Beiträge im Jahr 2014

Lächeln aus frühling

27 Juli, 2014 (13:25) | | herz & lenden | Kommentieren

Der kleine fleck unter deinem joch
bein macht dich noch
hübscher die nasen
flügel beben wenn du lachst

Lach falten zieren deine
grün augen und die wilden
roten strähnen rahmen
deine hohe stirn

Dir steht dein alter ganz
gleich welches dein innerstes
leuchtet wie ein lächeln
aus frühling

Beitrag vom 27 Juli, 2014 (13:25) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


linie & korn

25 Juli, 2014 (05:04) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

rote linien auf den punkt
gebracht und countend zeitlos down,
allen schlimmen dingen klau’n
ihr s.o.s, in nacht gefunkt.

mein korn zielt reifend auf die kimme,
die beeren abgepflückt den sträuchern,
um dürr zu werden im mich räuchern,
dass stroh nicht werde meine stimme.

so ohm’ ich meine widerstände
und faraday and night die ladung,
voltare spannung und bleib’ harung
im teich der haie wilder wende.

ich netze durch die engen maschen
wie gut geölt mich als sardine,
und zwänge mich als serpentine
in dosen meines eingemachten.

i walk the line am seid’nen faden,
und träum’ vom punkt wie eduard
in buschens vers – und eh schon wart’,
dass kurvend werd’ auf ihr ich fahren.

video.poem

Beitrag vom 25 Juli, 2014 (05:04) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schlag licht gewitter – an einem sommer abend

14 Juli, 2014 (18:14) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Schlag licht gewitter
an einem sommer abend
die hüllen fallen in sich zusammen

Und die über blicke töten
keine mauer die behaust keine
decke die wärmt und kein licht
das brennt

Die feuer aber sie brennen

Die pilze wachsen in den himmel
der die ein schläge schickt
und staub auf wirbelt wo ein
leben gewesen ist

Die finger zeigen in die nacht
bis sie sich mit andern treffen
und sich im lärmen vermählen

Der tod greift nach den sternen

Auf dem markt platz der straße
ein wimmernder schatten eine
hand so klein so unscheinbar
will gehalten sein wenn kein
halt ist

Der krieg ist kein guter spiel
kamerad mein kind er lacht sich
ins fäustchen wenn er dich erntet

Beitrag vom 14 Juli, 2014 (18:14) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Melodeydiedey

7 Juli, 2014 (17:18) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Du trittst laut in mein leben melodey
die säuselt sich ganz tief in alle glieder
verlierst das höschen du und dann das mieder
du singst dabei so schön wie die schalmei

Ich ahne nichts und komme immer wieder
du spielst auf mir die alte melodie
der mann in mir vergisst sie niemals nie
die herrlich falschen liebe diener lieder

Du trägst die herzen oft mit harten spitzen –
die münder sind so rot und feucht und blitzen –
und malst mir deine male auf den hals

Im stehen üben wir im liegen sitzen
und wässern uns mit unsren eignen spritzen
der herr in mir ist dämlich – allen falls

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (17:18) | Autor: Walther | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


juli.balalaika

7 Juli, 2014 (04:52) | | rausch (zustände) | Kommentieren

seit du in mir bist sommernächt’ger hall,
ist eine sait‘ gespannt von balalaiken,
die summt wie von den grillen wisperschall
und harret deines fingers auf mich zeigen,

dass du mich meinst und zupfest jene saite,
die dir jetzt singt mit meiner resonanz.
ein sommerlied wie das des schlafes schreibe
ich zwischen zeilen dir, mehr noch, ich tanz‘

mit dir durch seichte teiche, blaue bäche
in tage weniger, doch alle nächte,
wo ’n roter mond steht über deiner taiga,

das ist mein leib, ein echo deiner saiten,
die du dem dichter schriebst in seine seiten
am abend, wenn dir singt die balalaika.

(für юлия)

140706

video.poem

Beitrag vom 7 Juli, 2014 (04:52) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn

5 Juli, 2014 (09:27) | | beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Kommentieren

Ach geh mir aus den augen komm mir in den sinn
und rede nicht drumrum wo taten nötig wären
die kühle hand hat nichts zu suchen dein begehren
verdirbt nicht den charakter du gehörst hier hin

In mitten des desasters das man leben nennt
da wollen wir uns gegenseitig tief verehren
da wollen wir den becher bis zur neige leeren
erforschen finden was man selber noch nicht kennt

Du wendest dich scheu ab und silbertränen blitzen
die kleine röte überhaucht dir hals und wangen
du möchtest dich gern neigen und bleibst störrisch sitzen

Ich streich dir übers haar ein stilles kleines zittern
durchdringt dich es ist so viel mehr da als verlangen
die nasenflügel beben und ich spür dein wittern

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (09:27) | Autor: Walther | Rubrik: beautiful people, blut.bahnen/rauschen, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


buhne | bühne | barke

5 Juli, 2014 (05:46) | | blut.bahnen/rauschen | Kommentieren

so weit der weg ins wasser meiner träume,
ein steg nur, schütter, buhne auf die bühne –
man säh’ mich, wie ich zeit und deren räume
vernichtete als einer, der sich sühnte –

zwar nicht, doch war an zücht’gen unterwegen
auf selbigen, doch nicht an deren rande,
war wohl ein sich bereit dorthin bewegen,
doch wand‘ dem ein die solch’ poet’sche bande:

die buhne, der das wasser wellend wehte,
ist nicht die bühne, der wir worte klauben.
kein messer ist’s, geschweige die machete,

der verse revoluzzertum erlauben.
so weit der worte weg, bleibt keine marke,
wir zeigen ihm, was würde seine barke.

video.poem

blaue stunde / april

Beitrag vom 5 Juli, 2014 (05:46) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: blut.bahnen/rauschen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Für uns singen ihre lieder

29 Juni, 2014 (17:08) | | ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Du bist umkämpft
mein Lemberg wo sie liegt
die vergangne wiege mosaisch
deutscher symbiose

Heraus reißen wollten sie
die braunen herr scharen
die mitte aus der sprache die
sie aus der mitte gerissen hatten

Verrat an Getrud und Käthe
an Rose und Paul
wo bist du Galizien mein herz
blutet und tränen

Fließen den meeren zu
tragen das salz der erde
mit sich die tinte verblasst
in Annes tage büchern

Geschenke wollen wir sie nennen
unverdiente und einen
triumph über das böse in uns
für uns singen ihre lieder

Beitrag vom 29 Juni, 2014 (17:08) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


im staub kriechen

27 Juni, 2014 (20:49) | | tage-bau | Kommentieren

sagt einer “staub” denk ich grau. es gibt aberrotenschwarzengelbengrünen undsoweiter staub. das denk ich nur nicht mit, im alltag. heut war einer, gesicht schwärzlich-bunt leuchtend, alle falten fein geknittert konnt man zählen. draus heraus hats knallblau gefunkelt, das warn die augen. die hände auch schwärzllich-bunt, die klamotten, die schuhe, das käppi. auf einem sitzkissen rutscht er rundherum um seinen staubsee, streut pigmente, wischt, nimmt kreide, schreibt: “bin ein künstler, leider ohne geld. facebook Helmut artiste”. um sein gemälde herum stehen blechschüsseln. manchmal wirft einer ne münze. nein, oft. die leute staunen, fotografieren. wieviele kreiden, frag ich ihn blöd, gehn drauf für ein gemälde? er lacht, ich weiss nicht, ich zähl sie nicht. die leute freuen sich, wenn ich komme, sagt er.Helmut artiste kommt rum sagt er. nichts schöneres gibts als das hier. nichts schöneres. morgen frag ich ihn, wie er damit leben kann, dass in jedem moment ein platzregen alles kaputt machen kann. so viele stunden, so viele kreiden, so viel schweiss, so viel staub. ich stehe und schaue. am liebsten reiste ich mit für eine weile. schon lange juckt es mich. ashes to ashes? sysiphos? eine eigenartige schwarzbunte echte schönheit. alles staub.

pigment man2           pigment man1

Beitrag vom 27 Juni, 2014 (20:49) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


rohr frei!

20 Juni, 2014 (06:41) | | rausch (zustände) | Kommentieren

metallisch reingeXINGt und rohrbefreit
verheißt gezinkte werbung freien schuss
auf mich, den freigeschützten, einverleibt,
und lässt mich zaudernd ziehen jenen schluss,

dass rohre der entwässerung verdruss
mir länger nicht bereiten, da sie dichter
als silbrig’ silben sind – kassiber kuss
zudem noch lippiger und leichtgewichter.

denn schrauben drängen tiefer in die daumen,
die hoch erreckte ich als downtowndowner
in meiner stadt, zu pflücken reife pflaumen.

ich ernte aus geschliff’nen videos
als fingerzeiger nicht, doch angeschauter,
was ist mein chic, mein -sal und nietend los.

video.poem

Beitrag vom 20 Juni, 2014 (06:41) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Drei an die Liebe – Trochäisches Sonett Triptychon

10 Juni, 2014 (13:44) | | blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Nornenschwärme

Greife ich in diese kalte Leere,
Denke ich an unsre heißen Nächte:
Eiswind dringt durch lange schwarze Schächte,
Mich umtanzen ganze Zombieheere.

Ist das Leben Frage stolzer Ehre?
Wer hat schuld, und wer ist der Gerechte?
Was ist wahr, wenn Lüge schlägt das Echte?
Ziehen wir aus Scheitern eine Lehre?

Wieder greife ich auf deine Seite.
Dort verhungern du und deine Wärme,
Und die Angst verschlingt sich in die Därme.

Führ das Leben, das ich mir bereite:
In der Enge wohnte doch die Weite!
In der Nacht hör ich die Nornenschwärme.

 

Angstgestalt

Flieh in meine Arme, ich in deine.
Kalt ist alles. Nicht das Eis ist kalt:
Dunkel ist die Nacht, unendlich alt
Und kristallen. Und wir sind alleine.

Frage nicht, weil keine Antwort schallt:
Mauern stehen fest, sind mehr als Steine.
Türen gibt es wie auch Fenster keine.
Angst in Klumpen, in der Faust geballt:

Teufel sind wir, von der Höllenleine
Losgelassen, fleddern wir Gebeine.
Sei bereit: Die stille Zeit kommt bald.

Floh in deine Arme, du in meine:
Gibst du mir den allerletzten Halt?
Ohne uns wird diese Angst Gestalt.

 

Fürchte dich nicht

Willst du, dass wir schöne Träume werden?
Dann greif zu und nimm sie: Herz und Hand.
Lass uns eilen, hin ins ferne Land,
Paradiesisch soll‘s da sein. Beschwerden

Blieben hier, sie wären unbekannt.
Auf den Weiden grasten große Herden,
Lebten auf der schönsten aller Erden:
Kommst du? Warten wäre Tod und Tand.

Schmücke deine Stirn mit deinen Locken,
Trage auf der Haut nur mich und nichts,
Deine Stimme gleiche Wunderglocken,

Lächeln sei der Ausdruck des Gesichts.
Könnte diese Aussicht nicht verlocken?
Fürchtest du die Strafe des Gerichts?

Beitrag vom 10 Juni, 2014 (13:44) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, ego.t/error.welt, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zügelos, entgleisend

9 Juni, 2014 (23:32) | | herz & lenden | Kommentieren

im gleis glimmt ein verlassener wagon,
erweichung stellt ihm schrift auf heißebahn,
im heizbeölten schritt friveuilleton
so schwitz auf gleis wie auf dem huhn der hahn.

die weich’ von rumgemacht verstellt antik,
selbst heimgereimtes wird zur lahmsamkeit:
der dichterhain, statt schweiß zu sein im fick,
macht sich im bett elysischlummernd breit.

was bleibet dann der zügelosen schiene
als fahrplan zum verspäteten vollzug?
wohl nur, was sich entgleißend doch erst ziemte:

der d-zug wie bei benn durch brenn’de nacht,
ein herrenharem im abteil, der trug
auf fingern sie statt versen, zung’entfacht.

video.poem

Beitrag vom 9 Juni, 2014 (23:32) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


„Ab!“-Gesang

6 Juni, 2014 (16:23) | | haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | 2 Kommentare

Das „Ab!“ ist kein Singen, nur spotzendes Kreischen.
Die Spucke, sie fliegt von den Lippen, ihr Rotzen
Ist wie solche Schreibe bloß elend, zum Kotzen.
Die Worte sind Saat nicht, sie mahlen, vermaischen:

Den windigen, billigen Beifall Erheischen,
Das ist das Bestreben, ein stammelndes Klotzen,
Mit Texten, die läufig vor Arroganz strotzen,
Sie sollen verführen, sich laut zu zerfleischen.

Wir halten zusammen, wir Kämpferpoeten!
Uns kann man bepinkeln, bespucken und treten:
Wir schmieden die Strophen, wir schreiben die Reime.

Man kann laut das „Ab!“ in den Äther trompeten,
Die Verse, sie steigen wie Weltraumraketen,
Verbreiten die Lyrik: Sie sä’n ihre Keime.

Beitrag vom 6 Juni, 2014 (16:23) | Autor: Walther | Rubrik: haut.falten/masken.wahn, labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


1 minutes to the next whisky bar

5 Juni, 2014 (23:48) | | labyrinth/wort.gewebt. | 1 Kommentar

1. kaligula, vilnius

2. verwunden mein Herz | mit einer monotonen | Mattigkeit

Drei Verse aus der ersten Strophe von Paul Verlaines Gedicht „Chanson d’automne“ waren vor 70 Jahren der Code für die französische Résistance, den Beginn des „D-Day“ zu markieren. Lyrik als Beginn jeder Befreiung …:

Paul Verlaine: Chanson d’automne

Les sanglots longs
des violons
de l’automne
Blessent mon coeur
d’une langueur
monotone.

Tout suffocant
Et blême, quand
Sonne l’heure,
Je me souviens
Des jours anciens
Et je pleure

Et je m’en vais
Au vent mauvais
Qui m’emporte
Deçà, delà,
Pareil à la
Feuille morte.

Die langen Schluchzer
der Geigen
des Herbstes
verwunden mein Herz
mit einer monotonen
Mattigkeit.

Ganz erstickend
und bleich, wenn
die Stunde schlägt,
erinnere ich mich
der einstigen Tage,
und ich weine.

Und ich gehe fort
mit dem bösen Wind,
der mich davonträgt,
hierhin, dorthin,
ähnlich dem
welken Blatt.

Beitrag vom 5 Juni, 2014 (23:48) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Wirf antworten

29 Mai, 2014 (15:10) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Wirf mir antworten zu
ich will die fragen fragen
sie mir auf der zunge
zergehen lassen

Sie schmecken
an ihnen riechen
mich in ihr herz stehlen
ihnen zu hören

Wirf mir blicke zu
damit ich dich lesen kann
ein du in mir finden
ein wir denken und

Handeln
endlich handeln

Beitrag vom 29 Mai, 2014 (15:10) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


eiskalt

28 Mai, 2014 (17:13) | | tage-bau | Kommentieren

kita und fleested 080

ach kalt
lief’s ihr
den rücken runter
er war so cool –
ray ban vorm blick
und in der hand
ein tütchen malaga
ach gestern noch
rosinenlippen
und heut’ im kreuz
‚ne kugel
joghurt-banana

 

 

Beitrag vom 28 Mai, 2014 (17:13) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ein Liebeslied

17 Mai, 2014 (12:28) | | blut.bahnen/rauschen, netz@uge.nblick | Kommentieren

Das Leben ruft sich Atem zu und sieht,
Was man nicht hören kann; es riecht das Sterben
Und will doch immer weiter leben. Erben
Vermag es nicht, vererben nur. Ein Glied

Der Endloskette, die begann, als aus
Dem Nichts ein Sein entsprang, das sucht
Und niemals finden darf. Es ist verflucht,
Verdammt, sich weiter auszudehnen. Haus

Ist Hütte. Schutz ist Traum. Die Hoffnung Glaube.
Du bist es, Liebste, der ich Atem raube,
Die, die ich höre, ohne sie zu sehen,

Die, die ich rieche, ohne satt zu werden.
Ich werfe sie ins All, Angst und Beschwerden.
Wir werden auch das Sterben überstehen.

Für meine Liebste

Beitrag vom 17 Mai, 2014 (12:28) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


busfahrn

14 Mai, 2014 (15:44) | | tage-bau | 2 Kommentare

IMG_6909

am späten abend ist gut bus fahren. die meisten leute sind schon daheim,

die nachtschwärmer schwärmen in clubs und bars und anderswo. der

platz schräg rechts hinter dem fahrer ist noch frei, das ist der beste,

den du kriegen kannst. da schaukelt er los, beginnt eine lange fahrt

durch den kühlen regnerischen abend. du sitzt und schaust, zschhhh

machen die türen. der asphalt spiegelt buntes und schwarz- silbernes,

über die scheiben flitzen tropfen. in den wohnungen feiern die menschen

den abend. einer sitzt und liest vor hohen regalen, ganz allein im schein der leselampe.

andere rühren in töpfen, sitzen vor dem pc, sitzen am esstisch. einer steht am fenster

und streichelt einer katze den kopf. eine sitzt am tisch und schreibt etwas. eine andere

lässt die rolläden herunter. zschhhhhh, eine frau steigt ein, bleibt beim fahrer stehen,

gibt ihm einen coffee to go und einen kuss. den rest der fahrt steht sie ganz dicht bei ihm,

sie flüstern, lächeln, nur unterbrochen von neuen fahrgästen, die durchgehen zu einem

der vielen sitzplätze. an der letzten haltestelle steige ich aus.

Beitrag vom 14 Mai, 2014 (15:44) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Sinnes täuschung

4 Mai, 2014 (17:21) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Wenn das müde auge endlich
einen halt findet – am horizont
immer weiter bis die weite
verendet

Ruhe ich in unruhe zittere mir
die angst aus den haaren und
schaue mir die zeiger an die
unverrück

bar die zeit zeigen höre die
unruh sie vor rücken lassen
mit dem rücken zur wand die
verschwindet

im dunst des nächtigen tages
am horizont über ihn hinaus
ins all verebbt und zu nichts
erkaltet –

wenn die alten ohren letztlich
hörig werden und ungehöriges
ab lauschen lauscher gespitzt
geräusch los

verstumme ich begreife die
frage stellung als zeichen aus
rufe verdampfen zu wolken aus
satz zeichen

Beitrag vom 4 Mai, 2014 (17:21) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Seltsamer Alptraum

2 Mai, 2014 (17:37) | | tage-bau | 1 Kommentar

 
Im Bus am Fahrkartenschalter
Ich will eine Fahrkarte eine ziehen
Das Gerät schüttelt sich, kräht
und kackt mir auf die Hand
Immer wieder
Wartereihe hinter mir
schaut schweigend zu
Ich gebe auf und gehe
über Kopfsteinpflaster,
in der Hand das 2 € Stück
denn der Bus ist auf einmal eine Straße
durch eine Siedlung
auf einmal ist das Geld weg, runtergefallen?
Zurückgehend finde es nicht
versteckt in Pflasterspalten?
einer der Wartenden folgt mir
hat ers aufgelesen?
Naja, ich gehe weiter
löse mich vom Pflaster
und fliege als leichter Wind
Blumen und Bäume streichelnd
ins Blaue hoch

Beitrag vom 2 Mai, 2014 (17:37) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Österliches

22 April, 2014 (08:23) | | goldener schnitt | Kommentieren

Gebete klingen durch den Raum,
Den hohe Fenster farbig säumen.
Man kann durch ihre Splitter träumen,
Und das Gemurmel hört man kaum.

Den hohen Turm umflattern Tauben.
Ihr Weiß ist grau; die Tauben taub,
Und alles Träumen wird zum Raub
All derer, die den Glauben rauben.

Ein Glockenklang verziert die Luft.
Sie zittert sich zum Ton, soll rufen,
Und weißer Rauch schmerzt wie der Duft,

Den alte Spezereien schufen.
Ein fernes Licht strahlt durch die Kluft.
Der Esel scharrt mit feinen Hufen.

Beitrag vom 22 April, 2014 (08:23) | Autor: Walther | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Osterschauer

21 April, 2014 (17:09) | | tage-bau | Kommentieren


Dunkle Wolken ziehen schnell herbei Osterregen schauert tröpfelt tropft plaudert pladdert, planscht rasselt klopft immerzu pausenlos auf die Bäume ihre Blätter die sich biegen wenden tropfen glitzern glänzen und die Tropfen kullern runter und auch auf dem Schirm spielt und tanzt die Regentrommel die Schritte planschen durch Pfützen rutschen auf dem nassen Weg reißen fast in den Schlamm Wolken immer mehr Wolken donnerts bald auch? bis hintern Horizont regnet es zum Ostertag die Regenperlen als Ostereier?

Beitrag vom 21 April, 2014 (17:09) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Der Osterhase rennt

20 April, 2014 (17:41) | | tage-bau | Kommentieren


Der Osterhase fiel heftig auf die Nase als er Eier legen sollte was er gerne wollte Doch als er sich zusammenrollte riefen alle du bist selbst das Ei Da rannte er voll Schreck so schnell er konnte weg Alle suchen ihn in Wald und Feld Sie sehen ihren kleinen Held für einen Augenblick Zickzackzick vorbei rasen nirgendwo ein Ei Doch Ostern ist noch nicht vorbei O O V V

Beitrag vom 20 April, 2014 (17:41) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kenntnis

20 April, 2014 (17:17) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

– Daktylische sonett variation –

Es gab da den einen Der machte die worte
Die zeiten bewegen Und nächte erhellen
Die stimmen belegen Die hell über quellen
Und böses verneinen Doch von dieser sorte

Der worte die heilen Gibt es viel zu selten
Die einsamen rufer Die welten erretten
Sie bauten die ufer Zerschlugen die ketten
Und wanden zu seilen Die fäden die schnellten

Aus tiefen und höhen Könnt ihr sie nicht hören
Dann schließt eure augen Und spitzt eure ohren
Sonst hört ihr die leisen Gesänge verklingen

Als glichen sie flöhen Die gleich wieder springen
Nur vorher kurz saugen Sie sollen betören
Die herzen enteisen Sie wären verloren

Beitrag vom 20 April, 2014 (17:17) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Eine Krähe kräht

18 April, 2014 (17:01) | | tage-bau | Kommentieren


Krähe überm Altenheim kräht ich will da rein Pfleger ruft du bist zu klein Na dann fress ich viel Sie fliegt los den Fluss als Ziel Dort wartet sie auf Fische und trägt sie auf die Tische in das Altenheim Oh ruft der Pfleger fein bring noch mehr vom Fluss und gib den Alten einen Kuss Doch als sie das versucht schreit die Alte oh verflucht das ist verrückt verrucht Die Krähe kräht Was für ein böser Schreck und fliegt weg

Beitrag vom 18 April, 2014 (17:01) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Antwort auf Walthers Texte, Kommentare zum Alptraum?!

10 April, 2014 (17:25) | | tage-bau | 1 Kommentar


Kopf und Augen atmen Blutbahnen rauschen Hautfalten fallen in den Maskenwahn Dein Atmen dein ungewisses Wort
 verloren in den Wolken
 Augenblicke blitzen und donnern grüne Gewitterbälle schelmische Traumata
 Donner und Doria Schlaglichter Blätter steigen fallen schluchzen Rauschzustände schütteln sich im Sturzflug Grausige Gestalten hecheln geifernd
 und schwitzen kalt
 Gewalten
 geballte Geister lauern unbesiegbar ungerufne Teufelspakte
 Zerpflückte Träume in den Händen den verrückten Alptraum Fliegende Landschaft öffnet plötzlich ein Fenster Zwanzig rufen böse: Un pajarraco! ganz woanders

Beitrag vom 10 April, 2014 (17:25) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Kopf – auge – atmen

8 April, 2014 (08:36) | | blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Kommentieren

Dein atmen hat etwas gewissen
haftes dein wort hin gegen viel un
gewisses etwas verloren liege ich

Dir in deinen wolken haaren er
blicke das rund der augen
brauen die sich zum gewitter ballen

Dein grün auge blitzt nicht schelmisch
es schleudert traumata donner &
doria schlag licht artig wut redende

Dir schaue ich über die schulter
blätter wie sie steigen wie sie fallen in
brünstig dein schluchzen

Dein kopf schütteln bringt mich
zum sturz flug aus dem haar nest in
kalte gewissheiten ein tauchend

Beitrag vom 8 April, 2014 (08:36) | Autor: Walther | Rubrik: blut.bahnen/rauschen, haut.falten/masken.wahn | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die mächte der nächte

2 April, 2014 (16:48) | | alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Kommentieren

Dort draußen herrschen grausige gestalten:
sie hecheln um die häuser böse geifernd
der albtraum schwitzt sich nass & kalt ereifernd
kämpft er sich durch das schicksal & gewalten
Die er niemals besiegen kann sie lauern
im innen wie im außen schnell verhallten
die schritte die imaginiert geballten
gewitter blitzen glichen aus den mauern
Bedrohten geister die niemand gerufen
die keiner forderte zu teufels pakten
die träume die die fäulnis bilder schufen
Zerstieben als die mörder hände packten
was noch an herz & mut war es zerpflückten:
sein atem zug ist hoffnung dem verrückten

Beitrag vom 2 April, 2014 (16:48) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde, rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Alptraum?!

2 April, 2014 (15:03) | | tage-bau | Kommentieren


Im stoppevollen Zug Wir stehen auf dem Gang rechts fliegt Landschaft vorbei, links eine Wand Ich erzähle meiner Frau was als sich plötzlich ein Fenster in der Wand öffnet daraus blicken dichtgedrängt an die zwanzig junge Männer Sie sagen böse: Könnt ihr nicht mal schweigen! Ich: Yo el mar el sol y por las noches un pajaro Oh das klingt gut, sage noch mehr Doch der spanische Arzt schiebt mich weiter in den Operationssaal und ich bin wieder erwachend ganz woanders

Beitrag vom 2 April, 2014 (15:03) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Frieden

1 April, 2014 (10:59) | | ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Kommentieren

Du solltest deinen frieden machen
sagt der sniper
als er ab drückte
um diese botschaft zu versenden

Nur ein feiner faden bluts
sickerte verständnis
innig in den kragen
der kevlar weste das lächeln

Blieb

Beitrag vom 1 April, 2014 (10:59) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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