Will-code-Html-for-Food

13 Mai, 2010 (19:33) | | tage-bau | Kommentieren

Mein Html inklusive einiger „Geekness“ lässt unseren tage-bau unentwegt durchs Netz schippern. Deshalb möchte ich ein Nerd & Geek-T-Shirt.

Psst! Wenn Du mir etwa statt Food ein Shirt schenken magst, hier geht es zu dieser „Shirt vs. Link“-Aktion.

Du darf’st es aber auch selbst behalten!

;-))

Entdeckt bei perun

Beitrag vom 13 Mai, 2010 (19:33) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


unbelievable

18 November, 2007 (19:16) | | tage-bau | Kommentieren

WIR SIND DA, FAR FROM OVER

Beitrag vom 18 November, 2007 (19:16) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


14 November, 2007 (23:24) | | tage-bau | Kommentieren

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Tagebau!

Grüß?le, Euer da Bosse. ;)

Beitrag vom 14 November, 2007 (23:24) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


[bdn 42] Still! Leben!

5 August, 2007 (19:29) | | tage-bau | Kommentieren

Die Äste dieser Bougainvillia
Altern nicht
Sie gehen auf in Blüten
An den Spitzen

Und der Hibiskus
Wirft die seinen
Pinkfarben gelegentlich
Weg wie nichts

Die Rosen ringen
Sich zu ihnen durch
Und zeigen ihre Dornen
Heute frisch gespitzt

Und der Flieder gibt
Sich mit ein paar Resten schon zufrieden
Diese von mannigfachen Faltern
Dicht besetzt

Der Blauwurz überwirft sich
Mit Kaskaden hellblau
Und das Grün dazwischen
Ist wie fehl am Platz

Und die Geranien schließlich
Sehen sich zu roten
Farbattacken animiert
Nach Wasser dürstend

Beitrag vom 5 August, 2007 (19:29) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


müssiger Sonntag

5 August, 2007 (14:05) | | tage-bau | Kommentieren

Jüngst schrieb ich im Forum imloop.de:
„Buch gekauft: Dope Stories, von Howard Marks.
Werde mich jetzt in den Garten legen, untern’n Walnussbaum, und lesen. Nicht ohne dabei zu rauchen ;-)
Mal schau’n, ob „Mr. Nice“ mich nett unterhalten kann.
Mehr will ich gerade nicht. Vielleicht noch den blauen Himmel, der durch’s Blätterdach scheint.“

Paar Tage und einige Buchseiten weiter weiss ich nun, dass Howard Marks mich tatsächlich unterhalten kann.
Empfehle die Stories hiermit weiter.
Ansonsten wie gehabt: Walnussbaum und Blätterdach, blauer Himmel, grauer Rauch.
Ein müssiger Sonntag. Ganz nach meinem Geschmack. Später noch in den Biergarten radeln.

Beitrag vom 5 August, 2007 (14:05) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Provozierende Aussagen

2 August, 2007 (14:16) | | tage-bau | 5 Kommentare

Schriftsteller sind keine lebensfähigen Kreaturen. Alles was sie bewegen sind Worte. Und dies auch nur solange deren Buchstaben nicht zwischen Buchseiten fixiert sind.

Beitrag vom 2 August, 2007 (14:16) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


Getroffen

2 August, 2007 (13:51) | | tage-bau | Kommentieren

Es trifft sich, dass man sich gern trifft
Und sich umarmt und furchtbar herzt
Und sich so drückt, dass es fast schmerzt;
Man fühlt sich beinah wie bekifft,

Wenn man sich in die Augen schaut;
Und spürt ein Kribbeln in der Brust
Und hat wild aufeinander Lust
Und lacht andauernd viel zu laut;

Man stiehlt sich ständig einen Kuss
Und grinst verzückt und blöd und dumm,
Spielt laufend aneinander rum,
Weil man sich einfach knuddeln muss:

Es ist nicht nur der Frühlingstrieb,
Der diesmal zwei verrückt gemacht;
Es ist das Feuer, das entfacht,
Wenn man sich sagt: Ich hab Dich lieb.

Beitrag vom 2 August, 2007 (13:51) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Irrlichter

31 Juli, 2007 (23:19) | | tage-bau | Kommentieren


            Ein Witz der Sprache
                   flackert durch die Felder der Wörter  
                         Chrysanthemen
                               Fantastische
                                 Banalitäten
                                    in steinigen Schuhen

                                      Ein Zebra rollt 
                                   sein kapital verraucht
                                in den Nebel 
                          ein bisschen noch ein bisschen 
                 Das Parlament verschreckt 
         die Atmosphäre glüht

                  Preziös
                    Meine Nase /pickt ins Feuer
                      Die Sonne verschwunden
                               Das Wasser auch
                                    im Abgrund Irrlichter barfuß 
                                             betrunkener Katzen

                                             Plötzlich Knoblauch
                                      über den Fluss auf den Spuren 
                                   der Dudelsäcke
                                im Regen der Schatten 
                           Sie grüßen die Bestien

                           Regenbögen
                             kristallisiert  in Schluchten
                                 Trompeten gurren 
                                         Pferde auf den Rücken

                                                 Buntstifte meine Kusine 
                                                     Tiger in langen Gewändern
                                                             Theater oh meine Finger
                                                                  verzückter Holunder gaukelt 
                                                                        und malt die Sonne schwarz

                                        Die letzte Seite der Nase
                                   explodiert zerrissen
                                      Hornissen umschwärmen 
                                           den Mond
                                                in der Hand des Nebels 

Beitrag vom 31 Juli, 2007 (23:19) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


[bdn 51] Chronometer

31 Juli, 2007 (09:34) | | tage-bau | 4 Kommentare

Es ist aus Gold der schweizer Chronometer,
Er zeigt sie an, die Zeit. Es ist schon spät.
Es war der Streit im Kern, der Zorn gesät.
Der Zeiger ruckt. Und es hilft kein Gezeter.

Die Unruh klickt. Der schnelle Blick verrät:
Etwas geschah. Der Träger ist kein Täter,
Er ist ein Opfer, und verstohlen späht er,
Als spitz ein Hahn den Morgen rufend kräht.

Er schleicht sich in ein Haus im Morgengrau,
Die Augen stier, noch voller Schreck und Grauen.
Er wird aus dem Geschehen nicht mehr schlau

Und kann auf dieses Netzwerk nicht mehr bauen.
Die Zeiger zeigen’s an, er weiß genau,
Nur eines bleibt ihm noch: sein Gottvertrauen.

Beitrag vom 31 Juli, 2007 (09:34) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


025 — Jürgen Gisselbrecht (Text) | Sylvia Hagenbach (Foto)

31 Juli, 2007 (00:01) | | Foto-Text-Projekt, tage-bau | 1 Kommentar

Sylvia 025
Seit zehn Stunden fahre ich immer die gleiche Route. Nein, ich kenne diese Stadt nicht. Ich bin einfach am Bahnhof ausgestiegen und in den nächsten Bus gestiegen. Bus 224. Die Fahrkarte hat einen Tag Gültigkeit, ich kann also einen Tag fahren, wohin ich will. Ich will jetzt immer die gleiche Strecke weiter gefahren. Noch sieben Stunden kann ich fahren. Nach den ersten fünf Stunden kam der Busfahrer zu mir und fragte wirsch, ob ich eine Fahrkarte habe. Nach weiteren drei Stunden kam zum zweiten Mal die gleiche Kontrolleurin und schüttelte den Kopf als sie mich wieder sah. Die Bäume schütteln auch den Kopf, aber das hat wirklich nichts zu sagen. Manchmal begegnet uns der Bus in die Gegenrichtung “ immer sind es andere Menschen, die darin sitzen. Aber immer sitze ich im gleichen Bus. Je dunkler es wird, um so besser kann ich mich im Glas spiegeln. Die Mitfahrer bemerken mich nicht, wundern sich nicht, sie sehen mich einmal und nie wieder. Was ich mache, wenn die Fahrkarte abgelaufen ist? Ich fahre mit dem nächsten Zug zurück.

Foto-Text-Projekt: go2go

Beitrag vom 31 Juli, 2007 (00:01) | Autor: adminxx1 | Rubrik: Foto-Text-Projekt, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


was hat das zu bedeuten?

30 Juli, 2007 (18:47) | | tage-bau | 6 Kommentare

Manchmal bin ich ein trockenes Meer.
Dann lecke ich den Honig mit der Zunge von der scharfen Messerklinge.
Zuweilen mischt sich Blut in die Süsse.
Schmerz und salzige Sturmflut.

Beitrag vom 30 Juli, 2007 (18:47) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (6) Kommentare


Regen gerufen?

29 Juli, 2007 (23:41) | | tage-bau | Kommentieren

Gestern trug ich in meiner Ausstellung im Pomonatempel Potsdam
Gedichte vor, einige zum Jahr des Wassers in Brandenburg.
Habe ich den Regen gerufen?
Denn heute fiel er, fällt noch, dauernd mich berauschend
auf Schirme, Straßen, Bäume, Dächer…
Ich trug zum Beispiel so ähnlich vor wie dieses Wasserwandern.


        Wettertouristen
             wandern im Wasser

                 Lichter schreiben Liebesbriefe
                              in winzige Wellen
                           Schwäne watscheln                           
                 in das Schwimmbad 

                          Der Sommer segelt 
                              über See
                                    in die Regenrevue

                                         Leinen los 
                          Blaue Paradiese
                zum download bereit
  
Beitrag vom 29 Juli, 2007 (23:41) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Frank W. und der Schwarze Mann

28 Juli, 2007 (20:17) | | tage-bau | Kommentieren

Der Novemberregen ist ein ungemütlicher Geselle. Die Tropfen stechen ins Gesicht wie Nadeln. Nicht einmal der Hut will so richtig helfen, wenn der Wind die Tropfen verwirbelt.

Es war rasch kälter geworden nach diesem warmen Oktober, der sich meist wie ein Altweibersommer angefühlt hatte. Die Blätter hatten sich zwar verfärbt, besonders den Albtrauf hinauf, aber sie waren an den Zweigen geblieben, immer wieder durchbrochen von ganzen grünen Segmenten. Welch ein schöner Oktober das gewesen war, voll fast unwirklich leichter Beschwingtheit, wie eine geschenkte zweite Jugend.

Plötzlich ist der Himmel aufgerissen, und der fahle Mond wirft diese harten Schatten, die an Scherenschnitte erinnern. Nur die Sonne im Süden, wenn man näher an den Äquator kommt, kann so scharfe Schatten schneiden, bei denen das Auge fast keine Chance hat, den Übergang zwischen gleißend hell und stockdunkel zu finden. Der Strich ist schmal und mitleidlos.

Frank W. geht seine tägliche Runde, die seine Unruhe, den Stress, in gelaufene Meter umsetzt. „Wie sehr der Mensch doch das Fluchttier aus der Savanne in sich trägt!“, murmelt er nachdenklich bei sich. Anspannung und Gefahr führen zu Ängsten und dem Drang, zum Davonzulaufen im wahrsten Sinne des Worts: Nächtliche Panikattacken als Antwort auf die Druckkulissen des Alltags, wer kennt sie nicht.

Nachdem seine Uhr, der Schweizer Chronometer, bereits 22:45 Uhr anzeigt, als er darauf schaut, weiß er, dass in Kürze die ersten Straßenlaternen ausgeschaltet werden. Punkt elf werden sie ausgehen. Dann wird das Terrain noch gespenstischer, als es durch den leisen Herbstregen, dessen Wolken Sterne und Mond verhüllen, schon geworden ist.

Die Tropfen schlagen sanft auf den Stoff des schwarzen Regenschirms, den er aufgespannt hat. Die Brille war benetzt worden, die Tröpfchen hatten an Mund, Ohren und Wangen gezupft. Er ist rasch aufgespannt gewesen. Da, Schlag 23:00 Uhr, gehen die Lampen aus, und die Schatten verändern sich abrupt.

Frank W. geht raschen wiegenden Schritts, den freien Arm zum Schwungholen bewegend. Plötzlich hat er das Gefühl, dass er hinter sich jemand hört. Ein graues Etwas streicht über seine Schultern und bildet sich auf den kahlen Strukturen der Büsche ab. Ein kalter Hauch streicht über die auf einmal mit einem Schweißfilm bedeckte Stirn. Schmatzende Gummisohlen tappen in kleine Pfützen.

Sein Schritt wird ausgreifender und der Atem flacher und schneller. Es bildet sich ein leichtes Drücken in der Magengrube. Die Augen versuchen das Gesehene nachzufahren, der Kopf pendelt wie ein Sucher hin und her, um so das Gesichtsfeld zu erweitern. Die Muskeln spannen sich an, die Gegend wird nach Deckung, die Sicherung, und nach Umrissen, die Gefahrenquelle bedeuten, abgescannt.

Frank W. bewegt sich wie Arnie Schwarzenegger in „Predator“. Es fehlt nur die Kriegsbemalung und die Bewaffnung. Als er um die Ecke biegt, scheint der graue Verfolger ihn zu überholen. Plötzlich, im Licht der nächsten Laterne, fällt der Doppelgänger in sich zusammen.

Die Ruhe kehrt zurück, ein tiefes, nachhaltiges Durchatmen schafft, mehrmalig ausgeführt, Abhilfe beim rasenden Herzschlag. Der Adrenalinausstoß lässt nach, das angespannte Blecken der Zähne wird wieder zum amüsierten Lächeln über sich selbst.

Frank W. lässt die vergangenen Tage Revue passieren. Das Leben war in schwere Wasser geraten. Sich in den Strudeln zurechtzufinden, war beinahe eine Unmöglichkeit. Hin- und Hergerissen zwischen Pflichten und Verpflichtungen, zwischen Ansprüchen und Erwartungen. Es war beinahe ein Rätsel, dass er noch am Stück war, aber das war er nur äußerlich.

Er stapft in den Hohlweg, als die zweite Serie der Laternen ausgeht. Es ist 23:30 Uhr, die Gemeinden sparen. Die Schlagschatten verändern sich aus dem Nichts, was ausgeleuchtet war, fällt ins Anthrazit, das Graue ins tiefe Schwarz. Knirschend hört er einen Fuß den Boden berühren, und wieder steigt die Angst aus den schwarzweißen Wallace-Filmen aus dem Boden die Beine empor.

Die Ängste vermischen sich, die aus der Seele mit denen aus der wirklichen Welt. Der Schwarze Mann wird zum Sinnbild einer Bedrohung, die so umfassend und körperlich spürbar wird, dass Frank W. in einen leichten Dauerlauf fällt. Zu sich findet er erst wieder, als er nach hastigem Schlüsselsuchen zitternd die Wohnungstür aufgesperrt und erleichtert hinter sich zugeworfen hat. Als er in der Küche vor einem Glas Wasser für den trockenen Gaumen auf den Stuhl sinkt, kann er sich nicht einmal erinnern, wo er die letzten Meter entlanggelaufen ist. Der Schweiß rinnt ihm in seine Pofalte, obwohl ein kalter Zug über sein Gesicht zeigt, dass der Herbst in den Winter kippt: In den nächsten Tagen wird er fallen, der erste Schnee.

Das Gedicht zur Geschichte:

Schattenwanderer

Man denkt, ich wär ein Nachtschattengewächs.
Man spekuliert auch, dass ich heimlich hex.
Man sieht des Nachts mich um die Häuser wandern.
Im Grau erkennt mans kaum: Ich gleich dann andern.

Und in der frühen Nacht sieht mich der Mond.
Der Sternenhimmel hat mich oft belohnt.
Im Gehen kommt das Rätseln und das Denken,
Man wägt sich selbst, will ruhig Schritte lenken,

Will sich begreifen und den Lauf der Welt.
Man will das Schicksal meistern, das sich stellt.
Man spürt den frischen Wind und die Magie.
Man lässt sich auf sie ein und wächst durch sie.

Ich schau vom Außen auf das eigne Innen
Und will im Schatten mich auf mich besinnen.

Beitrag vom 28 Juli, 2007 (20:17) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Nico fongespräch

27 Juli, 2007 (19:19) | | suppenküche | 4 Kommentare

»Was?, zum Kuckuck. Wolkenheim?, Elfenbein?« Ob das Elefanten seien, die da schreien, fragte sie am Telefon. Mir sei schon klar, dass meine Wohnung viel zu klein, für mich allein zwar groß genug, »..doch denk nur mal, es kommt Besuch oder jemand der länger bleibt!«
Also eines von diesen Gesprächen, bei denen man sich die Augen reibt.
Das treibt mich aber nicht zum W’ehe. Ne, ich sehe das nicht so eng.
»Nein. Von denen hab ich keine hier.«
Mir haftete das Shirt am Leib und noch zudem saß ich 1-Bein-Breit im Origami-Yoghurt-Sitz, verschwitzt und reichlich unbequem.
»Vielleicht hast du sie im TV?«
Boa. Was für eine Frau?
»Mein Fernseher ist gar nicht an. Weil ich so früh nichts gucken kann. Es macht mich krank, wenn ich da seh‘, Wer, Wie, Was alles so in Talk-Shows geht und zwischen Always-Ultrabinden und Zewa-Wisch-Ihn-Weg-Den-Dreck der Glotzgemeinde stolz verzählt, dass ihrer wohl am besten oder aber der von der eh gar nix kann.«
Ein Gespräch von nebenan: Sie hätte eh drei Männer im Schrank. Die könnten jedoch nicht nageln. Sie Nüsse es selber machen, krachen, lachen.
O Mann. Wollen die Leute das wirklich sehen? Liegt es an mir, dass ich den Grund von diesem Schund nicht verstehen kann? – Oh Sorry – natürlich will ich das sozialpolitische Engagement nicht zerreißen, mir darum gehörig auf die Zunge beißen, beim Hören und Sehen denen zugestehen, dass sie es ja wirklich nur gut meinen. Auch wenn es keinen Grund dazu gibt.
»Aber da ist doch was. Was kreischt denn da?«
Naja, sie lässt halt nicht locker!
»Ach, dieses, du, Kanu, dass man soweit das hören kann? Mein Deckenventilator quietscht ein bisschen. Nicht viel, nur ein wenig.« Dafür aber echt elendig. Wie quälende Quallen, würde man sie denn hören, wenn sie aus einem, wie meinem, dem 4ten Stock fallen und sie sich des großen Klatsches bewusst, in platsch platzender Todeslust die Tyrakel, äh, Tentakel selber in den Dipsy, Lala, äh, Po, wo immer der bei Quallen ist, schieben und dabei mächtige Schwellungen, in Form von Riesenhämorriden, kriegen würden.
»Du spinnst!«, Sie grinst süßen Honigtau.
Ja klar. Und z’war jede Woche einmal im Tage-bau.

Beitrag vom 27 Juli, 2007 (19:19) | Autor: adminxx1 | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | (4) Kommentare


Des Pudels Kern

25 Juli, 2007 (23:18) | | tage-bau | 2 Kommentare

 
                                                  Verwirrter
                                                Zander Zelte 
                                       zittern auf Stoppelfeldern
                                    brennende Brennesseln zetert 
                               der Zapfen im Apfelbaum
                                  unbegrenzte  Flüsse auf den Wipfeln
                                       schallende Schellen im Haus aus Eis
                                              der Fische Scherben 
                                                 am Rand des 
                                                             Regens
                                                                  im Sand 
                                                                       der Stimmen

Beitrag vom 25 Juli, 2007 (23:18) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Pudels Kern

25 Juli, 2007 (19:35) | | tage-bau | 5 Kommentare

Fast wie von selbst erhebt sich eine Frage:
Was ist dem Menschen seines Pudels Kern?
Gehorcht der Mensch dem Hund? Der Hund dem Herrn?
Drum merket auf, was ich Euch hierzu sage:

Der Mensch hat seinen Pudel oftmals gern.
Und manchmal führt er still die leise Klage,
Das Gassigehn wird winters schon zur Plage,
Doch sei der nächste Winter ja noch fern.

Die Denkungsart führt ab vom graden Wege
Zu der Erkenntnis: Was sagt uns der Hund?
Ist er denn mehr als reine Kreislaufpflege

Zur frühen Morgen- wie zur Abendstund?
Die Frage ists, die ich in mir bewege,
Genau dieselbe tue ich jetzt kund.

Beitrag vom 25 Juli, 2007 (19:35) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (5) Kommentare


Ein blauer Tag

25 Juli, 2007 (15:30) | | tage-bau | Kommentieren

Es ist ein blauer Tag. Und mehr ist nicht zu wissen.
Der Drachen steigt, die wilde Bö ins Herz zu küssen.
Will immer, immer höher, weiter fliegen müssen.
Die Sonne ruht im weichen weißen Wolkenkissen.

Es ist ein blauer Tag. Doch er verführt zu Schlüssen,
Die, falsch gefasst, ein zart gewebtes Netz zerrissen.
Es ist ein blauer Tag. Es scheint dies Bild verschlissen,
Zerfetzt das Ohr von fernen, lauten Böllerschüssen,

Die vor der Zeit der Welt den großen Sieg verkünden.
Es ist ein blauer Tag. Es wird sich keiner finden,
Weil alle Taten in ein kaltes Garnichts münden,

Weil alle sich in Wirklichkeit vergeblich schinden,
Uns das Gegebene als richtig zu begründen.
Es bleibt ein blauer Tag, gestreichelt von den Winden.

Beitrag vom 25 Juli, 2007 (15:30) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ausstellungsspiel

24 Juli, 2007 (23:11) | | tage-bau | Kommentieren

Schön war die Eröffnung meiner Ausstellung
Jetzt bin ich gespannt, ob Besucher mitspielen.
Ich fordere sie nämlich auf,
die Bildertitel als Gedichte zu nehmen und umzuformen
(zum Jahr des Wassers in Brandenburg)
Drei Titel, schon zusammengestellt, lauten so:


  ertrunkene gedichte       ein schweizer sagte mir:
      die zunge rudert                    "ich hab angst vor den deutschen"
        im ozean der zeit                         "wenn die weltmeere steigen
                   wörter                                  fliehen sie zu uns"

                wasserfälle                                  in sätzen                                             
             und gedichte                                unendlich 
                    ein meer                                ich schwimme auf                                                             
                     und ich erfinde                    den höchsten berg                                              
                             und versinke            in der schweiz         
                                     
                                               das ufer ruft
                                                  das echo
                                                     schweigt 

Beitrag vom 24 Juli, 2007 (23:11) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Elfenbein

20 Juli, 2007 (20:07) | | suppenküche | 2 Kommentare

Sie fielen.
Vor vielen Tagen voller Fragen, wenn nicht gar vor langer Zeit, wuchsen kleinen Wesen Flügel, denn es tat den Göttern Leid, um jene winzigen Dinger, die so zart geworden waren, dass die kleinen feinen Beinchen sie nicht tragen konnten.
Eins von ihnen war bekannt und wurde Emerelle genannt. Denn als erste ihrer Art nahm sie die Dinge, die sie schnürten, selber in die Hand. Jedoch, drollig, toll, voll krumm und nicht gerade elegant, stellte sich die Kleine, ganz allein auf sich gestellt, ungeschickter nimmer an.
Sie trug die Dinger auf dem Rücken, tat sich mühen, tat sich bücken, teils ging sie auf Krücken durch die Welt. Ein buntes Kleid von Traurigkeit, in allen Farben froh, gefiel, weil sie’s nicht besser kannte.
Erst im Freien, erst im Fallen, feuerte die Glut in ihr, nahm sie allen Mut zusammen, aus ihrem heftigen, kräftigen Herz heraus und siehe da, sie schwirrte wundervoll. Ohne irgend nachzudenken, hatte sie gehandelt. Wog nicht mehr und flog im Sonnenschein daher.
Wer hätte so etwas gedacht? Hier oben sah es himmlisch aus und jede Brise ließ sie tanzen. Herrlicher war es zu schauen. Hinter grauen Regenwolken, lag der blaue Horizont und hinter diesem bunte Wiesen, Blütenmeere voll und toll, es gab noch mehr zu sehen.
Seit diesem Tage, keine Frage, war’s Kreuzbuckeln vorbei!
„Warum nur gehen, wenn ich fliegen kann -, weshalb denn stehen, wenn ich sehen kann -, wo ich noch nie gewesen?“
Nun machte alles Sinn.
Ihr wurde klar, wie dumm und stumm sie bislang war. Sie nahm sich eine Kinderschar, durchzauste sich ihr braves Haar und wart fortan nicht mehr gesehen. Jedoch, ich glaub: Ihr Feenstaub kommt täglich an. Ein jeder kann den Soldes Wert in seinem Herzen finden. Wenn er flügge Schlag um Schlag, in jedem Morgenmeer das Gestern mag.

Beitrag vom 20 Juli, 2007 (20:07) | Autor: adminxx1 | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Vigor Fortsetzung vom 11.07.07

20 Juli, 2007 (15:11) | | tage-bau | Kommentieren

Seit dem 13. März, 2007 kann man die Geschichte von Nurel wöchentlich verfolgen.
Zum Besseren Einstieg rate ich dort:
http://www.tyrakus.com/wordpress/?p=268

Dann setzten sich Nurels Träger in Bewegung, voran schritt Nathan Kairoyan.
Nurel spürte die feuchte Wärme der Region, die einem den Atem zu rauben schien. Er vernahm viele Schritte, die hinter ihm gingen. Gemurmel und Gebrabbel war zu hören, doch nur leise und undeutlich. Die Geräusche klangen gedämpft und schwach durch die Blätterhaut. Lange Zeit marschierten die Geschöpfe ihren Weg entlang, bis Nurel das Meer rauschen hören konnte. Vermutlich erreichten sie endlich den Hafen. Nurel spürte, wie er nach oben gehoben und abgestellt wurde. Das Raunen und Tuscheln verstummte. Ein merkwürdiges Schweigen erfüllte die Luft. Eine Hand legte sich auf seine Stirn. Es fühlte sich durch die Blätter äußerst befremdlich an.
„Der weiße Mond bestimmt über unser Schicksal. Er schenkt das Leben und schickt den Tod. Der Verlustâ?¦“ die Stimme Zakasar wurde immer leiser, obwohl Nurel wusste, dass der Vertraute genau neben seinem Kopf stand. Nur das Meeresrauschen konnte er wahrnehmen. Das Geräusch veränderte sich zu einem Flüstern:
Lausche nicht dem Sterblichen. Vertraue deinem Vigor, vertraue deiner Luzidität. Lausche deiner inneren Stimme. Allein gehe deinen Weg, traue keinem Geschöpf. Traue niemandem. Allein du weißt, wer du bist. Gefahren lauern überall. Ehre den Mann, der dich liebt, lasse nichts zwischen Euch! Gefahr droht auch ihm.“,leises Plätschern war zu hören, dann nochmals das Flüstern:
Kehre zurück, Nurel! Verlasse die Welt der Seligen! Atme Nurel! Dein Herz muss schlagen! Gefahr droht!“Gefahr? War Unasuh etwas zugestoßen? Ohne die Hilfe seines Freundes würde er auf den Meeresgrund sinken, noch bevor er die Kontrolle über seinen Körper erlangen würde, wäre er ertrunken. Woher kam diese Stimme? Jedes einzelne Wort nahm sein Gedächtnis auf, als hätte er es auswendig gelernt.
„Leinen los!“, die tiefe Stimme eines Mannes weckte Nurels Aufmerksamkeit. Offensichtlich befand er sich bereits auf dem Schiff. Von Nathan hatte Nurel erfahren, dass alle Familienmitglieder Kairoyans an der gleichen Stelle dem Meer übergeben wurden. Während das Schiff diesen Ort ansteuerte, erklang eine wundervolle Elegie vom Ufer her. Auf dem Schiff herrschte absolute Stille. Nurel hatte keinen Anhaltspunkt wie viel Zeit ihm noch blieb. Als man damit begann seinen Körper auf der Unterlage zu befestigen, beschloss Nurel ins Leben zurückzukehren. Ein Seil lag fest auf seiner Stirn, das zweite verlief eng über den Brustkorb, eines über den Hüftknochen und das vierte wurde über die Knie geschnürt. Zum Schluss wurde der fünfte Strick längs über den Leib gebunden. Der Trauergesang entfernte sich, verstummte bald in der Ferne und wurde vom Plätschern der Wellen überdeckt. Dann hörte er leises Trommeln, rhythmisch und klangvoll, welches gemächlich lauter wurde.
Nurel bemerkte seinen Herzschlag, wie er langsam kräftiger und regelmäßiger wurde. Hatte er einen falschen Zeitpunkt gewählt, wäre alles umsonst.
„Charis! Wir erreichen den Ort Eurer Ahnen. Es ist an der Zeit Euch zu verabschieden!“, Zakasar sprach leise. Durch die Blätterhaut spürte Nurel die Hände seines Vaters auf seinen Schläfen.
„Mein Leben, meine Hoffnung, mein Sohn!“, Nathans Stimme zitterte, er atmete schwer, „Meine Liebe zu dir ist grenzenlos! Möge der weiße Mond deinen letzten Weg erleuchten!“, Kairoyans Hände verschwanden. Man hob Nurels Unterlage an, setzte kurz auf der Reling ab, um die Steine, die zur Beschwerung dienten, zu befestigen.
„Charis! Ihr müsst das Zeichen geben!“, drängte Zakasar inständig, aber leise.

Beitrag vom 20 Juli, 2007 (15:11) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ausstellungsspiel

19 Juli, 2007 (18:56) | | tage-bau | 3 Kommentare

Gestern habe ich meine Ausstellung in Potsam aufgebaut
und spiele schon mit den Bioldertiteln


                                    Beim Lauf        Bleib stehen
                            Nieselregen               Höre
                        Gedichte                            Schaue

                    Wörter                                          Nur ein Augenblick
                      konstruieren einen Baum        Plötzlich ein grüner Vogel
                          im Regen                          in allen Farben

Beitrag vom 19 Juli, 2007 (18:56) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (3) Kommentare


[bdn 41] Am Wasser zu stehen gekommen

18 Juli, 2007 (19:50) | | tage-bau | Kommentieren

Ich wage es, den Möwen einfühlsam
Zu folgen, wenigstens im Tagtraumraum,
Versuche aufzuschwingen, gleite kaum
Und bin schon traurig und so flügellahm.

Das Reiten durch den weißen Wellenschaum,
Wo ich dem Wiegenden so nahekam,
Das war es endlich, das mich mit sich nahm.
Die Welt zu sehn vom Ast am kahlen Baum:

Was will die Seele jetzt noch ernsthaft quälen.
Das Rauschen ist nur noch verwoben eines,
Die Wellen wollen sich nicht selber zählen.

Das Rätsel, was da war, ist einfach keines.
Ich kann dem Fisch die Beute heute stehlen.
Der Möwenflug, er hat was Schönes, Reines.

für ögyr

Beitrag vom 18 Juli, 2007 (19:50) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


wo die möwen

18 Juli, 2007 (01:51) | | tage-bau | 1 Kommentar

die möwen, dies geschrei
hat kein nest, nestelt
am gefieder, wird,
wo es nicht ist.
vagabunden, bewusst vage gesellen,
vom sturm über die meere geblasen.
und hättest du im schnabel,
o, gurrende taube, einen brief,
der mich heimwärts zöge,
ich müsste nicht mehr
über meere und gezeiten
ziehen, fände den mond
als letzte heimstatt,
seine rückseite,
sonnenbeschienen, doch
von erden nie sichtbar.

Beitrag vom 18 Juli, 2007 (01:51) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


9 Bytes

16 Juli, 2007 (18:08) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

WWW IX
– 9 Bytes –

Am Bildschirm stehen manchmal falsche Zeichen,
Der Text ergibt beim Lesen keinen Sinn:
Ist irgendwas verspult, der Treiber hin?
Die Nachricht kann ihr Ziel nicht mehr erreichen.

Am Abend, wenn die Schatten leise schleichen,
Starrt man(n) allein am Laptop vor sich hin,
Auf eine Hand stützt sich das müde Kinn,
Der stiere Blick das Display soll erweichen.

Was meint sie bloß mit diesen Zeichensätzen,
So hört man(n) seine Stimme leise flüstern
Und rätselt stark mit steigendem Entsetzen,

Der Atem rasselt stoßend aus den Nüstern:
Es kann ein Printer Driver tief verwunden,
Sind Sender und Empfänger „falsch verbunden“.

Beitrag vom 16 Juli, 2007 (18:08) | Autor: adminxx1 | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


[bdn 51] 8 Bit

14 Juli, 2007 (17:43) | | tage-bau | Kommentieren

WWW VIII
– 8 Bit –

Wer wollte nicht den Postkorb einfach kämmen,
Um all den Unsinn ratzfatz wegzufiltern.
Wenn Fremde massenweis im Netz rumwildern
Und sich zum Leserfrust in Hirne spammen,

Lässt sich der Ärger kaum noch höflich schildern.
Was gäb man, diese Fluten einzudämmen,
Den Schwachsinn durch ein Werkzeug abzuklemmen,
Gefüllt mit ungewollten Links und Bildern

Von Sexgeraffel, Uhren, Aktienkäufen:
Man könnte töten, meucheln, lustvoll morden,
Die Sender in den eignen Mails ersäufen,

Die Tag und Nacht die Gateways überborden:
Wer würde hier nicht gern zur Keule greifen
Und aufs Gesetz ein kleines Liedchen pfeifen.

Beitrag vom 14 Juli, 2007 (17:43) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Wolkenkuckucksheim

14 Juli, 2007 (14:07) | | suppenküche | 1 Kommentar

Geisterbilder, eingebrannt, tief in Seele und Verstand, lassen uns oft von Dingen ahnen, die einst vor langer Zeit geschahen und für immer nun, auf ewig Feuermale, in uns stehen. Wenn wir träumen, wird ganz klar, was einmal wie und warum war, um ein Haar so gewesen wäre, wenn da nicht die Leere uns so fatal in die Quere gekommen wäre. Vielleicht wirst du das Brennen, von dem ich hier berichten möchte, kennen. Vielleicht wirst du es anders nennen, aber kennen wirst du es.
Denn so ein Traum lebt längst nicht immer, was einmal geschehen war, nicht immer scheint die Seele nur sehen, was wirklich war. Für den Bruchteil einer Sphäre, ist da, unter dem gelebten Leben, ein Wunsch zu sein, so wie der Schein, ein Wesen, wunderbar rein; es ist wahrlich kein Unding und braucht keine substantiellen Worte! Unglaublich, aber wahr. Es gibt noch surrealere Orte, als den Wunsch in deinem Sein ein Held zu sein.
Gibt es einen Unterschied, und wenn, wie sieht ein solcher aus? Erinnerungen an einen Traum, sind sie, kaum anders als erlebte Taten und verraten mehr Belieben als Tatsächliches? Hässliches tut immer weh und geh einmal einen Strand entlang, barfuß, wenn die Sonne brennt. Romantisch ist was anderes, wenn man vor Schmerzen auf die Decke oder in das Wasser rennt! Was somit bleibt, sind nur die Bilder einer vergangenen Zeit. Es reiht ein Fieber sich, von dem wir träumen oder nachts erwachen. Mit dem wir ängstlich hadern oder über das wir lachen.
Es sind Visionen, die verwischen oder sich gar mit dem vermischen, was wir nie gelebt haben. Und so entsteht Elaborat, Vergangenheit. Befreit von Wirklichkeit, ist sie zum Streit bereit und wird nicht selten siegen. Denn es sind nur Bilder, nichts, was bleibt, ist mehr als das und doch so viel und mehr als das, was wir so lieben und manipulieren und retuschieren. Schlechte Szenen löschen oder überdecken wir; es gibt viele Dinge in uns drin, die wir gar verstecken, nie mehr wiedersehen, wir drehen Negative um und projizieren diabolisch, philosophisch, metaphorisch, alles noch und noch einmal.
Stellt sich nun die Frage, was ist mit dem, der der Fantasie die Größe gibt, um zu regieren und der sie gar nicht lebt, die Dinge die er sinnt? Was wird er wohl träumen? Wird er was versäumen? Wird er was verschenken? Wird er drüber denken? Kann man unterscheiden, zwischen Traum und Wirklichkeit, wenn wirklich viel, viel Zeit vergangen ist?
Ich weiß nicht wie! Ähnlich wie bei einer Melodie, die herrlich klang und immer noch klingt, obwohl man sie selber nie sang und heute noch nicht singt, könnte ich wetten, dass es keinem der’s versucht, gelingt.

Beitrag vom 14 Juli, 2007 (14:07) | Autor: adminxx1 | Rubrik: suppenküche | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


[bdn 51] Seven Hits

13 Juli, 2007 (21:08) | | tage-bau | Kommentieren

WWW VII
– Canadian Pharmacy –

Wie steht es denn um Deinen kleinen Freund?
Ist er nicht dick genug, nicht breit, nicht länger?
Hast Du beim Sex zuhause einen Hänger?
Und ist Dein Körper schlaff und ungebräunt?

Das Email sagt: Du kaufst die blauen Pillen
Real cheap bei der Canadian Pharmacy,
Dann klappt es immer, dauernd, toll wie nie,
Dann ist der Kleine Dir stets stramm zu Willen.

Viagra und LeVitra und Cialis,
Fürs Herz am besten auch noch Digitalis,
Generic, hard and soft at better price,

For you, hey Dude, gefüllte Samenstränge
Zum Eject Pornstar gleicher Output Menge,
Verspricht das Email. Mancher glaubt den Scheiß!

Beitrag vom 13 Juli, 2007 (21:08) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Woher kommen wir und wohin gehen wir

13 Juli, 2007 (18:06) | | tage-bau | 2 Kommentare

Sein Stuhl stand an einem Vierertisch. Man hätte hier Karten spielen können oder Zeitung lesen. Drei Wassergläser leer und halbvoll und in Reichweite.

Ihm gegenüber war eine Frau jenseits der 90 plaziert. Ihr Kopf lag im Nacken, sie atmete geräuschvoll durch den halbgeöffneten Mund. Das Gebiss fehlte. Es wurde wohl zu den Mahlzeiten ausgegeben. Ihr Gesicht mit dem kräftigen Kinn und den geschlossenen Augen hatte in seiner fahlen Blässe und der über die Wangenknochen gespannten Haut etwas von Abschied. Sie sah aus, als würden ihre Verwandten gleich durch die Tür kommen, um sie ein letztes Mal zu sehen. So hatte ich mir die Hexe aus Hänsel und Gretel als kleiner Bub rein äußerlich vorgestellt.
Links von ihm saß eine Frau wie er im Rollstuhl. „Hilfe“ rief sie in bestimmten Abständen, deren genaues Intervall nur sie kannte. Jedes „Hilfe“ war unterschiedlich akzentuiert. Als hoffe sie noch durch Variationen in Aussprache und Tonhöhe tatsächlich Aufmerksamkeit zu erregen. Rechts von ihm saß ein Mann, ich hatte ihn schon des öfteren gesehen und er mich. „Ja, gibt es heute noch etwas zu essen?“, fragte er ein um das andere Mal. Ich kannte die Frage schon von meinen letzten Besuchen und wies auf das Abendessen um 18 Uhr hin.

Sein Stuhl stand an einem Vierertisch. Sein Kopf lag auf der Brust. Ein dünner Faden Speichel hing im Mundwinkel. Seine Augen waren geschlossen. „Haben sie ihn abgeschossen“? Die Pflegekraft verneinte. „Er ist eben müde.“ „Abgeschossen“ bedeutete hier Ruhigstellen bei Aggression, beim Aufbegehren gegen das Eingesperrtsein. Ich verlangte nach der Dokumentation. Angehörige dürfen Einblick nehmen. Mehrmals hatte er nach Polizei und Rechtsanwalt verlangt. Wie es in einem Rechtstaat jedem zusteht. Sein Betreuer ist nebenher Rechtsanwalt und hatte eine einfache Begründung. „Er ist verwirrt.“ „Verwirrt sein“ ist das Synonym für den Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung? Man müsste einige Wörterbücher der neuen Rechtschreibung anpassen.

Mehrmals war er ausgerückt. Die Pflegekraft versucht zu erklären wieso er in das dritte Stockwerk verlegt wurde. Ich möchte mit ihm etwas an die frische Luft. Der Aufzug kommt nicht. In Augenhöhe eines „Fußgängers“ befindet sich ein Knopf, der überflüssig scheint.
Nach einigem Hin und Her stellt sich heraus: Ich bin hier auf der Station ohne Fluchtmöglichkeit für „Rollis“. Eine Sicherheitsmaßnahme. Hier entweicht nur noch der Geist. Sicher werden sie auch eine Möglichkeit finden Seelen auf dem Weg aus dem Körper zu Ihrer Bestimmung einzufangen. So weit sind sie noch nicht.

Beitrag vom 13 Juli, 2007 (18:06) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


[BND 51] Triple W

13 Juli, 2007 (15:07) | | tage-bau | Kommentieren

WWW IV
– Rasen –

Es rasen über Datenautobahnen
Die vielen Formen eines Dichterscriptes,
Viel mehr als nur was einfach Ausgeflipptes
Und noch verrückter, als wir jemals ahnen.

Die Pixel haben etwas Abgestripptes,
Verlassen endlich die, die sie doch planen,
Sie sausen durch die endlos filigranen
Verbindungsadern, um als Ausgekipptes,

Als Sprachabfall in einem Blog zu enden.
Sie liegen auf den Servern und im WAN
Bereit, sich selbst als Newsfeed zu versenden,

Und landen später tot im fremden LAN,
Verrecken unter nicht vertrauten Händen,
Mehr als ein Lichtquant kaum in ihrem Wahn.

WWW V
– Die bösen Buben –

Verborgen unter Nicks und Avataren
Sucht mancher Größe, Schönheit, Glück.
Am Ende führt kein Weg für ihn zurück
Zur Wirklichkeit. Getarnt sind so Gefahren,

Die bösen Buben stehn schon im Genick,
Um abzukochen, Zaster einzufahren,
Den andere zu ihrem Wohlstand sparen.
Sie phishen, täuschen, kapern mit Geschick

Die Rechner und die PINs und TANs der Konten.
Sie spionieren Leben aus und saugen,
Was sie mit Arbeit nicht gewinnen konnten.

Wer surft, der öffne seine müden Augen:
Die sich im sicheren Vertrauen sonnten,
Sie sind’s, die leicht als Opfer ihnen taugen.

WWW VI
– Alles nur Porno –

Sich hastig klickend durch die Weltweitseiten,
Die Nase klebt am Bildschirm: Alles Porno,
Das Lechzen nach dem Nackten kennt kein Storno,
Die Augen spürt man gierig drübergleiten,

Dies Fake, das spielt im engen Webcamkino:
Man(n) sieht, wie schwarze weiße Menschen reiten,
Sieht dicke Schwänze enge Löcher weiten
Und surft dann eilig weiter ins Kasino.

Die Damen treiben’s permanent al forno,
Sie kommen in dem Netz zu allen Zeiten,
Aus Bangkok, USA, dem Mezzogiorno.

Sie machen’s mit dem Hund und einem Dino:
Dass wir uns selbst zu diesem Zweck befreiten,
Als Snake-Preview sieht’s auch schon das Bambino.

Beitrag vom 13 Juli, 2007 (15:07) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Vigor Fortsetzung vom 04.07.07

11 Juli, 2007 (16:57) | | tage-bau | Kommentieren

Seit dem 13. März, 2007 kann man die Geschichte von Nurel wöchentlich verfolgen.
Zum Besseren Einstieg rate ich dort:
http://www.tyrakus.com/wordpress/?p=268

„Ja, unten in der Küche sprach jemand davon, dass sein wahrer Sohn hierher unterwegs sei.“, wisperte die Dritte.
„Das ist Unsinn.“, entgegnet die erste.
„Scysar ist ganz versessen darauf an der Trauerzeremonie teilzunehmen. Dabei sind seine Wunden noch blutig.“, hauchte die Zweite.
„Ehrlich gesagt, kann ich mir kaum vorstellen, dass dieser junge Mann hier Scysar so zugerichtet haben soll.“, die dritte Frau beugte sich über Nurel und flüsterte: „Scysars Vater war schon bekannt dafür, dass er sich selbst verletzt haben soll. Eine alte Frau hat mir erzählt, Scysar wurde als Kind dazu erzogen, sich selbst Schmerzen zuzufügen und er durfte dabei nicht ein mal mit der Wimper zucken!“
„Scysars Vater ist doch bei der Entführung damals schwer verletzt worden!“, stellte die Erste fest. Augenblicklich verstummte das Gespräch, als sich die Tür öffnete:
„Beeilt Euch, die Zeit drängt.“ Zakasar hatte einen eigenartigen Klang in seiner Stimme. Nurel spürte die Eile in den Händen der Frauen. Endlich waren sie mit ihrer Arbeit fertig und verließen den Raum. Die Blätter bedeckten Nurels gesamten Leib, seinen Kopf, sein Gesicht.
„Verzeiht junger Charis, ich werde Euch etwas Luft verschaffen!“ Zakasar öffnete die Blätter, die Nurels Nasenlöcher verdeckten.
„In wenigen Momenten werdet Ihr von hier fortgebracht.“, der Vertraute beugte sich hinunter: „Ihr müsst Euch nicht fürchten. Der große Freund wird Euch erwarten!“
Zakasar entfernte sich. Die Tür wurde geöffnet. Schwere Schritte kamen auf den jungen Mann zu. Das Tuch, auf dem er lag wurde bis zum Hals um seinen Körper herumgeschlungen. Sein Kopf hing schlaff herunter, bis man ihn auf eine harte Unterlage legte. Dann wurde er mitsamt der festen Auflage angehoben und fortgetragen. Die Schritte seiner Träger hallten durch den Gang, dann ging es etliche Stufen hinunter.
„Halt! Wartet!“, rief eine tiefe Stimme energisch, „Charis wird gleich kommen! Er muss als Erster vorangehen.“ Wenige Augenblicke verstrichen.
„Wie viel Geleit wünscht Charis?“, erkundigte sich die tiefe Stimme.
„Fünfzig!“, bestimmte Nathan.
„Charis, fünfzig ist zu viel. Sein Alter erreichte nicht einmal die Hälfteâ?¦“
„Schweig! Ich sagte fünfzig!“, Kairoyan wurde energisch.
„Wie Ihr wünscht, Charis!“, der Mann klang ärgerlich.

Beitrag vom 11 Juli, 2007 (16:57) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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