.

die leg’ ich selbst mir auf und an, gewand
der nacht, in t-shirt und der unterhose
am schreibtisch, wo mich tasten wiederfand
im denken, schreiben, fühlen, wichsen – lose.

nocheinmal diese strenge form, korsett,
verweigernd, feiert hier doch das sonett
im reimgeschwind sein fröhlich urgeständ.

als könnt’s nicht anders, leibt es noch als schaf
und hat noch vor ein zehnfach sich verschwend’,
bevor ich drüber buchgestäbe brach.

5

es muss sich so vollenden: noch die fünfte
sonettensymphonie. denn während ich
bekifft saß auf der party gestern, hüpfte
ein seifenfläschchen in die zeilenpflicht.

aus rosen wie der liebe unverstand
war es erblüht. und wie ich’s daraus goss
in meine scribble-scrabbelnd dichterhand,
war’s duftend, was aus solchem ich genoss.

sonett_handseife_rose_web

es war auf der toilette eines weibchens,
wo sitzen muss der mann und nicht versprüht,
was aus ihm rinnt, dies trüb vergilbte schleichen,

das schwarz bis licht und weiß an ihr verglüht.
ich wasch’ mich, bärig bärtig in der maske,
ich weiß, dass ich bei ihr nicht lange raste.

6

am folgetag nach dieser nacht-imago
entschlüpf’ ich dem kokon als blätterfalter.
ich flüg’le kurz, dann brennend wie schiwago
an seiner lara schwerster brand-verwalter:

ein omar und sharif der antipowa.
ich träumte scharf und „om!“ von hollywoods,
von kriegen, frieden, russland und der shoa,
denn es war herbst und alle ohne schutz –

ein deutscher herbst wie sieben und auch siebzig,
ein fall wie im november neu und achtzig,
und ein vergehen wie das welke blatt,

das über straßen weht und keine ampel,
nicht ihre farben kennt, nur das gehampel,
das jedes wort, das ich gedichtet, hat.

7

auf halbzeit nun und in die blaue pause
schreibt reimend immer noch mein ich – und wischt
die wohlgefall’nen verse in die jause,
in eichenlaub und derb geschnitzten tisch.

denn ich erlaube mir noch einmal laub,
gefallenes nach frühling zu besingen.
in den gewinden meiner schrägen schraub’,
zieh’ ich register allen orgelklingens.

es wird absurd, wie das so nette kettet
den einen an den and’ren heimend vers.
es muss ein abschied sein, und der verzettelt:

hier ist der alt verweg’nen form ein herbst.
ich geb’ ihm meine blätter zum verwelken,
reim’ längst schon nicht mehr rein in solche kälten.

← 1-3

Beitrag vom 30 Oktober, 2016 (04:13) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: hyper pixels, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


sweet herbst sixteen (1-3/14 sonetten)

25 September, 2016 (07:55) | | herz & lenden | 1 Kommentar

1

ich habe zweifel an gewählter form,
sonett ist alt, ist gestrig. überhaupt:
warum die strenge hier im teenie.dorm,
wenn alten bäumen fällt ihr nacktes laub?

ja, hab’ erkenntnis, wenn ich solches dichte,
wie die kastanien fall’n aus ihrer frucht.
denn mein gewinn ist, wessen ich verzichte,
begeb’ ich mich in solcher silben flucht.

beschränkung setze etwas frei wie dampf,
lehr’n mich, die vormals selbiges versuchten.
mir scheint es manchmal nur wie zitternd kampf,

wenn verse mir gelingen unter krusten
und blätter werden nach dem schreiben grau,
wie stein gesandt der adressierten frau.

2

noch einmal sixteen, dieses junge alter,
wo man noch sprach ins ungereimt vereinte.
es war der pop, der rock, der jazz und punk,
ein unverzagen, das mir längst abhanden.

jetzt bin ich meiner texte hausverwalter,
ein dichter, der archive nachts beweinte.
mein blog verzeichnet skizzen anverwandt,
weiß um die lyrics und ihr so zu schanden.

doch leer bleibt solche form und wie die blätter
fall’n sie zu früh, ach ja, wie jedes jahr
und in dem unberechenbaren wetter.

ich suche nach dem letzten reim – ja klar –
und finde ihn, das ist gewiss, in not.
und weiß doch: er ist der gedichtet’ tod.

3

erwähnten, den kastanien, sagt man nach,
dass ihre stund’ zu früh gekommen sei:
sie welken neuerdings im sommerschlaf,
und winter wird sie nicht erwecken. blei

sei’n sie, ein abgestürbnis wie der text,
den hingestorb’ne dichter auf sie dichten.
und weil es reimt, es ist doch wie verhext,
wenn letzte früchte fall’n in schoß solch’ wichten.

dass dichten sich auf wichte reimte, ist
hier allbekannt, ein sich verzehrend’ groove.
es fräge sich nur, wessen ich du bist.

sei’s, was dich küssend wort aus sich erschuf
od’ nur, wo fröhlich wissenschaft sich breitet.
doch wie auch immer: wort ist dir bereitet.

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 September, 2016 (07:55) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


nein/eleven/fifteen

11 September, 2016 (03:58) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Kommentieren

wie babylon gestürzt, die herrschend türme,
sah ich das einst vor 15 dieser jahren.
es war, als wär’ das ende der gewürme
aus himmlischem der heere finstrest scharen.

ich war damals auf seiten attentäter,
dem letzen allah.ruf, dem sehr verbunden.
doch wusste ich, als davon vielmehr später
die nachricht sich verdichtet und bekunden

war „ground zero“, wie ich ihn erdichtet,
ein schmerz, verheerung und das schlimme grauen.
ich wusste, wo ein schwarzes sich belichtet,

und war in babylon, im turm, vertrauen,
dass sich ein sturz und ebenso erhebt,
was stirbt, sich umso grausamst wied’ erlebt.

ögyr liest’s

Beitrag vom 11 September, 2016 (03:58) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände), terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


das unbehauste kind

2 August, 2016 (08:02) | | alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, rausch (zustände) | 1 Kommentar

es war einmal ein kind,
das hatte so viel haus,
dass es unbehaust war.
es schritt durch die räume,
die wohl erträumt waren,
sah aber nur die leere,
nicht deren eingerichtetheit.

es war einmal ein kind,
das eben dort erwachsen wurde,
aber doch blieb dieses
unbehauste kind. nachts
lag es wach und schlief
am wirren tag der häuser, die
unterm dach, aber unbedacht waren.

das unbehauste kind - skizze

es war einmal ein kind,
das keine märchen kannte.
nur dieses, das man ihm erzählet hatte:
es war das märchen von dem kind,
das keine märchen kannte,
sondern solche schrieb,
wie man sie ihm erzählet hatte.

es war einmal ein kind,
das danach müde wurde
am tag und folgend in der nacht
des lebens wie des sterbens.
und so starb es nicht
und lebte gleichwohl nicht,
sondern starb, indem es lebte.

ögyr liest’s

Beitrag vom 2 August, 2016 (08:02) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, ego.t/error.welt, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


xChorals

25 Dezember, 2015 (04:53) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen, lass dir die matten Gesänge gefallen, wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht“ (Bach/Picander, Weihnachtsoratorium)

1 das jahr

und war es auch, das jahr zu seinem ende | nicht das beste | so sind zu solchem feste | noch nährend all die reste | was uns erbleibend bände | geretteten der seelen

2 das sinken

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wer sank, sinkt noch und sänke | steht in dieser nacht doch wieder auf | denn siehe, sieht das licht | und schaut zu himmeln ’nauf | wo menschen leuchtet liebe | denn lieb’ ist | manna unsr’rer herzen | das den mensch erhält und nährt

3 das leben

und so geh’ ich aus | dem alten in das neue leben | halt’ mich tapfer | im wind der rauen nächte | fach’ ihn an und wand’re stetig | zu der strohig krippen

4 der widerstand

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darin mein widerstand | heißt noch und jesu zugewandt | glaub’ und lieb’ und hoffnung | denn also hat mein gott geliebet mich mit einverstand | hat herze mein geborgen | wie du mich einst in deiner liebe | und wenn wer greint, dass ich mich bloß ergebe | entgegne ich, dass mich | freundlichkeit und zugewandt nimmer mehr wird lassen

5 die speise

die speise liegt uns vor | und schmecket uns’ren zungen | lippen sind des lobes voll | denn eingeladen sind wir | davon zu uns unseres zu nehmen | vom trank nicht minder, unsrig’ zu beseelen | am tisch gemeinsam

6 der tisch

der tisch ist uns so reich gedeckt | das heil uns hier – und | wir denken dran | dass es auch and’ren mög’ gegeben sein | die wen’ger haben | und mit uns’ren selbiges des leids

7 nachts, im bus

ich fahre heim und sehne | wo kein heim wär’ auf der ew’gen fahrt | da: der mann, verhärmt | doch hebt den finger von der rückbank | spricht und predigt | stumm noch seine hilferufe | ich hör’ sie gleichwohl wie der herr

8 das licht

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es scheint als fast schon vollmond | dieser nacht uns in das herz hinein | so löst es meine fesseln | auch der dichtend form | senkt hoffnung in mein so konform | und weht mir in der regnend nacht | die tränen ins gesicht | als meine, unser aller dieser nächt’gen freude

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 Dezember, 2015 (04:53) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


von der diaspora

22 Dezember, 2015 (03:33) | | herz & lenden | Kommentieren

„arm bist du nicht ohne geld, arm bist du ohne herz.“ (syrischer flüchtling)

wir alle woll’n jetzt endlich bess’res leben,
das süß’re stück vom fetten sahnekuchen.
doch dafür ist kein nehmen, sondern geben,
ein finden uns nur in dem uns jetzt suchen.

so ist mein herz ein großes, kleinem geist
und eifersüchten manchmal nur gegeben.
denn wie auch immer ihr mich nennet, leist’
ich widerstand auch solchem untergehen.

ich bin nicht arm durch den verlust, doch reicher,
weil mein herz schlägt für dich und immer euch,
es pocht gemeinsam an der pforte. leichter

wird’s mir, wenn ich gewusst, dass der verzicht
auf heimat, bergung tränen macht mir feucht
und meine zunge auch für dies’ gedicht.

(@ j&m)

Beitrag vom 22 Dezember, 2015 (03:33) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


tucson, arizona

20 Oktober, 2015 (01:43) | | herz & lenden | Kommentieren

meine liebe fährt auf mein’m zylinder
fern von mir, die kilometer reißt
sie ab und ist mir meiner wiederfinder.
wir sind, die liebe einverstanden heißt,

ein sommerreifen, abgenutzt, im winter
ausgetauscht in bald für alle wetter.
wir wissen, wo ist das zuvor dahinter,
welch’ gold am hals ist uns der uns verketter.

mit gas fährt uns’res jeepes hingefährt,
als sei symbol das für die hingefahr’nen.
uns ist die weite ferne, was entbehrt

die nähe, wenn sie dem verzückt gebahren
ein wegwärts ist, auch hier noch angekommen,
wo küsse beider sind so uns verronnen.

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Oktober, 2015 (01:43) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


flurlicht

15 September, 2015 (03:38) | | blut.bahnen/rauschen, labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

wir werden gehen, sagt man, durch den flur,
den langen, doch am ende sei das licht.
im dunkel, sanft beleuchtet, steht wie schwur
der ruhestuhl modell dem versgedicht.

das leben, ja, beginnet … und es endet
in beigen fluren von den krankenhäusern.
wie man’s auch dreht und kreisend wieder wendet:
wir komm’n und gehen dort … hilft kein beteuern.

flurlicht_web

doch dass das licht am end’ des flurs der nacht
nicht glimmt nur, sondern scheint, ja schreit so hell,
lässt letzten acker wie die saat einst leuchten.

wir gehen langsam und doch, ach, zu schnell
und blieben gern noch, wo wir hin uns scheuchten
vom licht am end’ zurück in anfangs schacht.

(für gf & jf)

ögyr liest’s

Beitrag vom 15 September, 2015 (03:38) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ansprache eines wenig Noblen an die noble Verflossene

19 August, 2015 (09:59) | | beautiful people, herz & lenden, lug & trug | 2 Kommentare

Schau zu, wie du die nächste Herrschaft adelst:
Bei mir ist blaues Blut nicht mehr gefragt.
Das Negligé liegt löchrig rum, zernagt:
Selbst meine Hausmaus, die du immer tadelst,

Hat seinen Schnitt nicht mehr goutiert. Du rödelst
Wie wild geworden durch das Plüschgepränge
Des Nachsalons. Ach, wenn Dein Schimpfen klänge:
Es stört nur. Du störst. Kurz: Du episödelst.

Von gestern bist du, ausgelatscht und -lutscht:
Dein Rouge ist eine schwarz gestreifte Pampe,
Die Wimpern sind dir vom Geplärr verrutscht:

Mensch, zieh dich an, das Kleid hängt auf der Lampe.
Du glaubst, du hast dich an die Macht geputscht –
Ganz falsch: Du kommst jetzt auf die Resterampe.

Beitrag vom 19 August, 2015 (09:59) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, herz & lenden, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


gewirrer gewoben

17 August, 2015 (03:14) | | herz & lenden | Kommentieren

wir gingen und wir gehen ins gewitter,
die wirren, die sich lieben, angehinkt
so süß, so salzig, sauer, doch nicht bitter
durch alle netze unbedingt verlinkt.

in ihnen sind wir beide die geschwister,
verfilzte uns’rer rot gewob’nen fäden,
die singen wie die saiten einer zither,
welch’ sich durch uns’re instrumente weben.

wir singen nicht nur, sind das selbe lied:
die pauk’ spielst du und ich im traum trompete.
jetzt wetterleuchten wir, weil nichts uns schied,

denn himmel sind seit je von uns erschwebte,
und zwischen ihnen ist der horizont
so silbrig, grenzenlos – von uns besonnt.

(für julija)

video.poem

Beitrag vom 17 August, 2015 (03:14) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zuckerfee(d)

18 Juli, 2015 (08:38) | | herz & lenden | Kommentieren

zum zuckerfest so süß getanzt
bist du, und ich dir eifernd nach.
der zucker, wie in vers gestanzt,
wird nach(t)getanzt schon in den schlaf.

wir brechen auf das fasten, schlachten
heut nacht’ ein jedes süßgetränk.
denn wohin wir uns reisten, brachten,
ist anvertrauen das geschenk.

wir feiern mit dem in uns fremden
und zücken, zücht’gen uns mit zucker.
mit uns ist tanz und sich verwenden,
die kenn’n musil und mooses brugger.

die mörder, hieß es, unter uns
sind auch das uns im tanz erkennen.
als kennten wir nicht solchen schwund,
baletten deren sich bekennen.

ich bin so zucker meiner zunge
an deiner katz’, die muschi nennt
nur das ballet auch meiner lunge,
ein atem, der den zucker kennt.

video.poem

Beitrag vom 18 Juli, 2015 (08:38) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


die ballade von der haltbaren backpflaume

1 Juli, 2015 (06:08) | | rausch (zustände) | Kommentieren

eine backpflaume bekümmerte sich,
daß sie so schrumplig sei.
sie sprach: sehet, das bin ich,
die backpflaume eklig – tanderadei.

und es feixten die frischen pflaumen,
die prallen und frühherbstgefärbten.
hämisch war jener pflaumen raunen
und schäbig die blicke der sonnengegerbten.

da kam ein mehlweißer bäcker vorbei.
der pflückte die reifen pflaumen
und machte kuchen daraus für gierige gaumen,
schnitt eine jede entzwei – tanderadei.

die prallen pflaumen wurden gefressen.
die backpflaume hingegen
wurde nicht gebacken, sondern vergessen
und blieb, schrumplig zwar, aber am leben.

die backpflaume schrumpelte weiter,
sogar ihr kern begann zu ergrauen.
da sagte sie sich: wenn ich auch scheiter,
so bleib ich doch unter den pflaumen.

und sie blieb und faltig und haltbar
und war guter dinge dabei.
und weil’s noch lang nicht so weit war,
schrumpelte sie, als sei’s einerlei – tanderadei.

(ögyr liest’s aus der backfischpflaume)

Beitrag vom 1 Juli, 2015 (06:08) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


In see gestochen

19 Juni, 2015 (15:31) | | herz & lenden, netz@uge.nblick | 4 Kommentare

Das leben ist ein schwankendes
wankendes boot auf wilden wassern
manch mal schießt es in den wind

Ein ander mal setzt es segel um sie
in fetzen verwandeln zu lassen die
in der takelage fähnchen spielen

der fähnrich setzt alles auf eine see
karte um die große über fahrt zu
begehen an steuer bord ein hai an

back bord ein schwert fisch der
fliegende holländer achtern & kein
land vor aus schreit das äffchen

im aus guck ich lass mich entern
entscheide ich nimm mich an den
haken ein hand segeln ist dröge

du darfst mich auch kiel holen meer
jungfrau winds braut see räuberin
die du mein herz harpuniertest

Beitrag vom 19 Juni, 2015 (15:31) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


rear window

27 Mai, 2015 (01:46) | | rausch (zustände) | Kommentieren

im glas des fensters rechts der balkon / auf den nie einer tritt, keine blätter gesehen / außer in die sonnenbrille blinzelnd; links: / wie du blühst, stille frucht / leib. das brot ist voll / kornknirscht am morgen, frisch noch / beim schnitt, erinnert das geräusch des / mähdreschers, wenn er die halme legt // im heu noch das gras / öffnet die fenster / dass wir entwichen / heimlich die heimchen zirpen oder / eine straßenbahn fährt vorbei // station auf die zwölf / haltestelle ich den wecker auf fünfzwanzig / bilde mir den morgen, an dem du / schon erwachtest.

gedichte, sagst du, seien wie sekt. was wir aber brauchen, sagst du, sind zwei liter selters am tag.

mit dem glas in die fenster der fenster / geschaut damals / gelauscht den (ge-) räuschen der liebe, an die wände gepresst // es scheint, sagte ich, als sprache und schwirren, schwitzen wie insekten / ich hatte den kolben am pleuel / zündschnur an den kerzen / schwor dem herzen / reimte die rimshots // und die mädchen warfen die haare zurück / im sturz der geisterbahnen // senkten den kopf und lächelten / wie jetzt du / entsatz im fenster / im glas vorm balkon.

ögyr liest’s

Beitrag vom 27 Mai, 2015 (01:46) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Seiten für zeiten

24 Mai, 2015 (16:53) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | 1 Kommentar

Es ist zeitig zeit geworden ab
schiede ab scheiden seiten
wechsel bäder warm geduscht

Sprich nicht wörtlich sinniere
sinn gemäß deiner ist ab
gekupfert – du hast dich für

Ein paar silberlinge versilbert &
als pfennig fuchser gemausert
die haus maus kann das mausen

Nicht lassen der käse ist dir
leber wurst war zeuge als du
falsch zeugnis redetest um

Dem rede fluss bahn zu geben
deine schwell werte schwollen
Wie deine einbildung bildete –

Mein bilder sturm ist halb
seitig gelähmt als du mich um
geblättert hast seiten für zeiten

Beitrag vom 24 Mai, 2015 (16:53) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden, labyrinth/wort.gewebt., lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Den blick verschwenden

21 Januar, 2015 (10:25) | | herz & lenden | Kommentieren

Die sonne putzen wenn der himmel mal
grau in grau die hoffnung verschleiert
und
den mond anheulen wenn die sterne
verstecken spielen –

Deine hand suchen und finden und
in die hand nehmen bis der ring finger zwickt
und
mit dir durchs leben schlendern weil
hasten nichts hilft –

Der augen blick an dich verschwenden
weil eben nichts besseres zu sehn ist
und
auf deine lippen starren um dort worte zu
lesen von meiner liebe –

Beitrag vom 21 Januar, 2015 (10:25) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


waagesänge

20 Januar, 2015 (23:27) | | herz & lenden | Kommentieren

wie wale singen wir zur nacht ein lied,
das keine sprache hat, es sei denn weh
der einsamkeit – in stillen wassern tief,
an die gestrandet, wir sind land und see

und küste zwischen ihnen, dass die welle
sich bricht an unser beider schlafgestade.
denn wir – in hin und her geschlummert zelle
verlangen uns auf anverwandter waage,

wo jedes wort, das ich noch lege, grunzt
verträumt im echo deines weiterzählens
der schäfchen auf die weid’ des schlafs, die kunst,

mit der wir flüstern uns die lieb’ der nacht,
auf dass wir träumten süß’res des begehrens
als salz, das schmeckt so traut dir dargebracht.

(@ julija)

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Januar, 2015 (23:27) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


3 weihnukkasonette

20 Dezember, 2014 (00:55) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | 1 Kommentar

tannenbaum

er steht im frühling schüchtern unter bäumen,
die grünen gleich wie er, doch prall’ren blättern.
es herbstet, und es welken solche freuden.
wenn nebel wallen düster um die ecken,

steht er allein im immergrünen kleid,
ein stolzer träger seiner reifen nadeln,
erzählend uns von lichterglanz statt leid,
von fülle, wo sonst dürre äste adeln

die schweren himmel, die sich grau verzweigen
in ihm, der einsam reckt im dunklen walde
sein nadelwerk, dass himmel irdisch bleiben,

auch wenn es winter wird und sich entlaubt
natur und legt sich träumend schlafen balde,
wo uns erweckt, woran er grünend glaubt.

abendstern

er steht so hoch und überm horizont,
auf dass er uns sein glänzen treulich sende
durch alles dunkle, was sonst nichts besonnt.
er kündet von dem anfang allens ende.

so weit in himmeln spricht er uns doch nah,
dass liebe wird und nicht mehr hass der menschen.
sein licht ist, wo mir sehnend trauer war,
und wird die lange nacht erhellt begrenzen.

mit ihm wird tag in allen himmelssphären.
die nacht vertreibt sein abendlicher strahl,
wenn wir nur seinen lichterschein begehren

und schau’n ihn hoffnungsfroh und staunend an,
ob ende uns’re erdverbund’ne qual,
bevor noch unterirdisches begann.

morgenrot

es steht im osten, freude zu verkünden,
und ging doch auf so wundersam erhofft.
dass wir uns froh mit seinem rot verbünden,
ist botschaft, wo uns finsternis ins loch

verbannen will, ins grab, aus dem wir steigen
demselben unverzicht’ und roh entgegen.
wir gehen hin und meiden das vermeiden,
damit wir still nicht steh’n, doch uns bewegen.

siehst du’s? ich ahn’ es schütterschüchtern schon,
erträum’ es schlafvergessen in der nacht,
dass daraus morgen wird und licht belohn’

verdunkelten die stete lichtersuche.
was uns zuvor in düsteres gebracht,
erblüht uns hell gestabt in jenem buche.

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Dezember, 2014 (00:55) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Nichts wird mir bleiben

6 Dezember, 2014 (10:51) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Kommentieren

Du hast mit meinem Verstand gehandelt
Als sei er zu verkaufen
Für dumm für Geld für nichts und wieder

Nichts

Ich habe dir Rätsel aufgegeben
Du hast orakelt
Und Deine Antwort war leer
Unnütz das Liebesspiel
Nur Werkzeug nur Entladung

Entlarvung hieße Schmetterlinge
Zarte Libellenflügel entfalten
Hieße Schönheit
Du bist schön – dein Wissen darum
Macht dich zu blankem Entsetzen

Du hast mir das Herz gelassen Blutsaugerin
Dafür sei dir Dank doch
Das Zweifeln am Verstand

Wird mir bleiben

Beitrag vom 6 Dezember, 2014 (10:51) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Grimmiges märchen

4 Dezember, 2014 (15:18) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden | 7 Kommentare

Du hast von meinem tellerchen gegessen
& das trocken brot liegen gelassen

Du hast aus meinem becherchen getrunken
& den sekt schal werden lassen

Du hast in meinem bettchen geschlafen
& ich blieb zurück als der tag graute

Du warst meine fee meine elfe
mein schneewittchen mein rosenrot &

Als die geschichte endete
war ich wenigstens tot

Beitrag vom 4 Dezember, 2014 (15:18) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (7) Kommentare


dem laub im herbste fällt die frucht

19 September, 2014 (00:24) | | herz & lenden | 1 Kommentar

„dass er meines angesichtes hülfe und mein GOtt ist“

wir sind so grau, mein bruder, an den föhren
und dürrem laub, wo fällt im herbst die frucht,
dass wir dem immergrünen werden schwören:
kein blatt sei uns, es sei denn auf der flucht.

ach, bruder, spürtest du mein so verwehen,
und sahst mich aus dem reifen hinverschwinden,
als wäre solcher blüte ihr vergehen
beschrieben wie das knospen am beginnen.

ich aber schlafe nochmal ein und träume
von bächen ungestüm gesalz’ner zähren –
ich irre durch die selbst gepflanzten bäume,

denn ich auch weinte ohne unterlass
und würd’ doch artig mich mit weib vermählen,
dass ich mit jenem tode mich befass’.

(für h.t.)

(ögyr liest’s – musik aus: j.s.bach, cantata „ich hatte viel bekümmernis“, bwv 21, la chapelle royale & collegium vocale gent, ltg.: philippe herreweghe)

Beitrag vom 19 September, 2014 (00:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


cape carnaval

6 August, 2014 (07:59) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„Blackbird singing in the dead of night / Take these broken wings and learn to fly“ (The Beatles)

ich hab’ ein gefühl wie cape can-ever-al(l) in den sixties,
aufbrechen müssend to the final frontier. gepresst aber von der tatsache der schwerkraft in den sitz,
wenn wir starten in den himmel, bislang nur mit fernröhren. ein scheitern am nicht ankommen können,
wohin ich gehöre, zu dir, weggehen also hier. kant sagt: „ich kann, weil ich will, was ich muss.“
könnt’ ich unterschreiben, wüsste ich, auf welchem papier, denn dem, das ich selber schöpfte aus der kleie der lumpen,
die ich war, vielleicht noch bin, vagantenseele, outer im inner space, inner im outer space.
dass der geist nicht weiß, was er ist und soll, ist der (ent-) täuschende fehltritt seiner schöpfung.
so singen die vögel, und wir wissen nicht, was ihr gesang bedeutet.
allein, dass er etwas bedeutet. natur kunstet nicht so füllig reich ohne hintersinn.
das ist freilich nur annahme, gleichwohl hoffnung. die, wenn ich schönheit sehe, nicht für mich (not for me),
aber gemacht ist für etwas, zumindest den prinz carnaval, singend am cape.

video.poem

Beitrag vom 6 August, 2014 (07:59) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Lächeln aus frühling

27 Juli, 2014 (13:25) | | herz & lenden | Kommentieren

Der kleine fleck unter deinem joch
bein macht dich noch
hübscher die nasen
flügel beben wenn du lachst

Lach falten zieren deine
grün augen und die wilden
roten strähnen rahmen
deine hohe stirn

Dir steht dein alter ganz
gleich welches dein innerstes
leuchtet wie ein lächeln
aus frühling

Beitrag vom 27 Juli, 2014 (13:25) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Melodeydiedey

7 Juli, 2014 (17:18) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Du trittst laut in mein leben melodey
die säuselt sich ganz tief in alle glieder
verlierst das höschen du und dann das mieder
du singst dabei so schön wie die schalmei

Ich ahne nichts und komme immer wieder
du spielst auf mir die alte melodie
der mann in mir vergisst sie niemals nie
die herrlich falschen liebe diener lieder

Du trägst die herzen oft mit harten spitzen –
die münder sind so rot und feucht und blitzen –
und malst mir deine male auf den hals

Im stehen üben wir im liegen sitzen
und wässern uns mit unsren eignen spritzen
der herr in mir ist dämlich – allen falls

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (17:18) | Autor: Walther | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


juli.balalaika

7 Juli, 2014 (04:52) | | rausch (zustände) | Kommentieren

seit du in mir bist sommernächt’ger hall,
ist eine sait‘ gespannt von balalaiken,
die summt wie von den grillen wisperschall
und harret deines fingers auf mich zeigen,

dass du mich meinst und zupfest jene saite,
die dir jetzt singt mit meiner resonanz.
ein sommerlied wie das des schlafes schreibe
ich zwischen zeilen dir, mehr noch, ich tanz‘

mit dir durch seichte teiche, blaue bäche
in tage weniger, doch alle nächte,
wo ’n roter mond steht über deiner taiga,

das ist mein leib, ein echo deiner saiten,
die du dem dichter schriebst in seine seiten
am abend, wenn dir singt die balalaika.

(für юлия)

140706

video.poem

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (04:52) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn

5 Juli, 2014 (09:27) | | beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Kommentieren

Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn
und rede nicht drumrum wo taten nötig wären
die kühle hand hat nichts zu suchen dein begehren
verdirbt nicht den charakter du gehörst hier hin

In mitten des desasters das man leben nennt
da wollen wir uns gegenseitig tief verehren
da wollen wir den becher bis zur neige leeren
erforschen finden was man selber noch nicht kennt

Du wendest dich scheu ab und silbertränen blitzen
die kleine röte überhaucht dir hals und wangen
du möchtest dich gern neigen und bleibst störrisch sitzen

Ich streich dir übers haar ein stilles kleines zittern
durchdringt dich es ist so viel mehr da als verlangen
die nasenflügel beben und ich spür dein wittern

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (09:27) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


buhne | bühne | barke

5 Juli, 2014 (05:46) | | blut.bahnen/rauschen | Kommentieren

so weit der weg ins wasser meiner träume,
ein steg nur, schütter, buhne auf die bühne –
man säh’ mich, wie ich zeit und deren räume
vernichtete als einer, der sich sühnte –

zwar nicht, doch war an zücht’gen unterwegen
auf selbigen, doch nicht an deren rande,
war wohl ein sich bereit dorthin bewegen,
doch wand‘ dem ein die solch’ poet’sche bande:

die buhne, der das wasser wellend wehte,
ist nicht die bühne, der wir worte klauben.
kein messer ist’s, geschweige die machete,

der verse revoluzzertum erlauben.
so weit der worte weg, bleibt keine marke,
wir zeigen ihm, was würde seine barke.

video.poem

blaue stunde / april

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (05:46) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: blut.bahnen/rauschen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


rohr frei!

20 Juni, 2014 (06:41) | | rausch (zustände) | Kommentieren

metallisch reingeXINGt und rohrbefreit
verheißt gezinkte werbung freien schuss
auf mich, den freigeschützten, einverleibt,
und lässt mich zaudernd ziehen jenen schluss,

dass rohre der entwässerung verdruss
mir länger nicht bereiten, da sie dichter
als silbrig’ silben sind – kassiber kuss
zudem noch lippiger und leichtgewichter.

denn schrauben drängen tiefer in die daumen,
die hoch erreckte ich als downtowndowner
in meiner stadt, zu pflücken reife pflaumen.

ich ernte aus geschliff’nen videos
als fingerzeiger nicht, doch angeschauter,
was ist mein chic, mein -sal und nietend los.

video.poem

Beitrag vom 20 Juni, 2014 (06:41) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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