Beiträge im Jahr 2010

Ausschaffungsinitiative auf europäisch?

26 November, 2010 (09:54) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

Als ich vor etwa 10 Tagen meinen Briefkasten öffnete, glaubte ich an einen Scherz. Da lag ein Kuvert darin, schon etwas vom Schweizer Regen angegriffen – ich sollte mal den Kasten abdichten – ohne Briefmarke und unbeschriftet. Ein Liebesbrief könne es schlecht sein oder doch?, dachte ich scherzend in Gedanken, wie immer auf das Gute hoffend. Nun hier zum Nachdenken und eher Schmunzeln, kurz zusammengefasst, der Inhalt der mit „vertraulich“ gekennzeichneten Seiten.

Zielpersonen: Renitente, oftmals politisch links gelagerte, staatskritische Elemente, denen Änderungspotential der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung zugeschrieben wird.

Ziel: Finanzielle, informelle, soziale, emotionale Isolation und Steuerung innerhalb eng gesetzter Rahmenbedingungen. Falls nötig Kriminalisierung. Parrallel dazu Demontage der wichtigsten sozialen Kontakte (Arbeitsplatzverlust etc…)

Vorgehensweise allgemein: Individuell variierbar, anzustreben ist eine Änderung des sozialen Umfeldes, idealerweise ein Wohnsitzwechsel ins nicht europäische Ausland (Unkenntnis der gesetzl. Regelungen und Bestimmungen ist auszunützen und gegen die Zielperson einzusetzen); Push- und Pullfaktoren beachten; Hingezogenheit zum anderen Geschlecht instrumentalisieren und/oder finanzielle Vorteile lancieren.

Vorgehensweise en detail: Zielperson in ein konträr gelagertes Umfeld mittels Push- and Pullfaktoren locken. Konflikte sind so leicht programmierbar.

Denkbar: Zielperson männlich –> Umfeld vorwiegend weiblich; Zielperson weiblich –> Umfeld vorwiegend männlich; Zielperson religiös/christl. –> Umfeld moslem./atheistisch; Zielperson mosl. –> Umfeld überwiegend atheistisch/religiös christlich; Zielperson polit. links –> Umfeld überwiegend polit. rechts; Zielperson begütert –> Umfeld überwiegend arm; Zielperson arm –> Umfeld überwiegend begütert; Zielperson franz. –> Umfeld alger./tunes.; Zielperson deutsch –> Umfeld überwiegend jüdisch (holocaustbezogen) etc.

Vorgehensweise: Individuell variierbar; Auf verschiedenen Ebenen gezielt permanent Hoffnungen wecken und enttäuschen; Berufl., emotional und finanziell; Umfeld muss gesellschaftl. etabliert und honorabel sein, um die zu erwartenden Vorwürfe der Zielperson im vorneherein als haltlos darzustellen.

Gummizellenverhalten, Anschuldigungen der Zielperson lächelnd begegnen. Falls möglich nicht involvierte Amtspersonen unauffällig hinzuziehen, die das Verhalten der Zielperson als „verwirrt“ oder „aggressiv“ beurteilen. Erst in letzter Konsequenz massive Mittel einsetzen.

Soweit die Zusammenfassung. Nichts weltbewegendes. Interessant würde die Sache erst, wenn sich einer oder mehrere Leser als Zielperson in diesem Ablaufschema wiedererkennen.

Beitrag vom 26 November, 2010 (09:54) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (1)

24 November, 2010 (03:41) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 24 November, 2010 (03:41) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


foto-text-projekt go2go 040

23 November, 2010 (16:45) | | tage-bau | Kommentieren


„Auf die Plätze fertig â?¦ Herr Bürgermeister lassen Sie die Akten unten, ihr Bürovorsteher hat schon ein Blaues Auge davon â?¦ auch der Herr Pfarrer „Amicus certus in re incerta cernitur“ stehen Sie Ihrem Ministrant nicht auf dem Fuß. Ich versuche es noch einmal: Auf die Plâ?¦. Herr Bürovorsteher betatschen Sie den Ministranten nicht andauernd und Herr Ministrant schauen Sie nicht so gelangweilt. Sie wissen doch alle, warum wir hier stehen, warum das alles nicht anders geht. Also fassen Sie sich „Faber est suae quisque fortunae“. Ich versuche es jetzt zum wirklich letzten Mal „Auf die Plätze fertig â?¦ los!“ So gefällt mir das, schön in der Reihe bleiben, „Fortes fortuna adiuvat“ . Na, geht doch. Und jetzt zum Endspurt, Sie sind alle sehr gut in der Zeit. Sehr schön. Nächste Woche, gleiche Zeit. Ich bedanke mich meine Herren.“

foto-text-projekt go2go 040 foto: hagenbach text: gisselbrecht

Beitrag vom 23 November, 2010 (16:45) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


foto-text-projekt go2go

23 November, 2010 (16:39) | | tage-bau | Kommentieren

am fenstertisch im einzigen sonnenfleck dieser kneipe sitzt sie in ihrem himbeerroten kleid, stochert mit dem strohhalm im milchshake, stochert, saugt, spitzt die lippen, stochert, schlürft.

Sssslllllooooooooorrrchhhhhh röchelt der rest im glas. die sonne wandert – diese ohren oh diese ohren schneeweissglatt fastrund knackigzart – zum dahinschmelzen. die sonne strahlt laut, lauter, lässt sie wachsen, die kleinen süßen ohren, plopp-plopp,

plopp-plopp, überall aus der himbeerroten schönen wachsen neue pärchen, plopp-plopp, plopp-plopp. sie sitzt und lauscht, ein einziges lauschen ist sie nun, eine lauschskulptur auf ihrem stuhl. plopp-plopp,

plopp-plopp. die sonne lacht und sie, sie wächst mit ihren ohren in den himmel rein. da lauscht sie, heute noch, auf das krickelkrackel der großstadtstraßen und wär so gern wieder himbeerrot. nur manchmal, wenn sie gut gelaunt ist, erfüllt ihr die sonne ihren sehnlichen wunsch, kurz bevor sie hinter den dächern verschwindet.

foto-text-projekt go2go – foto:gisselbrecht text: hagenbach

Beitrag vom 23 November, 2010 (16:39) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Augen.blick

17 November, 2010 (19:25) | | rausch (zustände) | Kommentieren

Es ist Magie, die sich in Deinen Augen spiegelt:
Man schaut hinein und stürzt ins Liebesparadies.
Die Welt war um mich grau und dumpf wie ein Verlies:
Dein Blick, so strahlend, und mein Schicksal ist besiegelt.

Ich soll es sein, der gestern noch Verlierer hieß
Und gegen den die ganze Hölle aufgewiegelt,
Als wären selbst des Hades Tore ganz entriegelt,
Zu sein schien? Ich soll’s sein, der zweifelnd Trübsal blies,

Den diese tiefen grünen Seen in sich schlingen,
Den dieses Lächeln umwirft und dann fest umschließt?
Ich, der’s kaum glaubt, darf Dich jetzt hier besingen,

Die dieses Glück und diese Sehnsucht in mich gießt!
Du lässt’s in Deinen Ohren als mein Wunder klingen
Und zeigst, wie Du den ersten Augen.blick genießt.

Beitrag vom 17 November, 2010 (19:25) | Autor: Walther | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


vorübergehend / herbstlich

16 November, 2010 (18:11) | | alptraum/ego.wunde, tage-bau | Kommentieren

vorübergehend
herbstlich

zurück
geflüchtet vor der
zweisamkeit
schleift zeit sich
wund
an meinen kanten
und fassungslos
treiben leere
versprecher
halb
vergoren
zum horizont des herz
zeitlosen
wintermeeres
wo sie sich hoch
und heilig
gerade biegen
lassen ………… mich
die grauen tage
unlieb
szahme
seufzer stapeln
hinter
ausgeblichenen
korallen
bänken

Beitrag vom 16 November, 2010 (18:11) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: alptraum/ego.wunde, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zettel: ge.sa.e.g.t h.ast du & r.aus b.in ich

15 November, 2010 (19:15) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

ich sa.e.ge heut an m.ein.em ast
weil du m.ich d.r.um ge.bet.e.n h.as.t
ei is.s.t das scho.e.n ein bau.m zu s.ein
die a.e.s.t.e sa.e.g ich k.u.r.z & k.l.ein

Beitrag vom 15 November, 2010 (19:15) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Es geht weiter

12 November, 2010 (23:34) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Es war aus. Eine klare Ansage. Wie im Auge des Sturms stand ich und sang mein Lied. Sang weiter. Tanzte, redete und irgendwann öffnete sich die Wand aus Wind und lies mich hinaus. Fort. Ans Ziel. Den Anfang.

Beitrag vom 12 November, 2010 (23:34) | Autor: Uwe Schick | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Eben gehört

12 November, 2010 (22:29) | | tage-bau | Kommentieren

donaueschinger musiktage 2010
Vinko Globokar:
Radiographie d’un roman
Vinko Globokar hat Substantive, Verben und Adjektive in fünf Sprachen eingebaut
und sagt, daraus könne jeder seinen eigenen Roman erfinden
Das habe ich gerade gehört und schreibend mitgemalt

 

Darum da rum Kristall
Bohnen immens immer
noch gar nicht da
Luft du
warte
du Biene
hier doch hin da huindurch
war doch immer so bei dem WETTER
Hinter Hecken hocken Gecken
wecken Zecken in Zahnbürsten hier Drachen
niemals nicht
nur zwei Uhus eine
Leber
nein ririrrr
Bahnhof kehrt um im Hinterhof
warte doch Wespe
sticht allein und lacht
und fliegt eine 8

doch ja war vorgesehen
das schmeißt er hin
hai guten Morgen
oh Leute Bienen
liegt im Quark quieken bunte Schalen ii nein nimm
fress dich
Dieb im Sieb he so pfeift hei
die Nase Holunder nimm
die Wahrheit
wir fahren so schnell ins Grüne Achsose
doch wir haben wo geritten wird
da hab ich einen klingen
tsawui jala
tschika kutschak
JA HE DO
brühwarm wer da
Habenichtse haben geschwiegen
www da kehrt das Pferd um und quatscht uns voll
warum humpelst du Nase
ah
Hase Wau
Miau
die Katzenfrau

Beitrag vom 12 November, 2010 (22:29) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ausgleich

11 November, 2010 (23:14) | | goldener schnitt | Kommentieren

Jeder braucht einen Ausgleich. Für seine Arbeit. Von seiner Familie. Wegen seiner ermüdeten Augen. Ausgleich kann Redezeit, Geld, ein Kuss sein. Ein neuer Bildschirm, wie eine Wohltat. Endlich. Wichtig ist in jeder Beziehung der Ausgleich. Doch er kommt nicht immer von alleine, wie ich lange glaubte. Manchmal muss man ihn sich holen. Wenn ich das nicht zum richtigen Zeitpunkt erledigt habe, fühle ich mich irgendwann nicht mehr ausgegelichen, bin gereizt.

Beitrag vom 11 November, 2010 (23:14) | Autor: Uwe Schick | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Herbst der Sinne

11 November, 2010 (21:29) | | tage-bau | Kommentieren

 
Herbstwald
Über den bunten Farben
Flugzeugbrummen
Stiller See
Zwei Schwäne fliegen auf
Die Flügel keuchen
Im Seespiegel
schwankt ergrautes Schilf
kopfüber
Dichter Blattteppich
knistert bunte Gedichte
bei jedem Schritt
Ein junger Schwan
Er grunzt aus kaltem See
wie ein Pferd
Die Buchen
So viele Brauntöne
bis Orange

Einen gelben Hut
trägt der Baumstumpf jetzt
Es tropft und trommelt
Regen plaudert und erzählt
Herbst auch im Bus
Die meisten Fahrgäste
alt, grau und gefärbt
fallen aus dem kahlen Baum
Aufgerissnes Maul
abgebrochner Kiefernast
Die Blätter rennen
übereinander stürzend
Nieselorchester
Es spielt auf bunten Blättern
flüsternde Rhythmen

Beitrag vom 11 November, 2010 (21:29) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zettel: ver.s.mitte.l.t

10 November, 2010 (10:50) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

man nimmt stets an der mitte maß
drum ist man halt auch mitte.l.maß
denn schließlich würd man sehr be.k.r.itte.l.t
maß.nähm man anders – un.ver.s.mitte.l.t

Beitrag vom 10 November, 2010 (10:50) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


weiten der räume

10 November, 2010 (05:32) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

weil die mauer nicht weg muss,
neunter november,
weil sie weitet, was
sie begrenzt.

weil die blätter fallen
aus den büchern
zurück an die kahlen
äste der bäume.

weil wir schreiten
durch sie, irden
verfallenen schrittes
ans verkommene ufer.

video.poem

Beitrag vom 10 November, 2010 (05:32) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ach du Wort, du Wind im Labyrinth

8 November, 2010 (23:33) | | goldener schnitt | Kommentieren

Schon mal was von Paragrammen gehört?
Ein Spiel mit Wörtern, vertauschte Buchstaben usw.

 
Die fallenden Blätter
vorbeiruaschende Autos
Vorbeiruaschend? Vorbeihuschend?
Wort beim u erhaschen? oder überraschen?
Ein Wort ein Blatt im Wind?
Ein Vogel, vielgelesener Esel
ein Wirt ein Wort im Wattenmeer?
Ein Möwenwirt?
Einer, der die Wörter packt und pickt und zwinkert?
Ach ja der Specht der letztens Buchstaben Bachstuben
Bach- Stuben? Stubben aus dem Rauschen stupste?
aus dem Baum aus dem Bauch
des Baums im Traum?
Ein träumender Baum im Specht?
trommelte
und ein Segelschiff aus dem Schaum?
bummelt versimpelt versenkt in sich
mit der Ferse für Verse
Verse mit der Ferse im Bach?
und einem Schwan als Kapitän?
der gurgelte:
Träume?
Melodie und Rhythmus
sind Melone und ritt los?
Mit dem Pinsel.
Ach du Pinselschwan

Beitrag vom 8 November, 2010 (23:33) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Alleinerlei

8 November, 2010 (20:53) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

Nun mag wer immer geht
Für immer gehn
Das Weite reist gern
Die Nähe nimmts mit

Sprich nicht vom Sagen
Tus geredet wird schon
Gesagt wird selten
Gesprochen eher laut

Selten war oft Rarität
Selbige ein Kabinettsstück
Aus dem Kabarett
Lustig lustig tralalalala

Die Rufe kommen in
Die Wüste der Sand aus
Dem Getriebe der Getriebene
Unter die Räder

Bist gekommen zu sehen
Hast die Augen dabei
Bist gekommen zu gehen
Treibst im Alleinerlei

Beitrag vom 8 November, 2010 (20:53) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Wuff

7 November, 2010 (18:07) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

Ein Paar im Herbstwald
Sie werfen ihrem Hund einen Ast zum Fangen
auf den Weg.
Einer mit Huskyaugen, der Gestalt eines Schäferhundes
und dem Fell, nur dunkler, wie ein Dalmatiner.
Als ich komme, halten sie den Hund fest.
Ich: Der denkt wohl sonst, ich wäre ein Ast?
Sie: Nein, aber manche leidens nicht, wenn so ein großer Hund
auf sie zu läuft.
Als ich vorbei bin, ruft der Hund:
Wuff!

Beitrag vom 7 November, 2010 (18:07) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


On Furry Feet

7 November, 2010 (15:02) | | lug & trug | Kommentieren

Just don’t continue with those haughty eyes
To look at me so that my heart starts beating
In thuds too loud; I know these eyes are cheating!
They cover all these little smartass lies

You told me since we had this hearty meeting.
I hear that blackbird’s angry whistled cries!
It tells me what your brilliant talk denies:
You walk on furry feet and wave in greeting

A sneaky tail just like a pussycat.
You schmooze me out with slinky kitty purring
And dance in front of me your tit for tat.

Your speech is full of tempting wistful slurring.
It is your sexy smell you lure me at
So that my head starts off in twisted blurring.

Beitrag vom 7 November, 2010 (15:02) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Wolkenmond

4 November, 2010 (20:02) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Unterm Wolkenmond
den gewohnten Pfad hinab
… vergilbte Bilder

Beitrag vom 4 November, 2010 (20:02) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


YARPPIZITÄT: (un)endlich

2 November, 2010 (23:12) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

Eiswind
Er.lahmt
Zirkus
Fragen und Antworten
Teufelei in dreieinhalb Versen

Beitrag vom 2 November, 2010 (23:12) | Autor: Niko Burbach | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Auch ich war in Kreuzberg

1 November, 2010 (23:57) | | beautiful people, tage-bau | Kommentieren

 
Durch Kreuzberg schlendernd
überhole ich
dunkelhäutigen Bruder mit Schwester
Sie schleudern Puppen an den Haaren um sich
hinterm glücklich lächelnden Papa
Auf dem Bürgersteig radeln zwei türkische Halbstarke
Einer fährt lachend auf mich los, ich lächle auch
Er biegt ab
Teigtaschen türkisch
Die Köchin hinterm Tresen backt und backt
Die meisten Gäste sprechen ihre Sprache
doch sie versteht auch deutsch
Die Kellnerin fragt, als ich am Tresen bestelle:
Wo sitztz sie?
(Wo sitzen sie)
Zwei Frauen bestellen auf deutsch
reden miteinander slawisch
Hermannplatz kaputte Leute
Einer umarmt seinen Hund als wärs der beste Freund
Tauben überall
sie sitzen auch wie Schmuck auf den beiden Figuren aus Metall
in der Platzmitte

Türkische Süßigkeiten locken
Dürüm fett und süß
Ich will gleich bezahlen
‚Nachher!‘
sagt der Wirt
‚Wenns nicht schmeckt dann nicht‘
Türkinnen gehen vorbei wie Tulpen
mit Kopftuch, schlank oft bunt

Beitrag vom 1 November, 2010 (23:57) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: beautiful people, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Herbst in Kreuzberg 4

1 November, 2010 (14:01) | | tage-bau | Kommentieren

Winterzeit. Es wird früh dunkel. Zeit für Mummenschanz.
Auf der Straße Gelächter, Rufen. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie viele Kinder hier wohnen.
Dann klingelt es auch bei mir. Ich telefoniere gerade, frage unaufmerksam in die Gegensprechanlage, ja, wer ist da bitte? Keine Antwort. Ich widme mich weiter dem Telefonat. Klingeln an der Korridortüre. Mit dem Hörer am Ohr öffne ich. Vor mir ein schrecklicher kleiner Geist, der mich stumm ansieht. Pflichtschuldig schreie ich auf, knalle die Türe zu.
Von der Straße Schreien, Singen, laut, fröhlich, wild.
Ich beende das Telefonat, krame nach Süßigkeiten.
Meine Nachbarin hat der wilden Jagd inzwischen geöffnet, teilt Bonbons aus.
Mein kleiner Geist kommt zurück an meine Türe.
Hinter der riesigen Maske kann ich das Gesicht nur erahnen, aber ich spüre seine Spannung.
Ich verziehe meinen Mund: Du hast mich aber erschreckt!
Hast du Angst gehabt?
Und wie!
Er nimmt die Süßigkeiten, bleibt unschlüssig stehen.
Ich lächle meinen kleinen Geist, geschätztes Alter: sechs Jahre, aufmunternd an.
Er stopft die Süßigkeiten in einen blauen Beutel und holt tief Luft: Wie hast du gemerkt, dass ich ein Kind bin?
Ich habe selten in meinem Leben so schnell gedacht wie in diesem Moment. Nachdenklich wiege ich meinen Kopf, um ein paar Zehntelsekunden Zeit zu gewinnen.
Na ja, mir ist eingefallen, dass doch heute Halloween ist. Deshalb.
Er nickt. Ach so.
Dann stapft er die Treppe hinunter.

Beitrag vom 1 November, 2010 (14:01) | Autor: Elvira Surrmann | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Musik der Erinnerung

30 Oktober, 2010 (22:47) | | goldener schnitt | Kommentieren

Heute am Müggelsee


Sonniges Herbstwochenende
Viele unterwegs
Ich überhole zwei Mütter, eine mit drei, die andre mit einem Kind in der Karre.
Das lächelt mich an, ich zurück, Mutter freut sich.
Als ich vorbei bin, höre ich: 'Wer war denn das?
Weiß ich nicht. Der war nett, ich habe auch gelächelt.'
Hinter Ufergehölz kroaksen Kormorane.
Ich gehe zum Ufer, sie zu sehen.
Ein altes Paar kommt.â?¨Sie sagen: Schön hier, wo sind denn die Kormorane?
Hier waren immer viele.'
'Dort sind sie.'Ich zeige sie ihnen.
Sie: Äh ja!'
'Und was suchst du, den Schwan?' fragt er.
'Ja, ich habe nämlich am Rübezahl einen gefüttert,
und als es alle war, ihm versprochen: Wir kommen morgen wieder.
Ist er nun hier?'
Ein junger noch grauer Schwan, der erst weit draußen im Wasser schlief,
ist aufgewacht, als er das hört? und kommt geschwommen.
Sie packt Brot aus.
Ich denke an meine Ausstellung und frage den Mann: 
'Interessieren sie sich für Kunst?'
'Nein!'

Die Mütter mit Kindern treffe ich wieder, denn sie haben mich,
als ich bei den Kormoranen war, überholt.
Jetzt frage ich auch sie, ob sie zur Eröffnung kommen möchten.
'Wie heißt denn die Ausstellung?'
'Die Musik der Bilder'
Sie fragt: 'Kann man das auch im Internet ergoogeln?'
Und wiederholt fast singend 
'Die Mu
             sik
                   der                    er'
                             Bild
Beitrag vom 30 Oktober, 2010 (22:47) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


So bescheiden

29 Oktober, 2010 (17:32) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Die Mitte ist nicht einfach medioker,
Sie ist dazu noch völlig überfüllt.
In Klumpen ist gepresst und fest verknüllt,
Was mittig wird im Fähigkeitenpoker

Und aus den Rändern der Verteilungsglocke
Des alten Gaus normalverteilend treibt.
Wer hinten nicht am langen Zipfel bleibt,
Hockt jetzt mit mir, wo auch ich leider hocke:

Im unerkannten Mittelmaß, dem Grau,
Wo sich nicht mal die eitlen Geister scheiden:
Man ist im Nirgendwo, weiß nicht genau,

Wo man verortet ist, und muss beneiden,
Wer aus dem Ganzen ragt, dem Mittelstau:
Man muss sich, ewig leidend, so bescheiden.

Beitrag vom 29 Oktober, 2010 (17:32) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


mittelmäßIch

29 Oktober, 2010 (04:30) | | rausch (zustände) | Kommentieren

„In Gefahr und grosser Noth // Bringt der Mittel-Weg den Tod.“ (Friedrich von Logau)

in dürren spürest du dein mittelmaß
und vor den mittelwegen dich verneigen.
du willst dich endlich ändern, musst den spaß,
den genien leidend hätten, dir entneiden.

denn keiner bist du und wie jedermann
für fortgesetztes rauschen in der kunst,
die fragt nicht mehr nach wie, warum und wann,
zu klein im geist, am leib zu ungesund.

so schleichst du durch der tage art“gen fleiß
(und auch der nächte), bleibst der leisten schuster,
misst mittig ein dich ungeschwärzt ins weiß,

denn dort scheint’s dir gemäß und nicht zu duster.
diktat des seins, das seine nichtung neint
und ist schon darin seinem tod vereint.

Beitrag vom 29 Oktober, 2010 (04:30) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: rausch (zustände) | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


exil

27 Oktober, 2010 (13:39) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

was zwischen uns
steht
fühlt sich
mehr als warm
an
gezogen vom
birken
gelb
spreize ich so
oft
die flügel behütend
über
dein und mein
geheimnis
derweil sich
jemand ganz
und gar
in deinem
arm
geborgen wähnt
vergnügt
weiß mein herz
vom abdruck
deines mundes
auf bebend weicher
haut
und manch
erstickter schrei
spiegelt sich
im traume
wider

Beitrag vom 27 Oktober, 2010 (13:39) | Autor: Ramona Linke | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


liebesknochen

26 Oktober, 2010 (19:18) | | zahlenfolge.n@tur.net | Kommentieren

der liebesknochen ist zerdrückt, genossen
hab ich süssen duft wie krospen bruch,
bevor ein klumpen krimskram mich verdrossen
hat; verklebt zerzettelt ist, was spruch-

reif schien dahin, jetzt unentzifferbares.
der satz vom grunde, gründlich, unbegründet,
der tiefe grund im grunde, bisher war es
ein grundlos wort voll gründlichkeit und sünde.

ich wandle ohne freud in zettels gossen
zum jungfernbrunnen lach’nder augenherzen,
und kichern muss ich angesichts der possen.

ich mag nichts reimgemachtes mehr ergattern
in resten alter melodien aus terzen.
bis neue zettelei zerteilt metaphern.

(für karl)

Beitrag vom 26 Oktober, 2010 (19:18) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: zahlenfolge.n@tur.net | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die Ewigkeit der Fragen

26 Oktober, 2010 (18:51) | | goldener schnitt | Kommentieren

Du stellst die Frage nach dem Sinn, ganz nonchalant,
Und ich, ich atme tief und hör die Lungenflügel rasseln.
Ich zähl im Dämmerlicht nach Erbsen Kellerasseln
Und denke an das Ende letztlich en passant.

Zum Angst im Atem hyperventilierend Drosseln
Ersinn ich mir aus Lachen einen Paravent.
Ich exklamiere: Merde alors! und Très charmant!
Danach verlier ich mich im falsche Gründe Bosseln,

Weil nichts so ist, wie’s scheint, wie man’s auch immer dreht:
Es steht nichts still. Es endet nichts. Es dehnt sich weiter.
Und wenn sich alles ganz verdunkelt, übersteht

Die Frage auch den letzten Atemzug: Bleib‘ heiter,
So sage ich zu Dir, wenn’s nicht mehr weitergeht,
Werf ich zum Regenbogen eine Rettungsleiter!

Beitrag vom 26 Oktober, 2010 (18:51) | Autor: Walther | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


endlichkeit der fragen

26 Oktober, 2010 (05:46) | | goldener schnitt | Kommentieren

was ist die endlichkeit? ein sagen, trautes
wagen auch, ein immer wieder gehen
ans ende einer zeit: gedichtdurchschautes,
das stürmt und drängt nicht, doch wird daraus wehen.

mein ruf heißt „endlich!“, endlich bin ich wieder
widrig und der kasper im theater,
ein clown, mein narr, ein endlich versverschieber,
ein sohn, mein opa und alldem mein vater.

ich frag‘ sie nicht, ich antworte den fragen,
den letzten, diesen wilden widerspruch:
was war zu sagen, können wir nicht tragen,

wir sind zu endlich für solch‘ ewigkeiten.
indes, wir sinken in die schauerflucht,
das enden in den himmel auszuweiten.

ögyr liest’s

Beitrag vom 26 Oktober, 2010 (05:46) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: goldener schnitt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


YARPPizität, zur Sehnsucht

22 Oktober, 2010 (15:02) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

Poetizität
eine Sehnsucht
Skeptische Sehnsucht
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Wo bin ich kurz vor Mitternacht?

Beitrag vom 22 Oktober, 2010 (15:02) | Autor: Niko Burbach | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


skizze: so nett das lieben

22 Oktober, 2010 (14:44) | | herz & lenden | Kommentieren

der liebesknochen ist zerdrückt, genossen
hab ich krospen bruch, und süssen duft
bevor der klebrige rest mich hat verdrossen
als gekleister in grad gekaufter kluft.

Beitrag vom 22 Oktober, 2010 (14:44) | Autor: Kathrin Drescher | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


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