Beiträge im Jahr 2010

Die Trauer spielt

31 Dezember, 2010 (13:48) | | alptraum/ego.wunde | 1 Kommentar

Du schaust aus Deinen glanzlos leeren Augen
Die Welt von ihrer dunklen Seite an.
Die Trauer schlägt Dich in den kalten Bann,
Beginnt das ganze Leben auszusaugen,

Das in Dir blüht. Ob ich Dir helfen kann?
Hör auf, zu nichts als Widerwort zu taugen,
Das Schöne stets mit Galle abzulaugen!
Ich weiß schon fast nicht mehr, wie es begann:

War’s, als sie starb und schließlich von dir ging?
War’s, als die letzten Chancen sich zerschlugen?
Du willst es nicht, dass ich noch in Dich dring:

Wir sind die Ersten nicht, die das ertrugen!
Wach endlich auf, schätz Dich nicht so gering:
Die Trauer spielt die allerschönsten Fugen!

Beitrag vom 31 Dezember, 2010 (13:48) | Autor: Walther | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


Eine Nacht gestanden

29 Dezember, 2010 (21:17) | | lug & trug | Kommentieren

Ein treffendes Treffen unter falscher
Fahne gejubelt ein Luftsprung
Zu hoch angesetzt den Abflug
Vorgetäuscht und schließlich

Im Hafen gelandet verunglückte
Ansage abgesagt und genasführt
Die Fuhre Holz vor der Hütte
Blickhaft umkurvt an roten

Lippen geklebt und den Aufschlag
Versiebt Doppelfehler an den
Wangen gestreift und nun sage
Mir eine die Sage sei nur ein

Märchen aus einer Nacht in
Augen versunken die Liebe
Getrunken das Herze versengt
Die Hose gesprengt und nun

Sage mir eine sie hätte nicht
Ins Schwarze getroffen ins
Tiefe sich vergriffen mit den
Murmeln spielend unter falscher

Flagge gesegelt der Morgen
Ist morgen und das Gestern
Bleibt im Grauen zurück
Vorm Heute grauts mir aber

Beitrag vom 29 Dezember, 2010 (21:17) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Die Glocken läuten

25 Dezember, 2010 (17:18) | | ego.t/error.welt | Kommentieren

Es mögen weit die Glocken heute läuten:
Der Marsch des Krieges taktet immer mit,
Und es gewinnt der mit dem harten Tritt.
Man sieht die Gaffer, wenn sie Leute häuten,

Wenn auf der Straße sich die Opfer winden.
Denn es gewinnt, der – im Husarenritt –
Moral und Ethik mit den Füßen tritt,
Der zusieht, wenn sich Kinderkörper schinden,

Damit das Brot auf leere Teller kommt,
Ein Schälchen Reis die Hungermünder stillt.
Die Weihnacht sagte, was Gerechten frommt,

Die Feiernden sind Taube unter Blinden:
Wer anderntags die Täter Lumpen schilt,
War gestern noch beim Zuschauen zu finden.

Beitrag vom 25 Dezember, 2010 (17:18) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (8)

25 Dezember, 2010 (11:17) | | tage-bau | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 25 Dezember, 2010 (11:17) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Gemeinsam

24 Dezember, 2010 (14:39) | | herz & lenden | Kommentieren

Gemeinsam reisen wir schon lange Jahre
Durch diese Welt und diese schnelle Zeit:
Was hält die Zukunft noch für uns bereit?
Ist es das Helle, Gute, immer Klare?

Die Wellen, angetan das Hochzeitskleid,
Besegeln wir in Sturm und Nacht, im Dunkeln,
Wir kämpfen, bis die Sterne wieder funkeln,
Gewinnen mit dem Tag noch jeden Streit.

Ich wünsche uns, dass sanft die Sonne strahle,
Wenn schwer der Morgennebel sich erhebt;
Die Liebe ist wie eine Ätherschale,

Die sich aus Zärtlichkeit stets neu belebt.
Ich wünsche uns noch endlos viele Male
Dass uns das Herz vor großer Freude bebt!

Beitrag vom 24 Dezember, 2010 (14:39) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (7)

23 Dezember, 2010 (23:26) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 23 Dezember, 2010 (23:26) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


davon ich singen und sagen will…

23 Dezember, 2010 (21:08) | | tage-bau | Kommentieren

ein türchen im „lebendigen adventskalender“ in waldheim, das 20ste türchen â?¦ ein schön geschmückter saal im altenheim, ein teufelsgeiger und seine keyboardbraut, sangesfreudige alte und sehr alte menschen, ein paar junge und mittelalte – schön dick vermummelt wegen der weit geöffneten fenster – die stimmen schallten hinaus (ja zugegeben: mitm verstärker gestärkt, egal!). die menschen draußen vor dem fenster haben gebibbert, glühwein getrunken, gelauscht und mitgesungen. zwei alte damen, festlich gekleidet, lasen zwei kleine geschichten in die nacht – und es war einfach wunderbar! zum bratäpfelessen konnten wir leider nicht bleibenâ?¦

Beitrag vom 23 Dezember, 2010 (21:08) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


versprechen gestottert

22 Dezember, 2010 (21:14) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

versprechen gestottert
gedanken aus tausch an die wand
gefahrene kilo meter
rohr krepiert fragen
stellungen anvisiert mit

über brückungs bei hilfen zum
selbst mord auf getriebene
leichen fluss wärts gezogene
augen brauerei deutsche
reinheit geboten hopfen

wie malz verloren geglaubt
hat ans wasser niemand
aber der sand dünen gras
wachsende hörender
schaden an dachte

der schorn stein entstieg
dem rauch um ein nichts
von durch sicht als bluse
da lag das herz stück werk
versprechen gestottert

Beitrag vom 22 Dezember, 2010 (21:14) | Autor: Walther | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Vorbei

21 Dezember, 2010 (12:24) | | lug & trug | Kommentieren

Man aalt sich in den sicheren Gefühlen,
Dass das, was heute ist, auch morgen sei,
Wenn es geblieben wäre. Doch: Vorbei,
Zerronnen und zerplatzt, der Traum, im kühlen

Und glatten Lächeln jener auf den Stühlen,
Dort, wo man steuert: Weinen? Einerlei!
Man kennt nicht mal des Feindes Konterfei,
Ertrinkt im Strudel, will sich vorwärts wühlen

Im Treibsand falscher Glücks- und Heilsversprechen:
Schal schmeckt die Hoffnung wie zu alter Wein!
Man spürt in seiner Brust ein feines Stechen,

Das Atmen fällt schon schwer, man ist allein.
Die Rüstung strotzt vor Löchern in den Blechen,
Und Sicherheit ist nichts als falscher Schein.

Beitrag vom 21 Dezember, 2010 (12:24) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Luxus

17 Dezember, 2010 (21:08) | | ego.t/error.welt, lug & trug | Kommentieren

Ich sagte Dir, ich würde Dich auf Händen tragen:
Nun trag ich heut so furchtbar schwer allein an mir!
Ich frage mich, was soll ich denn am Ende hier:
Was soll ich mich mit diesem grauen Alltag plagen!

Die Pflichten überhäufen mich, wo bleibt die Kür?
Ich bin total am Ende, will frustriert verzagen
Und sehe all das Elend in den Wohlstand ragen.
Am liebsten schlösse ich die Augen und die Tür:

Was wir auch immer tun, scheint eitel und vergebens.
Ich fühle mich verbraucht und müde, richtig schwach
Und liege nachts in Angst und Panik schlaflos wach:

An meinen Händen klebt das Blut des Luxuslebens.
Die Welt erretten, wär ein Ziel gerechten Strebens.
Ich wäre besser still und hielt die Bälle flach.

Beitrag vom 17 Dezember, 2010 (21:08) | Autor: Walther | Rubrik: ego.t/error.welt, lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Exklusives Interview mit Julian Assange über Rolle und Funktion von Wikileaks

16 Dezember, 2010 (20:59) | | netz@uge.nblick | 2 Kommentare

Gekürzte Fassung. Ausführliches Interview auf www.johntext.de

I : Herr Assangeâ?¦
A: Julian bitteâ?¦.
I :Julian, wie geht es weiter bei Dir?
A: Das wird sich zeigen. Wir haben immer damit gerechnet, dass die Begleitumstände unserer Arbeit härter würden und haben uns darauf seit langem vorbereitet.
I : Ihr wolltet unter anderem zeigen, dass die amerikanische Regierung dem Volk verschiedene Wahrheiten vorenthält. Bist Du zufrieden?….

A : Wir haben viel erreicht.
I: Wie erklärst Du Dir, dass die sogenannten Whistle Blower (Geheimnisverräter, Anm. des Autors) Dir vertrauen und um die traditionellen Printmedien einen Bogen machen?
A : Die grossen Tageszeitungen haben eine wichtige Aufgabe. Sie zeigen durch die Veröffentlichungen, dass die Meinungsfreiheit über anderen Erwägungen stehtâ?¦.

I : Die Veröffentlichungen zielen grösstenteils in eine Richtung: Die US-Regierung. Wieso jetzt? Der aussenpolitische Schaden ist da. Die einen meinen er sei gering, die anderen sprechen von Vertrauensverlust.
A : Sie müssen sehenâ?¦ wenn eine Regierung wechselt, wird nicht automatisch zugleich auch der gesamte Behördenapparat ausgetauscht.
I : Die Regierung Obama regiert teilweise noch mit den Gefolgsleuten von Bush?
A : Grob formuliert: Ja. Wir haben vor den Veröffentlichungen intern darüber diskutiertâ?¦

A : Du meinst Wikileaks ist nur der Präzedensfall, um das Internet als Bedrohung für die innere und äussere Sicherheit der Staatengemeinschaft zu kennzeichnen? Und um in diesem Fahrwasser so etwas wie eine Internetpolizei zu gründen?
Unsere Existenz und unser Wirken zeigt ja eben, dass es schwer ist, das Internet zu kontrollierenâ?¦.

A : Ersatzbefriedigung ist das Zauberwort.
I : Surrogate?
A : Richtig. Die Menschen sind so weit, dass sie sich mit einer blossen Kopie von allem zufrieden geben. Es geht nicht mehr um den Originalgeschmack, es geht noch nicht einmal mehr um die gesunde Originalerdbeere. Wir geben uns mit irgendwelchen Geschmacksverstärkern zufrieden. Im richtigen Leben wäre Action alla Jackie Chan zu gefährlich. Uns genügt schon der Adrenalinstoss daheim auf dem Sofa, wenn wir uns einen Film anschauen. Obwohl wir wissen, dass alle Szenen gestellt sind. Diese Welt will betrogen werden.
I : Worauf willst Du hinaus? Betrügt Wikileaks seine Fans?
A : Nein. Wir liefern nur, was alle wollenâ?¦.

I : Wikileaks hat also eine ähnliche Funktion wie Erdbeermilch und Actionfilme à la Jackie Chan: Es soll dem Leser oder Konsumenten suggerieren, er wäre schon Teil einer grossen Sache, obwohl er lediglich zuhause am Computer sitzt und liest?
A : So ähnlich.
I : Danke Dir Julian für das fiktive Interview.

© 2010 Hans-Jürgen John

Hans-Jürgen John wurde 1967 in Ulm geboren. Nach Stationen in Marseille, Tübingen und wiederholt in Ulm, lebt er jetzt zeitweise in der Schweiz. Auf seiner Homepage www.johntext.de – Literatur, die helfen möchte – lässt sich die Entwicklung vom blossen Geschichtenerzählen zu der Beschäftigung mit dem, was Menschen umtreibt, ihre Sorgen und Hoffnungen miterleben.
Beitrag vom 16 Dezember, 2010 (20:59) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


Tannengedanken

15 Dezember, 2010 (21:35) | | terra/adern/fluss.linien | Kommentieren

Dort draußen in der weißen Weite,
Die heimlich uns Frau Holle schneite,
Steht grün ein kleiner Tannenbaum.
Er steht geduckt, man sieht ihn kaum.

Auf seiner Spitze glitzert hell
Ein Lichterstern. Die Kaltmamsell
Hat ihre Hände ausgestreckt
Und leis die Landschaft zugedeckt.

Der Himmel blaut. Ein Sonnenstrahl
Bestreicht das schön geschwungne Tal.
Er zeichnet Schatten glatt und schwarz.
Aus einem Astloch sickert Harz.

Die kleine Tanne steht und denkt:
Wem werde ich zum Schmuck geschenkt?
Ich bliebe doch viel lieber stehn,
Um weiter in das Land zu sehn,

Das um mich sanft und lautlos liegt,
So schneebedeckt und weiß umschmiegt.
Da setzt auf sie sich eine Meise
Und pfeift ganz fröhlich ihre Weise.

Beitrag vom 15 Dezember, 2010 (21:35) | Autor: Walther | Rubrik: terra/adern/fluss.linien | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (6)

15 Dezember, 2010 (10:29) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 15 Dezember, 2010 (10:29) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (5)

11 Dezember, 2010 (13:12) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 11 Dezember, 2010 (13:12) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Geschenk.t

10 Dezember, 2010 (19:50) | | herz & lenden | Kommentieren

„allein, du bist mein herz, mein mund – die stille:“*)
Ich trage Dich auf meinen Händen seit
Dem Tag, an dem ich Dich aus andrer Zeit
Geschenkt bekam: Das sei mein Ziel und Wille.

Du bist in mir und um mich noch, mein Kleid,
Und auch mein Ohr, der Blick durch die Pupille,
Der mir die Welt so zeigt; die Glückspastille,
Wenn sich der Horizont im Bild entzweit;

Nun sag mir nicht, ich solle Dir nichts sagen:
Mein Dasein hängt an Deinen Lippen. Wort
Für Wort ertrinke ich, könnt’s kaum ertragen,

Ertränke ich, gingst Du jetzt einfach fort;
Ich hätte nichts zu sein und nichts zu fragen
Und stünde nur für mich an leerem Ort.

*) aus: ögyr: still(end)es sonett, 07.12.2010, http://www.tyrakus.com/wordpress/?p=4945

Beitrag vom 10 Dezember, 2010 (19:50) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


projekt go2go041 (text: jürgen gisselbrecht; foto:sylvia hagenbach)

10 Dezember, 2010 (13:18) | | tage-bau | Kommentieren


Man hat mich in Stein gemeißelt, dann in Bronze gegossen.
Man hielt eine Rede über mich, dann vergaß man mich.

Sie wollten mich für immer für sich, nur für sich.
Sie haben gesagt, ein Mahnmal ist das, ja ein Denkmal für die Gemeinde.

Jetzt versuche ich mich zu erinnern. Wie haute man mich in Stein, welche Werkzeuge hat man verwendet, wo sind die Kanten abgebrochen, wer hat mich in Bronze gegossen, wer hat die Bronze bezahlt, gab es Verletzungen, werde ich stehen, immer stehen, auf dem Stein, auf dem Boden. Was ist Bronze – was für eine Legierung ist für mich gemacht worden – ist es nur Rotguss?

Man schaut schon auf mich.
Sie wollen nicht gestört werden.

Jetzt fotografiere ich mich. Die Sonne steht hoch. Mir ist kalt, mit bloßen Füßen. Gleich renne ich weg – noch einen Moment â?¦

Beitrag vom 10 Dezember, 2010 (13:18) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


projekt go2go 041 (text: sylvia hagenbach; foto: jürgen gisselbrecht)

10 Dezember, 2010 (13:09) | | tage-bau | Kommentieren


die große halle – alles deins! kratzer, schrammen, bunte wischer, – welch großes werk! die container sind raus, alles raus und nun der boden hinterher, an allen vier ecken wird gemeißelt und gesägt, die mäuse rennen, die startlinien zittern, die logistik ist noch unklar. Zu viele unschärfen noch, der tieflader trägt nur wolken heran, der museumsdirektor hat keinen saal frei. nicht leicht, den boden aufrecht zu stellen. der kurator schlägt vor, erst das zu probieren und dann ein neues museum darum herum zu bauen. in der presse ist die rede von größenwahn und kostenexplosion und wie blöd man eigentlich sein kann. dir egal, fleckenteufel, angst haben darfst du nicht. die zeichen, die spuren sprechen deutlich aus, was sache ist: an die wand damit und fertig. der rest – nicht deine sache.

Beitrag vom 10 Dezember, 2010 (13:09) | Autor: Sylvia Hagenbach | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


still(end)es sonett

7 Dezember, 2010 (04:27) | | tage-bau | Kommentieren

und nach den räuschen bist du wieder hier,
mein flüsterwort, mein unscheinbarer acker.
und betest ruhe und verständnis mir,
schlägst dich durch meinen tränend“ schiffbruch wacker.

dir sei mein lied gesungen, meinem wort,
ein lobgesang, die hymne, symphonie!
denn du, mein dichterwort, bist niemals fort.
du leitest sprechend mich, verlässt mich nie.

aus dir, dem wort, sei dies“ sonett gemacht.
du bist der text, mein hirt“ und sel“ger reim,
erflehst mein sehnen durch die dunkle nacht.

du bist mein erster und mein letzter wille,
bist manchmal fern und, ach, mir selbst geheim.
allein, du bist mein herz, mein mund – die stille.

ögyr liest’s

Beitrag vom 7 Dezember, 2010 (04:27) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (4)

5 Dezember, 2010 (14:11) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 5 Dezember, 2010 (14:11) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Ich bin Hai, kein Lug und Trug 2

4 Dezember, 2010 (23:06) | | tage-bau | Kommentieren

 
Pflücke Gold vom Morgenhimmel
und forme daraus Geld
Kommt
auf das zugegeben dünne Eis
Ich spiele euch groß auf
kriegt es fast umsonst
das Geld aus meinem Maul
mit den scharfen Zähnen
Und wenn ihr einbrecht
Gar nicht schlimm
für mich sogar sehr schön
mein Mittagessen
Und außerdem helfe ich der Menschheit
denn wer aus Dummheit einbricht
weil er zum Gelde will
den fresse ich
und wir sind einen Dummen los
Sagt nicht
ich sei
Finanzhai

Beitrag vom 4 Dezember, 2010 (23:06) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Eins ent.zwei

4 Dezember, 2010 (10:24) | | labyrinth/wort.gewebt. | Kommentieren

Du sprichst zu mir in leisen kleinen Worten
Und sagst mir alles, was ich nie versteh.
Ich staune über was, das ich nicht seh,
Und kann Dich nicht und kann mich nicht verorten.

Die Denke ist Gedanken in Kohorten,
Und Töne dudeln keine Melodei.
Wir fügten schnell in eins, das doch ent.zwei,
Als sich die Pfeile in die Herzen bohrten.

Du hörst mich nicht ich hör dich nicht alleine
Das können wir zu mehren zwei drei vier.
Wir stolpern über fremde eigne Beine:

Erst bist Du fort dann bin ich weit von Dir.
Die Zahlung aber hat nur falsche Scheine.
Das kleinste aller Wörter lautet: Wir.

für meine Liebste, für ögyr und seine lilly, und alle, die’s versuchen, das Suchen nach dem Eins im Leben

Beitrag vom 4 Dezember, 2010 (10:24) | Autor: Walther | Rubrik: labyrinth/wort.gewebt. | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


weder noch wolf

4 Dezember, 2010 (05:19) | | terrere est humanum? | Kommentieren

denn der mensch ist dem
vöglein ein wolf,
und die schäflein zählt
er aus in ihr trock’nes.

das ist der katze kern:
der schwarze peter
liegt beim wolf,
dem weder noch widrig.

denn der wolf ist dem
menschlein das wort,
ein entkommen,
dem ankomm“ bekömmlich.

das ist dem wolfe fern,
drei wörtlein im nest,
stroh(feuer) der heimat, die
nannten wir liebe.

denn der vogel ist dem
wolferl das kätzchen
im kampf, auf dem baume,
und flügelt so flirr.

das ist der wolf im
stumm gebellten wort,
ein vogel am ast,
kätzchen der wörtliche grund.

video.poem

(für die sprachforscherin lilly, psychoanalytisch (@ g.day + 10 years))

Beitrag vom 4 Dezember, 2010 (05:19) | Autor: Jörg Meyer (oegyr) | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Ich bin Hai, kein Lug und Trug

3 Dezember, 2010 (22:21) | | tage-bau | Kommentieren

 
Am Seeufer
Haifischzähne aus Eis
mit Schnee verziert
Die pflücke ich
und setze sie mir ein
Musikinstrumente
Das rausgespritzte Eis
Saxophone, Flöten, Gitarren…

See zugefroren
Saukalt
Kein Mensch zu sehen
Mit diesen Zähnen
musiziert der Hai
der ich jetzt bin
und pflückt Gold
vom Morgenhimmel

Beitrag vom 3 Dezember, 2010 (22:21) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


In der Tonne

3 Dezember, 2010 (20:08) | | lug & trug | Kommentieren

Ich dachte fast, der Welten Rund, es wär
Verbeult durch Meer und Land, durch Mond und Sonne:
Da sitze ich, in meiner kleinen Tonne,
Ein Philosoph, dem solches peripher

Am Hintern doch vorbeigeht, als Kolonnen
Der vielen Dinge, die, im Innern leer,
Die Füße voreinander, tappen. Schwer
Kann schneller enden, was so leicht begonnen,

Als man sich denken kann: Ich komm ins Grübeln
Und wiege in der Sonne Hand wie Haupt.
Man möge mir die Sache nicht verübeln:

Dies Denken hat mir nachts den Schlaf geraubt.
Ich werde an den Tonnendeckel dübeln,
Was ihr als Welterklärung alles glaubt!

Beitrag vom 3 Dezember, 2010 (20:08) | Autor: Walther | Rubrik: lug & trug | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Krähe, oder was bin ich?!

2 Dezember, 2010 (23:12) | | tage-bau | Kommentieren

 

ßber Nacht übernachte ich im Schnee
so weiß und kalt
Heller Morgen
und es schneit noch
Wildspuren
schräge Eiszapfen
Spechte

ich werde Specht und fliege an den Baum
die Maden oder Käfer rauszupochen
Nee, das schmeckt mir nicht
Eiszapfen lutschen?
Sie hängen schräg in Windrichtung
am Seeufer

Geh doch schwimmen
Nee, vor mir nur Eis
Gestern im Sturm
klatschten Wellen
als sie mich sahen
Heute gefroren
Krah
Jetzt bin ich Krähe
und kreise über kahler Eiche

Beitrag vom 2 Dezember, 2010 (23:12) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Kirchengeschichte

30 November, 2010 (12:31) | | zugvögel/wind.bahnen | Kommentieren

Du sprachst von Segnungen
Die Arme weit ausgestreckt
Das Unsichere zu umgreifen
Um es in Sicherheit zu wiegen

Dein Auge war ins Weite
Gerichtet an Horizonte
Ohne Tag- und Nachtschärfe
Der Vogelflug vorüber und

Die Landschaften so fest an
Deine Hände gewachsen
Wie die Füße in Stein gemeißelt
Dein Atem stand wolkig

Der Ton verklang gerade
Als die Achtung sich
Umhüllte ans Kreuz
Geschlagen hing der Glaube

Es mag ein Singen gewesen
Sein und ein Hüsteln sogar
Das Gesangsbuch verlegen
Blätterte es selbst zum Lied

Beitrag vom 30 November, 2010 (12:31) | Autor: Walther | Rubrik: zugvögel/wind.bahnen | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (3)

29 November, 2010 (19:23) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 29 November, 2010 (19:23) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


Alltag?

28 November, 2010 (22:57) | | tage-bau | Kommentieren

 
Alles fließt
und ich laufe
irgendwohin
weiß ichs?
aus dem Alltag
in die Allnacht
In tollen Sätzen
ausfliegen
Sonntag früh
Frosttag sähen
Isses helle?
jo ich bin helle
in det Bette ne Tebbe? Wat n’dat?
Honigsüßer Himmel
un de Sonne hinnern Horizont
kopfüber ßkopfer spring ich raus
un klebe in det Hongzeug
wies schlecket un köchelt

Beitrag vom 28 November, 2010 (22:57) | Autor: Hartmut Sörgel | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Sternenwärts

28 November, 2010 (15:55) | | herz & lenden | Kommentieren

So will ich mich vor Dir ganz tief verbeugen,
Die Du die Zeit in Deinen Händen hältst;
Und Dich mit all den vielen Wunden quälst,
Die Deine Liebe mir mit Blut bezeugen!

So will ich mich vor Deine Füße werfen,
Die Du den Acker mit viel Stolz bestellst;
Und Dich zu mir Gefallenem gesellst,
Wenn sie die Schwerter zum Enthaupten schärfen!

Ich möchte Dich dafür auf Händen tragen
Und Dir ein Denkmal setzen: Sei mein Herz!
So vieles möchte ich Dir gerne sagen!

Du nimmst von mir den ganzen Schmerz:
Die hohen Himmel möchte ich befragen,
In meinen Worten jubeln sternenwärts!

Beitrag vom 28 November, 2010 (15:55) | Autor: Walther | Rubrik: herz & lenden | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Geschützt: Das Märchen vom schönen und guten Mädchen (2)

27 November, 2010 (13:13) | | alptraum/ego.wunde | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

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Beitrag vom 27 November, 2010 (13:13) | Autor: Hans Juergen John | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.


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