Beiträge im Jahr 2006

Randnotizen von einer neuen Reise von Burkhard Sonntag

31 Dezember, 2006 (11:38) | | tage-bau | 2 Kommentare

Draussen Sturm.
Wind, Regen, aber kein Schnee, kein Frost. Kein Mensch auf der Strasse, die schlafen alle noch ihren Kater aus.
Wieder unterwegs.
Woher? Wohin?
Auf ein Frohes Neues!

Beitrag vom 31 Dezember, 2006 (11:38) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


ich reise zurück

31 Dezember, 2006 (10:38) | | tage-bau | Kommentieren

Beitrag vom 31 Dezember, 2006 (10:38) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Randnotizen von einer langsamen Reise (Teil 364)

30 Dezember, 2006 (23:38) | | tage-bau | Kommentieren

Am Morgen ist der Nebel immer noch da.
Es ist noch dunkel, wenn Du Dich auf den Weg machst, ein halbstündiger Fussmarsch, zunächst durch das noch schlafende Dorf dann die Landstraße entlang über freies Feld bis zum Bahnhof.
Der einsame Bahnhof – in schummriges gelbliches Licht gehüllt – wirkt gespenstisch. Irgendwo aus dem Nichts dieselt ein Triebwagenzug heran, Du steigst ein und bist froh, wieder im Warmen zu sitzen.
Allmählich wird es hell.
Rauhreif auf den Wiesen.
Du könntest aussteigen und Dir das Städtchen an der Flussschleife anschaun, aber Du bleibst sitzen bis zur Endstation.
Im Marmorsaal des Bahnhofsrestaurants trinkst Du einen Kaffee, schaust auf das Wandgemälde mit der Berglandschaft und wirst allmählich wach. Du schaust noch einmal auf die Berglandschaft. Da willst du jetzt hin!
Aber zunächst einmal streifst Du durch die engen Gassen der Stadt, steigst hinauf auf den Hügel mit der Festung und wieder hinunter bevor Du wieder in einen Zug steigst.
Der Zug ist voller Schulkinder und draußen ist immer noch Nebel.
Und dann reißt der Nebel auf.
Blauer Himmel, glitzernder Schnee und die Berge.

Du musst umsteigen.
Ein Bus bringt Dich hinauf in die Berge und dann später wieder hinunter.
Aus dem Zugfenster siehst Du nochmal die Berge in der Abenddämmerung, aber wenn Du dann im Speisewagen noch einen Kaffee trinkst während der Zug gemächlich die Schlucht entlangfährt, ist es schon dunkel.
Am Bahnhof holt man Dich ab.

Beitrag vom 30 Dezember, 2006 (23:38) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


[bdn 51] Guter Vorsatz, schlechter Nachsatz

30 Dezember, 2006 (21:01) | | tage-bau | 1 Kommentar

Es fliegen die Raketen, knallen Kracher,
Es knallen Korken von Champagnerflaschen.
Getuschel, Stimmgewirr und leise Lacher:
Das Streichholz suchen in den Jackentaschen,

Damit die nächste Salve zu entzünden.
Der Alkohol als bester Stimmungsmacher
Bezwingt die Ängste, die im Wege stünden.
Die Farbenspiele sprühen in vielfacher

Ausfertigung die Hoffnungen ins Schwarz:
Nur weg das alte Jahr mit dem Silvester.
Zuhause riecht der Tannenbaum nach Harz,
Die armen Nadeln langsam fallen lässt er.

Sich mit dem immer Neuen fest verbünden
Und wieder abgeschworen alten Sünden!

Beitrag vom 30 Dezember, 2006 (21:01) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


017 — Sylvia Hagenbach (Text) | Jürgen Gisselbrecht (Foto)

30 Dezember, 2006 (19:28) | | Foto-Text-Projekt, tage-bau | Kommentieren

Foto-Text-Projekt

war gar nicht so leicht, zu entwischen. aber ich bin ja ein helles köpfchen. in diesem raum mit dem spiegel und den vielen stimmen hab ich’s nicht mehr ausgehalten. das gezänk der schwarzen königin hat mir in den ohren geklingelt und überhaupt. es war mir zu staubig und zu altmodisch. und immer hinter der tapete hocken — nein! ich hab dagegen getreten — ratsch — ein großer riss von der mitte
bis zur fußleiste, putz rieselte und färbte mir die haare hell. ich hab den mantel vom jäger geklaut und bin aus dem fenster gesprungen. jetzt muss ich zusehen, dass ich meine cousine finde. die ist neulich in einen brunnen gehüpft. sie hat mir schon viele sms geschickt — ich soll nachkommen, es sei ein schönes leben da unten mit obstbäumen und frischem brot und federbetten. wenn ich ihr mit den betten helfe, schreibt sie, könnte ich was für den wintersport tun und auch für die romantiker. deshalb husch ich mal schnell hin — wenn’s draußen weiss wird, wisst ihr, warum…
Beitrag vom 30 Dezember, 2006 (19:28) | Autor: adminxx1 | Rubrik: Foto-Text-Projekt, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


30 Dezember, 2006 (16:06) | | Foto-Text-Projekt, tage-bau | Kommentieren

Foto-Text-Projekt


Um halbzehn an der Sisyphos-Skulptur. Der Mond sollte uns noch genug Licht geben um unseren Handel perfekt zu machen. Es ging um Geld, Spielschulden, die er noch zu bezahlen hatte und um sein Leben. Ich hörte seine schweren knarzenden Schritte auf dem Kies. Ich lehnte mich an Sisyhpos, ich hatte Zeit, viel Zeit. Er trug den Koffer in seiner linken Hand, steif und schwer. Der Mond schlich langsam an der Hand von Sisyphos vorüber. Seine Schritte kamen langsam näher, im Mondlicht sah ich sein zerfurchtes dünnes Gesicht. Er war ein Mann von fünfzig, gehüllt in einen schweren grauen Wintermantel obwohl es noch Spätsommer war. Er fror immer, sagte er mir. Wahrscheinlich blieb ihm nun nichts mehr als sein Wintermantel. Unterhalb der Sisyphos-Skulptur trafen wir uns, ich nahm ihm sofort seine Aktentasche ab, sie wog schwer, eigentlich zu schwer für eine Million Euro, es sollten ja keine Goldbarren nur Geldscheine sein. Er lächelte, ich tastete noch einmal nach meinem Messer. Ich öffnete die Aktentasche und war erstaunt. Es waren Steine, runde, ebenförmige Steine, vielleicht gut genug um sie im Wasser springen oder einen Berg herunter kullern zu lassen. Ich lachte ihn an, sah ihm jetzt direkt in die versteinerten Augen.
Beitrag vom 30 Dezember, 2006 (16:06) | Autor: adminxx1 | Rubrik: Foto-Text-Projekt, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Randnotizen von einer langsamen Reise (Teil 363)

30 Dezember, 2006 (00:06) | | tage-bau | Kommentieren

…viel ist passiert…
Wo bin ich?
Mit einem Bummelzug bin ich vom Großen Fluß weg in die Berge gefahren. Bin an einem See entlang zu einem Kloster gewandert und weitergefahren, über kurvige Landstrassen zu einem kleinen Städtchen mitten im Wald. Da war es kalt. Weiter ging es zu einer sehr alten Stadt an einem anderen Fluss und dann mit dem Zug diesen Fluss hinunter bis zu seiner Mündung in den Grossen Fluss, diesen überquerend, hinein in ein Land mit viel Wald, in welchem sich eine kleine Universitätsstadt versteckt. Wir machen eine scharfe Rechtskurve, fahren hinunter zu der großen lauten Stadt welche wir aber kaum wahrnehmen, wir durchqueren sie, folgen dem großen Fluss jetzt eine ganze Weile lang, überqueren ihn abermals und gelangen in ein Land, in dem wir schonmal waren, in eine Stadt, die uns vertraut vorkommt wie die Städte auf der anderen Seite des Flusses, also machen wir scharf kehrt, überqueren den Fluss abermals und folgen ihm wieder abwärts bis wir uns seitwärts in die Berge schlagen, jene überqueren, eine sehr saubere und propere Stadt kurz streifen, dem Lauf des Flusses an welchem sie liegt flussabwärts folgen bis wir abermals zu einer gemütlich-schönen Universitätsstadt gelangen. Hier biegen wir erneut ab, nehmen bald aber eine weitere scharfe Kurve, wiederum einen Höhenzug und eine Art Grenze überquerend, ein gemütliches kleines Städtchen passierend mit zugehörigem Fluss dem wir diesmal stromaufwärts folgen. Wir erreichen die Autobahn, folgen ihr eine ganze Weile lang, verlassen sie nur gelegentlich hie und da um Pause zu machen, dann an einem weiteren großen Fluss biegen wir ab.
Weiter geht es über kurvige Landstrassen.
Tief in der Nacht bei dichtem Nebel erreichen wir einen Ort.

Beitrag vom 30 Dezember, 2006 (00:06) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Rechtschreibung

29 Dezember, 2006 (18:49) | | tage-bau | Kommentieren

Ich, der ich einst glaubte, zu den wenigen Rechtschreibern unserer Zeit zu gehören, bin inzwischen auch unter die Freischreiber gegangen. Ich schreibe einfach, wie ich denke, dass es richtig wäre, und überlasse es dann Bill Gates, mich ins rechte Wort zu setzen.

Ich dachte nie, dass ich einmal Bill Gates über den Weg trauen müsste bzw. würde. Obwohl, ich traue ihm ja eigentlich nur über das Wort …

Beitrag vom 29 Dezember, 2006 (18:49) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Silvester – Paranoia

29 Dezember, 2006 (11:10) | | tage-bau | 2 Kommentare

Jahresende: Traumata und gute Vorsätze – Persönliche Notizen

Ich war etwa vier oder fünf Jahre alt, und ich hatte Geburtstag. Nachmittags waren Verwandte und ein paar meiner ?kleinen? Freunde aus der Nachbarschaft bei uns zu Hause, wir aßen leckere Berliner Pfannkuchen, durften im Wohnzimmer toben, in dem noch der geschmückte Weihnachtsbaum stand, und wir spielten mit dem Kaufladen, den ich zu Weihnachten bekommen hatte. Gegen Abend musste ich dann ins Bett, und die anderen Kinder verabschiedeten sich nach Hause. Und irgendwann später weckte mich meine Mutter wieder, zog mir warme Sachen an, und nahm mich mit auf den Balkon. Da standen auch noch die Verwandten herum, plauderten ausgelassen und tranken Sekt. Als ich auf den Balkon kam, hockte sich einer nach dem anderen zu mir ‚runter, knuddelte und knutschte mich und sagte irgendwelche frohen Wünsche. Dann stellte mich jemand auf einen Hocker, sodass ich über die Balkonbrüstung hinweg vom dritten Stock nach unten auf die Vorgärten und die Straße schauen konnte.

Der Anblick war großartig: Überall feiernde Leute, die umarmten sich und tranken und lachten, warfen krachende Knaller auf die Strasse und zündeten Raketen. Der Himmel war feierlich hell und bunt. Immer wieder winkten die Leute von der Straße fröhlich zu unserem Balkon hoch, prosteten, riefen irgendwelche Wünsche. Ich weiß noch, dass ich mich festlich ergriffen fühlte: Das alles zu MEINEM Geburtstag! All die Menschen feierten mit mir! Damals schon zum Grübeln neigend, fragte ich mich, warum beim Geburtstag meiner Mutter kürzlich nicht soviel gefeiert wurde. Überhaupt konnte ich mich nicht erinnern, dass bei irgendwem anders zum Geburtstag soviel los war. Und jetzt bei mir: Der ganze Himmel war eine Party! Überall Raketen, selbst ganz weit weg, die ganze Welt feierte meinen Geburtstag! Ich hatte nur eine Erklärung dafür: Ich musste ein ganz besonderer Mensch sein. Und warum sonst war ich weit und breit das einzige Kind, das jetzt noch wach sein durfte? Ganz klar, ich war ein besonderes Kind. Worin meine Besonderheit bestand, wusste ich zwar nicht, aber egal. Ein ganz besonderes Kind, ja. Ich hatte es schon immer geahnt, und jetzt war es klar.

Vielleicht war ich auch ein wenig berauscht von dem Glas Eierlikör mit Limonade, das ich zur Feier des Tages trinken durfte, jedenfalls fühlte ich mich wie eine kleine Königin, als ich dort auf dem Hocker stand und mit feierlichem Ernst all den Menschen da unten zuwinkte. Rätselhaft war mir, woher die alle wussten, dass ich Geburtstag habe; war meine Mutter von Tür zu Tür gelaufen und hatte allen Bescheid gesagt? Ich fand keine Erklärung und fragte meine Mutter. Das hätte ich vielleicht nicht tun sollen: Die Antwort war ernüchternd. Die Leute feierten gar nicht meinen Geburtstag. Es war Silvester, man feierte den Anfang eines neuen Jahres. Ich kann mich deutlich an das Gesicht meiner Mutter erinnern, während sie mir das erklärte: Milde Nachsicht, gemischt mit einer gewissen Belustigung. Innerhalb weniger Sekunden stürzte ich aus meinem festlichen Hochgefühl in ein schwarzes, kaltes Loch. Die Leute feierten gar nicht mich. Ich war gar kein besonderes Kind. Die Welt da draußen kannte mich überhaupt nicht. Schlagartig kehrte sich die Eierlikör-Berauschung ins Gegenteil, ein dumpfes Hohl breitete sich in meinem Brustkorb aus. Und wie blöd war ich überhaupt, dass ich etwas so Falsches vermutet hatte? Das belustigte Grinsen meiner Mutter. Ich fühlte mich schrecklich. Kann mir gut vorstellen, dass ich in dieser Situation Lust hatte, noch einen Eierlikör zu trinken, aber es ist anzunehmen, dass ich mich damals noch nicht betrinken durfte. Wie ich ins Bett gekommen bin, was ich vor dem Einschlafen noch dachte, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich fühlte ich mich so dermaßen schlecht, dass mein Gedächtnis die Erinnerung verschüttet hat.
Mein erstes schweres Kindheitstrauma.

In den nächsten Jahren machte mir das Feiern meines Geburtstags nicht sehr viel Spaß. Meist wurde ich zur Großmutter gebracht, weil meine Eltern auf Silvesterpartys gingen. Der Kindergeburtstag wurde immer ?nachgefeiert“. Keiner hatte so richtig Zeit für meinen Geburtstag. Nur die Oma, die alleine lebte. Also schaute ich mit ihr die Silvestershows im Fernsehen an und nippte an dem Eierlikör, den ich nach wie vor zu diesem Anlass trinken durfte. Mehr weiß ich nicht. Silvester ist ein blöder Tag, um Geburtstag zu haben. Eigentlich hätte ich laut Auskunft der Ärzte eine Woche früher zur Welt kommen sollen, irgendwann zu Weihnachten, aber ich kam ein paar Tage zu spät.
Ich komme bis heute meistens zu spät. –

Etwa zehn Jahre später, als ich wohl fünfzehn wurde, hatte ich mein zweites einschneidendes Geburtstagserlebnis. Gemeinsam mit meinem Cousin wollte ich eine Party veranstalten, an Silvester. Er hatte ein paar Tage vor mir Geburtstag gehabt, und wir wollten nun zusammen mit einigen Leuten unsere Jahrestage feiern. Dummerweise kam uns die Idee erst knappe zwei Tage vor Silvester. Noch dümmer war wohl, dass wir beide zum damaligen Zeitpunkt keinen wirklichen Freundeskreis hatten; also sagten wir auf die Schnelle ein paar Leuten aus der Schule und der Nachbarschaft Bescheid. Die meisten sagten uns etwas wie ?Ähm, Silvester, da bin ich schon woanders eingeladen, aber wenn da nix los is‘, komm‘ ich vielleicht mal später vorbei“. Vielleicht mal, später. Ja.

An meinem Geburtstag also bereitete ich mit meinem Cousin den Partykeller meiner Eltern vor, unsere Mütter hatten Salate und Häppchen gemacht, mein Vater hatte Getränke besorgt. Am Abend saßen wir da und warteten. Irgendwann kam Martina, eine Schulkameradin von mir; sie war gleichzeitig das erste Mädchen, mit dem mein Cousin seit ein paar Wochen ?ging“. Da saßen wir dann also zu dritt. Und warteten. Meine Mutter kam zwischendurch ‚rein und sagte, dass ich doch endlich das Bier aus den Kisten in den Kühlschrank stellen soll. Ich machte das dann auch, aber bei jeder Flasche, die ich ins Kühlfach packte, wuchs das Wissen um die Vergeblichkeit meines Tuns: Es würde ja doch niemand mehr kommen, um das Bier zu trinken. Wieder so ein dunkles, schwarzes Loch in meinem Brustkorb.

Wir warteten ziemlich lange und äußerst vergeblich: Es kam tatsächlich kein Mensch mehr zu unserer Geburtstagsfeier. Alle waren lieber irgendwo auf wahrscheinlich fetten Silvesterpartys unterwegs. Ich fühlte mich schrecklich. Und wie hatte ich ernsthaft glauben können, dass jemand zu dieser viel zu kurzfristig organisierten Party kommt? Wie hatte ich ernsthaft glauben können, dass irgendwer mit mir feiern will, wo ich doch schon vor Jahren erfahren hatte, dass ich ein völlig unbedeutender und unbesonderer Mensch war? – Wie wir den Rest des Abends verbracht haben, weiß ich gar nicht mehr. Drei Menschen, deren größte Gemeinsamkeit war, keine Freunde zu haben. Kann mir vorstellen, dass ich mich betrunken habe. War ja genug da. Am nächsten Tag jedenfalls waren nicht nur zahlreiche Flaschen Bier vernichtet, ich fand auch eine leere Flasche Mariacron. Wahrscheinlich fühlte ich mich so dermaßen schlecht, dass mein Gedächtnis die Erinnerung an jenen Silvesterabend verschüttet hat. Mein erstes schweres Teenie-Trauma.

Sicher habe ich noch einige andere Traumata erlitten, aber diese beiden kommen mir zur Jahresendzeit immer ins Gedächtnis. Sie wirken bis heute: Ich leide an einer Silvester-Paranoia. Hier jährt sich die schreckliche Erkenntnis, dass ich so gar kein besonderer Mensch bin. Nur einer von vielen. Die Welt da draußen, sie kennt mich nicht. Und bis heute habe ich nie wieder eine Geburtstags-Party veranstaltet. Partys wurden bei mir gefeiert, ja, aber niemals eine Geburtstags-Feier. Wenn am Ende wieder keiner kommt? Also bin ich zu Silvester immer über irgendwelche anderen Partys gestolpert oder durch Kneipen gewankt.

Heutzutage umkreise ich die Vierzig und sollte vielleicht etwas gelassener sein: Scheiß‘ auf die Traumata aus Kindheit und Jugend. Außerdem gibt es mittlerweile ein paar Leute in meinem Leben, die ganz bestimmt zu meiner Silvester – Geburtstagsfeier kommen würden. Hoffe ich doch.

Im Hinblick auf die Tatsache, dass der Mensch an sich für das Neue Jahr immer gern gute Vorsätze fasst, sollte ich mir dieses Jahr vielleicht vornehmen, endlich doch mal eine Geburtstagsparty zu veranstalten. Und für den schlimmsten Fall, dass dann wieder niemand käme? Glaube, ich bin mittlerweile gereift genug, dass ich in diesem worst case genügend Contenance besäße, mich würdig und mit Fassung auch alleine zu betrinken. Schön wär’s sicher nicht, aber keineswegs traumatisch. Ich bin noch immer kein besonderer Mensch, höchstens ein ganz besonders bekloppter; und der Welt da draußen bin ich noch immer unbekannt, aber das ist vielleicht auch ganz gut so. Habe mich allmählich damit abgefunden.

Eine Fete zu machen, scheint mir ohnehin ein brauchbarer Vorsatz zu sein. Brauchbarer jedenfalls, als Rauchen und Trinken einzustellen, oder Sport machen zu wollen. Das ist doch nur anstrengend, die reine Quälerei. Deshalb lässt man’s dann bald wieder bleiben (sofern man nicht gesundheitlich dazu gezwungen ist…). Eine Party ist etwas, das eigentlich Spaß macht. Ja. Das Saubermachen am Tag danach lässt sich verkraften. Vielleicht sollte man sich für das Neue Jahr überhaupt nur Dinge vornehmen, die Spaß machen: In Urlaub fahren, alte Freunde treffen, Parties feiern, sonntags faulenzen, und ähnliche Dinge.
Wenn man denn schon Vorsätze haben will, dann solche, bei denen man sich gut fühlt. ?Gute“ Vorsätze, eben (grins). Die schönen Sachen zieht man dann wenigstens durch. – Ich also werde feiern. Ja, genau.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die das hier lesen,
einen fröhlichen Jahreswechsel und viele freudig-spaßige Vorsätze für 2007!

Beitrag vom 29 Dezember, 2006 (11:10) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


29 Dezember, 2006 (04:32) | | tage-bau | 2 Kommentare

Beitrag vom 29 Dezember, 2006 (04:32) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (2) Kommentare


[bdn 51] Sternschnuppe

28 Dezember, 2006 (10:55) | | tage-bau | Kommentieren

Wie sich der Mond aus dunkler Nacht ein Stück
Vom Himmel sichelt, helles Weiß, mit Kränzchen,
So beug ich meinen Hals so weit zurück,
Bis in den Augen Sterne spieln zum Tänzchen.

Da seh ich die Sternschnuppe fliegen. Glück:
Ein kleiner Schritt, ein Traum; ein Schnuppenschwänzchen
Verglüht am Horizont zum Augenblick.
Und ich fühl mich des Glückes Schmied wie Hänschen,

Der seine Gretel in den Armen hält
Als seinen Traum vom allergrößten Stück
Vom Lebensglück, vom Zentrum dieser Welt:
Nicht hadert er mit Tod und dem Geschick.

Ich schaue ins gespannte Sternenzelt
Und hoff, dass diese Schnuppe für uns fällt.

Beitrag vom 28 Dezember, 2006 (10:55) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


hab ich hallus?

28 Dezember, 2006 (10:08) | | tage-bau | Kommentieren

geht nicht in den blumenladen! ihr glaubt es nicht!
vorhin wollte ich noch ein bisschen frisches tannengrün
kaufen, weils so schön duftet und überhaupt – wie treu
sind deine blätter… im winter gibts das eben. hats das
zu geben, so! aber – nein! – das ist jetzt vorbei. statt
dessen stehen da knallebunt und frech die ersten frühlings-
boten: primeln. und da – tulpen auch! ja spinn ich? der
winter hat grad angefangen, so’n bisschen kühle zu
versprühen, erste schneeflocken schüchtern zu verstreuen –
und ich soll jetzt…? nee, kommt nicht in die tüte!
ich trau mich gar nicht in den supermarkt. wahrscheinlich find ich
da die ersten bunten eier? oder erwisch die verkäufer dabei, wie sie
die weihnachtsmänner ausziehen und den braunen schokokerlen ’n
neues outfit verpassen? oh nee! lasst mich doch einfach mal zufrieden
mit dem „zu früh“! mensch menschen!

Beitrag vom 28 Dezember, 2006 (10:08) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Weihnachtslied

24 Dezember, 2006 (03:15) | | tage-bau | Kommentieren

Wenn über kahlen Bäumen Nebel hängen,
Dann frisst die lange Nacht den kurzen Tag.
Die Kälte will sich durch die Ritzen zwängen.
Das ist kein Wetter, das man wirklich mag.

Wenn nicht zugleich die Weihnachtslieder klängen,
Dann wäre schlechte Laune angesagt.
So ist der schöne Baum noch zu behängen.
Und mancher volle Bauch wird still beklagt.

Ich nehme Dich so gerne in den Arm
Und halte Dich für immer zärtlich fest.
Es freut mich, dass Du mich das heute lässt:
Es macht die scharfe Kälte beinah warm.

Wie glücklos ist, das frag ich mich vermessen,
Der da alleine ist und wie vergessen.

alle tage-bauern frohe Weihnachten

Beitrag vom 24 Dezember, 2006 (03:15) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


23 Dezember, 2006 (12:11) | | tage-bau | Kommentieren

Leicht valiumbedröhnt lag ich auf dem Behandlungstisch im Herzkatheter-Labor einer hiesigen Klinik.
Eine örtliche Betäubung in der schamhaarbefreiten Leistengegend sorgte dafür, dass ich das dortige Einführen des Katheters in meine Arterie nur als leichten Druck bemerkte. Dann wurde der Draht bis zum Herzen geführt, unter permanentem Röntgen; als der Katheter am Herzen war, wurde ein Kontrastmittel eingespritzt, das den Zustand der Herzkranzgefässe sichtbar machte. Während ich dort also lag (wie ein Kaninchen vor der Schlange, meinte die untersuchende Ärztin lächelnd), konnte ich mein eigenes Herz beim Schlagen beobachten. Ohne Valium wäre ich verrückt geworden. So war der Anblick durchaus faszinierend. Faszinierend, ja: Ich glaub‘, ich hab‘ an Mr. Spock gedacht. Lag wohl an der Benebelung. Das da, auf dem Bildschirm: Mein Herz! Der Motor des Ganzen.
Dann kam der Chefarzt aus dem Hintergrund, erklärte mir, dass ich ein sehr krankes Herz habe, eine Arterie sei völlig verstopft, und dass das ungewöhnlich sei für einen erst vierzigjährigen Menschen; er würde nun versuchen, die Arterie mittels eines Ballons zu weiten und einen ‚Stent‘ zu implantieren, ein kleines Röhrchen, das die Arterie offenhalten soll. Würde das gelingen, käme ich um eine Bypass-OP herum.
Kurz: Es gelang ihm. Es sei schwierig gewesen, sagte er nachher, aber eben erfolgreich.
Während er arbeitete, starrte ich nur noch in die Luft.
Ich habe nichts gedacht.
Ich habe nichts gehofft.
Ich habe inhaltlos ganz einfach abgewartet.
Nach gelungener Implantation zeigte er mir zwei Röntgenaufnahmen, vorher und nachher:
Das Vorher zeigte eine Arterie, die nur mehr ein verkümmerter kleiner Baumast war;
das Nachher zeigte die Arterie mit dem aufhaltenden Stent: Ein dickes Geäst. Sah deutlich gesünder aus.
Ich wurde in ein Überwachungszimmer geschoben, an irgendwelche Geräte angestöpselt, und musste satte 6 Stunden auf dem Rücken liegen, ohne mich aufzurichten, besonders das rechte Bein musste ich bewegungslos halten. Eine freundliche Krankenschwester schaufelte mir eine Quarkspeise in den Mund, und bevor sie ging, schaltete sie mir einen Fernseher ein. Irgendwelches vorweihnachtliches Geschnulze.
Im Raum hingen an der Wand ein paar vielleicht von Krankenschwestern gebastelte Weihnachtsmotive, Kerzen, Nikoläuse, undsoweiter.
Neben mir lag eine ältere Frau ohne jedes Benehmen: Sie rülpste und furzte dauernd vor sich hin, sehr schamlos und auf’s Ekligste geräuschvoll.
Ich wäre gern aufgestanden und hätte sie erstickt. Musste ja aber liegenbleiben.

Irgendwann wurde die Frau aus dem Raum geholt, ich war allein, und dann hab‘ ich hemmungslos geweint. Später musste ich dringendst urinieren. Und weil ich nicht aufstehen durfte, musste ich in eine Bettpfanne pinkeln. Als die Schwester mich abgeputzt hatte und fort war, habe ich nochmal losgeheult.

Am nächsten Tag ging es mir verhältnismässig gut. Nochmal ein Ultraschall vom Herzen: Prima, freute sich der Oberarzt nach der Untersuchung, gab mir dann die Hand und sagte freundlich: Ihr Herz läuft wieder rund, Sie können gleich heute wieder nach Hause, da haben Sie doch ein schönes Weihnachtsgeschenk, zwei Tage vor dem heiligen Abend! Zehn Kilo runter, gesünder ernähren, Sport und wenig bis gar nicht rauchen: Dann bleibt das auch so. Und nehmen Sie um Himmels Willen alle verordneten Medikamente ein!

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Von diesem Herzen, das nun wieder rund läuft.

Jetzt sitze ich vor dem Rechner, rauche nicht, esse eine Mandarine, höre www.dasweihnachtsradio.de und muss schon wieder heulen. Ich bin mir nicht sicher: Wegen der Weihnachtsdudelei? Stille Nacht, heilige Nacht. Oh du fröhliche. Aba heidschi bum beidschi.
– Oder weil ich mich ob dieser lebensbedrohlichen Herz-Krankheit fürchte? Oder weil ich froh bin, dass mir geholfen werden konnte, dass ich bei vernünftigem Verhalten recht beschwerdefrei weiterleben kann? Ich häng‘ doch sehr an diesem Leben, fiel mir in den jüngsten Tagen auf.
So gesehen ist dieser Stent, ist das medizinische Können wirklich ein wundervolles Weihachtsgeschenk für mich.

Beitrag vom 23 Dezember, 2006 (12:11) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


[bdn 31] Nachtgeplänkel

23 Dezember, 2006 (06:04) | | alptraum/ego.wunde | Kommentieren

Es träufelt sich die Nacht in armes Hirn.
Das Herzelein, es rast, bis dass es stolpert.
Sein Rhythmus schüttelt sich und stampft und holpert.
Der Schweiß steht eisigkalt auf hoher Stirn.

Der Geist, er hastet hin und her, es irrn
Gedanken, um die Todesangst schon lodert.
Der Starke, der im Grabeshügel modert,
Konnte die Lebensfäden nicht entwirrn.

Der Schweiß, er sickert in die müden Augen
Und beißt sich an den Wimpern salzig fest.
Die Zunge, hechelnd, schleckt die lauen Laugen.

Die Lippen wollen sich ins Leben saugen,
Von dem das Herz verliert vielleicht den Rest:
Der rasche Griff zur Brust könnte nichts taugen.

für Mone und ögyr

Beitrag vom 23 Dezember, 2006 (06:04) | Autor: adminxx1 | Rubrik: alptraum/ego.wunde | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


21 Dezember, 2006 (03:24) | | tage-bau | Kommentieren

das ist ja das lustige in der zeit der liebe und besinnung! es ist alles ganz anders herum als gemeint? herumherumherumgerenne, geschiebe, geschubse, taschenumdieohrngehaue, hussa! da ist man doch gern auf der jagd nach den letzten vergessenen dingen. geschenkpapier und glitzerstifte,
noch ne dvd bei 2001, ein paar knusperkekse, weil die eigenen schon längst weggeschrotet wurden. man spürt am kneifen des hosenbunds, wo?s jetzt sitzt, das leckere knusperchen. die lütten sind unterwegs im abenteuerland, die ganz lütten mein ich, die in den kinderkarren sitzen. das muss ein tolles leben sein, jede sekunde ein neuer rumms, fast so schön wie autoscooter-fahren. die eltern nämlich wollen ihren kleinen was bieten, deshalb benutzen sie die karren als wegbereiter und waffe. zack, so, dem mal eins über die zehen, klack, der ollen mal eben das teil in die hacken gerammt, hui, so wird der weg gebahnt im getümmel. und aus den lautsprechern am kinderkarussell tönt: ?. na, ihr wisst schon?

Beitrag vom 21 Dezember, 2006 (03:24) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Schlachtplatte (oder: Die Heckler im Kochtopf)

19 Dezember, 2006 (10:43) | | tage-bau | Kommentieren

?Öawer to Moder mutt wi alle warn, to Moder …, to Moder …? Dabei sieht er gar nicht dürr aus, eher zu prall für dieses Leben, fett ausgebaut die Straßen zum Staub. Vor ihm die Schlachtplatte, ein jüngstes Gericht, das Achtung verdient, vor dem man aufsteht, bevor man auf die Knie des reuigen Sünders sinkt. Gut das Fleisch, das zu schwach für den Willen ist, mit dem der Geist seine geheimen Wolllüstigkeiten schmückt. Genau dafür hat er jetzt eine Schwäche, für die schwitzenden Kochwürste, das Kassler im rosig nahrhaften Kleid, für die glänzende Schweinebacke, für das, was von Leben kündet, weil es gewesenes ist.

Dazu schmoren in zwei weiteren Töpfen zwei Säcke Grünkohls, die zu ihrer Waschung das Taufbecken der Badewanne zu einem Drittel gefüllt hatten. Der Krauter duschte das Kraut und sammelte zwei zuckende Schnecken aus dem gekräuselten Dickicht. Das Gewürm zuckte, bevor es im Klo heruntergespült wurde ? wie all der Kummer am Lebendigen hernach, nach der verlockten Verzehrung des Fleisches seiner selbst, nach den mehreren der stark alkoholischen ?Verteiler?, denen man die Förderung der Verdauung ebenso nachsagt wie die des Verdurstens. Ein Trinker, so sagt man, verdurstet schließlich an seinem Trank.

Im Kochtopf hat er es dünsten sehen, simmern, garen, das Fleisch. Das tot geschossene. Auf dem Wochenmarkt am Sonnabendmorgen Schlangen vor dem Schlachter. Fleischeinkäufe als Familienaufstellung. Keine Raubtiere, eher Proteinpropheten des Gesunden, eines ?Stücks Lebenskraft?. Die Lebendigkeit der Leichen, wenn aus ihnen Nachwuchs wuchs und wächst, so genährt, aus der Öko-Karre. ?Jeder, der keine Kinder hat?, denkt er, ?ist eine Leiche?. Sein nachlässiger Nachlass zu Ungelebtzeiten, sein Zitatenschatz wie Sauerfleischgerippe, jenes ?Da wird die Sau geschlacht?, da wird die Wurst gemacht …?. ?To Moder, to Moder mutt wi alle …?, eine Archäologie der häuslichen Nekropolen, während hier auf dem Wochenmarkt die Schlachtplatte vor Augen und Lippen, ?Herz und Mund und Tat und Leben …? noch ungar, blutig ungekocht liegt. Er kann den Braten schon riechen. Rumpsteak, Hüfte, Schinken aus Schweineärschen geschnitten, Suppenknochen … Die vollständige Verwertung des Viehs. Das einmal erschossene, bolzenschussgeäderte fügt sich wie eine Bachsche Fuge ? ?dein Alter sei wie deine Jugend, und Gott ist mit dir in allem, was du tust? …, isst mit dir … diesen Leib, für dich gegeben …? ? in die Rückstandslosigkeit des Materials. Das Material aber ist widerständig, es zeigt sich noch mit den Spuren seiner Muskelfasern im Prozess der Entleerlebendigung. Der Kopfschuss ist im Kochtopf noch sichtbar, später: würzig abschmeckbar. Das getötete Fleisch, von dem er zehrt, zehren wird in Erwartung … mitten im Leben sind mit dem Tode wir … to Moder, to Moder …, in der Schlange vor dem Schlachter, in der er jetzt steht. Abwartend.

Auf der Schlachtplatte vor ihm liegt das geselchte Fleisch, das schwach ist im Vergleich zum noch geschwächteren Geist in ihm. Portioniert unter Plastik- wie Nonnenhauben. Dass Essbares, dass zu essen Sünde wäre. Er, der wunde Mund, zerbissen die Lippen vor Sehnsucht danach, dass seine Zunge aus ihrem Spalt hervor schnellte. Keine Konsonanten bildend, nur die Geräusche des Kauens. Die Geräusche des Kaufens beim Einkauf des Materials für das abendgemahlene Kunstwerk Schlachtplatte. Die klingenden Silberlinge für insgesamt einskommasechs Kilo, macht 400 Gramm Fleisch für jeden zur Schlacht zu Gast gebetenen vierten Schlund.

Er kann kein Blut sehen außer das des Herrn. Was wie Ader aussieht, verbliebene im Schlachtgut, schneidet er mit dem scharfen Messer heraus. Der Abfall des Organischen, ja, soll er sagen, des ?Dionysischen?, besteht darin, was es lebendig machte, aber die Verzehrungen des Todes stört … Sehnen, die nicht mehr sehnen. ?Warum soll dein Knecht sich mehr beschweren? Ach, lass mich sterben …? Der Geruch des Hämoglobins, das als Zeichen der ?Frische? noch nicht zum Grau der Schläfen konvertiert ist. Ein Protestantismus des Lebendigen mitten im katholischen Tod, mit dem es im Kochtopf umfangen ist. Wässrige Phase, in der die Heckler seines Sehnens prüfend siedet. ?… In meiner Stadt, bei meines Vaters und meiner Mutter Grab …? Patronen liegen vor dem Herd wie Advent. Erst eine, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür, sein 30 Jahre späteres Kreuz schon schleppend, zumindest wenn er dem das Gastmahl des turteltauben Fleisches begleitenden Bach-Choral Glauben schenkte, dass man auf Verse wie ?O, Haupt voll Blut und Wunden? eben auch solche des Geburtskanals reimen kann.

?In meiner Stadt, bei meiner …? Mütter, die für die Familie vier Schnitzel einkaufen. Das Kind in der Krippe Kinderwagen bekommt vom Schlachter ein Wurstscheibchen gereicht. Es beißt hinein, umfängt es mit seiner Zunge, die noch nicht sprechen, aber essen kann. ?Anfixen?, denkt er, der nicht Vater ist, der Kinderwagen, die sich samt ihrer dahinter her schiebenden Mütter zu weit auf den Radweg gewagt haben, anrempelt, der die Heckler auch in diesem Kopftopf immer im Anschlag hat, sich dort zu beseitigen, den Geist zu bloßem, muskulärem Fleisch zu machen, wo er im Weg ist, weil dort ein anderer, besserer Weg wäre. ?Damit du nicht vom Fleische fällst?, hatte seine Mutter gelächelt, wenn sie ihn vor den möglichen Folgen seiner ungebändigt wachsenden Leibesfülle einerseits warnte, andererseits eben ihre Mütterlichkeit, die mit dem kross gebratenen Fleische daher kam, aus dem er gekrochen war, nicht zu bändigen wusste. Eine Sehnsucht der Versorgung der Brut. Brutal liebevoll. Eine Brust, von der er nicht los kam, er, die Schlange an zarten Perlhuhnbrüsten, die am Marktstand nebenan geschlachtet lagen. Die Wasser in seinem Mund wusste er nicht zu teilen … gleichsam, und dachte, ?du wollest dem Feinde nicht geben die Seele deiner Turteltauben …?

Jetzt vor dem Topf, aus dem der Geruch nicht von Leichen, sondern der dessen, worin er zärtlich und achtsam sein Gebiss schlagen würde, Lebendiges, steigt, neigt er sich nicht nur dem Fleische, sondern darin ?und mit deinem Geiste? hin. Es sei. Die Fleischmühlen der Beschreibung, die von ?der Schlacht, dem Geschlecht und anderen Untergängen? predigen. Als hätte die Schlachtplatte einen Sprung, als wär? der so genannt schwache Geist ein krächzendes Grammophon. ?Ein Lied, zwo, drei, vier …!? Und er steht stramm in der Fülle seines Fleisches, vor den Töpfen aus Kohl und Kadavern. Er ist bereit, greift tief in den Topf, verbrüht sich die Hand, merkt den Schmerz nicht mehr, hat ihn nie gemerkt, nur mit Sehnsucht verzettelt, fasst das erhitzte Metall, zieht es heraus, setzt es sich an die vor Schweiß und Dampf heiße Stirn. ?Ach, lass …?, sagt er und schießt.

(Musik aus: J. S. Bach, Kantate BWV 71, ?Gott ist mein König?)

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Beitrag vom 19 Dezember, 2006 (10:43) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Winterliebe

19 Dezember, 2006 (10:42) | | tage-bau | Kommentieren

Es klopfen leise Tropfen an das Fenster.
Das Feuer im Kamin, es knistert leis.
Und durch den Wintergarten ziehn Gespenster.
Und ich, ich liebe dich so zart und heiß.
?
Die Nacht da draußen ist so kalt und finster.
Das Gras, es glitzert durch den Reif so weiß.
Im Rosenstrauß linst gelb ein wenig Ginster.
Vergessen will ich mit dir, was ich weiß.
?
Gehüllt in Liebe schwindet auch die Kälte,
Der bleiche Mond bestrahlt die Wange dein.
Der Sternenglanz scheint dir ins Aug hinein.
Als ob?s den Tod ins Feld zu schlagen gelte,
?
So klammerst du dich fest an meine Brust,
So klammre ich mich fest am Traum der Lust.

Beitrag vom 19 Dezember, 2006 (10:42) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Bei den Fischen

17 Dezember, 2006 (08:26) | | tage-bau | 1 Kommentar

Verzweifelt werf ich mich in fließend Wasser,
Ein stehendes Gewässer reicht mir nicht.
Ein reißendes Gewässer wär nicht nasser,
Die Leiche aber käm schneller ans Licht.

Denn Sterben ist mein Ziel und Lebenssinn.
Zum Sterben geh ich auch in dieses Wasser.
Dasselbe steht mir eh bald bis zum Kinn.
Als tote Leiche wäre ich kaum blasser,

Als ich zu Lebzeit schon gewesen bin.
Ich stürze mich also in diese Fluten,
Die mir zu Füßen fließen sich geruhten,
Zu den Forellen zog’s mich einfach hin.

Dort bei den Fischen kalt in weißer Gischt
Ist es, wo still mein Lebenslicht erlischt.

Beitrag vom 17 Dezember, 2006 (08:26) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


16 Dezember, 2006 (12:32) | | tage-bau | Kommentieren

am frühen morgen zur arbeit laufen, den kopf voller wichtiger dinge, die nicht wichtig sind, die füße gehen
von allein, das hamsterrad im kopf dreht sich lustig, die augen schweifen umher, schauen – das hamsterrad
stoppt – ich bin wieder da, aus meinem kopf raus in die welt und schaue das wunder des morgens, der sich
über die stadt hermacht, lichtorgeln anschmeisst, purpur, orange und gold, zinnober und blau und gestalten
sichtbar macht, die vorher im dunkel still standen, vielleicht die ganze nacht über auf diesen moment
gewartet haben – genau wie der mondfänger, der eigentlich „Sämann“ heisst, und nur für diesen einen
augenblick einen anderen namen von mir bekommt…

Beitrag vom 16 Dezember, 2006 (12:32) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Vergeblichkeiten

12 Dezember, 2006 (11:26) | | terrere est humanum? | Kommentieren

An losen Enden vieler dünner Fäden
Hängt jeder Mensch wie eine kleine Puppe.
Ihm spuckt der Teufel dauernd in die Suppe.
Der Herbstwind klappert dazu mit den Läden.

Aus grauem Haar fällt schon die letzte Schuppe,
Gestrichen aus gefurchter Stirn. Und Eden
Gelobtes Land, von dem sie immer reden,
Das ist Versprechen nur für diese Gruppe,

Die irgendwie zum Salz der Erde ward.
Die Andern wandern durch die eignen Wüsten
Und sammeln zahnlos Dreck in ihrem Bart.

Sie müssen sich zu kalten Toden rüsten.
Es bleibt den Glücklosen das Leid erspart,
Dass sie nichts von Vergeblichkeiten wüssten.

Beitrag vom 12 Dezember, 2006 (11:26) | Autor: adminxx1 | Rubrik: terrere est humanum? | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


12 Dezember, 2006 (02:56) | | tage-bau | Kommentieren

Denke
und
Versenke
Dich
und lenke
Dich
zum Kern des Seins
als wär es Deins

Beitrag vom 12 Dezember, 2006 (02:56) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


016 — Sylvia Hagenbach (Text) | Jürgen Gisselbrecht (Foto)

10 Dezember, 2006 (11:53) | | Foto-Text-Projekt, tage-bau | Kommentieren

Foto-Text-Projekt


im dezemberlicht
leuchtet die rose schöner als damals im mai
Beitrag vom 10 Dezember, 2006 (11:53) | Autor: adminxx1 | Rubrik: Foto-Text-Projekt, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Sternengolf

9 Dezember, 2006 (11:07) | | netz@uge.nblick | Kommentieren

Die Erde läuft sich einen Wolf,
Indem sie durch das Weltall eilt.
Es spielt der Herrgott Sternengolf,
Und Adam sich mit Eva keilt.

Die Sonne glüht sich einen ab.
In ihrem Strahl sonnt sich der Mond.
Das Strahlen bringt sie noch ins Grab.
Der faule Mond, der bleibt verschont.

Der Mensch schaut in den Himmel rauf,
Verklärt sich selbst und dies und das.
Die Ewigkeit nimmt ihren Lauf.
Das Forschen macht ihm manchmal Spaß.

Der Himmel macht die Decke zu,
Er gießt, was drunter ist, ganz nass.
Der Mensch gibt dennoch keine Ruh.
Er renkt und denkt ohn Unterlass.

Die Erde läuft in ihrem Rund,
Verwechselt fleißig Tag und Nacht.
Das Schwarze Loch frisst Stund um Stund
Ein schönes Stück der Sternenpracht.

Beitrag vom 9 Dezember, 2006 (11:07) | Autor: adminxx1 | Rubrik: netz@uge.nblick | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


016 — Jürgen Gisselbrecht (Text) | Sylvia Hagenbach (Foto)

9 Dezember, 2006 (10:44) | | Foto-Text-Projekt, tage-bau | Kommentieren


Rote Planeten im tiefen Schwarz.
Grüne Sterne durchpflügen die Milchstraße.Was macht das Blau in den Bilderbögen der Sterne?Warum glotzen wir in den Himmel?

Wieso sind die Gewölbe so hoch und wir sitzen so tief?

Wer klebt die Sterne da oben an das Firmament?


Foto: Sylvia Hagenbach

Beitrag vom 9 Dezember, 2006 (10:44) | Autor: adminxx1 | Rubrik: Foto-Text-Projekt, tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


9 Dezember, 2006 (06:10) | | tage-bau | Kommentieren

Ich geh hinauf die vielen dunklen Stufen
Und flieh hinaus aufs Meer in schwarze Wasser.
Ein Zweifler bin ich und ein Michselbsthasser.
Das eigne Elend ist es, das ich rufe.

Ich bin der Beste auch als Unterlasser,
Nehm fremde Straßen unter meine Hufe.
Von denen, die ein Nichts auf Erden schufen,
Bin ich der Größte aller Zeitverprasser.

Ich laß die bösen Wörter aus mir fließen.
Und suhle mich so gern im eignen Schmerz.
Ich kann nichts Schöneres zur Nacht genießen

Als diesen kleinen scharfen Stich im Herzen.
Ganz wie mich Sinn und Zweck des Seins verließ,
Schließt auch mein Schlussakkord mit falscher Terz.

für ögyr und huwawa, zwei sonetter

Beitrag vom 9 Dezember, 2006 (06:10) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


Angina Pectoris

5 Dezember, 2006 (21:57) | | tage-bau | Kommentieren

Als Angina Pectoris bezeichnet man einen Schmerz in der Brust, der durch eine Durchblutungsstörung des Herzens ausgelöst wird. Meist beruht diese Durchblutungsstörung auf einer Engstelle (= Stenose) eines Herzkranzgefäßes. Beim Herzinfarkt sind dagegen Durchblutung und Sauerstoffzufuhr in einem bestimmten Bezirk des Herzens plötzlich und auf Dauer unterbrochen, weil eine Koronararterie vollständig blockiert ist.
Angina Pectoris wird entweder durch körperliche oder seelische bzw. psychische Belastung verursacht, meistens im Rahmen einer vorbestehenden Koronarsklerose. Eine Sonderform ist die Prinzmetal Angina, hier wird eine vorübergehene Ischämie des Myokards durch einen Spasmus der Koronararterien ausgelöst. Die Dauer eines Anfalls liegt zwischen Sekunden und Minuten.
Unterscheidung des Auftretens in Ruhe (Ruhe-AP) oder unter Belastung (Belastungs-AP). Von der Ruhe-AP geht eine unmittelbare Infarktgefahr aus. Eine Unterscheidung von AP und Herzinfarkt ist manchmal mit dem Medikament Nitrolingual möglich. Bei einem AP-Anfall kann das Medikament gut helfen und Schmerz und Enge in der Brust lassen deutlich nach. Allerdings sollte man sich nur in besonderen Fällen auf diese Art der Unterscheidung verlassen. Die Behandlung einer infarktverdächtigen AP umfaßt Sauerstoff, Venöser Zugang, ASS, Heparin. Der Oberkörper ist in Hochlage zu lagern, um das schon geschwächte Herz weniger zu belasten.

Beitrag vom 5 Dezember, 2006 (21:57) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


totenmarsch ? la marionette

5 Dezember, 2006 (05:07) | | tage-bau | Kommentieren

der tod ?
wäre nicht ?
denn nur ein licht.

das licht …

wenn er des todes wär?
und machte ?ne szene dir,
er wäre tragödie hier:
geschlechtsverkehr.

wie du ihn verführst, sensefrau,
den senser aus seinem bau.
du wanderst, wie
er anders ist.
er wünscht sich dich
und wär? allein dein

verblichenes kleid an dir
für dich ein wohl weißes pläsier.
jungfräulich licht
scheint verzichtet
aus herzlich verkerkertem herzen.

und bricht ihm doch noch dies entzweier,
säng? ihm da nicht die alte leier,
welch? süße so licht
den pfeffer zerbricht,
der würde er würzig sich weihen.

… das wär? lieb? …

das ist nicht gedicht,
sondern ein nichtig licht,
das wär? kaum den vers,
sondern das wort noch wert.

was hier scheint so schwarz,
wäre grauende farb?,
licht aus finsternis
mit dem wohl weiseren blick.

wär? es nicht nur reim,
es wär? ein schöner schein,
sänge von dem wein,
der längst schon war
in der gefahr
dir noch gewahr

verschüttet, klar,
süßer als da,
swingender, schlingender, groovender, ja
ringende, klingende, bringende,
in tödlich verschlingende gräber versinkende bar …

licht,

wenn es auch lichteres war,
düster auch jenem gewahr,
das finsterer ist
als jedes licht,
im alten verzicht
zur nacht gemacht.
die liebe als tod zelebriert,
die segel dem sturm vorgeführt,
dem sang der raben die rahen gehisst,

das schiff auf das riff
gesetzt und verletzt,
bin ich unser liebenderer tod,
der dich hier verjazzt
zu küssen das lot,
zum scheitern am kliff
bin ich das lob,

dich ausgesetzt
und mich verschätzt

(hören – musik: gounod: funeral march of a marionette)

Beitrag vom 5 Dezember, 2006 (05:07) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


life with a baby (2) – to turn or not to turn

4 Dezember, 2006 (15:16) | | tage-bau | Kommentieren

jetzt ist die zeit, zum babytreff zu gehen. da liegen sie dann, die kleinen quäker, sternförmig angeordnet auf ihren frotteetüchern, und auf weisung der leiterin werden sie auf den bauch gedreht und schauen einander an. für einen moment ist es ganz still. erstaunen über die vielen anderen kameraden spiegelt sich in jedem kleinen gesicht. dann ächzen sie wieder, es ist schwer, den kopf oben zu halten. benni liegt nicht gern auf dem bauch, sage ich, während andere schon munter in die seitenlage drehen. immer wieder drehen, sagt die leiterin. so auf den bauch, das kann man fördern. also üben wir die bauchlage. und was macht das kind? seit gestern rollt es sich allein wieder auf den rücken, mit zufriedenem grinsen.

Beitrag vom 4 Dezember, 2006 (15:16) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | Kommentieren


zum 1. Advent: Weihnachtsrausch -alle Jahre wieder-

3 Dezember, 2006 (17:59) | | tage-bau | 1 Kommentar

die Melancholie der Novembergedanken
ist längst einer Glühweinseligkeit gewichen:
man redet von Liebe
und auch von Besinnung
rennt hektisch durch wimmelnde Innenstädte
Geldbeutel öffnen sich
und angeblich auch die Herzen

der Dreck der Welt ist verschwunden
unter einer weißen Zuckerdecke:
Schneeflöckchen Weißröckchen
das Winteridyll passt gut zum Rest:
Häuser und Strassen fein geputzt
die Stadt ist ein einziges Leuchten
edles Gold und kitschigbuntes Geblinke
blonde Engel und rote Rentiernasen
Glöckchengebimmel und Bratapfelduft
es scheppert aus Kaufhauslautsprechern
oh Du Fröhliche und Merry Christmas

Friede, Freude, Weihnachtsrausch
bis zur Besinnungslosigkeit
man redet von Liebe
und zeigt große Kaufkraft:
Geschenke, Geschenke!
iPods unter?m Weihnachtsbaum
Xboxen für Kinderzimmer
Biovital für?s Großmütterchen
und After Shave für den Herrn Papa:
alle Jahre wieder

und was wünsch? ich mir, für die Weihnachtstage?
gemütlich-gesellige Stunden
mit allen, die mir lieb sind
leckeren Braten bei Mama
und einen angenehmen Rotwein-Rausch,
satte drei Tage am Stück

Beitrag vom 3 Dezember, 2006 (17:59) | Autor: adminxx1 | Rubrik: tage-bau | Beitrag drucken Beitrag drucken | (1) Kommentar


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