Mir graut vor nichts

29 Mai, 2009 (13:06) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

Es klatscht der Mohn mir ins Gesicht.
Die Sonne hält, was sie verspricht,
Und brennt ein Loch mir in den Pelz.
Der Amsel, die laut pfeift, gefällt’s.

Der Türkenmohn prallt feuerrot.
Ich denke nichts, das Hirn wie tot,
Und fahre Kreise um die Bäume.
Als ich das Gras beiseite räume,

Erahne ich, was Wüste heißt:
Die Stirne, die sich rasch verschweißt,
Erleuchtung trifft durch Sonnenstrahlen,
In denen sich die andern aalen.

Das Mähen ist mein Lieblingsjob:
Man fräst sich durch sein Biotop,
Verflucht die Büsche, die drin sitzen,
Gerät ins Grübeln und ins Schwitzen.

Der Grind ist dumpf, das Leben schwer,
Die Arbeit hart, die Flasche leer,
Der Rücken schmerzt, rot ist die Haut:
Wohl dem, dem nicht mal davor graut.

Das Kreiseziehn macht einen hin,
Und dem kann ich mich nicht entziehn.
Doch nach dem Mähen gibt’s ein Bier:
Bis dahin aber stirbt man schier.

Walther AutorenBio:

Beitrag vom: 29 Mai, 2009 (13:06) | Autor: Walther | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren
Kommentare



Angelika Zoellner schrieb:

Das Gedicht wirkt sehr frisch, humorvoll und köstlich. Bloß ‚klatscht‘ der Mohn doch eigentlich nicht ins Gesicht, oder? Heisst zwar ‚Klatschmohn’…grins…aber…?

Kommentiert am 8. Juni 2009 um 9:34



Werner Theis schrieb:

Lb. Angelika,

der steht da und klatscht rot ins Auge. Da dachte ich, dann lasse ihn – figurativ – ins Gesicht klatschen. Ist ja ein Spaßgedicht und soll zum Lachen bringen.

Gruß W.

Kommentiert am 9. Juni 2009 um 8:54



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