Den blick verschwenden

21 Januar, 2015 (10:25) | | herz & lenden | Kommentieren

Die sonne putzen wenn der himmel mal
grau in grau die hoffnung verschleiert
und
den mond anheulen wenn die sterne
verstecken spielen –

Deine hand suchen und finden und
in die hand nehmen bis der ring finger zwickt
und
mit dir durchs leben schlendern weil
hasten nichts hilft –

Der augen blick an dich verschwenden
weil eben nichts besseres zu sehn ist
und
auf deine lippen starren um dort worte zu
lesen von meiner liebe –

Beitrag vom 21 Januar, 2015 (10:25) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein traum bewahrer

15 Januar, 2015 (18:41) | | ego.t/error.welt, lug & trug | 2 Kommentare

Ein traum: es würde alles gut & besser
er will nicht sterben & kann doch nicht leben
wir wollen ihm ein vlies ganz golden weben
es soll ihn schützen vor dem mörder messer

Vor seuchen krieg & not & eitlen räubern
er soll mit stolzem schiff die meere segeln
& hoch die himmel reiten mit den vögeln
die schöpfung pflegen & vom bösen säubern

Kein traum: es wurde alles schlecht & schlechter
die neuen herren sind nicht viel gerechter
schon gar nicht reiner wahrer oder klarer

nur durch gangs gleich gewicht in entropien
nicht fleisch & blut sind alle utopien
im chaos bleiben sie die traum bewahrer

Beitrag vom 15 Januar, 2015 (18:41) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Weihnachtslied 2014 – für den tage-bau – für alle!!!

23 Dezember, 2014 (19:38) | | Allgemein | Kommentieren

Wir wünschen, dass man uns das lässt:
Ein friedvoll stilles Weihnachtsfest.

Die uns mit Schießen schwer verdrießen,
Sie sollen sich doch selbst erschießen.
Die, die mit Klauen es versauen,
Sie fessle man mit mit Lichtertauen –
Äh -ketten, jedenfalls mit Kerzen,
Mit Weihnachten ist nicht zu scherzen.

Wir wünschen, dass man uns das lässt:
Ein friedvoll stilles Weihnachtsfest.

Wir wünschen uns, daß man sich liebt
Und nicht nur nimmt, sondern mal gibt.
Damit ihrs wisst: die Lieder schallen!
Das Böse ist heut ausgefallen!
Es könnt so bleiben, doch der Wunsch
Ersäuft wohl im Sylvesterpunsch.

Wir wünschen, dass man uns das lässt:
Ein friedvoll stilles Weihnachtsfest.

Wir wünschen uns, daß man sich liebt
Und nicht nur nimmt, sondern mal gibt.

Wir wünschen, dass man uns das lässt:
Ein friedvoll stilles Weihnachtsfest.

Beitrag vom 23 Dezember, 2014 (19:38) | Autor: Walther | Rubrik: Allgemein | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Von Kälbchen und Schäfchen

20 Dezember, 2014 (15:51) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

– Ein Ostergedicht zu Weihnachten –

Es dreht sich um das Drehen, mag man glauben:
Das Drehen sei es, Drehen um sich selber.
Wer anders dreht, gehört zur Masse Kälber,
Die man verschnitzelt und die Krumen klauben.

Man ist der Mittelpunkt von dieser Erde,
Und was nichts bringt, das soll im Schrank verstauben:
Wem Mitleid Schlaf und sein Gewissen rauben,
Ist halt ein Opferlämmchen in der Herde.

Dass man erfriert, hört man aus Schatten raunen.
Ein kaltes Herz verschwendet nichts an Fühlen.
Wer ganz verschüchtert fragt, erfährt Erstaunen:

Das sei der falsche Platz zum Mütchen Kühlen.
Wer sich in Ichsucht bettet wie in Daunen,
Muss sich zuvor durch fremdes Elend wühlen.

Beitrag vom 20 Dezember, 2014 (15:51) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich weiß

8 Dezember, 2014 (08:55) | | terrere est humanum? | 2 Kommentare

Ich ahne, dass die Fahnen wieder flattern:
Der Krieg kam aus den Höhlen in die Stadt
Zurück – als ob er nur gewartet hat.
Man hört die Salven aus den Läufen knattern,

Man sieht am Abend die Geschosse fliegen:
Sie ziehen ihre weißen Todesspuren
Und malen in den Himmel Spottfiguren,
Als wäre Tod zum Lachen. Wer wird siegen?

Ich sehe, wie die Teppichbomben fallen,
Wie Menschen sich an Straßenecken ducken
Weil Schüsse wahllos von den Dächern knallen.

Getroffene verbluten, krampfen, zucken,
Als die Geschosse in die Körper fahren.
Ich weiß, man könnte sich die Verse sparen.

Beitrag vom 8 Dezember, 2014 (08:55) | Autor: Walther | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Nichts wird mir bleiben

6 Dezember, 2014 (10:51) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Kommentieren

Du hast mit meinem Verstand gehandelt
Als sei er zu verkaufen
Für dumm für Geld für nichts und wieder

Nichts

Ich habe dir Rätsel aufgegeben
Du hast orakelt
Und Deine Antwort war leer
Unnütz das Liebesspiel
Nur Werkzeug nur Entladung

Entlarvung hieße Schmetterlinge
Zarte Libellenflügel entfalten
Hieße Schönheit
Du bist schön – dein Wissen darum
Macht dich zu blankem Entsetzen

Du hast mir das Herz gelassen Blutsaugerin
Dafür sei dir Dank doch
Das Zweifeln am Verstand

Wird mir bleiben

Beitrag vom 6 Dezember, 2014 (10:51) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Grimmiges märchen

4 Dezember, 2014 (15:18) | | alptraum/ego.wunde, herz & lenden | 7 Kommentare

Du hast von meinem tellerchen gegessen
& das trocken brot liegen gelassen

Du hast aus meinem becherchen getrunken
& den sekt schal werden lassen

Du hast in meinem bettchen geschlafen
& ich blieb zurück als der tag graute

Du warst meine fee meine elfe
mein schneewittchen mein rosenrot &

Als die geschichte endete
war ich wenigstens tot

Beitrag vom 4 Dezember, 2014 (15:18) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (7) Kommentare


Diogenes, kurz gefasst.

14 November, 2014 (10:53) | | beautiful people, labyrinth/wort.gewebt. | 4 Kommentare

Diogenes sagt, ganz gefasst:
„Im Fass wohnt Ruhe, keine Hast.“
Er kennt daher auch keine Hektik.
Das nennt man Daubendialektik.

„Der Marx schreibt also Riesenmurks!“
Das Wissen unsres Demiurgs,
Dass Sein und Wein sich rasch entzwein,
Liegt tief im Fass bei ihm allein.

Der Philosoph schweigt still und lächelt.
Er sitzt, vom Geist des Weins umfächelt,
Der aus den Dauben sanft entschleicht,
Die er beim Reifen aufgeweicht

Und freundlich angereichert hat.
Diogenes schreibt Blatt um Blatt.
Die Schüler lauschen seinem Kritzeln.
Als ihn die Sonnenstrahlen kitzeln,

Verkündet kurz der weise Mann:
„Wohl dem, der klaglos warten kann.
Geht hin und kündet all den Fässern:
Ob’s dicht ist, weiß man nach dem Wässern.“

Beitrag vom 14 November, 2014 (10:53) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Gedanken zum Herbst

9 November, 2014 (13:45) | | zugvögel/wind.bahnen | 5 Kommentare

Auf dem Äst verbrüdern sich
Zwei Krähen und stecken die Köpfe zusammen.
Der Ahorn hat sich entblättert,
Schämt sich aber dafür und trägt die Reste stolz:
Wie so viele Bäume ein Verlierer,
Übt er sich in schwarzem Strich am Himmel.

Das Eichhörnchen verbuddelt
Hastig Walnüsse. Daneben Haselnüsse. Und
Daneben Kastanien. Ein Igel
Kiebitzt. Dann trollt er sich raschelnd. Die
Krähen mögen sich nicht mehr,
Und dem Ahorn ist piepegal, wer da krächzt.

Die Sonne hängt sich in den
Leeren Apfelbaum und stapelt tief. Ihr
Schlagschatten zerfasert sich
Ins Halbdunkel zweier Holzbeugen. Über
Allem tanzen Eintagsfliegen
Letzte Hochzeitspolkas, Hab mich lieb! flügelnd.

Ich lüge mir die Hände in die
Taschen und vergrabe meine Frühlings-
Hoffnungen. Ernüchtert schaue
Ich meiner Atemfahne hinterher und stelle die
Falschen Fragen auf die richtigen
Antworten. Denn ich bin so alt wie das Jahr.

Beitrag vom 9 November, 2014 (13:45) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


Altweibersommer am Fuß der Alb

14 Oktober, 2014 (13:24) | | netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien | 2 Kommentare

Welcher blaue Himmel hat sich so gemalt?
Krähen streiten mit dem Roten Milan, schreien.
Wolken schämen sich und bilden kleine Reihen,
Und die Sonne ist in guter Stimmung, strahlt

Heiter, so als wäre dieses Dasein Lachen,
Freude pur. Die Krähen stoßen hoch und nieder.
Dort, ein Schmetterling am fast verblühten Flieder,
Spielt noch Sommer. Ich pack meine sieben Sachen,

Schnür die Siebenmeilenstiefel: Raum gewinnen,
Will mich rasch noch ändern und mich neu besinnen.

Beitrag vom 14 Oktober, 2014 (13:24) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Jetzt muss man zitieren

7 Oktober, 2014 (14:05) | | tage-bau | 2 Kommentare

– In memoriam Siegfried Lenz –

Du gabst uns eine Stunde Deutsch, und wir verstanden.
Das Leben ist viel mehr, als einfach nur zu leben.
Wir sind es selbst, die die Geschichten erbend weben.
Was gestern war, das dauert und kommt nicht abhanden.

Wenn, mit dem Zug der Vögel, wir über Polen schweben,
Dann finden wir das Haaf und die Masuren, stranden
Und sandeln an der Ostsee, wo die Körbe standen,
Als alles anders war, noch vor dem großen Beben,

Das durch Europa tobte, tausend Jahre brannte,
Als, was den falschen Glauben hatte, waidwund rannte,
Um dann in Öfen Leib und Namen zu verlieren.

Da stand sie, Deine Wiege, als man noch nicht kannte,
Das, was dann kam und das man später Shoah nannte.
Du hast noch selbst berichtet. Jetzt muss man zitieren.

Beitrag vom 7 Oktober, 2014 (14:05) | Autor: Walther | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Lapidares Geständnis eines Versagers

20 September, 2014 (15:35) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Ich wär so gerne die Erinnerung
Von einem Menschen, der ich lieber wäre.
Dann wäre ich ein toller Mensch, ein lieber.
Und nicht so einer, der nur öde nervt.

Ich lebe tief in der Verbitterung,
Nicht der zu sein – verdrücke eine Zähre -,
Der ich gern wär. Es brennt ein Seelenfieber:
Ich zücke Messer, alle frisch geschärft,

Um mich vom Leben in den Tod zu bringen.
Doch ich bin einer, der nichts ist, nichts kann:
Es bleibt bei dem Versuch. Ein kleines Ritzen,

Kaum tropft mein Blut, hör ich die Englein singen.
Ich bin ein Schwächling und kein echter Mann –
Ich kann mir nicht einmal den Hals aufschlitzen!

Beitrag vom 20 September, 2014 (15:35) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Meine Welt in meiner Hand

29 August, 2014 (18:27) | | labyrinth/wort.gewebt., netz@uge.nblick | 2 Kommentare

Die Tage sind wie kleine feine Lichter:
Am Morgen knippst sie jemand an und abends
Knippst sie ein anderer ganz einfach aus.
Ich halte meine Welt in meiner Hand,

Bewundere sie jeden Tag aufs Neue.
Die Nacht hüllt alles ein, als müsste sie
Verbergen, was am Tag geschah, als wäre
Ein sanftes Ruhekissen angebracht.

Die Tage sind mal dunkler und mal heller:
Ich fühle, wie die Kriege Nadeln setzen,
Und spüre, wie der Sturm die Meere peitscht.

Ich sehe, dass nichts gut ist, wie es ist,
Doch sie muss weiterdrehen, meine Welt,
Damit ein Tag zum Licht der Erde werde.

Beitrag vom 29 August, 2014 (18:27) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt., netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Fluchtversuch

21 August, 2014 (06:58) | | lug & trug | Kommentieren

Da reimte einer aus dem vollen Müllcontainer,
Versatz an Stück. Banal an gestrig. Maus an tot.
Man las das Teil und hatte seine liebe Not.
Doch der, der dachte ooch noch: So wie ick kann’s keener.

Nun ist die Täuschung seiner Selbst beliebte Praxis:
Das können Dichter schon seit Gilgamesch perfekt.
Sehr selten bleibt die Chuzpe leider unentdeckt.
Und man ist irreschnell der Dümmste der Galaxis.

Am Ende rettet ihn der Brustton rechten Glaubens,
Der sich mit Mord und Todschlag immer gerne paart;
Sie sind, gleich nach dem Kuss, die Form des Atemraubens,

Die jedes Wort erstickt und allen Widerspruch.
Am besten dran ist der, der Jünger um sich schart:
So reduziert sich die Kritik zum Fluchtversuch.

Beitrag vom 21 August, 2014 (06:58) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die schwer mut geht auf keine reise

7 August, 2014 (17:35) | | ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Die schwer mut geht auf keine reise
ihr gehen ist ein kommen wie
osmose sie pflanzt sich fort um
schlingt sie verschlingt isst auf
er drückt

Sonne mond und sterne die ferne
ist so nah – wie die weite fern ist!

Sprich nicht weil du dir wider sprechen
wirst du wirst wieder sprechen – wie
du schweigst!

Der leicht mut ist die schwere ab
handen gekommen das enttäuscht
es täuscht weil gewohnheiten
wohnung nehmen sie wohnen ab
sitzen

Am tisch auf dem kanapee dem
klo in der küche der bade wanne

Der dusche wenn kaltes wasser
rinnt ein hüllt warm geduscht wird
panik

Weich gespült wird – runter gespült
wird gewaschen wird weg ge
waschen wird bis die haut rot ist –
die schwermut bleibt der mut geht,
bleibt fort.

Beitrag vom 7 August, 2014 (17:35) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Lächeln aus frühling

27 Juli, 2014 (13:25) | | herz & lenden | Kommentieren

Der kleine fleck unter deinem joch
bein macht dich noch
hübscher die nasen
flügel beben wenn du lachst

Lach falten zieren deine
grün augen und die wilden
roten strähnen rahmen
deine hohe stirn

Dir steht dein alter ganz
gleich welches dein innerstes
leuchtet wie ein lächeln
aus frühling

Beitrag vom 27 Juli, 2014 (13:25) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schlag licht gewitter – an einem sommer abend

14 Juli, 2014 (18:14) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Schlag licht gewitter
an einem sommer abend
die hüllen fallen in sich zusammen

Und die über blicke töten
keine mauer die behaust keine
decke die wärmt und kein licht
das brennt

Die feuer aber sie brennen

Die pilze wachsen in den himmel
der die ein schläge schickt
und staub auf wirbelt wo ein
leben gewesen ist

Die finger zeigen in die nacht
bis sie sich mit andern treffen
und sich im lärmen vermählen

Der tod greift nach den sternen

Auf dem markt platz der straße
ein wimmernder schatten eine
hand so klein so unscheinbar
will gehalten sein wenn kein
halt ist

Der krieg ist kein guter spiel
kamerad mein kind er lacht sich
ins fäustchen wenn er dich erntet

Beitrag vom 14 Juli, 2014 (18:14) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Melodeydiedey

7 Juli, 2014 (17:18) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Du trittst laut in mein leben melodey
die säuselt sich ganz tief in alle glieder
verlierst das höschen du und dann das mieder
du singst dabei so schön wie die schalmei

Ich ahne nichts und komme immer wieder
du spielst auf mir die alte melodie
der mann in mir vergisst sie niemals nie
die herrlich falschen liebe diener lieder

Du trägst die herzen oft mit harten spitzen –
die münder sind so rot und feucht und blitzen –
und malst mir deine male auf den hals

Im stehen üben wir im liegen sitzen
und wässern uns mit unsren eignen spritzen
der herr in mir ist dämlich – allen falls

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (17:18) | Autor: Walther | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn

5 Juli, 2014 (09:27) | | beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Kommentieren

Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn
und rede nicht drumrum wo taten nötig wären
die kühle hand hat nichts zu suchen dein begehren
verdirbt nicht den charakter du gehörst hier hin

In mitten des desasters das man leben nennt
da wollen wir uns gegenseitig tief verehren
da wollen wir den becher bis zur neige leeren
erforschen finden was man selber noch nicht kennt

Du wendest dich scheu ab und silbertränen blitzen
die kleine röte überhaucht dir hals und wangen
du möchtest dich gern neigen und bleibst störrisch sitzen

Ich streich dir übers haar ein stilles kleines zittern
durchdringt dich es ist so viel mehr da als verlangen
die nasenflügel beben und ich spür dein wittern

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (09:27) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Für uns singen ihre lieder

29 Juni, 2014 (17:08) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Du bist umkämpft
mein Lemberg wo sie liegt
die vergangne wiege mosaisch
deutscher symbiose

Heraus reißen wollten sie
die braunen herr scharen
die mitte aus der sprache die
sie aus der mitte gerissen hatten

Verrat an Getrud und Käthe
an Rose und Paul
wo bist du Galizien mein herz
blutet und tränen

Fließen den meeren zu
tragen das salz der erde
mit sich die tinte verblasst
in Annes tage büchern

Geschenke wollen wir sie nennen
unverdiente und einen
triumph über das böse in uns
für uns singen ihre lieder

Beitrag vom 29 Juni, 2014 (17:08) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Drei an die Liebe – Trochäisches Sonett Triptychon

10 Juni, 2014 (13:44) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Nornenschwärme

Greife ich in diese kalte Leere,
Denke ich an unsre heißen Nächte:
Eiswind dringt durch lange schwarze Schächte,
Mich umtanzen ganze Zombieheere.

Ist das Leben Frage stolzer Ehre?
Wer hat schuld, und wer ist der Gerechte?
Was ist wahr, wenn Lüge schlägt das Echte?
Ziehen wir aus Scheitern eine Lehre?

Wieder greife ich auf deine Seite.
Dort verhungern du und deine Wärme,
Und die Angst verschlingt sich in die Därme.

Führ das Leben, das ich mir bereite:
In der Enge wohnte doch die Weite!
In der Nacht hör ich die Nornenschwärme.

 

Angstgestalt

Flieh in meine Arme, ich in deine.
Kalt ist alles. Nicht das Eis ist kalt:
Dunkel ist die Nacht, unendlich alt
Und kristallen. Und wir sind alleine.

Frage nicht, weil keine Antwort schallt:
Mauern stehen fest, sind mehr als Steine.
Türen gibt es wie auch Fenster keine.
Angst in Klumpen, in der Faust geballt:

Teufel sind wir, von der Höllenleine
Losgelassen, fleddern wir Gebeine.
Sei bereit: Die stille Zeit kommt bald.

Floh in deine Arme, du in meine:
Gibst du mir den allerletzten Halt?
Ohne uns wird diese Angst Gestalt.

 

Fürchte dich nicht

Willst du, dass wir schöne Träume werden?
Dann greif zu und nimm sie: Herz und Hand.
Lass uns eilen, hin ins ferne Land,
Paradiesisch soll‘s da sein. Beschwerden

Blieben hier, sie wären unbekannt.
Auf den Weiden grasten große Herden,
Lebten auf der schönsten aller Erden:
Kommst du? Warten wäre Tod und Tand.

Schmücke deine Stirn mit deinen Locken,
Trage auf der Haut nur mich und nichts,
Deine Stimme gleiche Wunderglocken,

Lächeln sei der Ausdruck des Gesichts.
Könnte diese Aussicht nicht verlocken?
Fürchtest du die Strafe des Gerichts?

Beitrag vom 10 Juni, 2014 (13:44) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Ab!“-Gesang

6 Juni, 2014 (16:23) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | 2 Kommentare

Das „Ab!“ ist kein Singen, nur spotzendes Kreischen.
Die Spucke, sie fliegt von den Lippen, ihr Rotzen
Ist wie solche Schreibe bloß elend, zum Kotzen.
Die Worte sind Saat nicht, sie mahlen, vermaischen:

Den windigen, billigen Beifall Erheischen,
Das ist das Bestreben, ein stammelndes Klotzen,
Mit Texten, die läufig vor Arroganz strotzen,
Sie sollen verführen, sich laut zu zerfleischen.

Wir halten zusammen, wir Kämpferpoeten!
Uns kann man bepinkeln, bespucken und treten:
Wir schmieden die Strophen, wir schreiben die Reime.

Man kann laut das „Ab!“ in den Äther trompeten,
Die Verse, sie steigen wie Weltraumraketen,
Verbreiten die Lyrik: Sie sä’n ihre Keime.

Beitrag vom 6 Juni, 2014 (16:23) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Wirf antworten

29 Mai, 2014 (15:10) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Wirf mir antworten zu
ich will die fragen fragen
sie mir auf der zunge
zergehen lassen

Sie schmecken
an ihnen riechen
mich in ihr herz stehlen
ihnen zu hören

Wirf mir blicke zu
damit ich dich lesen kann
ein du in mir finden
ein wir denken und

Handeln
endlich handeln

Beitrag vom 29 Mai, 2014 (15:10) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein Liebeslied

17 Mai, 2014 (12:28) | | blut.bahnen/rauschen, netz@uge.nblick | Kommentieren

Das Leben ruft sich Atem zu und sieht,
Was man nicht hören kann; es riecht das Sterben
Und will doch immer weiter leben. Erben
Vermag es nicht, vererben nur. Ein Glied

Der Endloskette, die begann, als aus
Dem Nichts ein Sein entsprang, das sucht
Und niemals finden darf. Es ist verflucht,
Verdammt, sich weiter auszudehnen. Haus

Ist Hütte. Schutz ist Traum. Die Hoffnung Glaube.
Du bist es, Liebste, der ich Atem raube,
Die, die ich höre, ohne sie zu sehen,

Die, die ich rieche, ohne satt zu werden.
Ich werfe sie ins All, Angst und Beschwerden.
Wir werden auch das Sterben überstehen.

Für meine Liebste

Beitrag vom 17 Mai, 2014 (12:28) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Sinnes täuschung

4 Mai, 2014 (17:21) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Wenn das müde auge endlich
einen halt findet – am horizont
immer weiter bis die weite
verendet

Ruhe ich in unruhe zittere mir
die angst aus den haaren und
schaue mir die zeiger an die
unverrück

bar die zeit zeigen höre die
unruh sie vor rücken lassen
mit dem rücken zur wand die
verschwindet

im dunst des nächtigen tages
am horizont über ihn hinaus
ins all verebbt und zu nichts
erkaltet –

wenn die alten ohren letztlich
hörig werden und ungehöriges
ab lauschen lauscher gespitzt
geräusch los

verstumme ich begreife die
frage stellung als zeichen aus
rufe verdampfen zu wolken aus
satz zeichen

Beitrag vom 4 Mai, 2014 (17:21) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Österliches

22 April, 2014 (08:23) | | goldener schnitt | Kommentieren

Gebete klingen durch den Raum,
Den hohe Fenster farbig säumen.
Man kann durch ihre Splitter träumen,
Und das Gemurmel hört man kaum.

Den hohen Turm umflattern Tauben.
Ihr Weiß ist grau; die Tauben taub,
Und alles Träumen wird zum Raub
All derer, die den Glauben rauben.

Ein Glockenklang verziert die Luft.
Sie zittert sich zum Ton, soll rufen,
Und weißer Rauch schmerzt wie der Duft,

Den alte Spezereien schufen.
Ein fernes Licht strahlt durch die Kluft.
Der Esel scharrt mit feinen Hufen.

Beitrag vom 22 April, 2014 (08:23) | Autor: Walther | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kenntnis

20 April, 2014 (17:17) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

– Daktylische sonett variation –

Es gab da den einen Der machte die worte
Die zeiten bewegen Und nächte erhellen
Die stimmen belegen Die hell über quellen
Und böses verneinen Doch von dieser sorte

Der worte die heilen Gibt es viel zu selten
Die einsamen rufer Die welten erretten
Sie bauten die ufer Zerschlugen die ketten
Und wanden zu seilen Die fäden die schnellten

Aus tiefen und höhen Könnt ihr sie nicht hören
Dann schließt eure augen Und spitzt eure ohren
Sonst hört ihr die leisen Gesänge verklingen

Als glichen sie flöhen Die gleich wieder springen
Nur vorher kurz saugen Sie sollen betören
Die herzen enteisen Sie wären verloren

Beitrag vom 20 April, 2014 (17:17) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kopf – auge – atmen

8 April, 2014 (08:36) | | blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Dein atmen hat etwas gewissen
haftes dein wort hin gegen viel un
gewisses etwas verloren liege ich

Dir in deinen wolken haaren er
blicke das rund der augen
brauen die sich zum gewitter ballen

Dein grün auge blitzt nicht schelmisch
es schleudert traumata donner &
doria schlag licht artig wut redende

Dir schaue ich über die schulter
blätter wie sie steigen wie sie fallen in
brünstig dein schluchzen

Dein kopf schütteln bringt mich
zum sturz flug aus dem haar nest in
kalte gewissheiten ein tauchend

Beitrag vom 8 April, 2014 (08:36) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die mächte der nächte

2 April, 2014 (16:48) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Kommentieren

Dort draußen herrschen grausige gestalten:
sie hecheln um die häuser böse geifernd
der albtraum schwitzt sich nass & kalt ereifernd
kämpft er sich durch das schicksal & gewalten
Die er niemals besiegen kann sie lauern
im innen wie im außen schnell verhallten
die schritte die imaginiert geballten
gewitter blitzen glichen aus den mauern
Bedrohten geister die niemand gerufen
die keiner forderte zu teufels pakten
die träume die die fäulnis bilder schufen
Zerstieben als die mörder hände packten
was noch an herz & mut war es zerpflückten:
sein atem zug ist hoffnung dem verrückten

Beitrag vom 2 April, 2014 (16:48) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Frieden

1 April, 2014 (10:59) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Du solltest deinen frieden machen
sagt der sniper
als er ab drückte
um diese botschaft zu versenden

Nur ein feiner faden bluts
sickerte verständnis
innig in den kragen
der kevlar weste das lächeln

Blieb

Beitrag vom 1 April, 2014 (10:59) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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