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Gedanken sind frei (beweglich)

20 März, 2013 (20:03) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Eines Tages komm‘ ich drauf,
bin ich unterwegs
und lauf,
brauch ich gar nicht meinen Bauch.
Auch mein Arsch macht mehr Probleme,
als dass ich mit ihm weiterkäme,
und drückt die Blase,
Grüner Tee,
ne, dann tut sie,
die Blase,
es so lange,
bis Mann/Frau ganz bange wird
und sie,
die Blase,
ihn/sie zwingt,
dass er/sie sie,
die Blase,
irgendwo/irgendwie auswringt.
Der Körper übernimmt
selbstverständlich,
bestimmt und selbstherrlich das Kommando,
so mein Empfinden beim Treppensteigen.
Eigentlich brauchte ich nur Augen, Ohren, Nase und Mund.
Obwohl,
den Mund zu Hause vergessen zu haben,
wäre ein wirklich guter Grund,
auf blöde Fragen nicht mehr antworten zu müssen!
Reden und Essen wäre dann ABBA Waterloo auch nicht mehr drin!
Schlimme Diät.
Was ist das bloß für eine armselige Art und altmodische Weise,
eine Reise zu unternehmen?
Ich will mich bewegen mit meinem Geist
und schaffe mit meinem Fuß
und Bein meinen Körper,
alles,
fein,
Stück für Stück,
kaum im Raum,
geografisch lächerlich,
von hier nach da.

Ja, ne, is klar.
Dafür gibt es ja Flugzeuge,
Straßen- und U-Bahnen, Tret-/U- und auch Schlauchboote,
Züge, Roller, Räder, Autos, Busse, Panzer, Jets…
hetz‘ mich nicht,-
Schiffe, Lifte, Gondeln, Raketen, Snow- und Skatebords,
Ski, Rikschas, Rollstühle, Bagger, Raupen, Caddys,
Fall- und Gleitschirme, Ballons, Förderbänder,
Rolltreppen, Hubschrauber, Segelflieger,
Flöße, Kanus u.v.m.

_______ _______ <>_<>
(_______) |_|_|_|_|_|_|| [] [] | .—|'“`|—.
`-oo—oo-‚`-oo—–oo-‚`-o—o-‚`o“O-OO-OO-O“o‘

Beitrag vom 20 März, 2013 (20:03) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geliebt!

1 März, 2013 (13:20) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Er kannte K. gar nicht.
Die Frau war nicht wahr, nicht von dieser Welt.
Klar gefällt das einem Mann,
er kann gar nicht anders, an nichts anderes denken.
Blaue Augen und braunes Haar
und starr vor staunender Erwartung,
wenn sie wunderbar ihren Blick auf ihn richtet.
Sie baute Luftschlösser
bloß durch eine Geste
und die war nicht einmal echt gewesen.
Nur eine Frage der Interpretation,
die schon durch die wage Vermutung einer möglichen,
wenn auch gottgehauchten,
Zukunft das Hirn und Herz
in ihrem schmelzenden Schmerz berührte.

Er schrieb K. gar nicht.
Die Frau schrieb ihm wahr, nicht von dieser Welt.
Klar gefällt das einem Mann,
er kann gar nicht anders, an nichts anderes denken.
Blaue Augen und braunes Haar
und starr vor staunender Erwartung,
wenn sie wunderbar ihren Blick auf ihn richtet.
Sie baute Luftschlösser
bloß durch eine Geste
und die war nicht einmal echt gewesen.
Nur eine Frage der Interpretation,
die schon durch die wage Vermutung einer möglichen,
wenn auch gottgehauchten,
Zukunft das Hirn und Herz
in ihrem schmelzenden Schmerz berührte.

Sie schrieb Karten,
ohne Inhalt,
zu feierlichen Anlässen
und „vielseitige“ Briefe von Hand mit roter Tinte.
Und immer das Versprechen, sie sähen sich wieder
und bestimmt,
aber dafür hatte es wohl wahr nie gereicht.
Wollte sie ihn schützen?
Als er in ihre Straße ziehen wollte, sollte sie ihm abraten.
So ernst hatte er sie zuvor noch nie gesehen.
»Wohnen? Kannst du doch nicht hier!«
Was das rechte Milieu mit jemandem wie ihm machen würde,
wusste sie genau,
als Frau, nicht wahr von dieser Welt.
Ihre Liebe schütze
sein „linkspunkpochendes“ Herz.

Und ist das alles auch schon lange her,
er erhielt noch eine Weile inhaltslose Karten,
in denen bloß ihre Initialen standen,
gibt es noch heute Momente,
in denen er ihr so sehr dankbar ist
und sich stolz und traurig fühlt,
einer solchen Liebe begegnet zu sein,
dass sein Wesen nun sucht nach wirklich Wichtigem im Leben.
Denn er hatte gesehen,
was möglich war
und er schüttelt gedanklich oft den Kopf über das,
was ihm als billiger Ersatz
tagtäglich geboten wird.
Aber er lächelt innerlich
und ist mitfühlend
und froh,
so gesegnet zu sein.

Beitrag vom 1 März, 2013 (13:20) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kopfsummen

1 Februar, 2013 (20:13) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

In facto schlafend verbrachte sie die Nacht.
Zwar war der Boden schon ein bisschen härter,
als es die Matratze im Bettchen gewesen wäre,
aber das war nicht das eigentliche
Problem des Erwachens.
Eine kleine Fliege umkreiste dreiste ihr Gesicht,
setzte sich auf ihren nackten Arm
und kribbelte langsam an diesem hoch
und runter.
Dann eine Punktlandung in ihr rechtes Ohr.
Jetzt verlor sie die Ruhe
und wurde munter.
Sie scheuchte das kleine Wesen weg
und legte sich seitlich hin.
Fliege ließ sich jedoch nicht beirren
und nervte weiter.
So schlug sie ihr vor,
mit der Hand hinter ihr her,
es sich sehr gut zu überlegen,
was sie da tat.
Nur noch eine kleine Weile wollte sie ruhen.
Sie sollte ihr Betragen um Himmels Willen
und in Gottes Namen unterlassen.
Aber Fliegen können nicht hören
und stören sich kein bisschen um ihres
oder des Himmels Willen
oder um Worte von der Sorte gut gemeint.
Als sie sich dann blitzartig umdrehte,
verschwand die kleine Fliege
für einen Moment in ihrem Ausschnitt.
Das Summen blieb stumm
und sie dachte, lachte und feixte innerlich,
sie ist nicht bloß dumm,
sondern auch nicht besonders hell,
he, he, schnell.
Sie zupfte mit zwei Fingern
an ihrem Negligé „Luxury Nights“ ;-)
und gab den kleinen Geist wieder frei.
Sei dem Geschöpf verziehen,
dachte sie sich
und ließ sie fliehen.

Beitrag vom 1 Februar, 2013 (20:13) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Tauschrausch

19 Dezember, 2008 (09:12) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Meine Finger haschen herrlich flink
und frech nach allem Albernem
und Sinn.
Kein schlechter Mensch, ich bin, weder verlegen, noch gehemmt.
Bei aller Leichtigkeit jedoch verbrennt viel Energie,
die andern orten fehlt, und strengt an.
Liege ich im Trend der Zeit?
In der das Leid des Einen die Freud des Andren ist?
In der man gerne mal Bescheid,
weiß aber,
dass man schnell wieder vergisst
und mit einem Zwinkern gern sein Gegenüber neckt
und sich heimlich drüber freut,
dass der nicht merkt,
was in ihm steckt?
Ich bin ein Dieb.
Von all meinen Talenten blieb mir nur noch dieses teuer.
Die mir abhandenkamen,
nahmen sich „gute“ Menschen an.
Das kann man sagen.
Fortwährend stehlen sich die Leute durchs Leben.
Geben und nehmen
dem Einen/Anderen etwas ab/weg.
Besonders nett,
wenn du etwas kriegst,
was du so gar nicht liebst.
Du staust es in dir an
und dann,
irgendwann,
gibst du es wieder ab.

Ich habe nicht gefunden, was ich finden wollte.
Sollte ich dem Mann,
was ich nicht brauchen kann, wiedergeben?
Es wäre keine große Sache,
mache ich es täglich doch.
Noch stehe ich ihm gegenüber,
meine Fühler tasten noch.
Hab ich genommen,
kann ich auch geben,
denn ist es simpel,
fast verlegen,
vor dem großen T kommt das big L eben.
Auch wenn es reibt und stört.

Was aber dann,
wenn ich dem Mann etwas entwendet hab,
dass ihm ein „Gutmensch“ gab?
Was in ihm lag,
schwer wie ein Stein!
Lass ich es dann nicht lieber sein?
Der Einfluss eines Jeden kann
gewaltig wirken
und Allen alles geben,
nehmen.
Manchmal reicht es, da zu sein.
Manchmal, zu verschwinden.
Manchmal ist es leicht,
ein andermal ein wahres Schinden.
Immer aber wird sich ein Stück bewegen.
Eine hausgemachte Wurst
von Leben mischt das Schicksal,
grobe oder fein.
Ein Gedanke: [Metzger müsst man sein.]

Ich bin kein schlechter Mensch.
Ich bin ein guter Dieb.
Und was ich krieg‘,
behalt ich lieb und trage es zu dir.
So ist nun mal mein Trieb,
dem deinen ähnlich.
Und allmählich
schmilzt die Grenze zwischen mir
und ihm
und dir
und dir.
Was ich riskiere,
riskieren wir.
Es wird gestohlen, geliebt und gelogen.
Hohle Phrasen zu Themen, die lähmen, mischen den Regenbogen zu Grau.
Nehmen das Leben all zu oft, gehofft auf später, nicht mehr so genau.
Bist du ein schlechter Mensch?
Nein!
Auch du bist nur ein Dieb,
den es wie jeden guten Menschen,
so wie mich,
durchs Leben trieb.

Beitrag vom 19 Dezember, 2008 (09:12) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kleinigkeiten

12 Dezember, 2008 (11:12) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ein neues Leben,
– – von mir entdeckt – –
wie viel Befriedigung im Ding
und ich ging vorsichtig heran,
in einer solchen Sache steckt.
Ganz nebenbei
und gänzlich frei von Unzulänglichem,
dessen Tenor ehe nicht verstanden wird,
weil keiner mehr
dem Kleinen mehr
Bedeutung schenkt,
weil all die Energie sich lenkt
auf Großes,
wunder,
bunter,
… aber gut, ich schweife ab.
Heut geht’s mir klüger.
Knurrt mir der Magen nicht,
so bin ich satt.
Statt mich zu mästen mit den Resten derer,
die mir eh nur auf die Pelle rücken wollen,
leg ich mich glatt hin
und bin zufrieden,
mit dem Blick auf ein Stück „Leben“.
Eben das,
was ich gerade hab entdeckt,
wie viel Befriedigung im Ding
und ich ging vorsichtig heran,
in einer solchen Sache steckt.

Beitrag vom 12 Dezember, 2008 (11:12) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Rotkohl

7 Dezember, 2008 (14:14) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Einmal
fiel ich auf
und der Länge nach hin, mit einer wunderbaren Wucht
und einer zauberhaften Flucht nach vorn,
als wär das eben, der Sturz und der Schmerz,
gar nicht geschehen.

(Wer hat’s gesehen? __ na?, wir verstehen!))

Erst wieder in der Bahn
bemerkte ich das Tropfen, rot, du liebe Not
und in Mengen, die wie, … Widerlich da waren.
Noch zwei Stationen musste ich fahren
und Haltung bewahren.
Es lief in die Tüte. Meine Güte, dick und dunkel,
nicht mehr weit bis nach Haus, reichte es,
um etwas zu gerinnen.
Zwei vor mir, noch weit entfernt,
musste ich unbedingt schaffen.
Sie wollten auch ins Haus mit den roten Streifen.

»Ach Scheck…«
»Ja! Ich bin auf- (geflogen) hingefallen.«
Sie drückten den Etagenknopf am Aufzug.
»Und« mein Mund war ganz trocken »meine Wohnungstür?«
»Ich geh’ mit raus«, sprach er. Sie blieb im Lift
und blockierte die Tür für die paar Sekunden.
»Danke«

Vorab im Bad, grob abgespült, hatt’ ich im Flur erst den Salat.
Aus der Tüte holte ich, was ich sonst niemals kaufte,
ein Glas Rotkohl, angeplatzt, aber noch ganz.
Kartoffeln im roten Glanz legte ich in die Spüle.
Und die Tüte vom Boden?
Hob ich auf und überall im Flur
verwischte roter Saft den Boden der Tatsachen.

Dann mochte ich nicht mehr leiden
und die heiklen Dinge für diesen Tag meiden.
Ein Glas mit rotem Wein ließ ich fein, verbunden,
in meinen wunden Körper rinnen.
Wohlig, ruhig und von Sinnen schlief ich ein.

Am nächsten Morgen, voller Sorgen, die Nachbarschaft,
nach den Spuren vom vorherigen Abend im Flur,
an der Tür und deren Rahmen,
stellten sie seltsame Fragen.
Was sollte ich sagen?

Letztlich wurde alles hygienisch weggewischt

Beitrag vom 7 Dezember, 2008 (14:14) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Im Stehen gehen

7 November, 2008 (10:32) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Mal so gesehen.
Obwohl wir alle uns bewegen,
ständig hibbelig, dynamisch, kribbelig uns überlegen was
und wie, wohin, woher
und sehr viel Energie verwenden die Vernunft auf Händen zu tragen,
bleiben manche Dinge stehen,
einfach so,
obwohl wir gehen.

Mit den Augen soll man sehen,
mit den Ohren hören
und mit dem Geist verstehen.
Dennoch tauchen Wesen mit unter,
die im Traum begriffen
wenig munter sind.
Sei es der Arme auf der Straße,
sei es das reiche Kind an Geld,
weil es schön beschäftigt ist
und den Eltern gut gefällt,
wenn Probleme nicht zu sehen,
im Lauf des Lebens
stille stehen.
Kann ja keiner beim Gehen sehen,
was liegen bleibt.
Man treibt so hin
und reibt sich
von Zeit zu Zeit an dem Leid fremder Seelen,
die sich vor all unseren Augen quälen,
nimmt diese aber nicht war
und schon gar nicht mit.
Wird uns klar,
was hinter alledem steckt?
Leckt sich der Hunger gedankenverloren die Finger.
Hauptsache, es schmeckt!
Vorausgesetzt,
man selbst ist satt und rennt nicht Magen knurrend durch die Stadt,
die keine Obhut hat,
für den es nicht glattging,
der immer schon am seidenen Faden hing
und anfing aufzugeben.
Da zu sein reicht eben nicht zum Leben,
wahr zu sein
ist das Bestreben aller Wesen.
Ganz egal ob diese treiben,
leiden
oder zum Leiden treiben.

Mal so gesehen.

Immer wenn wir im Gehen verweilen,
für kurz das Eilen lassen,
die krassen Gegensätze schmecken,
geschieht ein kleines Wunder,
werden die im Traum begriffen munter.
Wir stärken uns
und unser Sein mit dem Willen,
es zu wollen,
nicht mit lecker Schmeichelei.

Beitrag vom 7 November, 2008 (10:32) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Lausch (n)

24 Oktober, 2008 (15:10) | | schrieb im tage-bau: | 1 Kommentar

(Zugeknöpft, am späten Abend, mit der Straßenbahn gefahren.)
Schummriges Licht gibt zum Fahrscheinlösen
und Dösen auf einem Platz genug Sicht,
doch um in einem Buch zu lesen, ist es zu wenig,
reicht es nicht.))
Immer wieder quetschen die Finger
bunte Bilder unter den Lidern hervor,
zwingen die Schatten an den Rand der Bahn
und ich kann wieder sehen,
auf dem gelblichen Papier die Zeichen
kreuz und quer „Wortungen“ verstehen.
Hinter mir ein Pärchen,
diskutiert.
Ich lese nur noch wirr
und lasse Bilder fließen.
Meine Augen schließen
und meine Ohren
bohren sich durch allerlei Gewühl von Stimmen.
Gar nicht viel ist zu erkennen,
weder auf Papier noch von den beiden hinter mir.
Sie reden eben sehr leise.
Auf diese Weise wird die Sache aber noch interessanter.
Gespannter Voyeur belauscht ein Verhör,
lässt sich amüsiert unterhalten.
Schließlich ist es der Literatur nun mal Natur zuzuhören.
Geschichten werden, bevor sie geschrieben, erzählt.
Meistens ist es auch nicht verboten,
diesen zu lauschen
und manchmal bleiben sie hängen,
drängen und drücken,
bis sie geschrieben werden,
als Erben einer gelebten Zeit.
Nicht mehr gedruckt, sondern im digitalen Fluss,
befreit von schweren Lettern,
als ein Minus vor dem Plus unseres losen Seins.
»Wie ist das nun mit uns…?«
gute Frage, kann ich zwischen Gebrabbel verstehen.
Ob sie noch zusammen sind,
will er von ihr erfahren.
Und ich versuche mir vorzustellen,
wie die beiden wohl aussehen.
Kann mich ja nicht umdrehen
und Gott zum Gruß den beiden die Show stehlen.
Sie sind auch so schon „fispl“ genug.
Da kann ich wirklich nicht stören.
Hören. Gewalten zum Trotz.
Die Bahn hält
und hinter mir bewegt sich was.
Das kann es nicht gewesen sein, oder?
Wo es jetzt so spannend und der Liderfluss Zinnober wird.
Meine Augen öffnen sich,
schauen zur Seite.
Das hätte ich ja nicht gedacht.
Die beiden gehen Hand in Hand
und sehen gänzlich anders aus,
als ich sie malte.
Schade, denke ich mir,
fehlt die Antwort auf die Frage:
Was wird vorgefallen sein?

… und wie, warum, wieso, weshalb, woher …
sie oder er und was geht mich das an?

Beitrag vom 24 Oktober, 2008 (15:10) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Seelenschmelze

17 Oktober, 2008 (14:05) | | schrieb im tage-bau: | 1 Kommentar

Mit gefrorenen Tränen in den Augen,
kaum zu glauben,
schaue ich
zurück, hinaus, in wirres Treiben,
– in das Leiden Vieler, –
die fielen vor vielen Jahren
in unbarmherzige Einsamkeit.

Weicher Schnee umschließt mich.

Die Weite ist Weiß und die Kälte
beißt, brennt auf der Haut,
gemein und taut das Pack zu meinen Füßen,
auf dem ich treibe.
Heller und heiser,
bin ich dabei ganz still.

In meinem Lakeniglu ist es warm.
Du liegst in meinem,
ich lieg in deinem Arm.
Vergraben und vergessen,
in einem Nest aus Decken und wir stecken
dicht zusammen.
Mich umschließt der Duft deiner Haut und es ist mir,
als wäre es wahr, so vertraut und kein Laut
dringt nach außen,
denn draußen ist weit,
so weit ich weiß,
weit weg von mir,
von dir,
vom Jetzt und Hier.

Meine Hand gleitet sanft,
wie auf Seide,
von der einen hin zu der anderen und tief hinunter,
am Nabel vorbei und weidet,
leidet in deinem Schoß.
Bloß noch ein Stoß und der Boden unter mir bricht,
triebhafte Knospen, lüstern und listig,
erblicken das Licht.
Für einen kurzen Moment
verweile ich und schau auf die Pracht,
deiner, einer arktischen Nacht,
deren Auroren für mich tanzen.
In ihrem Schein
könnte dein Leibchen rein und aus Alabaster sein,
kein Unterschied zu Schnitzereien
aus fabelhaftem Elfenbein.

Ein leichtes Frösteln,
genauer ein Schauer, inmitten der Stille,
weicht eine Frage auf.
Sie verläuft in Blasspastell und schliert vom Himmel,
wie ein Regenbogen,
den man nachts natürlich nicht sehen kann.

… S nicht immer,
für immer und immer
so sein?

Beitrag vom 17 Oktober, 2008 (14:05) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Rodeo?

7 Oktober, 2008 (11:12) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Alles Ruht Friedlich Aus __ paff, plötzlich, paff, vorbei.
Deine Tür wird zum Schwingkörper,
eine Faust hämmert die Tonleiter.
Du kommst zu dir,
suchst im Dunkeln die Zeit,
bist beschäftigt damit,
deine Schuhe anzuziehen
und so schnell wie möglich zu ihr,
der Tür,
zu hasten.
Es vergehen merkwürdige Sekunden.

Ein Fremder steht in ihr,
der Tür, und spricht,
dass es seinem Kumpel dreckig gehe.
»Der zuckt ganz komisch«,
ratlos guckt er dich an.
Und dann?
Er fleht um Hilfe.
Weil er ihm nicht helfen kann und darauf hofft,
dass dir die rettende Idee,
gerade einem Traum entrissen,
kommt.

So halb und halb,
ein bisschen widerwillig, aber doch entschlossen,
fühlst du dich gefordert.
Wie vor wenigen Augenblicken,
während der merkwürdigen Sekunden,
als du noch nichts dergleichen ahntest.
Auch seinen Kumpel kennst du nicht,
fragst den Fremden,
der nun im Hintergrund geblieben,
nach dem Namen.
Was kannst du jetzt schon tun?
Mit ihm reden und ihn halten,
dass er sich nicht mehr verletzt,
weil er mit dem Kopf,
durch Krämpfe geschüttelt,
gegen Schränke und/oder gar Schlimmerem,
den Boden fetzt.

»O nein. Jetzt spuckt er Blut. Ich ruf nen Arzt!«
weil er sich gebissen hat,
schießt
glatt weg in dir hoch und statt
weiter auf ihm zu reiten
oder sich mit dem Fremden zu streiten,
stimmst du zu.

Der Arzt ist unterwegs und die Krämpfe lassen nach.
Er, der noch am Boden liegt, jetzt sitzt, sich stützt,
fragt »Was ist denn da passiert?«
weil Erbrochenes mit Blut vermischt am Boden liegt.
»Ein bisschen Wasser« will er haben.
»Habt ihr Was…, Er…?«
fragst du und schaust dich im Zimmer um.
Er, der Fremde,
und der am Boden sind stumm.
»Denn hol “Stilles” aus dem Bad.«
Hoho. Einen Flachs parat?

Nachdem du dich mühtest,
das Magenmüsli auf dem Boden
mit der „Heule“ aus der Küche aufzusaugen,
– kaum zu glauben –
kommt Hilfe, deren Anblick entschädigt.
Eine adrette, genervte, dennoch nette Ärztin,
zwei Sanitäter dabei.
Sie will ihm eine Spritze geben.
Lebenslang.
Du bist derweil am Schrubben.
Mit einem alten Handtuch, huch,
reibst du das Rot auf dem Boden breit.
Zusammen
mit dem Mageninhalt schwimmt die Brühe in einem lila Eimer.
Doch er,
der eben noch am Boden zerstört,
hört nicht hin und lehnt ab.
Zur Beobachtung solle er mit ihnen kommen.
Du findest die Idee ganz toll,
der Fremde auch.
Doch er,
der eben noch am Boden zerstört,
hört wieder nicht hin und lehnt wieder ab.
Satt.

Ist sie, die schöne, nicht helfen dürfende Ärztin,
packt ihre spitze Spritze weg und ihre beide Sanis ein,
murmelt ein »Fein«und geht auf den Umstand ein,
dass weitere Anfälle
sehr wahrscheinlich und möglich sind.
Dann fällt dein Blick auf dein Kissen
und du möchtest wissen
– Nein –
was dahinter steckt.

Beitrag vom 7 Oktober, 2008 (11:12) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Oneirologie

29 September, 2008 (13:13) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Es zu eruieren,
war das Ziel und einem Arkanum zu trotzen,
verlangt viel, denn der Drang,
es zu verstehen,
ist ein Teil von jenem Spiel.

»Ich komme ganz dicht ran diesmal. Woll’n wir wetten, dass…?«
»Schaffst du nie. Gib’s zu, selbst wenn du es versuchen würdest, du wüsstest niemals wie!«

Ein fester Händedruck
und einmal Faust über Faust unter besiegelte die Wette,
die es besser nie gegeben hätte.
Rette dich über den Tag und frag nicht nach Sonnenschein in finsterer Nacht.
Den Mond sollst du ehren. Kaltes Licht nicht unter die Bettdecke lassen.
Lieben sollst du auf Erden, den Himmel nicht hassen.

Alles dunkel. Das Haus, von der Laterne angefeuchtet,
die Wandfassade weiß gestrichen, das Dach vom Niesel angeleuchtet, sah friedlich aus.
Gewichen war die Furcht.
Ich dachte, mir war so, als machte es Spaß im Busch zu hocken
und die im Haus, zu locken.
Näher ging ich ran, noch näher, ohne dass mich wer entdeckte.
Ein bisschen mulmig das Gefühl,
dass ich in mir so gut versteckte.

»Tja. Sieht verloren aus.« eine der Schönen führte die Hand.
An der Wand, als wäre sie dem Traum entrückt,
hing eine Scheibe.
Massiv aus Holz und stolz bemalt mit Zyklen, Bahnen, Kreisen.
Welch Weisem ist denn da das Universum eingefallen?

Schallen, in Raum und Zeit, wie das Hallen in einer großen Kirche.
Sah ja komisch aus und passte so gar nicht in den Traum,
den ich zu träumen glaubte.
Dem ich durch feigen Rückzug, ohne es bewusst zu zwecken,
Gott sei meiner Seele gnädig, seine Märchenmacht raubte.

Sanft führte sie die Hand der Schönen.
Meine Augen mussten sich an Dunkelheit und Licht gewöhnen.
Stöhnen?
Ich musste näher an das Haus heran.
Im Schutz der Hecke bog ich behutsam um
– eine Ecke.
Jetzt konnte ich prima sehen und erkennen, was ich sah,
aber nicht begreifen und verstehen.
Merkur, Venus, Erde, Mars …
und anstelle des Zentralgestirns ein Leuchten aus gütiger Hand.
Mir lief ein Schauer durch mein Mark
– fühlte mich schwach, nicht stark.

Mit einem Mahl durchbohrt,
war jene Hand nun angeschlagen.
Konnte sich nicht rühren, mehr, ich mich wagen, überwinden, hinzusehen?
Würde die Schöne schreien, wimmern oder gar um Gnade flehen?
Totbesprenkelt war das Antlitz jener nun.
Mich berührte das!
Tja. Verloren hatte sie. Ganz klar. Nur was?;

Den Mut, Die Lust, Den Spaß?

Ich wollte nicht fragen und auch nicht wagen, nach oben zu schauen,
jetzt, da ich unter ihnen, tat mich aber dennoch trauen, zu schauen,
nicht zu fragen, grauenvoll umgarnt.
Unbemerkt von ihnen,
denn ich war durch meine Angst sehr gut getarnt.
Dann tropfte jäh ein roter Duft auf mich nieder,
streckte mir wider meinen Willen alle Glieder.
Müde sank ich augenblicklich weg
und viele Jahre, in einem neuen Leben, später,
wurde ich wach in einem Bett aus Flieder.

Beitrag vom 29 September, 2008 (13:13) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Grenzgänger

11 September, 2008 (09:11) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Endlich.
Ich litt nicht mehr.
Als die Nadel aus meiner Vene glitt,
war ich von angestrengter Wehr befreit und Ruhe kehrte
[…] ein Schwesterlein nahm in den Arm und sprach die liebsten Worte,
die ich je gehört.
Noch heute wird mir kalt und heiß, beim Anblick solcher Instrumente,
die mit stumpfen Nadeln einen dumpfen Ton in mir zum Klingen bringen.
Doch die Nacht war herrlich.
Still.
Mit angewinkelten Armen, beide Beugen massakriert,
lag ich in einem Stahlgitterbett, froh,
die Tortur überstanden zu haben.
Selten schlief ich so friedlich,
so schnell und so tief.

Heilschlaf.
Ein synthetisierter Raum,
kaum ganz und zartbesaitet, bietet Platz für einen Traum,
dessen Konsistenz in vielen Farben ad infinitum brilliert.

(Stoppsignal __ auf Rot gestellt __ Notausgang in Grün gefällt)

Die Zeit gefriert im Feenrausch,
tauscht Anfang/Ende
einfach aus.
Je nach dem Verletzungsgrad und Art
wird er beschrieben:
Als «Künstliches Koma» oder «Langes Liegen».

(Gedanken fliegen, frei. Wir sterben oder siegen, als wäre nichts dabei)

Beitrag vom 11 September, 2008 (09:11) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Gute Nacht

5 September, 2008 (09:19) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Schlafentzug ist Traumbetrug und tut mir gut!;

Wenn ich mal wieder vollgestopft,
mit Allerlei,
sei es von guter Intention oder von der Art her Hohn.

Den Rat bekam ich mal vor Jahren,
als ich keinen Sinn mehr sah
und eine Flut dämonischer Gewalte in mir trieb und widerhallte.
Es hagelte faustspitz geladen,
auf mich nieder.
immer immer, immer wieder. Immer müde Glieder.

Um diesen Kreis zu quadrieren,
musste ich die Nacht riskieren, wach zu bleiben.
Nur,
so der Doktor,
sei es möglich, sich zu scheiden.

Also tat ich,
statt zu leiden,
Kaffee brühen, der mich bei dem Mühen stützte, nicht zu ruhen.
Animierte mich zu schreiben
oder sonst etwas zu tun.
Eine ganze Nacht durchwacht macht klar im Kopf,
die Augen schwer und sehr,
sehr mehr noch objektiv.

Der Blick am Morgen sah gerade,
deutlich klar was alles schief.
Seit dem Tage mag ich glauben,
es ist gut sich Schlaf zu rauben,
wenn derselbe einen quält
und die Stunden bis zum Morgen
voller Sorgenfalten zählt.

Wohingegen eine Nacht,
kreativ durchdacht vollbracht,
zwischen Traum
und Wahrheit wählt
und das Seelenleben stählt.

Beitrag vom 5 September, 2008 (09:19) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Guten Morgen

28 August, 2008 (08:38) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ich drücke sie …weg.
Stecke ein und nehme hin …weil ich ohnmächtig bin.
Unbeteiligt …abseitsstehend, flehend …es sah noch nie so düster aus.
Ich drücke sie weg …die Tränen der Verzweiflung, die Wut der Ohnmacht,
die trüben Gedanken am Tag und in der Nacht.
Und überhaupt …kann ich gar nichts tun.

Ich koche, innerlich ausgebrannt, mir eine Tasse Tee.
Ich sehe die Zukunft nicht schwarz. Nee, freue mich über den ersten Schluck
und geh noch einmal in Gedanken, in die Küche, hole mir ein Stückchen Zucker, zurück.
Hieß es nicht mal: »Mit Zucker lacht das Leben?«
Werbung lügt: eben
Ihr geht es nicht gut …das tut mir weh und macht mir Angst.
Dagegen kannst du gar nichts machen …wenn in der Stille grässlich,
hässlich Drachen lachen, statt lustig am Himmel zu schweben, ist es eben schwer
…sie nicht zu hören und zu leben.

Will es verdrängen.
Mich zwängen diese Dinge ein …bin viel zu klein, um sie zu heben.
Sie lähmen mich und geben mir die Schuld daran, dass ich ihr viel zu wenig helfen kann.
Weiß selbst nicht wie.
Zuhören und Dasein?
Reicht das aus?
Es muss!

Nun aber Schluss …ich lege mich nieder, begebe mich wieder zu Bett.
Ich schließe meine müden Augen …drücke beide Lider nieder, fest.
Und alle Sorgen bis morgen …weg.

Beitrag vom 28 August, 2008 (08:38) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Pantoffelheld

20 August, 2008 (12:01) | | lesung karlsruhe, schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Bitte Schuhe.
Ich bin wieder da. Und ich muss sagen:
naja,

so langsam schmerzen meine Hacken
weniger als noch zuvor,
oder sind meine Füße nur taub und stumm,
krum und dumm, geworden?

Ja, die Neuen sind schon toll.
Sehen gut aus und passen.
Fast.
Zumindest der Eine.
Mein anderer Fuß scheint ein bisschen was kleiner zu sein.
Zumindest hat es das Gefühl, den Schein.
Ansonsten kann es nur noch,
dass bei jedem Paar, das ich mir auserkoren,
immer einer größer als der andere ist.
Wie stehen die Chancen?
Dachte ich mir:
schöner Mist!

Die Kappen um die Hacken sind unnachgiebig,
sodass mir heute Morgen
beliebig viele Bahnen vor der Nase hätten fahren können.
Mehr als der Versuch eines schnelleren Schritts,
festeren Tritts, au je o weh, währe wohl nur gewesen,
ein aussichtsloses Unterfangen.
Doch was für ein Glück,
mir fuhr nur eine fort.
Und ich stand an jenem Ort,
an dem es kein Dach gab,
im Regen satt und statt einen Schirm
hielt ich mich wacker in meinen Galoschen.
Lauf noch ein Weilchen weiter weg,
durch die Pfützen
und durch den Dreck!

Aber vorhin lief es sich gut.
Okay,
nicht gut, aber besser.
Was will ich mehr?
Neue Schuhe sind nun mal nicht fair.
Und tät ich mir dies Graus gefallen lassen,
würden mir auf dieser Welt
wohl niemals wieder welche passen.

Beitrag vom 20 August, 2008 (12:01) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: lesung karlsruhe, schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Der Klops vom Montag

17 Dezember, 2007 (22:30) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Warme, weiche Hände,
liebevoll geformt, behände, als stünde ein Rekord zu brechen an,
begann in Windeseile, sich ein Leib zu modellieren.
Viele weitere folgten ihm und irgendwann war wenig Platz im Gral.
Von oben tat es drängelnd drücken,
traten Einige einigen in den Rücken, stemmten sich andere Andren auf die Schultern
und manche gingen gar über Kopf.
Ein armer Tropf war das, der da der Erste war.
Ganz klar war er nun platt, der Hunger satt. Wer war hier nur zum essen da?

Ein Bett aus heißem Fett brachte die ersehnte Farbe.
Es knisterte und spritzte.
Jeder, neben ihm der Helle, hinter ihm der Schnelle, jeder schwitzte
und die Stimmung war gelassen.
Nörgelei und Einheitsbrei ließ er nicht zu, ja, tat er hassen.
Für ein Gusto a la Carte, sollte man von solchen Dingen lassen.
Sonst misslingt der Braten, brennt womöglich an und stinkt.
Wenn erst Gerüche dieser Art in Feine Nasen dringen,
wird dem besten Koch und Köchin
Wohlgenuss nicht mehr gelingen und er kann,
sie kann es auch,
das gute Fleisch zur Tonne bringen.

Wach, doch aber ach, noch nicht ganz ausgeschlafen,
purzelten Allemann, haste was kannste, sein Nachbar voran, in die Schale.
Weiter unten war das ganz schön eng.
Auf wundersame Weise überholte er im Flug genug von seinesgleichen
und es mussten einige dem Einen weichen, nämlich ihm,
der nun zu aller unterst lag.
Auf ihm die Last von vielen Kilo Mett, die ihm die Sicht nach draußen stahlen,
fand er nicht besonders nett und wurde bockig.
»Ich mag mich nicht bewegen.«
Psss. Puh. Zsss.
»Ich mag mich nicht verkaufen und kauen, verdauen lassen!«
dachte er und wer die alle waren, sich so aufzuspielen?
Die Vielen, die alle über ihm plagen.

Die Kunden kamen und namenlos einen nach dem anderen mit fort.
Sie mundeten dem Einen gleich, dem Anderen später,
hier oder anderenorts.
Nur einer, der blieb liegen. Obgleich er der Erste war.
Liebevollen Händen verdankte er sein Leib
und frischer Hitze, sein Krustenkleid.
So lag er denn, wenn er noch blieb,
in dem Gefäß für ein paar Stunden.
War’s ihm gar nicht mehr so lieb,
allein zu liegen, dachte er und wer die alle waren, sich so aufzuspielen?
Die Vielen, die nun alle fort, verletzten ihn.
Obgleich sie allesamt nur je ein Klumpen Fleisch
und damit alle gleich waren,
würde er vergessen werden.

Am nächsten Tag
lag immer noch der kleine Kerl in seiner Schale.
Das Fatale am Finale?
Dieselben »lieben« Hände,
die ihm einst das Leben formten,
schmissen ihn,
den Klops vom Montag,
nun,
da Dienstag,
weg!

Beitrag vom 17 Dezember, 2007 (22:30) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Wassermarsch

12 Dezember, 2007 (19:12) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ein Mann läuft durch den Regen,
wirres Regen all im All, wird selbst nicht nass und hat Spaß daran,
durch die Pfützen zu patschen und um sich herum,
die dumm blickende Menge
ganz nass, sodass …
Quietschen
und
Quieken
und wie die da Kieken, Staunen und Stöhnen.
»Bei so schönem Wetter sollten sie lachen und nicht eine so ernste Mine machen.«
denkt sich der Mann und kann nicht finden, was ihm verloren ging.
Sein Gesicht spielt Clownerie,
doch glücklich ist sein Jauchzen nie.
Er fühlt etwas Verflossenes, weiß jedoch nicht was!
(Hat es zu bedeuten?) Was ist nur mit ihm und was ist mit den Leuten,
die so ernst an ihm vorüberziehen?
Nur kurz oder gar nicht treffen sich seine mit ihren Blicken.
Als fürchte man, sich zu verstricken, würde man zu lang und dann?
Hör auf. Fang an zu spinnen!

Mit all über All deinen Sinnen können sich Blicke treffen,
wenn einer von beiden nicht blickt?
Und kann jemand Post bekommen,
wenn niemand diese verschickt?
Ist es möglich zu meinen, ohne dass jemand spricht oder nickt?
Ist das alles so verrückt
oder nur für den Mann im Regenrecht verzwickt?
Verflixt verstrickt
und immer fester ziehen sich die Schlingen,
die ihm fast die Ohnmacht bringen,
während er von Sinnen zu spinnen beginnt:

Was wäre denn,
wenn diese da oder er dort, der kleine Junge da, das Mädel mit dem Handy dort,
irgendjemand stehen bliebe, ihm zulächeln würde?
Einfach nur so. Von den Augen her, mit dem Mund ein wenig mehr.
Ohne viel zu denken, ohne große Mühe, einfach Freude schenken.
Wäre das so schwer verlangt,
zu klären, woran der Mensch erkrankt,
wenn er müde und schlapp den Tag erträgt, verlegen lebt, verlebt?

Ich denke, er würde nass werden und er hätte Spaß daran,
sich in den Pfützen zu aalen.
Statt aus ihnen zu spritzen,
würde er zufrieden in ihnen sitzen und die Antwort auf die Frage,
was ihm fehle, kennen.
Er würde weiter durch den Regen rennen,
der von oben nach unten fällt.
Und hätte seinen Platz gefunden.
Ein Held, dem es gefällt,
einer weinenden Welt die Tränen zu trocknen.

Wir sind das Produkt umgebender Faktoren und ohne unberechenbar,
hoffnungslos verloren.
Ein jeder von uns ist der Faktor »X/Y« oder nett für jemanden.
Wer also bestimmt, welchen Weg der Mann,
mit all über All seinen Sinnen,
durch die Pfützen patschend, nimmt, aus denen er spritzt?
Kennst du den Kerl,
die Schnalle,
ihn, sie, alle, der, die glotzt, glotzen
und vor einem Spiegel oder einem Bildschirm sitzt,
sitzen oder stehen und mit ernster Mine
durch den Regenellenbogen geht,
gehen?

Möchte weinen: ja!

 

Beitrag vom 12 Dezember, 2007 (19:12) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Dunkelweiß

6 Dezember, 2007 (18:42) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Täglich, kläglich. Tagtäglich, Klang kläglich.
Gebete erhören, beteuern, beschwören.
Viele? Male, zu viele Mahle.
Du bist längst,/denkst,/du bist schon satt!
Es ist herrlich, ehrlich nicht zu ergründen.
Und eben einer Menge Sünder,/Sünden wegen,
wird ebenso häufig all denen,/jenen vergeben.

Doch wer hat je für ihn,
dem Ersten seiner Art, gesprochen?,/ wer den bösen Bann,/
mit dem das Heil begann zu brechen, gebrochen?
Wer war ihm ein Freund, der nie einen besaß?
,/der immer schon vom großen Kuchen nur die Krümel aß?
Wie lange fühlst du schon,
wie er,
der Höllenherr und Meister aller bösen Geister ist?
Wann verlor der Glaube,/du ihn,/dich?
Macht,
die nach den Sternen greift,
an.
Und einer dieser Stars bist du.
Zu sehr abgelenkt,
als dass du sie erkennen könntest,
willst zu ihm übertreten.
In dunklen Gewändern, mit bleicher Stirn,
zu deinem Herren,/nicht Schöpfer,/und Gebieter beten.
Ein Bitten und Betteln.
Nach Schmerzen lechzend, um die Seele zu betäuben.
Willst du die Säulen, auf die sich Gott,
den es für dich nie gab,
stürzen.
Wird mehr, in dem du schwimmst, zum Wahn.
Doch eins bedenke:
wem, wenn es das Gute nicht gäbe, das Böse nützt?
Und ist dein Zorn nicht nur geboren,
weil du dich verloren fühlst?

Zu nächtlicher Stunde
,/allein,/treffen sich gesunde junge Menschen
auf einem Friedhof und halten Messen ab.
Statt brav in einem Bett zu liegen,
frieren sie
in dünnen Hemden und halten einander an den Händen,
Höllischem, fest.
Was lebt, kann nicht lebendig sterben.
Denn von Toten, die ihr nicht seid,
kann man nicht erben.
Alles Hinterlassene,
verblassende Spuren und Uhren, die stehen.
Zeit verlor vor Langem an Bedeutung
und wird sie weiter verloren geben,
solange die Uhren nicht gehen.
Nur wir,
die wir leben,
verlieren mehr, als ihr uns jemals geben könnt!

Schwarze Messen, besessen vom Tod.
Nicht, weil er so viel besser,
sondern geboren aus der Not heraus.
Weil niemand von den Lebenden dir seine Hilfe bot
und Gott zu sehr beschäftigt war,
gab es nur diesen Weg für dich.
Was ich jetzt gut verstehen kann.
Wie hässlich wird die Wirklichkeit,
lässt man
entmenschte Triebe an sich ran.
Dann stirbt die Illusion und keine Macht der Welt,
versteht es noch zu rufen.
Sie pflanzt sich fort
und bringt dich fort an einen Ort der Finsternis.
Ein Riss entsteht,
ein Leben geht und dreht das Rad herum.
Die Uhren stehen immer noch
und zeigen nicht die Zeit.
Tränen der Vergangenheit bezeugen stilles Leid.
Täglich, kläglich. Tagtäglich, Klang kläglich.
Gebete erhören, beteuern, beschwören.

Beitrag vom 6 Dezember, 2007 (18:42) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Novembernacht

30 November, 2007 (18:48) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Eine Nacht im November,
kalt und diesig.
Wir gingen am Ufer des Flusses entlang.
Wir wärmten einander
und fanden diese kalte, diesig verhangene Novembernacht schrecklich.
Schrecklich schön.
Die Ruhe war zum Greifen und spürbar nah.
Es war düster und das Wasser bewegte sich gespenstisch,
reflektierte hier und da etwas Licht.
Nicht vom Mond,
es gab nämlich keinen, glaub ich zu wissen.
Jedoch,
ich habe schon früher Fehler gemacht.
Im Erinnern
bin ich manchmal schwach.
Und will man dem Kalender glauben,
dann stand der Himmel voll von Mond.
Obwohl ich schwören könnte,
bei allem was mir lieb und teuer,
dass es in jener Nacht nichts gab, was Luna war.

Manchmal.
Ich
– das Knacken und Knistern unter meinen Füßen –
spüre noch immer die ängstliche Erwartung,
starr vor Schreck,
bevor das Eis brach.
Wir standen dicht zusammen.
Dein Anorak
so schick und dick, mit einer Kordel hübsch verschnürt,
so eng beieinander,
jeweils vom Anderen berührt.
Wie war uns beiden warm,
so innig Arm in Arm,
in dieser kalten Novembernacht,
die noch viel kälter werden sollte,
da die Wellen nicht mehr trugen
und das Eis am Rande des Flusses brach.
Und ach,
was dachte ich darüber nach,
wie es dazu kam,
dass wir vom echten Weg gekommen
und einen solchen Kurs genommen hatten.
Konnte jedoch bei bestem Willen nicht erklären,
wie es zu diesem schweren Irrtum kam.
Erst war es nur ein Schreck gewesen.
Unter uns der Boden weg.
Das Wasser stach nicht gleich gemein,
es ließ uns erst einmal herein
und untertauchen.
Mehr verletzte mich das Eis,
welches scharfe Kanten hatte und tiefe Furchen riss.
Gott Glück bliebst du in einer Rinne stecken
und hieltst uns beide fest.
Durch heftiges Strampeln wurde die Situation auch nicht besser,
aber besser noch,
als sich dem ergeben.
Denn stillzuhalten,
wäre dem Leben entgegen gewesen.
Und wer weiß das schon.
Vielleicht war eine der wirren Bewegungen die, die uns rettete?
Ähnlich einem Tick,
der unbewusst doch kontrolliert Patienten schüttelt,
ohne sie ernsthaft zu verletzen.
Wie schnell ein Mensch im kalten Wasser auskühlt,
ging mir durch den Kopf.
Wie es die Wärme ins Innere zieht,
aus den Füßen,
aus den Händen heraus,
nur noch Kopf und Brust sind warm,
bis hin das Herz immer langsamer schlägt
und sich schon bald darauf zur Ruhe legt.
Aber in Wirklichkeit,
so fand ich das,
hatten wir genügend Zeit.
Mit Leichtigkeit
entkamen wir und was mir noch zu sagen bleibt.
Herr, ich danke dir.

Beitrag vom 30 November, 2007 (18:48) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Zwiebelfleisch

23 November, 2007 (19:39) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Manchmal spielt das Leben einem gleich der Kulinarisch-Fantasia.
Du stehst in der Küche.
In der Küche am Herd,
vor dem Herd.
In der Hand eine Pfanne,
in der Pfanne ein Steak.
Auf dem Herd.
Die Pfanne,
die Pfanne mit dem Steak.
Es brät.
Außen mit dunkler Kruste, innen so
Jo-Jo
blutig und roh.
In der Hand,
in der eben noch die Pfanne ihren Halt fand,
hältst du jetzt ein Messer,
ein stumpfes Messer.
Viel besser wäre ein scharfes Schwert.
Viel wert.
Doch es zu schärfen, fand sich kein Reim.
Welch Hohn.
In deinem Kopf klopft schon und wieder dumpf ein Ton.
Die strunkfeste Schale fällt.
Die fahle, stechend stinkende Haut bellt/pellt sich ab
und raubt dir den Atem,
treibt dir das Salz aus den Augen.
Musst!,
was du siehst, schon glauben.
Du bist verwaschenes Blau in einem tristen Küchengrau,
mit einer Sonne aus milchigem Neonlicht,
die genau genommen nicht einmal aus Neon sticht.
Wird allzu hell sauer.
So kalt ist dir.
So fühlst du dich.
Und auf dem Herd.
Auf dem Herd in der Pfanne.
Volle Panne/Kanne.
Die Schwarte schwitzt, während du, auf deinem Küchenstuhl,
cool,
denn dir ist immer noch kalt,
auf den Würfelwurf wartest.
Damit die Hitze das Brennen löscht.
»Ich 3x 6 und 19 er.«
Lösung zischt! Dunst steigt auf.
Es riecht, Geruch im Raum,
wie süße Schärfe, die süße Schärfe.
Den Brodem nimmst du gern in Kauf und kurz darauf
liegt vor dir nieder ein Medium mit herzhaft rosa Teint im Schnitt.
Diesen mit Geschick vollführt,
was besser mit einem stumpfen Messer nicht geht,
tritt Nässe auf den warmen Teller.
Dein Puls erhöht sich und dein Herz holpert schneller.
All die Tränen ungeheuer,
gezähmte wilde Wurzel,
teuer.
Verlangen in dir gärt.
Der erste Bissen isst was wert.
Füllt den Mund und schmeckt und schmeckt.
Steckt eben Liebe drin.
Und immun spürst du dich wärmer,
voller Glut und einfach gut.
Die Flut ebbt ab und jeder Schluck in dir pulsiert.
Dir friert nicht mehr.
So ist das ‘L’eben.
Außen kross und innen roh.
So sehr verletzlich schön.
Und sieben Häute zart vom Feinsten,
bringen dich zum Weinen ohne Not.
Mit Salz und Butter.
Ein klitzekleiner Tod.
Und mit den Tränen kochst du Soßenfond.

Beitrag vom 23 November, 2007 (19:39) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Futur I, ALLE1.Wahl

17 November, 2007 (10:10) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Käffchen und Tabletten (wenn wir die nicht hätten)
Was würde uns, wann wie retten?
Über den Tag?
Sag, wer.
(wenn die Kassen, wenn die Tassen leer)

Beitrag vom 17 November, 2007 (10:10) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geh´nie tief, II. Fall

11 November, 2007 (11:11) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ich mag die Ruhe im Flur.
Nur die Treppe runter.
Hin. Vom munteren, zum unteren Grund meines Lesens.
Hasch die Decke vom Deckel, weck´ (mich nur nicht auf)
Ich steck´ keck – alles rein.
Alles, was mein Sein nicht rein erscheinen lässt.
Der Rest? Wird unter den Depp ich gekehrt.
Wird er zu laut / wird sie geleert.
Truhe in Frieden und dir!

Beitrag vom 11 November, 2007 (11:11) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Nicorette

1 November, 2007 (18:00) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ein Glück war es wohl, als es passierte,
als ich am Abend, nach langer Pause,
wieder einmal danach gierte,
zu genießen
eine Light,
vorzugsweise Lucky Strike.
Aus dem Automaten, gleich vorm Haus,
so dachte ich,
hol ich sie raus.
Doch schon beim Zahlen war mir klar,
wie unvernünftig es doch war und später gut,
dass mich ein kluges Wesen hörte,
handelte und so geschehen
den Tabakautomaten störte.

So sah ich das!
Nachdem ich fluchte und mit Schütteln, Rütteln, Schlagen,
alle Knöpfe drückend suchte,
meine Lights doch noch zu kriegen,
weil es doch so unfair schien,
dass ich mit nichts in meiner Hand hier draußen stand,
während im Bauch dieser Maschine
goldene Euronen grienten.
Gut, dann wollt ich keine haben,
tat jedoch noch viele Wörter,
die ich hier nicht schreiben werde,
sagen und ging mit einer Wut im Magen Heim.

Ausgeruht, am nächsten Morgen,
längst vergessen
meiner Sorgen, sah ich unten einen Mann,
der den „linken“ Kippenkasten ganz fantastisch öffnen konnte.
Also eilig, schnellstens runter,
war ja eh schon auf dem Wege.
Grüßte diesen Kerl ganz munter,
weil ich Freundlichkeiten pflege.
Tat erzählen, was geschah:
wie ich am Abend da, wo er jetzt stand,
nicht wie erwartet meine Kippen fand,
obwohl ich artig Euro um Euro in den Kasten knallte
und was er, der Kippenmann, wohl von diesem Vorgang halte?

Ohne drüber nachzudenken,
hätte er’s mir schenken können, wenn ich ihn belogen
und den Konzern betrogen hätte.
Denn er gab mir ohne Murren meine Taler gleich zurück.
So gesehen war’s ein Zeichen,
denn es gab die Möglichkeit,
mir ‘ne Schachtel zu kredenzen.
Pech für Luckies
und mein Glück.
Nah war ich am Fallen,
allen Warnungen zum Trotz.
Diesem Zufall
will ich danken.
Mich in Schranken einzuweisen,
dass ich weiter ohne blieb,
war gut geschehen.
Auch wenn Genuss entgangen,
die bangen Zweifel blieben,
wie auch die Zigarette, aus.

Vergnügt
und voller Lust ging ich des Wegs entlang,
weil ich lachte/dachte, Leute!
Heute? Heute fang’ ich’s Rauchen ganz bestimmt nicht wieder an!
Mittlerweile gibt es den Automaten nicht mehr
und die Geschichte,
wie ich sie beschrieb,
ist schon etwas länger her.
Wer weiß,
vielleicht geschah es wie geschehen
noch einmal und mal und mal?
Und schließlich,
irgendwann,
war der Kasten leer,
die Kasse auch und der Gewinn in Rauch aufgegangen.
Ein einzelner Kippenautomat,
der sich wehrt,
ist echt was wert.
Gar nicht verkehrt für labile Gemüter,
wie wir das nun mal sind,
ist jede Hilfe herzlich,
damit das kleine Teufelchen nicht wieder zu paffen beginnt.

Beitrag vom 1 November, 2007 (18:00) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Hochstapler

25 Oktober, 2007 (17:30) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Holz, welch Quell der Wärme,
aus dem der Wald zu großem Teil besteht
und ohne das auf Erden Leben nicht,
wie wir es kennen,
geht,
ist schwer zu tragen.

An 3 aufeinanderfolgenden Tagen
gab es vom Morgen bis hin zum Abend Folgendes zu tun:
An drei aufeinanderfolgenden Holzhaufen ließ sich während dieser Zeit nicht ruhen.
Wie es oft schon eintrat.
Denn beruhigend waren die mächtigen Viertelstämme,
über Mannshöhe hochgeschichtet,
wohl anzusehen.
Sie vermittelten Frieden und Eintracht.
Ähnlich einem Waffenstillstand,
nachdem sie Kettensägen unterlegen waren
und von kräftigen Händen aus dem Wald hier hergebracht wurden,
würden sie nun,
wie zum Trotz und stillem Protest,
für alle Zeit auf diesem Platz hier liegen und sich nicht mehr,
nie mehr rühren.

Diese Absicht kam mir in den Sinn,
vermochte ich zu spüren, felsähnlich, an dem sich Wellen voll Gewalt entladen
und sich letztlich dennoch fügen.
Diese Drei galt es zu zwingen,
klein zu hacken und in den Schuppen zu bringen,
und zwar binnen drei Tagen.

Pausenlos, bloß dadurch unterbrochen,
dass sie für Sekundenteile einer Weile im dicken „Buch /-enstamm“ stecken blieb,
lief die Säge, kreisrund und ganze drei Mal wurde das Sägeblatt gewechselt.
Es fielen Millionen mal Millionen Späne an
und der Wind blies die kleinen Krieger wie Kamikazeflieger
uns unaufhaltsam in die Augen, sodass wir weinten.
Bald meinten wir,
die Idee von der Schutzbrille wäre doch ganz gut gewesen.

Stänker nich’ sonst schlenkre ich,
fast war sie am Kippen.
Mit einem Ruck durch die Senke,
ausgerechnet ging es bergauf,
karrte ich Karre um Karre hinauf.
Ich fasste Scheit um Scheit,
die scheinbar immer größer und schwerer gerieten,
an,
um sie dann in den Schuppen zu schmeißen.
Ich musste sie hoch stapeln,
damit sie Platz fanden.
Einige gingen verloren, sie musste ich später aufsammeln.
Im Geiste kreiste immerfort dieses Lied,
welches wir im Sommer zuvor immer bei geselliger Runde johlten.

»Lebt denn der alte Holzmichl noch,
Holzmichl noch,
Holzmichl noch?«

Und bei jeder Karre,
die die Schwelle zum Schuppen nahm,
kam wie
aus tiefster Erlösung die Antwort.

»Ja,
er lebt noch,
er lebt noch,
stirbt nicht.«

Beitrag vom 25 Oktober, 2007 (17:30) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Pflanzlich

20 Oktober, 2007 (10:07) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Gedanken blühen, knospen und ranken.
Zu Hause oder im Büro, im Fenster oder anderswo.
Im Topf, im Kübel, auf Balkon.
Pflanzlich gelitten, gelebt und gelacht:
Schon wieder sperrt die Jalousie das Sonnenlicht.
Ja „kriecht“ er’s nicht „gegossen“ oder „Was?(sehr)“,
der Ballen trocknet aus.
Die Spitzen werden braun.
Warum will er das Licht nicht haben?
Nach Tagen Durst, ertrinken.
Viel zu viel Mal wieder und alles läuft über oder unten raus.
Tja, nun wird er wieder fluchen.
Hebt uns hoch und stellt uns runter,
wird nun wischen und unverständliche Worte zischen.
Bis wir wieder stehen,
an unserem Platz,
das Fenster und den Sonnenschein,
mit feuchten Füßen,
sehen.
Ein schöner Satz!

Und was die Kosten sprengt, hängt am Rattenschwanz:
Denn in der Stadt
hat weiches Wasser einen raren Warenwert.
Wäre der Regen nicht schmutzig,
durch Autoabgase und Industrie,
die Sache wäre gar nicht so schlimm.
Immer noch nicht einfach,
aber immerhin.
Es ist zu viel Kalk in der Versorgung drin.
Auf diese Weise werden Wesen, wie wir es sind nicht alt.
Doch er,
sehr engagiert,
bekommt Quellwasser einmal die Woche,
je 10 Liter per Kanister, aus dem Naturschutzpark.
Stark.
„Regenmäßiges“ Sprühen und natürliches Düngen
lässt uns trotz des Mangels an Sonne blühen.
Und wenn er nicht daheim,
dann lässt er uns zuliebe,
auch wenn er nicht die Wärme liebt,
die Sonne rein.

Dann kommt es vor, wahr so gewesen,
der heimatliche Ton reist ein.
Das Wurzelwerk besteht darauf:
Der Topf ist viel zu klein.
Unser Freund träumt „Alb“ und zu wird er für Nachwuchs sorgen.
Setzt Senker von uns ein.
In Wassergläser und später in Erde.
Auf das schon bald
aus ihnen werde, was wir schon sind:
grün wuchernde Lilien,
die er liebt, sich höllisch freut,
wenn wieder mal eine von uns einen Ranken schiebt.
Manchmal sogar so extrem,
dass sie an einem Tag den Weg durch ein offenes Fenster schaffen
und reißen, wenn es geschlossen wird.
Es tut ihm mehr weh als uns.
Denn sind es Nabelschnüre, die zu bersten
„da/mit“ aus kleinen Babytrieben
bald große Lilien werden.

Ein lustiges Schauspiel und gar nicht viel unterscheidet sie von uns.
Wenn ich die Blumen gieße,
dann nur mit temperiertem Wasser.
Stelle mir vor,
ich müsste mit meinen Füßen in einem feuchten,
kalten Topf stehen.
Ne, ich glaube eher, die Wärme tut den Rest.
Warum es sich trotz Trockenzeiten,
bei mir gut blühen, knospen und ranken lässt.

Beitrag vom 20 Oktober, 2007 (10:07) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Beutel OP

10 Oktober, 2007 (18:10) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Ekelig. (Bin gleich darauf ins Bad gerannt)

Vom feinen Staub gereizt,
fand ich dicke Schleimbrocken,
durch orgastisches Niesen verursacht,
in meiner Hand.
Wieder beruhigt nahm ich vorsichtig,
nach einem, will ich meinen,
noch vorsichtigerem Schnitt,
die Flusen heraus.
Mir lief der Frost durch und durch,
als ich daran dachte,
was ich alles aus dem Inneren dieses Beutels so hervorbrachte.
Spinnen, Milben, Pilze, Sporen.
Tot. Tut not. Op.

Wie viele Male im TV gesehen?,
»Ja. Moment.
So kann das gehen.«
Unterhalb, ein feiner Schnitt, vorsichtig,
ein kurzer Halt, richtig, der Handschuh zwickt.
Zum Vorschein kam ein wolliges,
puderiges Grau.
Erst jetzt lese ich die Schrift auf dem Beutel genau:
«Dieser Staubsaugerbeutel ist in Funktion,
Leistung und Form auf ihren Staubsauger abgestimmt
und qualitätsgeprüft.
Durch rechtzeitiges Auswechseln
bleibt die volle Saugleistung des Gerätes erhalten.»

Aja. Typ A 07 mit Staub-Verschluss muss innen liegen,
ein anderer kann selbstverständlich
nicht so funktionieren.
Ist schon klar. Agent 07.
Nur keiner dieser Beutel war zu kriegen
und dieser hier platzte bald aus seinen Nähten,
wenn er denn welche gehabt hätte.
Blieb es also bei lebensverlängernden Maßnahmen
ohne Einwilligung des Herstellers!
Ein heikles Unterfangen,
mit hoffen und bangen ging ich das Risiko ein.

Mein Skalpell, ein gelbes Cutter-Messer,
scharf, darf ich an dieser Stelle loben,
drang in den Beutel ein.
Sein Inhalt trat hervor
und wanderte sogleich ins Reich der Müllabfuhr.
Zur Wundbehandlung nur ein Streifen klebriges Band.
Ich fand, es schloss die Wunde wunderbar.
Ich war ein prima Chirurg,
auch wenn ich ein bisschen bei meinen Referenzen log.
Gut, ja. Da hatte ich ein wenig übertrieben.
Vielleicht.
Doch war ich mir sicher,
dass es für einen solchen Eingriff, allerhand, langt.

Und es sollte ein Happy End geben.
Denn nach Schließen des Saugers lief die Leistung
wieder auf volle Watt.
Es hatte sich gelohnt zu niesen,
zu schniefen und zu kleben.
Immer noch am Leben
stand nun zur Seite wieder,
ein Power-Sauger,
der der Bude wieder die Stirne bot!
Mein ÖKO_VAMPYR 5050 electronic ist übrigens Rot
und immer noch am Leben.
Von wegen Pfuscher.
Geht nicht tot!
Jetzt hab ich immer eine frische Tüte liegen.
Ich glaubte meiner Kunst zu operieren
und tat gleich nach dem „Schnitt“ riskieren,
meine Räume zu „säugen“.
Unter den Schränken,
unter dem Bette.
Annette.
Werde an dieser Stelle die Stelle nicht nennen,
an der ich fand,
was ich fand.
Auch wenn das mancher gerne hätte.
Es wäre in diesem Zusammenhang
weniger nette zu erklären
und spärlicher,
als einen Aschenbecher zu leeren.
Wer wären wir denn?

Beitrag vom 10 Oktober, 2007 (18:10) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Nicht in den Topf (kopf) zu kriegen

5 Oktober, 2007 (18:23) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Man möchte meinen,
zuweilen kommt es vor,
dass der Mensch Gemüse isst.

Gesunde Kost, nicht viel,
und lecker.
Nicht jedermann Geschmack,
doch bitte
kein Gemecker hier.
Wir essen,
was auf dem Tisch steht.
Auch wenn es sich
im Magen
und um veganen Kram dreht.

Sag ich !..
»Kochen ist doch kein Problem. Ich nehm’ ihn einfach aus der Tüte,
steck’ ihn ins Wasser, ein bisschen Salz hinzu
und schon ist das gegessen.«
Zehn Minuten warten und aus dem harten Strunk
wird so gesund
ein kulinarischer „Genuss. u. Schluss“

Sag ich ?..
Kannst’äh vergessen.
Der Topf warum-fragen viel zu klein. Da ging es schon los.
Was sollte ich bloß machen?
Hör auf zu lachen.
Schnitt den Kohl inmitten durch.
Aber in getrennten Töpfen?
Ist das nicht ein wenig sonderbar?
Na klar.
Also wieder in einen rein.
»Es muss doch möglich sein?«
Sehr verflixte Sache das. Deckel drauf und auf zum Jagen.
Ich schoss ein Reh.
Ne, nicht in echt.
Zum Blumenkohl passt Bambi eh nicht recht und außerdem,
Blut kann ich nicht gut sehen.
Stattdessen guckte ich in’s Tiefkühlfach.
Ach!, was für ’n Pech.
Das Fleisch vom Stier schier knüppelhart.
Der Kohl im,
viel zu kleinen Topf,
am Zischeln.
Ich daneben, die Tür vom Eisschrank schließend,
mit dem Lappen die Platten trocken wischend,
ebenfalls ganz leise zischelnd.

Blumenkohl ganz pur.
Nur ich und dieses,
dieses Ding.
Dieses gesunde Ding, im, viel zu kleinen Topf.
Nach einer Weile nahm ich ihn
tropfnass heraus und wrang ihn
über der Spüle aus.
Platzierte ihn auf einem Teller.
Schneller geht es nimmer woanders,
glaube ich behaupten zu können.
Ein bisschen,
gut, das gebe ich zu,
tu ich Kartoffeln, Soße, Fleisch vermissen.
Aber sonst,
warum nicht so, oho, gesund?
Mmmm. Und lecker.
Noch einen Bissen vom Wissen um sein rein vitales Wesen.
Ganz erlesene Inhaltsstoffe
nennt der Rosenkopf sein eigen.
Ich tat stark, dazu neigen, es mir schmecken zu lassen.
All die vielen Vitamine,
Proteine, Mineralien
und die postulierte positive Wirkung
hinsichtlich der Prävention von Krebs,
das sind schon Argumente.
Nun kannte ich den Grund der Enge endlich.
Ganz klar.
Es war der Kohl zu groß.
Er war zu groß für meinen Kopf.
So was soll’s geben.
Umgehen kann ich dieses Drama nur in kleineren Portionen.
Die schonen dann auch meinen Gaumen
und meinen Glauben an gesunde Kost.
Es soll sich schließlich lohnen.

Beitrag vom 5 Oktober, 2007 (18:23) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Tulpentraum

29 September, 2007 (23:02) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Junges Leben,
von wegen zahm.
Ich nahm mich wieder einer Zwiebel an.
Auf allen Vieren tat ich sie,
flach auf dem Boden liegend,
frierend und staunend
studieren.
Ich sah ihr zu und war im Nu ein Teil von ihr.
Die Ruhe wuchs in mir
und wir verschmolzen sonderbar scharf.
Wobei ich doch betonen darf,
dass jenes Spiel
mir nur gefiel, weil es Erinnerungen weckte.
Ohne die wäre ich nie auf die Idee gekommen und hätte nie,
selbst nicht im Traum,
mich einer Zwiebel angenommen.
Auch wenn sie mir erbarmungslos die Tränen trieb,
so lieb wart ich noch nie vorher zum Weinen gebracht worden.
Mal ordentlich heulen,
dass alles verschwimmt und seinen Kurs
auf weite Ferne nimmt.
Gerne wäre ich wie sie, die 7 Häute hat und in sich ruht.
Sie tut ja gut daran,
ihre Kräfte zu sammeln und einmal im Jahr sich prachtvoll zu zeigen.
Anders als wir,
die allzu oft zur Verschwendung neigen und streiten
über Ärmlichkeiten, bringen einander um.
Grün ist die Farbe der Hoffnung,
sprichwörtlich: Warum?
Die Zwiebel auf dem Boden hatte ich in einem Blumentopf
und sie aus selbigem zu Studienzwecken gezogen.
Ihre Wurzeln wusch ich mit Sorgfalt.
Ich zog mir das letzte Hemd
und ihr die oberste Schale aus.
Gut ein paar Stunden lag ich so mit ihr allein
in einem leeren Raum.
Wie groß doch kleine Dinge werden,
liegt man ihnen zu eben.
Wie viel wir doch gemeinsam haben,
wo wir so verschieden leben,
ging mir in Gedanken um.
Zum wievielten Male vergessen,
zu viel und mit Blähungen im Bauch am Tisch gesessen?
Zum wievielten Male vermessen geprasst,
bis keine der Hosen mehr passt?
Wir schlemmen und leben im Überfluss
und nennen und kennen ihn nicht,
den Verdruss.
Einzig uns wichtig ist nur der Genuss.
Von heute auf Morgen ist damit Schluss.
Je mehr Energie gewechselt wird,
je schneller bewegt sich die Zeit.
Wer länger bleiben will auf Erden,
der befreit sich dieser Lust
und wird der Zwiebel ähnlich werden,
die mit ihren Kräften geizt,
bis sie prachtvoll reizt.
Fast schlief ich ein,
fast lief ich ganz allein und schien es auch zu sein.
Bis mir ihr Atem wieder in die Glieder kroch,
es wunderbar nach Tulpen roch
und mir der kalte Boden,
auf dem ich lag,
viel härter schien,
als er gewesen sein mag.
Es war ein schöner Traum,
ganz anders, als der leere Raum es peripher versprach.
Ich danke „wem auch immer“,
dass ich nicht allein gewesen,
während dieser Zeit im Zimmer,
da ich auf dem Boden,
gegenüber wieder einer Zwiebel lag.

Beitrag vom 29 September, 2007 (23:02) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ritter, sportlich

27 September, 2007 (18:52) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Quadrat (ich), packt (ich),
gut! Tut’s Täfelchen am Boden liegen, ungelogen, an der Kasse im Supermarkt.
Blinzle beim Bezahlen runter. Denke. Heute wird ein schöner Tag.
Mit dem Süßen in der Hand, flott (ich)/hott (ich) zum Bus gerannt.
Der,
da schon ein Weilchen stand und nun nicht mehr,
nicht fair, fuhr.
Ich fand, für früh am Morgen,
kein schlechter Sprint.
Nur der Fahrer spinnt und bringt die Möhre auf Trapp,
auf dass es aus dem Auspuff röhre.
So ein Pech aber auch!
Hatte so’n prima Start.
Tja,
‘s Leben isst heart.
Vollmilch und manchmal zart bitter.
Werde mir die Zeit versüßen,
während ich warte.
Der nächste Termin ist noch weit
und es gibt keinen Grund für Streit an diesem wunderschönen Morgen,
rede ich mir ein und nehme im kommenden „Muss“ Platz.
Das Täfelchen fand ebenfalls den seinen,
durch meinen Hals (…) Schmatz.
Eigentlich sollte ich den Weg laufen, weniger fressen und saufen,
denke ich und lenke meine Aufmerksamkeit
auf einen kleinen Streit an der Mitteltür.
Dort kam ein alter Herr mit Kinderwagen rein.
Sein „erschütterndes“ Haar,
wer „weise“ wie alt? Aber noch gut zu Fuß und seiner Sinne mächtig,
wollte er sich
von einer sehr aufdringlichen Dame nicht helfen lassen.
Die zerrte nämlich völlig unsinnig unten am Wagen.
Wo wir doch im Niederflur sind,
ja spinnt die denn?
Renn’ in den Wald, hilf Holz holen, im Winter wird’s kalt!,
muss er sich, der alte Mann, gedacht haben.
Verstehen kann ich nur ein Brummeln
und die Dame grinst verlegen,
setzt sich wieder hin.
Ich verziehe keine Miene,
kraule mir das Kinn und bin am Überlegen,
wo nur, wo ist nur der Sinn?
An einem solchen Tag zu streiten ist schade,
finde ich,
in meiner linken Tasche den Rest von Schokolade.
Längst stehe ich wieder auf der Straße
und lasse mich von meinen flinken Füßen tragen.
Diesmal wartet der Fahrer der Bahn.
Ich tu ihn grüßen, mich setzen und wir fahren.
Waren wir früher mal netter?
Der Alte im Bus lässt mich denken
und meine Gedanken lenken.
Sie greifen eine Szene auf,
die im Lauf des vergangenen Jahres passierte.
Mich interessierte, was er da tat.
Lange vor der Haltestelle rappelte Opa sich und das in der Bahn,
regte wen auf.
Er hatte einen Trolley bei sich.
Statt um Hilfe zu bitten,
hatte dieser Mann einen Plan.
Als sich die Türen öffneten,
stand Opa bereit.
Nahm aus der Tasche einen kleinen Sack Kartoffeln,
Gemüse, Zwiebeln,
die Beine dabei breit.
Legte sie auf den Bürgersteig.
Nun konnte er die Tasche aus der Bahn heben.
Alles ging erstaunlich fix.
Wie „Maggi“ sind die „Tüten“ wieder,
meine Augenlider geschlossen.
Ich (knülle),
werfe das Schokowerbendeladeneinwickelpapier weg.

Beitrag vom 27 September, 2007 (18:52) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Alter Brauch (I)

19 September, 2007 (19:19) | | schrieb im tage-bau: | Kommentieren

Sich im Spiegel zu betrachten,
nach
durchwachter Schwärze,
da sticht es arg im Kopf
und brennt so sehr das Licht im Bad
und drängt noch mehr das Herze.
Zu zerspringen,
steht dem kleinen Ding der Sinn
und schlägt wie wild
und klopft ganz fest
und laut
und dumm in mir drin.
Bin überrascht von ihm zu lauschen,
denn es hämmert in den Ohren.
Habe glatt
und satt den Rest der letzten Nacht verloren.
Lösch’ die Kerze, solange sie brennt.
Neutralisiere,
was dich bedrängt, hängt mir im Schädelchen.
Dabei fang’ ich zu putzen an.
Die Zähne mit der OralB.
Nach II Minuten rum/rum/rum – Ok.
Ich schrubbe aber noch weiter.
Suppe, die mir in langen Fäden aus dem Mund läuft,
sieht dreckig aus.
Immer wieder denke ich,
es reibt sich was ab?
Der Geschmack jedenfalls lässt zu wünschen übrig.
Das steht mal fest
und lässt noch weitere Spekulationen offen.
Will ich mal hoffen,
der Tag wird nicht zu hell.
Ganz schnell muss ich die Brille finden,
die die Schwärze wiederbringt,
die ich nun brauch’.
Auch die Gedanken,
die sich finden, wie: nie/nie/nie
– die geben ganz allmählich nach.
Zwei Aspirin und irgendwie fühl’ ich,
füll’ ich den Bauch,
auch wenn ich keinen Appetit verspüre.
Rühre wie in Trance den Kaffee um/um/um
– zum iXten Male frage ich »Warum?«
Nicht?
Millionen hauen sich die Birne dicht!
Jeden Tag und werden krank.
Ich kenne sie, die Zwei.
Es ist kein Spaß dabei.
Sei auf der Hut.
Ein bisschen,
bisschen mehr tut gut,
ein bisschen viel, zu viel, wird sehr schnell bitter.
Manchmal zitter ich, – nicht abzurutschen.
Aber wahre Abstinenz demonstriert,
wer mich, mein Leben, ich, regiert.
Ganz verzichten ist doch dumm.
Um nicht zu sagen: kleinkariert.
Das Leben allerdings wird oft in großen Lettern plakatiert,
A0 und noch viel größer.
Bunt und immer öfter animiert, perfekter arrangiert,
verliert die Wahrheit stetig mehr,
wird zur Lüge und liegt allein im weisen,
weißen oder roten Wein.
Doch wie hochprozentig soll er sein,
um deinen Ängsten zu gefallen?
Hochdosiert und immer in die Rübe rein,
um ordentlich zu knallen.
Kein Sinn in der Vernunft,
kein Spaß an dem Vergessen.
Weil am nächsten Tag im Bad das Licht wie immer brennt,
es sticht im Kopfe und das Herze drängt, zu zerspringen.
Schlägt – bum/bum/bum/ – bum/bum.

Beitrag vom 19 September, 2007 (19:19) | Autor: Nico Fuchs | Rubrik: schrieb im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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