bis morgen häuslich

21 Mai, 2015 (01:09) | | zugvögel/wind.bahnen | 2 Kommentare

bis nachher, morgen, sind noch viele träume
bereit und in der playlist,
im luftschloss stehen leer die räume,
doch sagen noch nicht, welcher’s ist:

ist’s dies’ kabuff, die windzerschrägte kate,
die längst von mir befreite zelle,
das haus, in dem ich auf dich warte
wie türen auf der heimatlichen schwelle?

schon gestern hatt’ ich tief geträumt
vom umzug und dem wechsel der tapeten,
dass ich die alten wändekader ausgeräumt
und säße schon auf den raketen,

auf den’n ich reite zu dir übermorgen
wie münch’ aus seinem lügenhausen.
ich werde dir noch einen traum besorgen
und kämme mir schon mal die flausen.

(für julija)

(gelesen hier)

Beitrag vom 21 Mai, 2015 (01:09) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


wort all unser götter

25 Januar, 2015 (01:24) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

oh, was hab’ ich getan: doch nie dagegen?
als ich geboren wurd’, schon jene schuld
auf mich geladen, schweigverschwiegens wegen
die silben nur als taub vergess’ne huld.

oh weh, was ist mir jüngst dem vers entgangen?
welch’ volksbegehren will schon wieder tat
und denken nicht, doch schreien dem verlangen,
dem ich entgegensetzen kann kein’n rat?

vielleicht nur, dass das wort, geglaubt, verrat
ist, wenn wir es nicht singen, sondern schreien,
dass es gebeugt wird dann zum schlimmen schad’.

doch würden wir uns über grenzen trauen,
wir würden uns auch solche sünd’ verzeihen
und uns wie menschen an- und in uns schauen.

ögyr liest’s

Beitrag vom 25 Januar, 2015 (01:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


waagesänge

20 Januar, 2015 (23:27) | | herz & lenden | Kommentieren

wie wale singen wir zur nacht ein lied,
das keine sprache hat, es sei denn weh
der einsamkeit – in stillen wassern tief,
an die gestrandet, wir sind land und see

und küste zwischen ihnen, dass die welle
sich bricht an unser beider schlafgestade.
denn wir – in hin und her geschlummert zelle
verlangen uns auf anverwandter waage,

wo jedes wort, das ich noch lege, grunzt
verträumt im echo deines weiterzählens
der schäfchen auf die weid’ des schlafs, die kunst,

mit der wir flüstern uns die lieb’ der nacht,
auf dass wir träumten süß’res des begehrens
als salz, das schmeckt so traut dir dargebracht.

(@ julija)

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Januar, 2015 (23:27) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


mein weinen um die utopie

15 Januar, 2015 (04:30) | | alptraum/ego.wunde | 1 Kommentar

denn ich bewein’ ja nicht die gegenwart,
zwar auch, doch dass wir nichtmalmehr erscheinen,
in fried’ zu sein mit uns’rer menschenart,
dass wir statt zu umarmen und umbeinen,

armeen gegen dich und mich errecken.
kein einverstand herrscht, nur die teilend macht
den ausbeutern wir halten hin, verstecken,
was uns vereint, wo wir uns ausgelacht,

nicht sie, die uns die kriege aufgezwungen.
doch wären wir gemeinsam kämpfend front,
wir hätten uns von ihnen ausbedungen,

dass mensch wär’ mensch, dem feind ein güt’ger freund,
den übermorgen morgenröt’ besonnt,
wo beide wir sind endlich unumzäunt.

ögyr liest’s

Beitrag vom 15 Januar, 2015 (04:30) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


3 weihnukkasonette

20 Dezember, 2014 (00:55) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | 1 Kommentar

tannenbaum

er steht im frühling schüchtern unter bäumen,
die grünen gleich wie er, doch prall’ren blättern.
es herbstet, und es welken solche freuden.
wenn nebel wallen düster um die ecken,

steht er allein im immergrünen kleid,
ein stolzer träger seiner reifen nadeln,
erzählend uns von lichterglanz statt leid,
von fülle, wo sonst dürre äste adeln

die schweren himmel, die sich grau verzweigen
in ihm, der einsam reckt im dunklen walde
sein nadelwerk, dass himmel irdisch bleiben,

auch wenn es winter wird und sich entlaubt
natur und legt sich träumend schlafen balde,
wo uns erweckt, woran er grünend glaubt.

abendstern

er steht so hoch und überm horizont,
auf dass er uns sein glänzen treulich sende
durch alles dunkle, was sonst nichts besonnt.
er kündet von dem anfang allens ende.

so weit in himmeln spricht er uns doch nah,
dass liebe wird und nicht mehr hass der menschen.
sein licht ist, wo mir sehnend trauer war,
und wird die lange nacht erhellt begrenzen.

mit ihm wird tag in allen himmelssphären.
die nacht vertreibt sein abendlicher strahl,
wenn wir nur seinen lichterschein begehren

und schau’n ihn hoffnungsfroh und staunend an,
ob ende uns’re erdverbund’ne qual,
bevor noch unterirdisches begann.

morgenrot

es steht im osten, freude zu verkünden,
und ging doch auf so wundersam erhofft.
dass wir uns froh mit seinem rot verbünden,
ist botschaft, wo uns finsternis ins loch

verbannen will, ins grab, aus dem wir steigen
demselben unverzicht’ und roh entgegen.
wir gehen hin und meiden das vermeiden,
damit wir still nicht steh’n, doch uns bewegen.

siehst du’s? ich ahn’ es schütterschüchtern schon,
erträum’ es schlafvergessen in der nacht,
dass daraus morgen wird und licht belohn’

verdunkelten die stete lichtersuche.
was uns zuvor in düsteres gebracht,
erblüht uns hell gestabt in jenem buche.

ögyr liest’s

Beitrag vom 20 Dezember, 2014 (00:55) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


dem laub im herbste fällt die frucht

19 September, 2014 (00:24) | | herz & lenden | 1 Kommentar

„dass er meines angesichtes hülfe und mein GOtt ist“

wir sind so grau, mein bruder, an den föhren
und dürrem laub, wo fällt im herbst die frucht,
dass wir dem immergrünen werden schwören:
kein blatt sei uns, es sei denn auf der flucht.

ach, bruder, spürtest du mein so verwehen,
und sahst mich aus dem reifen hinverschwinden,
als wäre solcher blüte ihr vergehen
beschrieben wie das knospen am beginnen.

ich aber schlafe nochmal ein und träume
von bächen ungestüm gesalz’ner zähren –
ich irre durch die selbst gepflanzten bäume,

denn ich auch weinte ohne unterlass
und würd’ doch artig mich mit weib vermählen,
dass ich mit jenem tode mich befass’.

(für h.t.)

(ögyr liest’s – musik aus: j.s.bach, cantata „ich hatte viel bekümmernis“, bwv 21, la chapelle royale & collegium vocale gent, ltg.: philippe herreweghe)

Beitrag vom 19 September, 2014 (00:24) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


cape carnaval

6 August, 2014 (07:59) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„Blackbird singing in the dead of night / Take these broken wings and learn to fly“ (The Beatles)

ich hab’ ein gefühl wie cape can-ever-al(l) in den sixties,
aufbrechen müssend to the final frontier. gepresst aber von der tatsache der schwerkraft in den sitz,
wenn wir starten in den himmel, bislang nur mit fernröhren. ein scheitern am nicht ankommen können,
wohin ich gehöre, zu dir, weggehen also hier. kant sagt: „ich kann, weil ich will, was ich muss.“
könnt’ ich unterschreiben, wüsste ich, auf welchem papier, denn dem, das ich selber schöpfte aus der kleie der lumpen,
die ich war, vielleicht noch bin, vagantenseele, outer im inner space, inner im outer space.
dass der geist nicht weiß, was er ist und soll, ist der (ent-) täuschende fehltritt seiner schöpfung.
so singen die vögel, und wir wissen nicht, was ihr gesang bedeutet.
allein, dass er etwas bedeutet. natur kunstet nicht so füllig reich ohne hintersinn.
das ist freilich nur annahme, gleichwohl hoffnung. die, wenn ich schönheit sehe, nicht für mich (not for me),
aber gemacht ist für etwas, zumindest den prinz carnaval, singend am cape.

video.poem

Beitrag vom 6 August, 2014 (07:59) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


linie & korn

25 Juli, 2014 (05:04) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

rote linien auf den punkt
gebracht und countend zeitlos down,
allen schlimmen dingen klau’n
ihr s.o.s, in nacht gefunkt.

mein korn zielt reifend auf die kimme,
die beeren abgepflückt den sträuchern,
um dürr zu werden im mich räuchern,
dass stroh nicht werde meine stimme.

so ohm’ ich meine widerstände
und faraday and night die ladung,
voltare spannung und bleib’ harung
im teich der haie wilder wende.

ich netze durch die engen maschen
wie gut geölt mich als sardine,
und zwänge mich als serpentine
in dosen meines eingemachten.

i walk the line am seid’nen faden,
und träum’ vom punkt wie eduard
in buschens vers – und eh schon wart’,
dass kurvend werd’ auf ihr ich fahren.

video.poem

Beitrag vom 25 Juli, 2014 (05:04) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


juli.balalaika

7 Juli, 2014 (04:52) | | rausch (zustände) | Kommentieren

seit du in mir bist sommernächt’ger hall,
ist eine sait‘ gespannt von balalaiken,
die summt wie von den grillen wisperschall
und harret deines fingers auf mich zeigen,

dass du mich meinst und zupfest jene saite,
die dir jetzt singt mit meiner resonanz.
ein sommerlied wie das des schlafes schreibe
ich zwischen zeilen dir, mehr noch, ich tanz‘

mit dir durch seichte teiche, blaue bäche
in tage weniger, doch alle nächte,
wo ’n roter mond steht über deiner taiga,

das ist mein leib, ein echo deiner saiten,
die du dem dichter schriebst in seine seiten
am abend, wenn dir singt die balalaika.

(für юлия)

140706

video.poem

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (04:52) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


buhne | bühne | barke

5 Juli, 2014 (05:46) | | blut.bahnen/rauschen | Kommentieren

so weit der weg ins wasser meiner träume,
ein steg nur, schütter, buhne auf die bühne –
man säh’ mich, wie ich zeit und deren räume
vernichtete als einer, der sich sühnte –

zwar nicht, doch war an zücht’gen unterwegen
auf selbigen, doch nicht an deren rande,
war wohl ein sich bereit dorthin bewegen,
doch wand‘ dem ein die solch’ poet’sche bande:

die buhne, der das wasser wellend wehte,
ist nicht die bühne, der wir worte klauben.
kein messer ist’s, geschweige die machete,

der verse revoluzzertum erlauben.
so weit der worte weg, bleibt keine marke,
wir zeigen ihm, was würde seine barke.

video.poem

blaue stunde / april

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (05:46) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: blut.bahnen/rauschen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


rohr frei!

20 Juni, 2014 (06:41) | | rausch (zustände) | Kommentieren

metallisch reingeXINGt und rohrbefreit
verheißt gezinkte werbung freien schuss
auf mich, den freigeschützten, einverleibt,
und lässt mich zaudernd ziehen jenen schluss,

dass rohre der entwässerung verdruss
mir länger nicht bereiten, da sie dichter
als silbrig’ silben sind – kassiber kuss
zudem noch lippiger und leichtgewichter.

denn schrauben drängen tiefer in die daumen,
die hoch erreckte ich als downtowndowner
in meiner stadt, zu pflücken reife pflaumen.

ich ernte aus geschliff’nen videos
als fingerzeiger nicht, doch angeschauter,
was ist mein chic, mein -sal und nietend los.

video.poem

Beitrag vom 20 Juni, 2014 (06:41) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zügelos, entgleisend

9 Juni, 2014 (23:32) | | herz & lenden | Kommentieren

im gleis glimmt ein verlassener wagon,
erweichung stellt ihm schrift auf heißebahn,
im heizbeölten schritt friveuilleton
so schwitz auf gleis wie auf dem huhn der hahn.

die weich’ von rumgemacht verstellt antik,
selbst heimgereimtes wird zur lahmsamkeit:
der dichterhain, statt schweiß zu sein im fick,
macht sich im bett elysischlummernd breit.

was bleibet dann der zügelosen schiene
als fahrplan zum verspäteten vollzug?
wohl nur, was sich entgleißend doch erst ziemte:

der d-zug wie bei benn durch brenn’de nacht,
ein herrenharem im abteil, der trug
auf fingern sie statt versen, zung’entfacht.

video.poem

Beitrag vom 9 Juni, 2014 (23:32) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


1 minutes to the next whisky bar

5 Juni, 2014 (23:48) | | labyrinth/wort.gewebt. | 1 Kommentar

1. kaligula, vilnius

2. verwunden mein Herz | mit einer monotonen | Mattigkeit

Drei Verse aus der ersten Strophe von Paul Verlaines Gedicht „Chanson d’automne“ waren vor 70 Jahren der Code für die französische Résistance, den Beginn des „D-Day“ zu markieren. Lyrik als Beginn jeder Befreiung …:

Paul Verlaine: Chanson d’automne

Les sanglots longs
des violons
de l’automne
Blessent mon coeur
d’une langueur
monotone.

Tout suffocant
Et blême, quand
Sonne l’heure,
Je me souviens
Des jours anciens
Et je pleure

Et je m’en vais
Au vent mauvais
Qui m’emporte
Deçà, delà,
Pareil à la
Feuille morte.

Die langen Schluchzer
der Geigen
des Herbstes
verwunden mein Herz
mit einer monotonen
Mattigkeit.

Ganz erstickend
und bleich, wenn
die Stunde schlägt,
erinnere ich mich
der einstigen Tage,
und ich weine.

Und ich gehe fort
mit dem bösen Wind,
der mich davonträgt,
hierhin, dorthin,
ähnlich dem
welken Blatt.

Beitrag vom 5 Juni, 2014 (23:48) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


revolutionärrisch

6 März, 2014 (03:57) | | alptraum/ego.wunde | 1 Kommentar

es gilt, alle verhältnisse umzuwerfen, in denen der mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches wesen ist“ (karl marx)

arsch ist mittwoch wieder donnerstag,
und an den himmelssimsen graut’s schon bieder.
cruise missilend, wie ich sanfter schlief und lag
als dichter nimmer und wohl deshalb wieder.

kein vers zur nacht, nur fotos und die witze
von bill’gen tafeln, sonderangebot:
die sandte uns, den auraochs’nen fritzen
der herr, der ist allein nur unser gott.

wir nennen’s wikiped‘ theodizee,
dies oll’ problem der weitab liebenden,
und sind dabei die küste, nicht die see,

die schönen künste, die verschwiemelten,
als fas.net’s übernächtigtste der narren,
die zogen aus dem dreck des dichters karren.

ögyr liest’s

Beitrag vom 6 März, 2014 (03:57) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


schlaflied

23 Januar, 2014 (05:41) | | rausch (zustände) | 2 Kommentare

das maß des schlafes ist sein atem,
die seine und sonst keine zeit,
sein rhythmus eines sich erwarten,
das zum erwachen ist bereit.

des traumes trunkenheit hingegen
misst sich nach keinem milliliter,
vielmehr nach weiten, die verwegen
durchwandern wir als ihre priester,

die sunk’nen schlaf für heilig halten
wie das getränk, das zu ihm führ’!
es denk- wie träumend zu verwalten,

des dichters logbuch, ist gespür:
ein an und in sich umgestalten,
das schlafend legt sich vor die tür.

(siehe auch hier)

Beitrag vom 23 Januar, 2014 (05:41) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


hagebutten | Шиповник

13 August, 2013 (06:53) | | herz & lenden | Kommentieren

am anfang war der sommer,
er war heiß, und wir glückten
auf himmlisch, als angekomm’ner
dort – und bauten uns’re hütten

aus lichtem und loderndem stroh.
dann kamen die wolken,
und es wurd‘ herbst. und wo
sind wir jetzt, die uns folgten

einander, plötzlich verbunden?
am strauch schon welken die blüten,
doch reifen auch die hagebutten,
so rot wie vom kuss uns’re münder.

dem sommer folgt der herbst,
auch uns – und wir wissen noch nicht,
wer uns’re liebe dann erbt.
wirft sie schatten? führt sie ins licht?

ich pflücke dir hagebutten
von uns’rem noch zarten strauch,
hab‘ verbrannt meine alten kutten
in worte duftenden rauchs.

doch kann dich solch‘ feuer erwärmen,
wenn frierender winter wird kommen,
und mein seliges schwärmen
klingt dir nur noch beklommen?

ich leg‘ dir hagebutten, so rote,
ans herz und auf deine haut,
sie bluten so sanft wie vom tode
stand ich mit dir wieder auf.

und ich seh‘ dich glühen
wie hagebutten so schön,
jetzt im herbst, dem frühen,
durch den hand in hand wir geh’n.

(für ЮлиÑ?)

j&j lesen’s

Beitrag vom 13 August, 2013 (06:53) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


geschrieben der briefe fremd

24 Juni, 2013 (10:13) | | herz & lenden | Kommentieren

ich geschrieben
der briefe an weißt du
und erst antwort,

dann nicht mehr
erhalten, als
ich sandte der link

zu der text,
wo ich bin dein hirte
und schaf dich machst.

ich gesungen
der vielen lieder mit
schön die musik

und die noten selbst
auf die lilie
gesetzt, artig der liebe.

ich auch von schlaf
an dich gebettet
,
und dein foto

gebein mir gemacht,
mich zu umbeinen
und mit vers dich am

arm und drunter
das haar zu
liebkost, aber nicht willst,

weil kitzelt. ich darum zu
sterben nicht mich
gelegt, nur zu dem schlaf.

morgen ander tag,
du sagst, und
ich warten.

(an k.)

ögyr stammelt’s

Beitrag vom 24 Juni, 2013 (10:13) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


moppel

21 April, 2013 (03:21) | | Foto-Text-Projekt | Kommentieren

Beitrag vom 21 April, 2013 (03:21) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: Foto-Text-Projekt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


theaterraincognita

8 April, 2013 (05:42) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

sitzen im theater
ein schreiber und sein block:
sagt der block, da weißer fleck auf karte
zu viel geschriebener incognita,
dass lauscht der off’ne mund
des schreibers dem theaterweiter.

lümmeln in solch‘ lounge’ger runde
ein halb geleertes und – pendant‘
ein halb gefülltes glas:
klagt das zweite über manchen
furz ob völlerei der worte,
wo ersteres entleert sich schon.

schreiben dann ein wort
und seine metze sich
in selbem überschneidend ein,
fordern silben wie gefang’ne
in des texttheaters selbem bett:
ZUSAMMENLEGUNG JETZT!

liest er dann, was er geschrieben,
schreiber, off’nen sinns und stifts,
block, nun ohne furcht vor’m
schwarz der weißen zeichen,
sind text und sein theater
wie nie zuvor jetzt wieder eins.

ögyr liest’s

Beitrag vom 8 April, 2013 (05:42) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ariels (unartiges) sturmlied

30 März, 2013 (06:09) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

fünf faden tiefer liegt dein vers,
knoch‘ im grab, das aus korall‘ gemacht.
augen dort sind perlen, tief im fels:
fünf faden tief ist nächtens seine pracht,
denn nichts davon wird schwinden,
doch sich verdreh’n alsbald ins schwindeln.
nymphen schlagen dir die letzte stunde:
ficky-di-fuck!
horch! sie singen schon – von deiner wunde.

ögyr faciem fecit

nach William Shakespeare (from Ariel’s Song aus „The Tempest“):

Full fathom five thy father lies;
Of his bones are coral made;
Those are pearls that were his eyes:
Nothing of him that doth fade
But doth suffer a sea-change
Into something rich and strange.
Sea-nymphs hourly ring his knell:
Ding-dong.
Hark! now I hear them, – ding-dong, bell.

Beitrag vom 30 März, 2013 (06:09) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ex ill text

26 März, 2013 (04:44) | | herz & lenden | Kommentieren

wo bin ich, wann? warum?
fett auf dem klappstuhl der existenz
unter tastentänzer|nnen im ballettsaal
heute abend, beauftragt.

was war ich, werde? dann?
junger pionier mit castriertem bart
zwischen papier und zigarettenblättchen,
gekauft vom herzkranzgeld.

wie würd“ ich schreiten?
auf nacktem versfuß wege, die wär’n nicht so
wie ich geworden, was ich schrieb
als agnus meines hirten text.

Beitrag vom 26 März, 2013 (04:44) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


phi

18 Februar, 2013 (09:23) | | herz & lenden | Kommentieren

wie einst der sommer schweigt / nun der frühling schon von fern / und phrygisch eher als mixolydisch. // der blick vom dach eines hauses an / der straße auf die / wie sich wie / im zeitraffer die sonne dahinter senkt. // als wäre die zeit flinker geworden / ohnehin dunkelnder, denn die nacht / ist mein tag, bevor er / aufgeht über den dächern und städten und / hinter dem glockenturm / der schon wieder träumend schlägt. // fünfuhr: allzeit bereits der zweite autobus / dieselflüstert unten dem restschlaf der / einsteigenden nach. / und man steigt nie zweimal in den selben bus. // wie einst der winter sagte nichts / über den nächsten sommer, nun / der frühling nihil nisi bonum / über mich fröstelnden gevatter. / als wäre jedes nichts schon alles // und die sieche sonne auch die stolze / an ihrem namenstag vor dem des / mondes. seine krater in meinem banditen- / gesicht wie einst die küsse schwiegen / nun der zielgarettenleuchtenturm sich spiegelt / so ich vor solchem zu rauchen wage. // und mich / friert vor der ersten wärme des wilhelmsburger freitags / oder des in gaarden, werftgeparkt. / und mich / im freibad katzenaugen ansahen wie’s / bald fünfzighinterfötzigste weltwunder / geboren in der krippe der bald dadanach sexiger. // denn die jahrje schicken sich an / wieder nach dem frühling zu gehen / staffel vier, zu sehen demnächst in diesem phiaker. // und wie da die pherde schauten über ihren nüstern / die dampften an jenem morgen / nach dem nachtschweiß.

video.poem

Beitrag vom 18 Februar, 2013 (09:23) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


dritte regel:

5 Februar, 2013 (12:42) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

„Es gibt ein Mädchen, dem möchte ich die Angst für alle Zeit wegstreicheln.“ (Klavki: „Der Wolkenhändler“)

und frag“ nicht nach dem fraglosen, sondern
beantworte das, was keiner fragte.
sprich nicht, verschweige die losung.
passwort ist: unterseegang – flüsternd.

und rede nicht um das sprechen herum,
nicht umständlich gebrauche die sprache,
sondern den umstand des schweigens.
enthalte dich überhaupt der worte,

es sei denn, du machtest sie neu,
wäre „tod“ nicht eines, das sich
in lebendiges übersetzen ließe, wie als
fahrgast du charon über den fluss.

dritte regel: vergiss die zweite, erinnere
dich erst der ersten – und brich sie:
drei, zwei, eins. sage, singe
wie beim himmel-und-hölle-spiel die kinder,

zähl“ sie auf, die multiple-scheuen kästchen.
kreuze nichts an, kreuze, streiche durch
und dich an. mit weißer tinte schreib“
auf weißem papier: „und ich verschwinde.“

sound

Beitrag vom 5 Februar, 2013 (12:42) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


junge frau und alter mann

3 Februar, 2013 (07:50) | | herz & lenden | Kommentieren

du bist längst frau und schaust
mich doch aus mädchenaugen an,
die müde dessen scheinen, was mich zaust
an deiner jungen seite, alten mann.

du bindest schleifchen in dein haar
und auch an deine zauberbrust,
ans röcklein, dessen bist gewahr,
dass sicherheit die nadel hält der lust.

du bist so fraulich provisorisch
wie ich im graumelierten lebzeitgrab,
teilst mit mir, was längst illusorisch
schon schien dir, als ich um dich warb.

nun steht dein püpplein starr
und kreidebleich an meinem bett,
schaufensterlt mir, was einmal war
mit mir, als ich noch nett,

der kleinen schwester großer bruder,
die bänder schwang aus gummitwist.
du warst ihm reines, zartes luder
und darin ferner als gewiss.

denn junge frau und alter mann
sind längere der paare,
bis auch das lange fragt dann, wann
du es beendest meiner bahre.

(für l.)

ögyr singt’s

(musik: annett louisan: „die katze“ (karaoke-version))

Beitrag vom 3 Februar, 2013 (07:50) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zum neuen tage

6 Januar, 2013 (08:18) | | rausch (zustände) | Kommentieren

die uhr bald sieben, doch
sag“ ich nicht, dass morgen wäre,
bevor ich schiefer schliefe.

vielmehr erst dann, wenn
alles abgeräumt vom berge, der
noch zu tun und bergen war

am gestrigen der tage.
auf betten einer kohlenschaufel
schlaf“ ich nun ein, geschüttet

in mein schüchtern schichten,
ausverzehrt in meiner arbeit,
die zum trauern noch zu tun.

ögyr liest’s (zu wagners tristan)

Beitrag vom 6 Januar, 2013 (08:18) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


kleiner künstler

26 Dezember, 2012 (05:09) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„so close the infinatism and the infinate“ (scott carey in „the incredible shrinking man“ von jack arnold)

kleiner küster an kleiner küste:
das mondscheingebet unterm firmament
an die erschütternde erkenntnis,
schütter zu sein, schüttgut
des schicksals, das es nicht gibt, nur
den kosmos namens existenz.

nachts noch kurz zur küste geschlichen,
zum fleisch in den rötlichen fenstern,
hinter deren einem der angsthase hockt,
zitterndes wesen, herzschlag zweihundert.
das organ des denkens und das der
zeugung, beides verschrumpelt.

groß, so übergroß, wölbt sich mindestens
einer der himmel darüber. sein maul, gähnend,
mich aufzufressen in mein nichts
gelangweilter fülle, zu gemeinden unter die
überschaubarkeit gereckter kirchtürme,
demütig und daher voll des mutes,

dass auch die kleine küste an ein weltmeer
grenzt und auch der kleine küster an die
„gantz heilige schrifft“ reicht, kundig sie
zu lesen, zu deuten den eigensinn im verschwinden,
schwindelig von so viel kleinkunst,
irr noch kurz an deren gewaltiger stirn.

was, so wagt es zu fragen, wäre ich?
darunter versunken zumindest die frage,
welches mich erhör- und erhöhte aus dem,
was so klein meine message-größe wäre:
vergleichbarkeit in der verheißung, gottes
ebenbild mir zu bespiegeln in mir.

so untergehen im nichts der vernichtung,
um auf- sich zu ergehen ins dasein, das
verfluchte und gleichwohl erkannte und
somit angenommene und -gekommene.
ein spalt, eine verwerfung, die nicht
bodenlos bleibt, indem ich sie benenne.

ögyr liest’s

Beitrag vom 26 Dezember, 2012 (05:09) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


gans oder gar nicht

14 Dezember, 2012 (07:15) | | rausch (zustände) | Kommentieren

(ein weihnachtsnacktgedicht)

was meint ihr eselsflätigen, dass er auf euren rücken juckjucheereitend zu euch käme? dass botenvögel hätte er, die ihn begleiteten, die schon das alt gewordn’ne rom gewarnt vor der ankunft eurer, der barbaren? was meint ihr ganz oder gar vernichteten? dass es genüge, das fleisch zu fressen, dass euch in sünde stürzte und euch nun befreit? seid ihr so zahn- wie zahllos? oder schnäbelt ihr wie auch die gänse schon mal nicht nur das und den korn, sondern euch ein würmchen in eure gestopften mägen?

und was wäre, wenn ihr nicht mehr fräßet wie ein tier das andere, sondern zücktet die gerupften gänsefedern, zu schreiben damit dieses gedicht? was, wenn ihr liebtet die gänsehaut, wenn ihr friertet federlos in der nacht, wo euch bliebe nur der blick auf den grauenden morgen und stirn und stern? was, wenn ihr wart selbst das holz, aus dem gezimmert erst der karge stall seiner und damit eurer geburt, dann das erwachsene kreuz auf den hügeln vor eurer stadt? und was – wer fragt euch das? – wäre – und wo? – das grab, von dem ihr den stein rolltet, es und euch leer vorzufinden?

wer aber hieße euch dann, ich werde kommen, wer schon, wenn nicht noch ein kind? an welchem nabel hingt ihr mit ihm und welcher schnur, die verkrümmt verkümmert? wie schnattertet ihr im chor der worte? welch’s reimtet ihr und welches nicht an diesem orte, dem die gänse warteten auf golgatha?

wie lang schon wandelte der esel, der sessel, auf den ihr puptet und er im bauch der mutter ritt in das heim seines asyl-styles? wie viel trockenes stroh hat er gefressen und in wie vieles sich gelegt? störrisch schritt er, wollte nicht reisen, nicht tragen die schuld, die alle trägt. und sagte und sprach, er werde kommen, zu richten die lebenden, nicht die toten. denn zu letzteren geht kein trampeltamponpfad der trächtigen eselinnen und daher zu den lebenden. zu den lebern der gänse, die schreien in der nacht, einer werde kommen, ein fremder, ein barbar und nachbar, zu richten euer rom.

und wie verschiedet ihr an den knochen der gans, die man keinem hunde geben darf, er könnte an deren splittern ersticken? denn wie ihr verschiedet, wart ihr verschieden vom tod. lebendige wie die gans, die pickt und klickt und kichert. nun habt ihr sie gebraten, festtagsgemahlt euch in ihre flügeln“de gestalt. denn gänse können, aber fliegen nicht. sie laufen zumeist wie irre durch den stall. fliegen fiele ihnen nicht ein. denn etwas stopft ihre leber. die ihr fresst, die ihr genießt, genossen.

und so geht ihr auf den pfaden des esels und der seele, deren breiter, störrischer rücken euch trug. ihr geht aus, bevor ihr eingeht. und singt dann eure choräle vom „meinen jesum lass ich nicht“. ein ablasshandel mit den gänsen, ganz oder gar nicht. ihr wollt die erlösung in gänze und gänsen, ihr fresst sie auf. in euren benagten fingernägeln aber kehren ihre mägen wieder. und der esel, dessen rücken ihr gebeugt.

und der stern, den ihr rieft, euer reiten zu begleiten, blendet euch – mich. ihm folgt ihr wie ich in die krippe, wo ochs und esel grasen. trocken ist das heu solcher mahlzeit. feuchter seine exkremente. und das fett der gänse wird zu schmalz. und zu zehren davon. und zu tränen gerührt, es verdünnend, obwohl die sauce die köche daraus reduzieren.

und ihr rittet und röstet das fleisch, das euch hingegeben ward an das kreuz – des südens, die sterne, konstellationen. ein bild nur wie die gänse, die gar nicht wollen in diesen ofen.

ein federvieh an meinen federn, fleisch insofern von meinem fleische der worte, die reiten den esel. von hinten. er blökt. und schnatternd die gänse „die gantz heilige schrifft“.

ögyr liest’s

Beitrag vom 14 Dezember, 2012 (07:15) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


über die gräben

1 Dezember, 2012 (08:08) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

am heiligabend 1914 schwiegen die waffen
über den schützengräben in flandern:
ein „weihnachtsfriede“, der

sich spontan ergab bloß
aus erschöpfung der soldaten.
weil man in der erst mensch wird,

wie du dich gräbst in den schlamm,
weniger wirst, als du ohnehin
weniges bist, wird das geringe

fülle, freundschaft, erbarmen.
und die surrenden kugeln
verheeren für einen weltkugel-

augenblick nicht mehr
die herzen, auf die sie zielen.
still ist die nacht, die senkt

sich über die gräben
in uns als grab uns’rer zwietracht mit
den himmeln in uns.

ögyr lässt’s heilignüchtern singen und spricht’s

Beitrag vom 1 Dezember, 2012 (08:08) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


so genannt nachts nah …

29 November, 2012 (07:07) | | herz & lenden | Kommentieren

„einer, der noch barfuß geht im herzen“ (klavki)
„ihr, die ihr auftauchen werdet aus der flut, gedenkt unserer mit nachsicht“ (brecht)
„und durch tränen sähen sie aufs meer und dufteten nach flieder“ (basta / william wahl)

… am feuer(fahr)wasser gebaut,
indianisch auf pfaden,
die noch finden den byebyepass
des herzbluts, so genannt,
in die drückerkolonnenschwarzen
seiten der ZEIT(ung) vergossen,

aus der, so genannt „edelFEDER“,
wie aus dem rest der youtube
gepresste liebeslieder
an was wie LIEBE und
großes wie POESIE, dies und das
in das so genannte leben.

was aber, LEBENdige, ist das?
eine weit’re mitter(schwitz)nacht
wie bleiern schlafes vormittags danach,
ein zögerzaudern und weiter-
wehen, denn nah ist mein NACH,
ein schmerz NICHT, der

durch meine mittel, LIEDER,
betäubt enttäuscht sich
seiner taten. und euch,
ans wasser gebaute. stürmisch
sind wir genährte wie genäherte
in der auftauchenden flut.

ögyr raunt’s

Beitrag vom 29 November, 2012 (07:07) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


ändere das gedicht, es braucht es

15 Oktober, 2012 (02:37) | | Foto-Text-Projekt | Kommentieren

sie liegen meist dort,
wo du sie nicht suchst,
die toten in ihren gräbern und die auswege.

so liegst du zu zweit
in zwei särgen zugleich.
dabei weißt du doch: man kann nicht auf der zwei tanzen.

sie schlafen meist dort,
wo du sie nicht weckst
und sie nicht wachsen, die dornen und röschen.

so setzt du zwei sätze,
das gleiche motiv, gleich
zweimal voran, variierst es sogleich und fragst dich dann:

wo ist er, der kampfplatz
für den frieden weniger
als für deine befriedigung und lösung des krampfs?

er liegt schlafend meist dort,
wo du ihn nicht träumen kannst,
es sei denn, du änderst dich und das gedicht.

Beitrag vom 15 Oktober, 2012 (02:37) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: Foto-Text-Projekt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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