Hella Streicher

5 Januar, 2001 (19:29) | | schreibt im tage-bau: | Kommentieren

Hella Streicher

Der Tag meiner Geburt war Thomas Mann keine Zeile wert. Erst zwei Tage später, am 16. Januar 1955, schrieb er in sein Tagebuch: „Bedrückendstes Wetter jüngst; tiefer Barometerstand, schwarze Luft, warm, Regen und Sturm. – In schlechter Verfassung.“

„I was born with a plastic spoon in my mouth“, anders als mein verehrter TM. Ich wuchs auf in einem Bremer Vorort, galt in der Schule als „zu lebhaft“, später dann als „einseitig begabt“: Deutsch & Musik & Kunst 1, Mathe & Physik 5. Und Sport? – : tz, tz. Lieber schrieb ich Spottgedichte auf die Lehrer, karikierte sie, las mit 14 Joyce, mit 15 Arno Schmidt & Schopenhauer. Und machte mit 18 mein Abitur und ging nach Göttingen, um Germanistik zu studieren. Leider auch Politik. Meine Examensarbeit schrieb ich über den „Kosmopolitismus im Werk von Christoph Martin Wieland“. Die zweite dann in Bremen über „Jugendliche Außenseiter in der Literatur“. Von nun an war ich „arbeitslose Lehrerin“; denn in Bremen gab es von Senats wegen keinerlei Bedarf für fähige junge Deutschlehrer.

„Ich steh zwischen zwei Welten und weiß nicht wohin“, hieß der Hit jener Band, in der ich 1982 trommelte. Es war der Soundtrack zu meinem Berufsleben, das mich erst in ein medizinisches Labor verschlug, dann in den Buchhandel. Schuldienst anderswo als in Bremen? Nein danke. Also war ich tagsüber die Hampelfrau und schrieb in langen Nachtschichten Songtexte, Melodien, Arrangements und von 1995 bis 1997 die Rohfassung meines Romans „Höhere Welten“, der nach einer verqueren Editionsgeschichte im Frühjahr 2002 als BoD erscheinen wird.

Was sonst? „Fear Jahre“, Roman, 1970; „Die Schule der Kleinbürger“, Roman, 1976; diverse Erzählungen & Gedichte; keine Veröffentlichungen bis auf „Frei und formalistig“, Gedichte, 1980; ein paar längere Artikel für ein Bremer Szeneblatt; bis 1988 diverse Auftritte als Schlagzeugerin in diversen Bands; einige Lesungen. Preise & Stipendien? Nix dergleichen – bis auf den 1. Preis im Versalia-Schreibwettbewerb zum Thema „Was ist Kunst?“ … aber den zu bekommen war keine. Seit November 2001 schreibe ich im Tagebau.

Hella Streichers neuer Roman: Höhere Welten. Ein deutscher Alltagsroman.

http://www.hoeherewelten.de

adminxx1 AutorenBio:

Beitrag vom: 5 Januar, 2001 (19:29) | Autor: adminxx1 | Rubrik: schreibt im tage-bau: | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren

Idee: Enno E. Peter & Sabrina Ortmann

WordPress | Basis Theme: Andreas Viklund & webhosting sources | modified by TyrakusCMS